Orte und NaturOrt
Elspe Festival
Kurz erklärt Das Elspe Festival ist ein Show- und Festivalpark in Elspe, einem Ortsteil von Lennestadt im Sauerland. Auf der Naturbühne laufen seit 1958 Stücke nach Karl May, von 1976 bis 1986 mit Pierre Brice als Winnetou. 2027 zeigen die Karl-May-Festspiele laut Betreiber vom 26. Juni bis 12. September "Der Ölprinz".

Geschichte des Elspe Festivals
Elspe und die Naturbühne
Elspe gehört zur Stadt Lennestadt im Kreis Olpe, die seit dem 1. Juli 1969 besteht und rund 25.500 Einwohner hat. Erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahr 1000 in einer Urkunde Kaiser Ottos III.; die Stadt nennt Elspe den ältesten Ort im Kreis Olpe.[4] Die Freilichtbühne entstand laut Betreiber nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Elsper Theaterverein. Die 1950 gegründete Naturbühne Elspe e.V. spielte zuerst Volksstücke wie Wilhelm Tell und die Nibelungen, vor rund 8.000 Zuschauern je Saison.[1]
1958: Karl May kommt nach Elspe
1958 lief mit "Winnetou" zum ersten Mal ein Stück nach Karl May, und die Zahl der Zuschauer verdoppelte sich laut Betreiber auf rund 19.000. Seit 1964, dem Jahr von "Hadschi Halef Omar", steht laut Betreiber ausschließlich Karl May auf dem Programm der Bühne.[1] Im November 1974 wurde der Verein in die Western Country GmbH umgewandelt, Geschäftsführer wurde Jochen Bludau; im selben Jahr kamen erstmals mehr als 100.000 Zuschauer.[1] Bludau stammte aus Elspe, stand als Laiendarsteller selbst auf der Bühne und lebte von 1941 bis 2023.[3]
1975 kamen fast 150.000 Besucher. In diesem Jahr entstanden ein Saloon und die Western-Eisenbahn, die bis heute fährt. Danach wuchsen die Tribünen laut Betreiber von 2.000 auf 4.400 Sitzplätze.[1] Von 1974 bis 1994 gastierte das Ensemble jedes Jahr auf der Freilichtbühne am Blauen See in Ratingen, von 1978 bis 1980 und 1983 in der Stadthalle Wien.[1]
Die Jahre mit Pierre Brice, 1976 bis 1986
1976 gewann Jochen Bludau Pierre Brice, der von 1962 bis 1968 in den Karl-May-Filmen den Winnetou gespielt hatte, für die Rolle auf der Freilichtbühne.[2] Sein erstes Stück in Elspe war "Der Ölprinz", sein letztes 1986 "Winnetou 3". Die Rollenliste der Neuen Deutschen Biographie nennt für die Jahre bis 1986 zehn Rollen, für 1981 keine.[2] Laut NDB führte Brice die Festspiele zu Besucherrekorden mit in der Spitze über 400.000 Zuschauern je Saison; der Betreiber nennt dieselbe Zahl.[2, 1] Für den Sommer 1982 mit "Der Schatz im Silbersee" gibt die FernUniversität Hagen mehr als 350.000 Zuschauer an. Old Shatterhand war in diesem Jahr Jochen Bludau.[3] Weil auf der Bühne nichts nachsynchronisiert werden konnte, war der französische Akzent von Brice deutlich zu hören.[3]
1978 bekamen alle Sitzplätze ein Dach. Die Konstruktion ist laut Betreiber dem Olympiastadion in München nachempfunden und kommt ohne Pfeiler aus, die die Sicht versperren.[1] Nach 1986 wechselte Brice an den Kalkberg: Von 1988 bis 1991 spielte er den Winnetou bei den Karl-May-Spielen Bad Segeberg.[2]

Vom Festspielort zum Elspe Festival
