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Winnetou

Kurz erklärt Winnetou ist eine erfundene Figur des Schriftstellers Karl May: ein junger Anführer der Mescalero-Apachen und Blutsbruder des Ich-Erzählers Old Shatterhand. Bekannt wurde er durch die drei Bände Winnetou der Rote Gentleman von 1893, 1910 folgte ein vierter Band. Im Kino spielte ihn Pierre Brice von 1962 bis 1968 in elf Filmen.

Canyon aus hellem Kalkstein mit einem türkisfarbenen Fluss zwischen grünen Büschen, oben am Rand ein schmaler Reitpfad im späten Nachmittagslicht
Bild: KI-generiert

Wer ist Winnetou?

Winnetou ist eine Romanfigur von Karl May. Die Karl-May-Gesellschaft nennt ihn Mays bis heute bekannteste und populärste Erzählgestalt; sein Ruhm begann 1893 mit der Trilogie Winnetou der Rote Gentleman beim Verlag Fehsenfeld in Freiburg.[1] In der Encyclopedia of the Great Plains beschreibt Meredith McClain von der Texas Tech University ihn als edlen, schönen und klugen Anführer der Mescalero-Apachen, mit dem der deutsche Westmann Old Shatterhand, der Ich-Erzähler, Blutsbrüderschaft schließt. Er sei vielleicht die beliebteste Figur der ganzen deutschen Literatur.[7]

Im ersten Band trifft der Erzähler Winnetou zusammen mit dessen Vater Intschu tschuna, den Klekih-petra als "der große Häuptling der Mescaleros" vorstellt (S. 110). Winnetou ist so alt wie der Erzähler, trägt das lange Haar zu einem Schopf gebunden und keine Feder. Das doppelläufige Gewehr seines Vaters mit silbernen Nägeln im Holz macht er später unter dem Namen Silberbüchse berühmt (S. 109 bis 110).[2] Das Wort "Häuptling" erklärt die Seite Häuptling: Bedeutung und Geschichte des Begriffs.

Gab es Winnetou wirklich?

Nein. Als Karl May die Abenteuer von Winnetou, Old Shatterhand und Old Surehand schrieb, war er laut Planet Wissen noch nie in Amerika gewesen. Personen, Geschichten und Orte entsprangen seiner Fantasie, ebenso sein Bild von den indigenen Völkern.[6] Die Encyclopedia of the Great Plains nennt Winnetou eine Figur (character) und hält fest, dass die Presse May in seinen letzten Lebensjahren auch deshalb angriff, weil er nie in den USA gewesen war, als er die berühmten Geschichten schrieb. Woher er sein Wissen hatte, ist nach McClain bis heute eine wichtige Frage; genannt werden Autoren wie Charles Sealsfield, Friedrich Gerstäcker, Balduin Möllhausen und Mayne Reid, die selbst in Amerika waren.[7]

Die Mescalero, zu denen Winnetou im Roman gehört, gibt es wirklich. Zum Mescalero Apache Tribe in New Mexico gehören heute drei Gruppen, die Mescalero, Lipan und Chiricahua; das Reservat legte Präsident Ulysses S. Grant am 29. Mai 1873 per Erlass fest. Als historische Anführer nennt der Tribe auf seiner Website Geronimo, Mangas Coloradas, Victorio, Cochise und die Kriegerin Lozen; Winnetou kommt dort nicht vor.[8] Die Geschichte der Nationen steht auf den Seiten Apachen und Die Apachenkriege 1861 bis 1886.

In welchen Büchern kommt Winnetou vor?

