Cowboys und AlltagThema

Leben in einer Westernstadt

Kurz erklärt Eine Westernstadt war im 19. Jahrhundert eine schnell gewachsene Siedlung im Westen der USA, meist an einer Mine oder als Rinderstadt an Bahn und Viehtrail. Die erste der Rinderstädte in Kansas war Abilene, das 1867 zum Markt für Rinder aus Texas wurde. Virginia City und Gold Hill in Nevada wuchsen von 4.000 Einwohnern 1862 auf 25.000 im Jahr 1874; in der Blütezeit gab es dort 25 Theater, mehrere Zeitungen und über 100 Saloons.

Hauptstraße einer hölzernen Westernstadt ohne Menschen, überdachte Bretterstege vor Läden mit hohen Holzfassaden, staubige Fahrbahn und Berge im Hintergrund im späten Nachmittagslicht
Bild: KI-generiert

Was war eine Westernstadt?

Rinderstädte, englisch cattle towns oder abschätzig cow towns, waren nach dem Historiker Robert R. Dykstra kleine Siedlungen an der Frontier, die vom Handel mit Rindern von der offenen Weide lebten. Eine typische Rinderstadt lag dort, wo ein Viehtrail auf eine Eisenbahn traf: Herden aus dem Süden wurden hier angenommen, verkauft und in Güterzügen zu den Schlachthöfen der Städte, zu Mästern im Mittleren Westen oder zu Ranchern weiter im Norden gebracht.[1]

Die erste der Rinderstädte in Kansas war Abilene, das 1867 zum Markt für Rinder aus Texas wurde. Von 1872 bis 1875 stritten Ellsworth und Wichita um den Handel, ab 1876 war Dodge City eine Rinderstadt, bis 1885, Caldwell von 1880 bis 1885. Dann schloss Kansas seine Grenzen für Rinder aus Texas.[1] Wie die Herden dorthin kamen, beschreiben die Seiten über die Viehtriebe und den Chisholm Trail.

Die zweite große Gruppe waren die Bergbaustädte. Virginia City in Nevada war nach dem National Park Service zwischen 1860 und 1880 das Vorbild für die klassische Boomtown des Bergbaus. Mit dem benachbarten Gold Hill hatte der Ort 1862 rund 4.000 Einwohner, 1874 waren es 25.000.[4] Den Reichtum brachte der Comstock Lode. Deadwood entstand im Goldrausch der Black Hills im Frühjahr 1876, am 26. August 1876 wurde das Stadtgebiet abgesteckt.[6] In Tombstone in Arizona lebten im Herbst 1879 nach der Beschreibung des Denkmalbezirks einige tausend Menschen in einem Lager aus Zeltleinwand und dünnem Holz.[7]

Wie sah eine Westernstadt aus?

Über Abilene vor dem Viehhandel schrieb am 2. Februar 1871 ein Verfasser unter dem Namen "Ibex" in der Zeitung Abilene Chronicle, hinter dem Cushman den späteren Bürgermeister J. G. McCoy vermutete: Es habe dort ein einziges Haus mit Schindeldach gegeben, dazu ein halbes Dutzend Blockhütten mit Dächern aus Erde, eine kleine Schnapsbude und einen Laden für Stoffe und Lebensmittel von acht mal zehn Fuß.[2] In Deadwood säumten nach der Nomination des National Park Service Zelte und Blockhütten den von Baumstümpfen befreiten Pfad, der als Straße diente. Die Stadt zog sich in einem engen, steilen Tal entlang der Main Street.[6]

In Abilene war das Drovers Cottage das größte der ersten Geschäftshäuser: drei Stockwerke aus Holz, etwa 100 Zimmer, eine Wäscherei, ein Speisesaal und eine breite Veranda. Der Alamo Saloon hatte 40 Fuß Front zur Cedar Street und drei gläserne Doppeltüren. Das erste Steinhaus der Stadt war das Gefängnis; noch während des Baus ritten Cowboys aus ihren Lagern herein und rissen es ein, danach wurde es unter Bewachung neu errichtet.[2] In Tombstone stehen nach der Nomination von 1978 ein- und zweistöckige Häuser aus Adobe, Holz und Ziegeln, und vor den Läden an der Allen Street liegen überdachte Bretterstege.[7]