1989 bekamen die Karl-May-Festspiele ein Rahmenprogramm aus Musik- und Akrobatikshows, und das ganze Angebot hieß von da an Elspe Festival.[1] 1994 wurde die Elspe-Festival-Halle eingeweiht, die laut Betreiber 7 Millionen DM kostete. Dorthin zogen die Vorprogramme um, und Dinnershows kamen als neues Angebot dazu.[1] Daneben fanden in den 1990er-Jahren Open-Air-Konzerte auf der großen Freilichtbühne statt, unter anderem mit Udo Jürgens, Jethro Tull und BAP.[1] Heute kommen laut der undatierten Unternehmensseite des Betreibers 180.000 bis 200.000 Zuschauer im Jahr. Mit den Festspielen selbst erzielt er nur noch knapp die Hälfte seines Umsatzes.[1] Wie viele Besucher insgesamt kamen, gibt der Betreiber uneinheitlich an: im Geschichtsteil der Unternehmensseite über 12 Millionen, im Kopf derselben Seite mehr als 15 Millionen und auf der Startseite 15 Millionen in 60 Jahren.[1, 7]
Bekannte Ereignisse und Personen
Die taz nannte die Festspiele in Elspe 2023 die zweitgrößten Karl-May-Spiele.[10] Jochen Bludau war ab 1974 Geschäftsführer und spielte 1982 den Old Shatterhand.[1, 3] 1982 führten die Festspiele laut Betreiber ein computergestütztes Reservierungssystem ein, das später auch Konzertveranstalter und Bundesligavereine übernahmen.[1] Heute betreibt die Elspe Festival GmbH mit Sitz in Lennestadt das Gelände.[9]
Zeitleiste
- 1000Elspe wird in einer Urkunde Kaiser Ottos III. erstmals erwähnt.[4]
- 1950Gründung der Naturbühne Elspe e.V., die zuerst Volksstücke wie Wilhelm Tell spielt.[1]
- 1958Mit "Winnetou" steht zum ersten Mal ein Stück nach Karl May auf dem Spielplan.[1]
- 1964Seit diesem Jahr steht laut Betreiber ausschließlich Karl May auf dem Programm der Bühne.[1]
- November 1974Der Verein wird in die Western Country GmbH umgewandelt; Geschäftsführer wird Jochen Bludau.[1]
- 1976Pierre Brice spielt zum ersten Mal den Winnetou in Elspe, in "Der Ölprinz".[2, 1] Pierre Brice
- 1978Alle Sitzplätze vor der Naturbühne bekommen ein Dach.[1]
- 1982Pierre Brice spielt den Winnetou in "Der Schatz im Silbersee"; laut FernUniversität Hagen kommen in diesem Sommer mehr als 350.000 Menschen.[2, 3]
- 1986Pierre Brice steht mit "Winnetou 3" zum letzten Mal auf der Bühne in Elspe.[2] Pierre Brice
- 1989Die Karl-May-Festspiele bekommen ein Rahmenprogramm, das Gesamtangebot heißt von nun an Elspe Festival.[1]
- 22. März 1993Beginn der Dreharbeiten zu "Texas: Doc Snyder hält die Welt in Atem" in Elspe.[11]
- 1994Die Elspe-Festival-Halle wird eingeweiht.[1]
- 27. Juni 2026Beginn der Karl-May-Festspiele 2026 mit "Winnetou I"; sie laufen bis 13. September.[5]
Was ist heute in Elspe zu sehen?
Die Festspiele 2026 und 2027
2026 liefen die Karl-May-Festspiele vom 27. Juni bis 13. September mit "Winnetou I", Untertitel "Häuptling der Apachen". Das Stück spielt in New Mexico zur Zeit des Eisenbahnbaus und erzählt, wie Winnetou und Old Shatterhand Freunde werden. Der Betreiber nannte 60 Darsteller und über 40 Pferde auf der 100 Meter breiten Naturbühne; eine Vorstellung dauerte mit Pause etwa 165 Minuten.[5] Vorher liefen eine Stuntshow, eine Reitershow und eine Musikshow als Rahmenprogramm.[5]
Für 2027 hat der Betreiber "Der Ölprinz" mit dem Untertitel "Schwarzes Gold in den Navajo Mountains" angekündigt, vom 26. Juni bis 12. September 2027. Die Geschichte beginnt 1874 in Arizona mit dem Überfall auf eine Ranch. Dahinter steht ein Geschäftsmann, der mit einem Betrug um Öl Siedler täuschen und die Navajo gegeneinander aufbringen will (Stand: Oktober 2026).[6] Die Navajo auf der Bühne sind Figuren nach Karl May; Geschichte und Gegenwart der Nation beschreibt die Seite Navajo (Diné).