Die Trilogie erschien 1893 als Band VII bis IX von Carl May's gesammelten Reiseromanen; eine Übersicht aller Bände gibt die Seite Die Karl-May-Bücher in Reihenfolge. Nach der Karl-May-Gesellschaft schrieb May den ersten Band fast ganz neu und setzte die beiden anderen großenteils aus älteren Erzählungen für Zeitschriften zusammen. Der älteste Baustein ist Old Firehand von 1875, eine seiner frühesten Erzählungen. Die Kapitel 5 bis 7 des dritten Bandes, in denen Winnetou stirbt, gehen auf die Erzählung Im "wilden Westen" Nordamerikas von 1883 zurück.[1] Das Deutsche Historische Museum datiert den vierteiligen Roman auf 1893 bis 1910.[5]

Die vier Winnetou-Bände zu Mays Lebzeiten
BandErstausgabeWas geschieht
Winnetou der Rote Gentleman, 1. Band (Reiseromane VII)1893, Fehsenfeld, Freiburg[1]Das Greenhorn, später Old Shatterhand genannt, wird Winnetous Blutsbruder; Intschu tschuna und Nscho-tschi werden von dem Banditen Santer erschossen (S. 494 bis 496).[2]
Winnetou der Rote Gentleman, 2. Band (Reiseromane VIII)1893, Fehsenfeld, Freiburg[1]Kapitel aus den Erzählungen Der Scout und Im fernen Westen; das siebte Kapitel schrieb May neu, damit Santer wieder auftritt.[1]
Winnetou der Rote Gentleman, 3. Band (Reiseromane IX)1893, Fehsenfeld, Freiburg[1]Winnetou stirbt am Hancockberg (S. 470 bis 474); im achten Kapitel endet die Handlung um Santer.[1, 3]
Winnetou, 4. Band (Reiseerzählungen 33)1910, Fehsenfeld, Freiburg[4]Der alte Erzähler bekommt Briefe aus Amerika, die ihn zum Mount Winnetou rufen, und beschließt, mit seiner Frau, die er Herzle nennt, hinüberzufahren (Kapitel 1, S. 1 bis 45).[4]

1909 überarbeitete May die Trilogie für eine illustrierte Ausgabe noch einmal geringfügig. Die Fassungen, die ab 1913 im Karl-May-Verlag erschienen, sind laut Karl-May-Gesellschaft durchweg Bearbeitungen; nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Texte ganz neu bearbeitet.[1]

Wie stirbt Winnetou?

Im dritten Band will Winnetou mit Old Shatterhand und Bahnarbeitern Siedler befreien, die die Ogellallah gefangen halten. Beim Abstieg an einem Seil trifft ihn eine Kugel in die Lunge (S. 470 bis 471). Auf seinen Wunsch singen die Befreiten das Ave Maria, dann stirbt er mit einem Bekenntnis zum Christentum (S. 474). Begraben wird er am Metsur in den Gros-Ventre-Bergen, auf dem Grabhügel stehen drei Kreuze (S. 475).[3]

Im Kino starb Winnetou 1965 in Winnetou 3. Teil. Laut filmportal.de löste dieser vorläufige Leinwandtod eine Protestwelle von bis dahin unbekanntem Ausmaß aus.[13] Der Spiegel erinnerte 2007 an eine Aktion der Jugendzeitschrift Bravo mit der Forderung "Winnetou darf nicht sterben". Bald darauf holte der Produzent Horst Wendlandt den Darsteller Pierre Brice für neue Filme zurück.[22]

Welche Klischees prägte Winnetou?

Mays Apachen sind Romanfiguren. Planet Wissen beschreibt zwei Seiten von Mays Bild: Feinde der Helden erscheinen als grausame Barbaren, positive Figuren wie Winnetou stehen in der Tradition des "edlen Wilden", der nach der Theorie des französischen Aufklärers Rousseau noch im Naturzustand der Menschheit lebt.[6] Die Karl-May-Vereinigung schreibt, May habe in seinen Reiseerzählungen Partei für die unterdrückten indigenen Völker ergriffen; in Winnetou, dem "roten Gentleman", sieht auch sie den "edlen Wilden" der europäischen Abenteuerliteratur.[9] Warum viele das Wort "Indianer" heute kritisch sehen, erklärt die Seite Darf man "Indianer" sagen?