Louise Clappe, die 1851 und 1852 als Ehefrau eines Arztes in den Goldgräberlagern am Feather River in Kalifornien lebte, beschrieb das Hotel "The Empire" in Rich Bar: Es war das einzige zweistöckige Haus und das einzige mit Glasfenstern, aus rohen Planken gebaut, Dach und Vorderseite aus Zeltleinwand. Im Erdgeschoss lagen Bar und Laden in einem Raum; dort lagen Flanellhemden neben Schinken, Fleischkonserven und Austern.[11]

Verwitterte hölzerne Anbindestange neben einem Bretterweg an einer staubigen, unbefestigten Straße, am Eck ein Wasserfass aus Holz, dahinter flaches Grasland, lange Schatten am Nachmittag
Anbindestange und Bretterweg: Beides gehörte zur Hauptstraße vieler Westernstädte Bild: KI-generiert

Wovon lebten die Menschen in der Stadt?

Mark Twain zählte in "Roughing It" (1872) auf, was Virginia City in den "flush times" hatte, den Jahren des leichten Geldes: Milizkompanien, Feuerwehren, Blaskapellen, Banken, Hotels, Theater, Tanzhäuser, offene Spielhallen, eine Schnapsbude alle fünfzehn Schritte, einen Stadtrat, einen Bürgermeister, einen Polizeichef und eine große Polizeitruppe, ein Dutzend Brauereien und ein halbes Dutzend Gefängnisse und Polizeiwachen.[3] Der National Park Service nennt für die Blütezeit 25 Theater, mehrere große Hotels, mehrere Feuerwehren, Logen, fünf Polizeireviere, ein Rotlichtviertel, mehrere Zeitungen und über 100 Saloons. In Virginia City entstand auch die erste Gewerkschaft der Bergleute in den USA.[4] Mehr über Twain in Nevada steht auf der Seite Mark Twain im Wilden Westen.

Deadwood war nach dem National Park Service die Dienstleistungsstadt für die Bergbauorte der nördlichen Black Hills, mit Restaurants, Hotels, Saloons, Bekleidungsgeschäften, Anwaltskanzleien und Vergnügungsstätten.[6] Am 8. Juni 1876 erschien dort die erste Zeitung, der Black Hills Pioneer; sechs Wochen später meldete sie etwa 2.000 Einwohner.[6]

In Abilene richtete sich das Gewerbe nach den Herden. Ed Gaylord betrieb Mietställe, und in McInerny's Stiefel- und Sattelmacherei an der Texas Street arbeiteten zwölf bis fünfzehn Männer, die von Hand Sättel, Stiefel und anderes Leder für den Viehhandel fertigten. Kam ein Cowboy nach dem Trail in die Stadt, kaufte er nach Cushman meist zuerst neue Kleidung und ging zum Barbier; die Saloons, Spielhäuser und Tanzsäle der Texas Street lebten von ihm.[2] Was es in einem Laden der Zeit gab, erklärt das Glossar unter General Store, das Handwerk der Hufschmiede unter Schmiede und Schmied.

In Tombstone hatten Hotels, Saloons, Spielhallen, Tanzsäle und Bordelle rund um die Uhr offen. Zugleich gab es vier Kirchen, zwei Zeitungen, Schulen, Logen und Leihbüchereien, und in der Schieffelin Hall, einem großen Adobebau, liefen Theaterstücke, Opern und Revuen.[7] Eigene Seiten haben der Saloon, das Glücksspiel, der Alkohol und die Prostitution.

Wer lebte in einer Westernstadt?

In den Rinderstädten wechselte die Bevölkerung mit der Saison. George L. Cushman unterschied 1940 für Abilene die Bewohner, die das ganze Jahr blieben, also Geschäftsleute, kleinere Viehkäufer mit ihren Familien und junge ledige Männer, von denen, die nur im Sommer kamen: Spekulanten, Händler auf Provision, Viehkäufer, Treiber, Spieler, Prostituierte und Cowboys. Sie kamen im Frühjahr mit den ersten Herden und zogen im Herbst wieder ab.[2] In Tombstone war die Bevölkerung nach der Nomination des National Park Service überwiegend jung, ledig und männlich.[7] Thomas J. Dimsdale schrieb 1866 über die Goldgräberorte in Montana, es fehle dort an guter weiblicher Gesellschaft im Verhältnis zur Zahl der Männer, und unter solchen Umständen würden Männer in überraschendem Maß rau, streng und grausam.[12]