Gelände und Besuch
Das Gelände an der Adresse Zur Naturbühne 1 hat neben der Naturbühne und ihrem Zuschauerraum eine Rodeoarena, einen Western Saloon, einen Bahnhof der Western-Eisenbahn und die Elspe-Festival-Halle.[14, 9] Die Zuschauerbereiche sind überdacht, und Vorstellungen fallen laut Betreiber wegen des Wetters nicht aus.[8] Neben den Festspielen im Sommer zeigt der Betreiber im Winter eine Dinnershow, 2026 vom 20. November bis 20. Dezember mit dem Titel "Das Gold der Weihnacht", dazu Konzerte im Lauf des Jahres (Stand: Oktober 2026).[7] Mit dem Zug geht es bis Lennestadt-Grevenbrück; der Bahnhof liegt laut Betreiber 2,5 Kilometer vom Gelände entfernt, die letzten 1.000 Meter steigen steil an.[13] Spieltage und Öffnungszeiten nennt die Seite des Elspe Festivals.

Karl May in Elspe und die Debatte
Arndt Neumann von der FernUniversität Hagen ordnet die "Blutsbrüderschaft" zwischen Winnetou und Old Shatterhand, wie sie 1982 auch in Elspe auf der Bühne zu sehen war, als eine der vielfach wiederholten kolonialen Fantasien der deutschen Populärkultur ein. In den Karl-May-Filmen der 1960er-Jahre sieht er zugleich eine symbolische Annäherung an die westlichen Nachbarländer nach dem Zweiten Weltkrieg; in Elspe verbrüderten sich auf der Bühne immer auch ein französischer und ein deutscher Schauspieler.[3] Als die taz 2023 die Karl-May-Bühnen fragte, ob sie ihre Inszenierungen ändern, gaben die Veranstalter in Elspe laut taz keine Stellungnahme ab.[10] Die Positionen der Debatte stellen die Seiten Die Winnetou-Debatte 2022 und Darf man "Indianer" sagen? dar.
Karte
Elspe liegt im Sauerland; die Koordinaten stammen aus dem Ortsregister der Deutschen Biographie.[2] Mit dem Auto führt der Weg laut Betreiber über die Autobahn A45, Ausfahrt Olpe, und die B55 Richtung Lennestadt.[13]
- 1Elspe Festival (Elspe (Sauerland)) 51,15° N, 8,05° O[2]
- 2Karl-May-Spiele Bad Segeberg (Bad Segeberg (Schleswig-Holstein)) 53,94° N, 10,30° O[2]
- 3Felsenbühne Rathen (Kurort Rathen (geografischer Mittelpunkt der Gemeinde laut Destatis)) 50,96° N, 14,08° O[15]
- 4Karl-May-Museum Radebeul 51,10° N, 13,67° O[16]
- 5Pullman City (Pullman City, Eging am See (Niederbayern)) 48,70° N, 13,26° O[17]
Elspe im Film
Elspe war mehrmals Drehort für Kinofilme. 1982 entstanden laut Betreiber in Elspe wesentliche Teile des Spielfilms "Ein dicker Hund".[1] Das Filmportal nennt Franz Marischka als Regisseur, die Lisa Film als Produktionsfirma, Willy Millowitsch, Gunther Philipp und Thomas Ohrner als Besetzung und den 17. Dezember 1982 als Tag der Uraufführung.[12] Vom 22. März bis 26. April 1993 wurde in Elspe "Texas: Doc Snyder hält die Welt in Atem" mit Helge Schneider gedreht, Regie führten Ralf Huettner und Helge Schneider, die Gesamtleitung hatte Jochen Bludau.[11] Laut Betreiber führten Darsteller aus Elspe alle Stunts aus.[1]
Die Kinofilme nach Karl May mit Pierre Brice verzeichnet die Seite Die Karl-May-Filme in Reihenfolge.
Häufige Fragen
Wo liegt das Elspe Festival?
In Elspe, einem Ortsteil der Stadt Lennestadt im Kreis Olpe im Sauerland. Für die Anreise mit der Bahn nennt der Betreiber den Bahnhof Lennestadt-Grevenbrück, 2,5 Kilometer vom Gelände entfernt.
Welches Stück spielen die Karl-May-Festspiele Elspe 2027?