Die Blutsbrüderschaft

Im ersten Band schließen Winnetou und Old Shatterhand die Blutsbrüderschaft am Sarg von Klekih-petra, dem weißen Lehrer der Apachen. Intschu tschuna ritzt beiden den Vorderarm, das Blut tropft in Schalen mit Wasser aus dem Rio Pecos, und jeder trinkt das Blut des anderen (S. 416 bis 417). May schreibt dazu, der Brauch komme bei vielen Völkern vor, und betont, die Handlung habe nur eine symbolische Bedeutung gehabt (S. 416 bis 418).[2]

Die Seele lebt im Blute. Die Seelen dieser beiden jungen Krieger mögen ineinander übergehen, daß sie eine einzige Seele bilden.

Intschu tschuna bei der Blutsbrüderschaft im Roman, Carl May: Winnetou der Rote Gentleman, 1. Band, Freiburg 1893, S. 417[2]

Laut dem Informationsblatt der Karl-May-Vereinigung entsprang die Blutsbrüderschaft Mays Fantasie und war bei den indigenen Völkern Nordamerikas nie bekannt.[9] Arndt Neumann zählt in einer Quellensammlung der FernUniversität in Hagen die Blutsbrüderschaft von Winnetou und Old Shatterhand zu den vielfach wiederholten kolonialen Fantasien der deutschen Populärkultur. In den Filmen der 1960er Jahre, in denen der Amerikaner Lex Barker und der Franzose Pierre Brice die Blutsbrüder spielten, sieht er zugleich eine symbolische Annäherung der Bundesrepublik an die westlichen Nachbarländer.[10]

"Howgh", "Uff" und Manitou

Mays Apachen beenden ihre Reden mit "Howgh!" (S. 112 und 124) und rufen vor Staunen "Uff!" (S. 116). Aus welcher Sprache "Howgh" stammen soll, gibt May nicht an; er erklärt das Wort im Anschluss an eine Rede Intschu tschunas selbst.[2]

Howgh ist ein indianisches Bekräftigungswort und heißt so viel wie Amen, basta, dabei bleibt's, so geschieht's und nicht anders!

Karl May im Anschluss an die Rede Intschu tschunas, Carl May: Winnetou der Rote Gentleman, 1. Band, Freiburg 1893, S. 124[2]

Über Religion spricht Winnetou im ersten Band mit dem Erzähler. Er stellt Christen, die nicht nach ihrem Glauben handeln, "unsern großen Manitou" gegenüber, "welcher will, daß alle Menschen gut seien" (S. 425).[2] Am Ende des dritten Bandes bekennt er sich zum Christentum (S. 474).[3] Was das Wort Manitu in den Algonkin-Sprachen bedeutet und warum es kein Gott aller indigenen Völker ist, erklärt die Seite Manitu: Bedeutung und Herkunft.

Nach Ralf Junkerjürgen weicht der Film Old Shatterhand von 1964 in zentralen Punkten von den anderen Filmen und von Mays Reiseerzählungen ab. Winnetou sei dort kein "roter Gentleman" mehr, sondern ein "aggressiver Wilder", den man in diesem Film das erste und einzige Mal in Kriegsbemalung sehe.[11]

Mehrere kleine Wasserfälle stürzen über moosbewachsene Kalksinterstufen in klare türkisfarbene Becken, ringsum dichter grüner Wald
Kleine Wasserfälle über Kalksinterstufen in einer grünen Karstlandschaft Bild: KI-generiert

Wie viele Winnetou-Filme gibt es?

Mit Pierre Brice als Winnetou entstanden von 1962 bis 1968 elf Kinofilme, meist mit Lex Barker als Old Shatterhand.[12] Den Anfang machte 1962 Der Schatz im Silbersee der Berliner Rialto, die bis 1966 insgesamt neun Karl-May-Filme herausbrachte. Mit Artur Brauners CCC stritt ihr Produzent Horst Wendlandt laut filmportal.de teils vor Gericht um Urheber- und Exklusivrechte.[14] Die CCC produzierte Old Shatterhand (1964) und Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten (1968).[15, 16] Bei Old Shatterhand nennt filmportal.de 1963/1964 als Produktionsjahre; die Uraufführung war am 30. April 1964.[15]