Frauen in der Stadt

Die Wirtin des Empire in Rich Bar hatte nach Clappe zwei Jahre zuvor mit ihrem Mann die Plains überquert und zwei kleine Kinder und einen acht Monate alten Säugling zurückgelassen; als Clappe ankam, kochte sie für ein halbes Dutzend Leute, ihr zwei Wochen altes Kind lag in einem Champagnerkorb als Wiege.[11] Im Klondike-Goldrausch 1897 und 1898 kamen nach dem National Park Service Goldsucherinnen, Geschäftsfrauen, Journalistinnen, Ladenbesitzerinnen, Köchinnen, Nonnen, Künstlerinnen, Lehrerinnen, Ärztinnen und Hotelbesitzerinnen; für manche Frau blieb eine der wenigen Möglichkeiten, Geld zu verdienen, die Arbeit im Sexgewerbe.[10]

An der Allen Street in Tombstone gingen nach der Nomination die angesehenen Frauen nur auf der Nordseite, die Südseite und der Südosten der Stadt gehörten dem Rotlichtgewerbe, möglichst weit weg von den Wohnstraßen nördlich der Fremont Street.[7] In Abilene reichten Frauen und andere Bürger Bittschriften beim Stadtrat ein, er solle das Verbot der Bordelle durchsetzen.[2] Im Wyoming-Territorium brachte William Bright, ein Saloonwirt aus der Bergbaustadt South Pass City, das Gesetz ein, das Frauen das Wahlrecht gab; Gouverneur John Campbell unterschrieb es am 10. Dezember 1869.[14] Mehr dazu auf der Seite Frauen im Wilden Westen.

Chinesische Einwanderer

In Virginia City arbeiteten chinesische Einwanderer nach dem National Park Service unter anderem als Goldwäscher, Eisenbahnarbeiter, Restaurantbesitzer, Wäscher, Ärzte, Ladenbesitzer und Wirte von Logierhäusern. Das Chinatown östlich der Innenstadt war in den 1870er Jahren eines der ersten städtischen Chinatowns in Nevada, mit zeitweise 1.500 bis 2.000 Menschen, ein- und zweistöckigen Holzhäusern, Wäschereien, Nudelküchen, Kräuterläden und kleinen Gemischtwarenläden. Es brannte 1875 ab und erholte sich nie ganz.[4] In Deadwood gab es nach der Nomination von 1989 ein großes chinesisches Viertel. Die Chinesen galten oft nur als Wäscher, führten aber auch viele Läden und Restaurants; sie waren eine Gruppe, der man misstraute und die man unterdrückte.[6] Gesetze und Gewalt gegen sie beschreibt die Seite Chinesische Einwanderer im Westen.

Afroamerikaner

In Virginia City eröffnete William A. G. Brown, ein frei geborener Afroamerikaner aus Massachusetts, 1866 den Boston Saloon als würdigen Ort für Afroamerikaner.[8] Eine ganze Stadt gründeten befreite Afroamerikaner in Nicodemus in Kansas. Im September 1877 führten der Grundstücksmakler W. R. Hill und Reverend W. H. Smith etwa 350 Menschen aus Lexington in Kentucky in das Graham County, im Frühjahr 1878 kamen weitere 250. Bis 1887 hatte Nicodemus Gemischtwarenläden, Mietställe, eine Bank, eine Anwaltskanzlei und eine Post. Als die Eisenbahnen nördlich und südlich an dem Ort vorbeigebaut wurden, gingen Arbeitsplätze verloren und die Einwohnerzahl sank.[9] Nach dem National Park Service ist Nicodemus der einzige Ort aus der Zeit der Exoduster-Bewegung, der bis heute besteht.[9] Mehr dazu auf der Seite Afroamerikaner im Wilden Westen.

Schlichte Kirche aus hellem Kalkstein und ein kleines Schulhaus aus Holz auf der weiten Prärie von Kansas unter hohem Himmel am späten Nachmittag
Kirche und Schulhaus auf der Prärie von Kansas Bild: KI-generiert

Wer sorgte in der Stadt für Ordnung?

