WesternPerson
Lex Barker
Kurz erklärt Lex Barker (1919 bis 1973) war ein amerikanischer Schauspieler. Nach fünf Tarzan-Filmen in Hollywood ging er nach Europa und spielte von 1962 bis 1968 in sieben Karl-May-Filmen Old Shatterhand, an der Seite von Pierre Brice als Winnetou. Er starb am 11. Mai 1973 in New York an einem Herzinfarkt.

Wer war Lex Barker?
Lex Barker war ein amerikanischer Schauspieler, der vielen Filmfreunden vor allem als Old Shatterhand in Erinnerung ist.[1, 3] Er kam am 8. Mai 1919 als Alexander Crichlow Barker Jr. zur Welt.[1, 2] In Hollywood spielte er von 1949 bis 1953 in fünf Filmen Tarzan. Von 1962 an stand er siebenmal als Old Shatterhand in Karl-May-Filmen vor der Kamera, an der Seite von Pierre Brice als Winnetou.[1, 4] Er starb am 11. Mai 1973 in New York.[1, 2]
Herkunft und erste Bühnenrollen
Barker stammte aus einer wohlhabenden und traditionsreichen Familie und besuchte Privatschulen in New York und Boston. Ein Architekturstudium an der Princeton University brach er nach filmportal.de wegen schlechter Leistungen in Mathematik ab.[1] Mit 19 Jahren versuchte er es auf New Yorker Bühnen und bekam eine Nebenrolle in "The Five Kings", inszeniert von Orson Welles. 1939 entdeckte ihn ein Talentsucher der 20th Century Fox, angestellt wurde er aber nicht, weil er noch minderjährig war.[1] Danach arbeitete er eine Zeit lang im Bauunternehmen der Familie, bis er sich 1941 freiwillig zum Militärdienst meldete. 1945 verließ er die Armee als hoch dekorierter Major.[1] Laut ČT24, dem Nachrichtenkanal des tschechischen Fernsehens, war er bei den Kämpfen auf Sizilien zweimal verwundet worden.[3]
Wo genau er geboren wurde, geben die Quellen verschieden an. Im Kopf der Personenseite von filmportal.de und in der Gemeinsamen Normdatei (GND) der Deutschen Nationalbibliothek steht Rye im Bundesstaat New York, im Biografietext von filmportal.de, deutsch wie englisch, dagegen Le Ray im Staat New York.[1, 2] Die Normdatei der Library of Congress führt ebenfalls Rye, nennt als Beleg aber die Internet Movie Database und bestätigt die Angabe deshalb nicht unabhängig.[14]
Lex Barker als Tarzan
Nach dem Krieg bekam Barker bei Fox eine Nebenrolle in "Dollface" (1946), 1947 spielte er in Edward Dmytryks "Crossfire" (deutsch "Im Kreuzfeuer").[1] 1949 folgte seine erste und in den USA einzige große Rolle: Als Nachfolger von Johnny Weissmuller spielte er bis 1953 in fünf Filmen Tarzan, den ersten 1949 in "Tarzan's Magic Fountain".[1] ČT24 zählt ihn als zehnten Tarzan der Filmgeschichte.[3] Danach erhielt der 1,90 Meter große Barker weitere Rollen in Western und Krimis, wurde aber nach filmportal.de in den USA das Bild des Dschungelhelden nicht los.[1]
1957 kam "The Deerslayer" von Kurt Neumann heraus, gedreht nach dem Roman von James Fenimore Cooper aus dem Jahr 1841. Barker spielt den Titelhelden und Carlos Rivas dessen Gefährten Chingachgook; in den amerikanischen Kinos lief der Film ab dem 3. Oktober 1957.[11] Nach Coopers Roman, bei der DEFA-Stiftung unter dem Titel "Wildtöter" geführt, drehte die DEFA 1967 den Film Chingachgook, die große Schlange mit Gojko Mitić in der Titelrolle.[12]
Wie kam Lex Barker nach Deutschland?