Die elf Kinofilme mit Pierre Brice als Winnetou (Jahr laut filmportal.de)
FilmJahrProduktion
Der Schatz im Silbersee1962Rialto[14]
Winnetou 1. Teil1963Rialto[14]
Old Shatterhand1964CCC[15]
Winnetou 2. Teil1964Rialto[14]
Unter Geiern1964Rialto[14]
Der Ölprinz1965Rialto[14]
Winnetou 3. Teil1965Rialto[14]
Old Surehand 1. Teil1965Rialto[14]
"Winnetou und das Halbblut Apanatschi"1966Rialto[14]
Winnetou und sein Freund Old Firehand1966Rialto[14]
Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten1968CCC[16]

Junkerjürgen teilt die Filme in zwei Gruppen. Der Schatz im Silbersee, die drei Winnetou-Filme und die drei Filme mit Old Surehand wurden durch erfolgreiche Fernsehausstrahlungen in den 1970er und 1980er Jahren zur Hauptreihe. Bei Old Shatterhand, Apanatschi, Old Firehand und Tal der Toten war die Auswertung im Fernsehen aus unterschiedlichen Gründen eingeschränkt.[11] Nach Apanatschi und Old Firehand, die an der Kasse eher mäßig abschnitten, verzichtete Wendlandt auf weitere Karl-May-Filme.[14] Später spielte Brice den Winnetou noch in der Fernsehserie Mein Freund Winnetou, die filmportal.de auf 1979 und die Neue Deutsche Biographie auf 1980 datiert, und in dem ZDF-Zweiteiler Winnetous Rückkehr, gesendet am 3. Januar 1998.[12, 13, 17] Alle Filme nach Karl May verzeichnet die Seite Die Karl-May-Filme in Reihenfolge; einen Film von 2022 über den jungen Winnetou stellt die Seite Der junge Häuptling Winnetou (2022) vor.

Wo wird Winnetou auf der Bühne gespielt?

Auf der Felsenbühne Rathen in der Sächsischen Schweiz begannen am 29. Juni 1938 Karl-May-Festspiele mit "Schatz im Silbersee", 1939 folgte die erste Aufführung von "Winnetou". Von 1984 bis 2019 stand dort laut Landesbühnen Sachsen jedes Jahr ein Karl-May-Stück auf dem Spielplan.[19]

In Bad Segeberg hatten am 16. August 1952 die ersten "Winnetou-Festspiele" am Kalkberg Premiere. Winnetou spielte Hans-Jürgen Stumpf, und zu den 15 Vorstellungen kamen laut Veranstalter fast 100.000 Besucher. Sein Kostüm sah noch anders aus als heute, mit einer hoch aufragenden Adlerfeder; erst nach dem Start der Kinofilme wurde es dem Filmvorbild Pierre Brice angepasst.[18] Im Roman trägt Winnetou dagegen keine Feder im Haar (S. 110).[2]

Im sauerländischen Elspe lief 1958 mit "Winnetou" das erste Stück nach Karl May, seit 1964 spielt die Bühne nur noch Karl May.[20] Pierre Brice spielte den Winnetou von 1976 bis 1986 in Elspe und von 1988 bis 1991 in Bad Segeberg.[12] Nach der Neuen Deutschen Biographie kamen in Elspe in dieser Zeit in der Spitze über 400.000 Zuschauer je Saison.[12]

Hohe Sandsteinfelsen über einem Kiefernwald am Rand eines Tals im Abendlicht
Sandsteinfelsen über einem Kiefernwald im Abendlicht Bild: KI-generiert

Warum wurde 2022 über Winnetou gestritten?

Mitte August 2022 kündigte der Verlag Ravensburger an, die Auslieferung von zwei Winnetou-Titeln zu stoppen; SRF nennt dabei das Buch Der junge Häuptling Winnetou. Ein Sprecher sagte laut SRF, angesichts der Unterdrückung der indigenen Bevölkerung werde in diesen Titeln ein "romantisierendes Bild mit vielen Klischees" gezeichnet. Hunderte Nutzer warfen der Firma Zensur vor, andere unterstützten die Entscheidung.[21] Die Positionen der Debatte stellt die Seite Die Winnetou-Debatte 2022 vor.