In Abilene hielten die Bürger nach Cushman eine Stadtverwaltung für nötig, um Ordnung zu schaffen. Am 3. September 1869 baten 43 von ihnen den Nachlassrichter des Dickinson County, die Stadt einzutragen. Im Frühjahr 1870 vergab die Stadtverwaltung (Board of Trustees) Lizenzen an 32 Saloons, legte Sperrstunden fest, verbot Bordelle innerhalb der Stadtgrenzen und schuf das Amt des City Marshal.[2] Cushman merkt an, dass die Zahl von 32 wohl alle Läden mit Alkoholverkauf umfasste; nach einem Zeitzeugen gab es nie mehr als zwölf Saloons zugleich.[2] Am meisten Aufsehen machte das Verbot, in der Stadt Schusswaffen zu tragen. Es stand auf großen Tafeln an allen wichtigen Zufahrtsstraßen, und Cowboys schossen die Anschläge so voller Löcher, dass man sie nicht mehr lesen konnte.[2]

Erst Marshal Tom Smith setzte das Verbot durch. Danach hing nach Cushman in jedem Geschäft ein Schild, Besucher sollten ihre Waffen beim Inhaber abgeben, bis sie die Stadt wieder verließen. Im August 1870 bekam Smith 225 Dollar im Monat, und ein Polizeigericht ließ Verurteilten die Wahl zwischen Geldstrafe, Haft oder dem Verlassen der Stadt. Smith wurde am 2. November 1870 bei dem Versuch, den Siedler Andrew McConnell in dessen Erdhütte am Chapman Creek festzunehmen, von McConnell und einem Mann namens Miles getötet.[2] Am 15. April 1871 wählte der Rat Wild Bill Hickok zum Marshal, für 150 Dollar im Monat und ein Viertel aller Strafgelder aus seinen Festnahmen.[2] Was ein Marshal und was ein Sheriff tat, erklärt das Glossar unter US Marshal und Sheriff.

Nach Dykstra stritten in den Rinderstädten Kritiker und Verteidiger des Viehhandels um den Kurs der Stadt. Die gemäßigten Reformer, meist führende Geschäftsleute, wollten mehrere Polizisten, die strenge Waffengesetze durchsetzten, monatliche Abgaben von Saloonwirten, Spielern und Prostituierten, um damit die Polizei zu bezahlen, und Bordelle und Tanzhäuser möglichst weit weg vom Geschäftsviertel. Die Gehälter der Polizei waren meist der größte Posten im Haushalt einer Stadt.[1] In Dodge City mahnte die Zeitung Ford County Globe am 8. April 1879, die Polizei solle die Verordnung gegen verdeckt getragene Waffen streng durchsetzen.[13] Im Polizeiregister von Caldwell aus dem Jahr 1882 hatte es der Marshal nach Miller und Snell vor allem mit Betrunkenen, Spielern, Bordellwirtinnen und Prostituierten zu tun.[13]

Nach der Schießerei am O.K. Corral verhinderte in Tombstone laut der Nomination des National Park Service nur ein schnelles Auftreten der Vigilanten, dass die Lage in der Stadt explodierte.[7] Wie Gerichte, Sheriffs und Bürgerwehren zusammenspielten, beschreiben die Seiten Recht und Ordnung im Wilden Westen, Die Schießerei am O.K. Corral und Lynchjustiz im Wilden Westen.

Reihe alter brauner Löscheimer aus Leder an Eisenhaken an einem rohen Holzbalken, darunter ein aufgerollter Leinenschlauch auf dem Boden, dahinter tiefer Schatten im warmen Licht am späten Nachmittag
Löscheimer: Nach dem Großbrand von 1875 baute Virginia City mehrere Spritzenhäuser und legte neue Hydranten an Bild: KI-generiert

Brände: Wie oft brannte eine Westernstadt?

Tombstone brannte zweimal, am 22. Juni 1881 und am 25. Mai 1882, und beide Male ging der größte Teil des Geschäftsviertels verloren. Die Stadt baute schnell wieder auf. Im Rathaus von 1882, einem Ziegelbau, saßen 1978 noch die Stadtverwaltung und die Feuerwehr.[7] In Deadwood zerstörte 1879 ein Feuer das ganze Geschäftsviertel. Die Händler bauten ihre Läden rasch wieder auf, doch im Mai 1883 zerstörte ein Hochwasser 150 Gebäude, und drei Menschen kamen ums Leben. Nach Brand, Hochwasser und der Wirtschaftskrise von 1893 sind von den Holzfassaden der Jahre 1876 bis 1883 nur wenige erhalten.[6]