1959 ging der inzwischen 40-Jährige nach Italien. Dort spielte er in billig produzierten Abenteuerfilmen und machte sich im Mantel-und-Degen-Film einen Namen, etwa mit den Hauptrollen in "Il figlio del corsaro rosso" (deutsch "Die Vergeltung des roten Korsaren", 1959) und "Robin Hood e i pirati" (1960).[1] Federico Fellini besetzte ihn in "La dolce vita" als eifersüchtigen Ehemann des Filmstars Sylvia, die Anita Ekberg spielte.[1]
1961 lernte Barker in Rom den Produzenten Artur Brauner kennen. Brauner gab ihm die Rolle eines FBI-Agenten in "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (1961) unter der Regie von Harald Reinl; in den folgenden sieben Jahren spielte Barker in acht Filmen von Reinl.[1] Bekannt wurde er im deutschsprachigen Raum zuerst durch "Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse" und "Frauenarzt Dr. Sibelius", beide von 1962.[1] Deutsch sprach er nur bruchstückhaft, in seinen Filmen synchronisierte ihn meist Gert Günther Hoffmann. Italienisch und Spanisch sprach er laut filmportal.de fließend, wenn auch mit starkem Akzent.[1]

Wer hat Old Shatterhand gespielt?
In den Karl-May-Filmen der 1960er Jahre spielte Lex Barker den Westmann Old Shatterhand aus den Romanen von Karl May. Den Anfang machte Der Schatz im Silbersee, uraufgeführt am 12. Dezember 1962 im Universum in Stuttgart, mit Pierre Brice als Winnetou; filmportal.de nennt ihn den ersten der überaus erfolgreichen Karl-May-Filme der 1960er Jahre.[4] Als Old Shatterhand stand Barker insgesamt siebenmal vor der Kamera.[1] Weitere Figuren Mays spielte er unter anderem als Kara Ben Nemsi in "Der Schut" (1964) und "Durchs wilde Kurdistan" (1965) sowie als Dr. Karl Sternau in Robert Siodmaks "Der Schatz der Azteken" (1965).[1]
Fünf der sieben Shatterhand-Filme produzierte die Rialto Film von Horst Wendlandt. Zwei kamen von Artur Brauners CCC: Old Shatterhand (1964) unter der Regie von Hugo Fregonese und Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten (1968).[4, 5, 6, 7, 8, 9, 10] In vier dieser Filme hatte der junge Gojko Mitić kleine Rollen, etwa als Weißer Vogel in Winnetou 2. Teil.[5, 6, 7, 8]
Alle Filme der Reihe stehen unter Die Karl-May-Filme in Reihenfolge, die Drehorte unter Winnetou-Drehorte in Kroatien, die Westernbegeisterung in der Bundesrepublik unter Wilder Westen in Deutschland. filmportal.de beschreibt die Begeisterung für die "Blutsbrüder" Barker und Brice als beispiellos in Deutschland und zählt die Filme zu den erfolgreichsten deutschen Nachkriegsproduktionen.[1]
Welche Western drehte Lex Barker?