Zeitleiste: Winnetou in Buch, Film und Bühne

Zeitleiste: Winnetou in Buch, Film und Bühne
  1. 1875Karl May veröffentlicht Old Firehand, eine seiner frühesten Erzählungen; sie geht später in den zweiten Winnetou-Band ein.[1]
  2. 1893Die drei Bände Winnetou der Rote Gentleman erscheinen bei Fehsenfeld in Freiburg.[1]
  3. 1909May überarbeitet die Trilogie für eine illustrierte Ausgabe noch einmal geringfügig.[1]
  4. 1910Der vierte Band Winnetou erscheint bei Fehsenfeld als Band 33 der Reiseerzählungen.[4]
  5. 29.06.1938Auf der Felsenbühne Rathen beginnen Karl-May-Festspiele mit Schatz im Silbersee; 1939 folgt die erste Aufführung von Winnetou.[19]
  6. 16.08.1952In Bad Segeberg haben die ersten Winnetou-Festspiele Premiere, mit Hans-Jürgen Stumpf als Winnetou.[18] Karl-May-Spiele Bad Segeberg
  7. 1958In Elspe läuft mit Winnetou das erste Stück nach Karl May.[20] Elspe Festival
  8. 1962Pierre Brice spielt Winnetou zum ersten Mal, in Der Schatz im Silbersee.[13] Der Schatz im Silbersee
  9. 1965Winnetou stirbt im Film Winnetou 3. Teil; laut filmportal.de folgt eine Protestwelle.[13] Winnetou 3. Teil
  10. 1968Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten ist der letzte von elf Kinofilmen mit Brice als Winnetou.[12, 16] Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten
  11. 1976Pierre Brice spielt Winnetou in Elspe, bis 1986.[12] Elspe Festival
  12. 1988Pierre Brice spielt Winnetou in Bad Segeberg, bis 1991.[12] Karl-May-Spiele Bad Segeberg
  13. 03.01.1998Das ZDF sendet Winnetous Rückkehr mit Pierre Brice.[17]
  14. August 2022Ravensburger kündigt an, die Auslieferung von zwei Winnetou-Titeln zu stoppen.[21]

Mehr zu Karl May und Winnetou

Häufige Fragen

Gab es Winnetou wirklich?

Nein. Winnetou ist eine Figur aus den Romanen von Karl May. Als May seine Amerika-Romane schrieb, war er laut Planet Wissen nie in Amerika gewesen, und die Personen entsprangen seiner Fantasie. Unter den historischen Anführern, die der Mescalero Apache Tribe auf seiner Website nennt, kommt Winnetou nicht vor.

Wer hat Winnetou geschrieben?

Der sächsische Schriftsteller Karl May (1842 bis 1912). Die Trilogie Winnetou der Rote Gentleman erschien 1893 beim Verlag Fehsenfeld in Freiburg, der vierte Band 1910. Mehr steht auf der Seite Karl May.

Welchen Gott hat Winnetou?

Im ersten Band spricht Winnetou vom "großen Manitou", der wolle, dass alle Menschen gut seien. Im dritten Band stirbt er mit den Worten, er glaube an den Heiland und sei ein Christ. Was das Wort Manitu in den Algonkin-Sprachen bedeutet, erklärt die Seite Manitu.

Wie viele Winnetou-Filme gibt es mit Pierre Brice?

Elf Kinofilme von 1962 bis 1968, von Der Schatz im Silbersee bis Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten. Neun davon produzierte die Rialto, Old Shatterhand und Tal der Toten entstanden bei der CCC. Dazu kommen die Fernsehserie Mein Freund Winnetou und der Zweiteiler Winnetous Rückkehr von 1998.

Wie stirbt Winnetou?

Im dritten Band von 1893 fallen bei einer Befreiungsaktion am Hancockberg Schüsse aus einer Felsspalte, eine Kugel dringt Winnetou in die Lunge, und er stirbt in den Armen Old Shatterhands. Im Film Winnetou 3. Teil von 1965 wirft er sich in die Schussbahn, als der Bandit Rollins auf Old Shatterhand zielt.