In Virginia City fiel am frühen Morgen des 26. Oktober 1875 in einem Logierhaus eine Petroleumlampe um. Starker Wind trug das Feuer weiter, und 33 Häuserblocks wurden zerstört, darunter die katholische Kirche St. Mary in the Mountains, das Gerichtsgebäude des Storey County, Piper's Opera House, das International Hotel, die Ämter der Stadt und der größte Teil des Geschäftsviertels. Danach legte die Stadt ein neues Netz von Hydranten an und baute mehrere Spritzenhäuser.[5] Feuerwehren gab es dort schon in den Jahren des leichten Geldes: Twain nennt einen Chef der Feuerwehr mit drei Stellvertretern.[3]

In Dodge City zerstörten 1885 nach Dykstra Brandstifter einen großen Teil des Geschäftsviertels, offenbar um die Stadt von Saloons und Bordellen zu befreien.[1]

Zeitleiste: Westernstädte von Abilene bis Nicodemus

Zeitleiste: Leben in der Westernstadt
  1. 1867Abilene in Kansas wird als Markt für Rinder aus Texas eingerichtet und ist die erste der Rinderstädte in Kansas.[1] Abilene
  2. 03.09.186943 Bürger von Abilene beantragen beim Nachlassrichter des Dickinson County, ihren Ort als Stadt einzutragen.[2] Abilene
  3. 10.12.1869Gouverneur John Campbell unterschreibt im Wyoming-Territorium das Wahlrecht für Frauen; eingebracht hat es der Saloonwirt William Bright aus South Pass City.[14]
  4. 1870Abilene vergibt Lizenzen an 32 Saloons, laut Cushman wohl alle Läden mit Alkoholverkauf, schafft das Amt des City Marshal und verbietet das Tragen von Schusswaffen in der Stadt.[2] Abilene
  5. 15.04.1871Der Stadtrat von Abilene wählt Wild Bill Hickok zum Marshal.[2] Wild Bill Hickok
  6. 1872Ellsworth und Wichita beginnen ihren Wettstreit um den Viehhandel, der bis 1875 dauert.[1]
  7. Februar 1872Bürger des Dickinson County bitten die Viehtreiber aus Texas, ihre Herden nicht mehr nach Abilene zu bringen.[2] Abilene
  8. 26.10.1875In Virginia City fällt in einem Logierhaus eine Petroleumlampe um; das Feuer zerstört 33 Häuserblocks.[5] Virginia City
  9. 1876Dodge City wird zur Rinderstadt.[1] Dodge City
  10. 08.06.1876In Deadwood erscheint die erste Zeitung, der Black Hills Pioneer.[6] Deadwood
  11. 26.08.1876Das Stadtgebiet von Deadwood wird abgesteckt.[6] Deadwood
  12. September 1877Etwa 350 Afroamerikaner aus Lexington in Kentucky kommen nach Nicodemus in Kansas.[9]
  13. 1879Ein Brand zerstört das ganze Geschäftsviertel von Deadwood.[6] Deadwood
  14. 22.06.1881Ein Brand zerstört den größten Teil des Geschäftsviertels von Tombstone.[7] Tombstone
  15. 25.05.1882Tombstone brennt ein zweites Mal und wird rasch wieder aufgebaut.[7] Tombstone
  16. Mai 1883Ein Hochwasser zerstört in Deadwood 150 Gebäude, drei Menschen kommen ums Leben.[6] Deadwood
  17. 1885Brandstifter zerstören einen großen Teil des Geschäftsviertels von Dodge City; Kansas schließt seine Grenzen für Rinder aus Texas.[1] Dodge City
  18. 12.11.1996Fünf Bauten in Nicodemus werden zu einer Stätte des National Park Service.[9]

Westernstädte im Überblick

Westernstädte dieser Seite mit Art und Daten laut Quelle
StadtArtDaten laut Quelle
Abilene, KansasRinderstadtMarkt für Rinder aus Texas ab 1867, Stadtrecht 1869[1, 2]
Ellsworth und Wichita, KansasRinderstädteWettstreit um den Viehhandel 1872 bis 1875[1]
Dodge City, KansasRinderstadtRinderstadt 1876 bis 1885[1]
Caldwell, KansasRinderstadtBlütezeit 1880 bis 1885[1]
Virginia City, NevadaBergbau (Silber und Gold)Vorbild der Boomtown 1860 bis 1880, Großbrand 1875[4, 5]
Deadwood, South DakotaBergbau (Gold)Stadtgebiet abgesteckt 26. August 1876, Brand 1879[6]
Tombstone, ArizonaBergbau (Silber)Lager im Herbst 1879, Brände 1881 und 1882[7]
Nicodemus, KansasSiedlung befreiter Afroamerikanererste Siedler September 1877[9]
Rich Bar, KalifornienGoldgräberlagerBriefe von Louise Clappe 1851 und 1852[11]