Old Shatterhand spielte Barker laut filmportal.de in sieben Karl-May-Western. Ihre Uraufführungen fielen in die Jahre 1962 bis 1968.[1, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10] Dazu kommen Western aus seiner Zeit in Hollywood.[1] Außerhalb der Reihe drehte er 1965 mit Pierre Brice den in der Wildweststadt Glory City spielenden Film "Die Hölle von Manitoba" unter der Regie von Sheldon Reynolds, den Artur Brauners CCC Filmkunst gemeinsam mit der spanischen Midega Films produzierte.[13]
| Uraufführung | Film | Regie | Produktion |
|---|---|---|---|
| 12.12.1962 | Der Schatz im Silbersee[4] | Harald Reinl | Rialto Film |
| 11.12.1963 | Winnetou 1. Teil[5] | Harald Reinl | Rialto Film |
| 30.04.1964 | Old Shatterhand[6] | Hugo Fregonese | CCC Filmproduktion |
| 17.09.1964 | Winnetou 2. Teil[7] | Harald Reinl | Rialto Film |
| 14.10.1965 | Winnetou 3. Teil[8] | Harald Reinl | Rialto Film |
| 17.08.1966 | "Winnetou und das Halbblut Apanatschi"[9] | Harald Philipp | Rialto Film |
| 12.12.1968 | Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten[10] | Harald Reinl | CCC Filmkunst |
Die späten Jahre
In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre ließ Barkers Karriere nach filmportal.de im Zuge der "Karl-May-Müdigkeit" und der allgemeinen Kinokrise langsam nach, während seine Affären in der Regenbogenpresse für Schlagzeilen sorgten.[1] 1967 erhielt er den Silbernen Bambi als beliebtester ausländischer Schauspieler des Jahres 1966.[1] Seinen letzten deutschen Film, "Wenn du bei mir bist", drehte er 1970 mit Franz Josef Gottlieb. Ende 1970 versuchte er noch einmal in Hollywood Fuß zu fassen und spielte neben Robert Wagner und Janet Leigh in einer Folge der Fernsehserie "The Name of the Game"; abgesehen von einigen Gastrollen gelang ihm in den USA kein Comeback mehr.[1]
ČT24 nennt die Rolle des Old Shatterhand Segen und Fluch zugleich: Sie habe sein Gesicht so bekannt gemacht, dass Hollywood nach seiner Rückkehr aus Europa keinen Platz mehr für ihn hatte.[3]

Zeitleiste
- 08.05.1919Alexander Crichlow Barker Jr., später Lex Barker, kommt im Bundesstaat New York zur Welt.[1, 2]
- 1941Barker meldet sich freiwillig zum Militärdienst; 1945 verlässt er die Armee als Major.[1]
- 1949Mit Tarzan's Magic Fountain beginnt seine Zeit als Tarzan; bis 1953 spielt er die Rolle in fünf Filmen.[1]
- 03.10.1957Die Cooper-Verfilmung The Deerslayer mit Barker in der Titelrolle kommt in die amerikanischen Kinos.[11]
- 1959Barker geht nach Italien und spielt dort in Abenteuerfilmen.[1]
- 1961Artur Brauner besetzt ihn in Im Stahlnetz des Dr. Mabuse; Regie führt Harald Reinl.[1]
- 12.12.1962Uraufführung von Der Schatz im Silbersee in Stuttgart, Barkers erster Film als Old Shatterhand.[4] Der Schatz im Silbersee
- 30.04.1964Uraufführung von Old Shatterhand, produziert von Artur Brauners CCC.[6] Old Shatterhand
- 1967Barker erhält den Silbernen Bambi als beliebtester ausländischer Schauspieler des Jahres 1966.[1]
- 12.12.1968Uraufführung von Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten, Barkers siebter und letzter Film als Old Shatterhand.[1, 10] Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten
- 1970Mit Wenn du bei mir bist dreht Barker seinen letzten deutschen Film.[1]
- 11.05.1973Lex Barker stirbt in New York nach einem Herzinfarkt.[1, 2]
Was ist Legende, was ist belegt?
Mythos und Wahrheit
Mythos
Lex Barker sprach seinen Old Shatterhand in den deutschen Filmen selbst.