Laut Betreiber läuft vom 26. Juni bis 12. September 2027 "Der Ölprinz" mit dem Untertitel "Schwarzes Gold in den Navajo Mountains". Die Geschichte beginnt 1874 in Arizona mit dem Überfall auf eine Ranch (Stand: Oktober 2026).
Was lief 2026 in Elspe?
Vom 27. Juni bis 13. September 2026 spielten die Karl-May-Festspiele "Winnetou I" mit dem Untertitel "Häuptling der Apachen". Der Betreiber nannte 60 Darsteller und über 40 Pferde auf der 100 Meter breiten Naturbühne.
Ist die Tribüne in Elspe überdacht?
Ja. Seit 1978 sind laut Betreiber alle Sitzplätze vor der Naturbühne überdacht, das Dach ist dem Münchner Olympiastadion nachempfunden. Wegen des Wetters fallen Vorstellungen laut Betreiber nicht aus.
Wann spielte Pierre Brice in Elspe den Winnetou?
Von 1976 bis 1986. Die Neue Deutsche Biographie nennt für diese Zeit zehn Rollen, für 1981 keine. Danach spielte Brice den Winnetou von 1988 bis 1991 in Bad Segeberg.
Seit wann gibt es Karl May in Elspe?
Laut Betreiber stand 1958 mit "Winnetou" zum ersten Mal ein Stück nach Karl May auf dem Spielplan der Naturbühne Elspe. Seit 1964 spielt die Bühne nur noch Karl May.
Was gibt es in Elspe außer den Karl-May-Festspielen?
An Festspieltagen gibt es ein Rahmenprogramm mit Stunt-, Reiter- und Musikshows. Im Winter zeigt der Betreiber eine Dinnershow, übers Jahr kommen Konzerte dazu; vom 20. November bis 20. Dezember 2026 läuft die Dinnershow "Das Gold der Weihnacht" (Stand: Oktober 2026).
Quellen
- Karl May in Elspe: Seit über 60 Jahren, Unsere Geschichte (Angaben des Betreibers über sich selbst). Elspe Festival GmbH. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Nachschlagewerk Brice, Pierre (Michael Petzel), NDB-online. Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Deutsche Biographie. Stand 01.01.2026. abgerufen am 24.10.2026
- Fachaufsatz Elspe (Arndt Neumann), Koloniale Spuren in Westfalen-Lippe: Eine digitale Quellensammlung für die Kultur- und Bildungsarbeit. FernUniversität in Hagen, Lehrgebiet Geschichte. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Geschichte: Ein Überblick. Stadt Lennestadt. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Karl-May-Festspiele 2026: Winnetou I, Häuptling der Apachen (Angaben des Betreibers über sich selbst). Elspe Festival GmbH. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Karl-May-Festspiele 2027: Der Ölprinz, Schwarzes Gold in den Navajo Mountains (Angaben des Betreibers über sich selbst). Elspe Festival GmbH. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Elspe Festival, Startseite (Angaben des Betreibers über sich selbst). Elspe Festival GmbH. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Hilfe: Fragen und Antworten (Angaben des Betreibers über sich selbst). Elspe Festival GmbH. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Impressum. Elspe Festival GmbH. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Presse Vom Umgang mit Karl Mays Erzählungen: Die Deutschen und ihr Winnetou (Sabine Seifert). taz. Stand 06.08.2023. abgerufen am 24.10.2026
- Filmdatenbank Texas: Doc Snyder hält die Welt in Atem (1993). filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Filmdatenbank Ein dicker Hund (1982). filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Anfahrt (Angaben des Betreibers über sich selbst). Elspe Festival GmbH. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Geländeplan (Angaben des Betreibers über sich selbst). Elspe Festival GmbH. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
- Amtliche Stelle Gemeindeverzeichnis: Gemeinden in Deutschland nach Fläche, Bevölkerung und Postleitzahl am 31.12.2024 (Auszug GV, Tabelle Onlineprodukt_Gemeinden31122024). Statistisches Bundesamt (Destatis). Stand 31.12.2024. abgerufen am 27.10.2026
- Erleben Sie den Wilden Westen: Freizeitpark Pullman City, Startseite (Angaben des Betreibers über sich selbst). PC Westernstadt GmbH & Co. KG, Pullman City. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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