Karte: Städte des Wilden Westens

Karte: Städte des Wilden Westens125° W120° W115° W110° W105° W100° W95° W90° W25° N30° N35° N40° N45° N50° N1Tombstone2Deadwood3Dodge City4Abilene5San Francisco6Santa Fe7Taos8Virginia City
Karte: Städte des Wilden Westens
  1. 1Tombstone 31,72° N, 110,08° W[16]
  2. 2Deadwood (Deadwood, South Dakota) 44,38° N, 103,73° W[17]
  3. 3Dodge City (Dodge City, Kansas) 37,76° N, 100,02° W[18]
  4. 4Abilene (Abilene, Kansas (Koordinate der Ortschaft laut U.S. Geological Survey)) 38,92° N, 97,21° W[19]
  5. 5San Francisco (San Francisco, Kalifornien (Koordinate der Stadt laut U.S. Geological Survey)) 37,78° N, 122,42° W[20]
  6. 6Santa Fe (Santa Fe, New Mexico) 35,66° N, 105,98° W[21]
  7. 7Taos (Taos, New Mexico) 36,39° N, 105,58° W[21]
  8. 8Virginia City (Virginia City, Storey County, Nevada) 39,31° N, 119,65° W[22]
  9. 9Dawson City (Dawson, Yukon) 64,06° N, 139,43° W[23], außerhalb des Ausschnitts
Umrisse: Natural Earth (gemeinfrei). Eigene Darstellung ohne Kartendienst.

Städte mit eigener Seite

  • OrtAbilene

    am Smoky Hill River und am Mud Creek, Sitz des Dickinson County in Kansas (Region North Central laut Kansas Historical Society, östliches Zentralkansas laut Britannica)

  • OrtDawson City

    Yukon (Kanada), am Ostufer des Yukon River an der Mündung des Klondike River; 541 km nördlich von Whitehorse über den Klondike Highway (Parks Canada), 530 km (The Canadian Encyclopedia)

  • OrtDeadwood

    Lawrence County im Westen von South Dakota, in der Schlucht des Whitewood Creek in den nördlichen Black Hills, gleich nordöstlich von Lead, auf mehr als 4.530 Fuß (rund 1.380 m) Höhe

  • OrtDodge City

    am Arkansas River im Südwesten von Kansas, Sitz des Ford County; Fort Dodge lag 5 Meilen (8 km) östlich

  • OrtSan Francisco

    Nordspitze der San-Francisco-Halbinsel zwischen dem Pazifik und der Bucht von San Francisco, Kalifornien; Stadt und County sind deckungsgleich

  • OrtSanta Fe

    Hauptstadt von New Mexico und Sitz des Santa Fe County, am Santa Fe River am Fuß der Sangre de Cristo Mountains, auf 6.996 Fuß (2.132 m) Höhe

  • OrtTaos

    Taos County im Norden von New Mexico, am Fuß der Sangre de Cristo Mountains an einem Nebenfluss des Rio Grande, 55 Meilen (89 km) nordnordöstlich von Santa Fe; Taos Pueblo rund 3 Meilen (knapp 5 km) nordöstlich der Stadt

  • OrtTombstone

    Cochise County im Südosten von Arizona, auf 4.539 Fuß (rund 1.383 m) Höhe zwischen Huachuca und Whetstone Mountains im Westen und Mule und Dragoon Mountains im Osten, knapp 10 km nördlich des San Pedro

  • OrtVirginia City

    Storey County im Westen Nevadas, am Mount Davidson, auf halbem Weg zwischen Reno und Carson City (NPS); laut Britannica 20 Meilen (32 km) südlich von Reno

Mythos und Wahrheit

Viele Bilder der Westernstadt stammen aus Zeitungen, Groschenromanen und Filmen. Den Ruf von Dodge City trugen nach der Kansas Historical Society Zeitungen im Osten und Groschenromane weiter, später der Film "Dodge City" von 1939 und die Serie "Gunsmoke", die von 1955 bis 1975 lief.[15] Der Ruhm von Deadwood beruht nach der Nomination von 1976 zu einem großen Teil auf Figuren wie Wild Bill Hickok, Calamity Jane, Deadwood Dick und Poker Alice; bei den jährlichen "Deadwood Days" spielte man damals die Tötung Hickoks und den Prozess gegen den Täter nach.[6]