Was belegt ist
Barker beherrschte Deutsch nur bruchstückhaft und wurde in seinen deutschen Filmen meist von Gert Günther Hoffmann synchronisiert. Fließend sprach er dagegen Italienisch und Spanisch, wenn auch mit starkem Akzent.[1]
Auch bei einfachen Lebensdaten gehen die Angaben auseinander. Neben dem Geburtsort, Rye oder Le Ray, betrifft das die Zahl seiner Ehen: Die deutsche Biografie bei filmportal.de spricht von vier weiteren Eheschließungen nach der ersten, also fünf, ebenso ČT24. Die englische Fassung derselben Biografie nennt vier Ehen insgesamt.[1, 3] 1942 heiratete er seine Jugendfreundin Constance Thurlow; aus dieser Ehe stammen laut filmportal.de zwei Kinder, aus der dritten Ehe mit der Schweizerin Irene Labhart ein Sohn.[1]
Wie starb Lex Barker?
Lex Barker starb am 11. Mai 1973, nachdem er auf einer Straße in Manhattan einen Herzinfarkt erlitten hatte.[1] Nach ČT24 geschah das drei Tage nach seinem 54. Geburtstag.[3] Als Sterbeort verzeichnet die GND New York.[2]

Häufige Fragen
Wer hat Old Shatterhand gespielt?
In den Karl-May-Filmen der 1960er Jahre spielte der Amerikaner Lex Barker den Old Shatterhand, zuerst 1962 in Der Schatz im Silbersee. Laut filmportal.de stand er siebenmal in dieser Rolle vor der Kamera, zuletzt 1968 in Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten.
In welchen Filmen spielte Lex Barker Old Shatterhand?
In Der Schatz im Silbersee (1962), Winnetou 1. Teil (1963), Old Shatterhand (1964), Winnetou 2. Teil (1964), Winnetou 3. Teil (1965), "Winnetou und das Halbblut Apanatschi" (1966) und Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten (1968). In allen sieben spielte Pierre Brice den Winnetou.
Woran starb Lex Barker?
Lex Barker starb am 11. Mai 1973 in New York, nachdem er auf einer Straße in Manhattan einen Herzinfarkt erlitten hatte. Nach dem tschechischen Fernsehsender ČT24 war das drei Tage nach seinem 54. Geburtstag.
Wie oft spielte Lex Barker Tarzan?
Fünfmal. Als Nachfolger von Johnny Weissmuller spielte er die Rolle von 1949 bis 1953, den Anfang machte Tarzan's Magic Fountain (1949). Laut filmportal.de war es seine erste und in den USA einzige große Rolle.
Wer war die deutsche Stimme von Lex Barker?
Meist Gert Günther Hoffmann. Barker sprach nur bruchstückhaft Deutsch und wurde in seinen Filmen deshalb meist synchronisiert.
Wo wurde Lex Barker geboren?
Im Bundesstaat New York, am 8. Mai 1919. filmportal.de und die Gemeinsame Normdatei der Deutschen Nationalbibliothek nennen Rye als Geburtsort, der Biografietext bei filmportal.de dagegen Le Ray.
Hatte Lex Barker Kinder?
Ja, laut filmportal.de drei: zwei aus seiner ersten Ehe mit Constance Thurlow und ein Sohn aus der dritten Ehe mit der Schweizerin Irene Labhart.
Quellen
- Filmdatenbank Lex Barker, Biografie. filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Barker, Lex (Gemeinsame Normdatei, GND 119219328). Deutsche Nationalbibliothek. Stand geändert 11.10.2021. abgerufen am 26.10.2026
- Presse Lex Barker: představitel Old Shatterhanda (Sebastian Chum). ČT24, Česká televize. Stand 11.05.2008. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Der Schatz im Silbersee (1962). filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Winnetou I (1963). filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Old Shatterhand (1963/1964). filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Winnetou II (1964). filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Winnetou III (1965). filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Winnetou und das Halbblut Apanatschi (1966). filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten (1968). filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank The Deerslayer (1957), AFI Catalog of Feature Films. American Film Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Chingachgook: Die große Schlange (Filmdatenbank). DEFA-Stiftung. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Die Hölle von Manitoba (1965), Filmdatenbank. filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Barker, Lex, 1919-1973 (LC Name Authority File, nr2004017713). Library of Congress, Linked Data Service. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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