Was bedeutet Howgh?

Bei Karl May beendet "Howgh!" eine Rede. Im ersten Band erklärt May es im Anschluss an eine Rede Intschu tschunas als Bekräftigungswort, das so viel heiße wie Amen oder basta. Einen Beleg aus einer Sprache der Apachen gibt May dafür nicht.

War die Blutsbrüderschaft ein Brauch der Apachen?

Nein. Laut einem Informationsblatt der Karl-May-Vereinigung entsprang die Blutsbrüderschaft Mays Fantasie und war bei den indigenen Völkern Nordamerikas nie bekannt. May selbst schreibt im Roman nur allgemein, der Brauch komme bei vielen Völkern vor.

Wer spielte Winnetou?

Im Kino spielte ihn der Franzose Pierre Brice von 1962 bis 1968 in elf Filmen, auf der Bühne von 1976 bis 1986 in Elspe und von 1988 bis 1991 in Bad Segeberg. Der erste Winnetou am Kalkberg in Bad Segeberg war 1952 Hans-Jürgen Stumpf.

Quellen

  1. Archiv Karl May: Winnetou I bis III, Textausgaben mit Angaben zur Textgeschichte. Karl-May-Gesellschaft. Stand 03.04.2013. abgerufen am 26.10.2026
  2. Museum Karl May 1842 bis 1912 (Susanne Eckelmann). Deutsches Historisches Museum, LeMO Lebendiges Museum Online. Stand 14.09.2014. abgerufen am 26.10.2026
  3. Presse Swen Gummich: Karl May und sein Klischee vom Indianer. Planet Wissen, WDR. Stand Erstveröffentlichung 2007, letzte Aktualisierung 11.08.2020. abgerufen am 26.10.2026
  4. Nachschlagewerk Meredith McClain: May, Karl (1842 bis 1912), Encyclopedia of the Great Plains. University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 26.10.2026
  5. Tribal Nation Our Culture. Mescalero Apache Tribe. Stand 01.03.2023. abgerufen am 26.10.2026
  6. Indianer? Ein Informationsblatt zu aktuellen Diskursen. Karl-May-Vereinigung in Zusammenarbeit mit der Karl-May-Stiftung Radebeul (Datei auf karl-may-vereinigung.de). Stand 16.05.2023 (Dateiname). abgerufen am 26.10.2026
  7. Fachaufsatz Elspe (Arndt Neumann), Koloniale Spuren in Westfalen-Lippe: Eine digitale Quellensammlung für die Kultur- und Bildungsarbeit. FernUniversität in Hagen, Lehrgebiet Geschichte. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  8. Nachschlagewerk Brice, Pierre (Michael Petzel), NDB-online. Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Deutsche Biographie. Stand 01.01.2026. abgerufen am 26.10.2026
  9. Filmdatenbank Pierre Brice, Biografie. filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  10. Filmdatenbank Horst Wendlandt, Biografie. filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  11. Filmdatenbank Old Shatterhand, Filmdatenbank. filmportal.de, Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  12. Filmdatenbank Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten (1968). filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  13. Filmdatenbank Winnetous Rückkehr (1997), Filmdatenbank. filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  14. Wie alles begann (Angaben des Veranstalters über sich selbst). Kalkberg GmbH Bad Segeberg, Karl-May-Spiele. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  15. Felsenbühne Rathen, mit Historie der Felsenbühne Rathen (Angaben des Betreibers über sich selbst). Landesbühnen Sachsen GmbH. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  16. Presse Ravensburg stoppt Buchverkauf: Winnetou und die Debatte um kulturelle Aneignung. SRF Schweizer Radio und Fernsehen. Stand 24.08.2022. abgerufen am 26.10.2026
  17. Presse Peter Luley: Pierre Brice. Der Mann, der Winnetou war. Der Spiegel. Stand 26.12.2007. abgerufen am 26.10.2026

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