Westernstädte heute

Der Denkmalbezirk Virginia City umfasst die Orte Virginia City, Gold Hill, Silver City und Dayton mit über 400 Gebäuden, die meisten aus dem 19. Jahrhundert, auf 14.750 Acres, das sind rund 5.970 Hektar.[4] Tombstone wurde 1961 zum National Historic Landmark erklärt.[7] Den Kern von Deadwood bilden nach der Nomination Bauten aus der Zeit nach dem Brand von 1879 und vor der Krise von 1893.[6] In Nicodemus stehen fünf Bauten für die Grundpfeiler der Gemeinde: die A.M.E.-Kirche, das St. Francis Hotel, die Schule des Schulbezirks 1, das Gemeindehaus des Townships und die alte First Baptist Church. Sie gehören seit dem 12. November 1996 zum National Park Service. Seit 1878 feiern die Nachfahren jedes Jahr Ende Juli das Emancipation Celebration, heute Homecoming Celebration.[9]

Manche Orte verschwanden ganz. Twain beschrieb 1872 Stellen in Kalifornien, an denen nur noch Wiesen und Wald zu sehen waren und wo einst eine Stadt mit zwei- bis dreitausend Menschen gestanden hatte, mit Zeitung, Feuerwehr, Blaskapelle, Bank, Hotels und Spielhallen.[3] Solche Orte stellt die Seite Geisterstädte vor, etwa Bodie.

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Häufige Fragen

Was ist eine Westernstadt?

So heißen die Orte, die im 19. Jahrhundert im Westen der USA rasch entstanden: Rinderstädte wie Abilene oder Dodge City, wo Bahn und Viehtrail zusammentrafen, und Bergbaustädte wie Virginia City, Deadwood oder Tombstone. Viele schrumpften, als der Viehhandel weiterzog oder die Gruben erschöpft waren.

Was gab es in einer Westernstadt?

In der Blütezeit hatte Virginia City nach dem National Park Service 25 Theater, große Hotels, mehrere Feuerwehren, fünf Polizeireviere, mehrere Zeitungen und über 100 Saloons. In Nicodemus in Kansas gab es 1887 Läden, Mietställe, eine Bank, eine Anwaltskanzlei und eine Post. Tombstone hatte vier Kirchen, zwei Zeitungen, Schulen und Leihbüchereien.

Durfte man in einer Westernstadt eine Waffe tragen?

Das hing von der Stadt ab. Abilene verbot 1870 das Tragen von Schusswaffen in der Stadt, und die Geschäfte erwarteten von Besuchern, ihre Waffen beim Inhaber abzugeben. In Dodge City galt 1879 eine Verordnung gegen verdeckt getragene Waffen. Gemäßigte Reformer in den Rinderstädten wollten mehrere Polizisten, die strenge Waffengesetze durchsetzten.

Wie oft brannte es in Westernstädten?

Große Brände trafen mehrere Städte. In Virginia City fiel am 26. Oktober 1875 in einem Logierhaus eine Petroleumlampe um, starker Wind trug das Feuer über 33 Häuserblocks. Tombstone verlor 1881 und 1882 zweimal den größten Teil seines Geschäftsviertels, Deadwood 1879 das ganze.

Wie gefährlich war das Leben in einer Rinderstadt?

Weniger, als Western zeigen. Robert R. Dykstra zählte in den fünf großen Rinderstädten von Kansas von 1870 bis 1885 45 Erwachsene, die eines gewaltsamen Todes starben, im Schnitt 1,5 je Saison. Niemand starb in einem Duell nach Art Hollywoods.

Gab es Westernstädte von Afroamerikanern?

Ja. Nicodemus in Kansas gründeten ab September 1877 befreite Afroamerikaner aus Kentucky. Bis 1887 hatte der Ort Läden, eine Bank und eine Post. Nach dem National Park Service ist Nicodemus der einzige Ort dieser Bewegung, der bis heute besteht.

Welche historischen Westernstädte kann man heute besuchen?

Virginia City in Nevada ist ein geschützter Denkmalbezirk mit über 400 Gebäuden. Auch Tombstone und Deadwood stehen unter Denkmalschutz, und in Nicodemus gehören fünf Gebäude seit 1996 zu einer Stätte des National Park Service. Nachgebaute Westernstädte in Deutschland stellt die Seite Wilder Westen in Deutschland vor.

Quellen

  1. Nachschlagewerk Robert R. Dykstra: Cattle Towns. Encyclopedia of the Great Plains, University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 25.10.2026
  2. Fachaufsatz George L. Cushman: Abilene, First of the Kansas Cow Towns (Kansas Historical Quarterly, Bd. 9, Nr. 3, S. 240 bis 258). Kansas Historical Society. Stand August 1940. abgerufen am 25.10.2026
  3. Primärquelle Mark Twain: Roughing It, Kapitel 43 und 57. Ausgabe Project Gutenberg, eBook 3177 (Erstausgabe American Publishing Company, Hartford 1872). Stand 1872 (Gutenberg-Ausgabe 2004, aktualisiert 31.03.2024). abgerufen am 25.10.2026
  4. Amtliche Stelle Virginia City Historic District, Nevada. National Park Service. Stand 05.06.2018. abgerufen am 25.10.2026
  5. Amtliche Stelle The Great Fire of 1875 (State Historic Marker Nr. 228, Liberty Engine Company No. 1). Nevada State Historic Preservation Office. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  6. Amtliche Stelle National Register of Historic Places Inventory, Nomination Form: Deadwood Historic District (National Historic Landmark), mit Nachträgen zur Abgrenzung und zum Bedeutungszeitraum (1989). National Park Service, Historic Sites Survey (Stephen Lissandrello). Stand 1976, Nachtrag 1989. abgerufen am 25.10.2026
  7. Nachschlagewerk Havens in a Heartless World Part I: Virginia City's Saloons and Archaeology of the Wild West (Text Ronald M. James und Kelly J. Dixon). Nevada Humanities, Online Nevada Encyclopedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  8. Amtliche Stelle Nicodemus National Historic Site (Artikel). National Park Service, Nicodemus National Historic Site. Stand 10.05.2022. abgerufen am 25.10.2026
  9. Amtliche Stelle Women of the Gold Rush. National Park Service, Klondike Gold Rush National Historical Park. Stand 29. Juli 2019. abgerufen am 25.10.2026
  10. Primärquelle Louise Clappe (Dame Shirley): The Shirley Letters from California Mines in 1851-52, Brief 2, hrsg. von Thomas C. Russell. Thomas C. Russell, San Francisco 1922; Ausgabe Project Gutenberg, eBook 23280. Stand Brief vom September 1851, zuerst in The Pioneer, März 1854. abgerufen am 25.10.2026
  11. Primärquelle Thomas J. Dimsdale: The Vigilantes of Montana, or Popular Justice in the Rocky Mountains, Kapitel 1. Montana Post Press, D. W. Tilton and Co.; Ausgabe Project Gutenberg, eBook 68146. Stand 1866, eingetragen 1865. abgerufen am 25.10.2026
  12. Nachschlagewerk Tom Rea: Right Choice, Wrong Reasons. Wyoming Women Win the Right to Vote. WyoHistory.org, Wyoming State Historical Society. Stand 08.11.2014. abgerufen am 25.10.2026
  13. Nachschlagewerk Ford County, Kansas (Kansapedia). Kansas Historical Society. Stand August 2023. abgerufen am 25.10.2026
  14. Amtliche Stelle 2024 Gazetteer Files, Places, Arizona. U.S. Census Bureau. Stand 2024. abgerufen am 27.10.2026
  15. Amtliche Stelle 2024 Gazetteer Files, Places, Kansas. U.S. Census Bureau. Stand 2024. abgerufen am 25.10.2026
  16. Amtliche Stelle 2024 Gazetteer Files, Places, New Mexico. U.S. Census Bureau. Stand 2024. abgerufen am 25.10.2026
  17. Amtliche Stelle Canadian Geographical Names Database: Dawson (KABPC). Natural Resources Canada. Stand 30.03.1981. abgerufen am 25.10.2026

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Passt dazu

  • Cowboys und AlltagSaloon

    Der Saloon war Kneipe, Spielsaal und Treffpunkt der Westernstädte.

  • Cowboys und AlltagGlücksspiel im Wilden Westen

    Faro war das Kartenspiel der Frontier, dazu kamen Monte und Poker.

  • Cowboys und AlltagAlkohol im Wilden Westen

    Whiskey war im Westen Tauschware, Kneipengetränk und Streitfall.

  • GeschichteTrails des Wilden Westens

    Auf den Trails des Wilden Westens zogen Siedler, Händler, Postreiter und Rinderherden.