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Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten (1968)

Kurz erklärt Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten ist ein Karl-May-Film von Harald Reinl, den Artur Brauners CCC Filmkunst mit Partnern aus Jugoslawien und Italien herstellte; Uraufführung war am 12. Dezember 1968 in München. Lex Barker spielt Old Shatterhand, Pierre Brice Winnetou und Karin Dor die Majorstochter Mabel. Mit diesem Film um verstecktes Armeegold nach Motiven mehrerer Romane endete die Welle der Karl-May-Filme der 1960er Jahre.

Enge Schlucht aus hellgrauem Kalkstein mit vereinzelten Büschen, ein staubiger Reitpfad führt in ein schattiges Tal, warmes Nachmittagslicht
Bild: KI-generiert

Worum geht es in Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten?

Banditen stürmen das amerikanische Fort Dawson. Um die Kriegskasse zu retten, versteckt Major Kingsley das Gold an einem geheimen Ort im Tal der Toten. Kurz darauf stirbt er verwundet in den Armen von Winnetou.[1] Als sich ein Gericht der Sache annimmt, glauben die meisten, der Major habe das Geld unterschlagen und sich nach Mexiko abgesetzt.[1]

Seine Tochter Mabel will beweisen, dass er unschuldig war, und zieht mit Winnetou und Old Shatterhand los, um das Gold zu finden. Hinter dem Schatz sind auch die Banditen her.[1] Der Filmdienst beschreibt viele Kämpfe, mit indigenen Kriegern ebenso wie mit goldgierigen Banditen.[2] Rik Battaglia spielt Murdock, Vojislav Govedarica den Häuptling Roter Büffel.[1, 3] Winnetou besiegt Roter Büffel und schenkt ihm das Leben, so beschreibt es Ralf Junkerjürgen.[3]

Wie endet Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten?

Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.

Laut Filmdienst retten Winnetou und Old Shatterhand die Ehre des Offiziers, dem man den Diebstahl des Goldes vorgeworfen hatte.[2] Für Lex Barker und Pierre Brice war es der letzte gemeinsame Karl-May-Film der 1960er Jahre.[4, 5]

Wer spielt in Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten mit?

Old Shatterhand spielt Lex Barker, Winnetou Pierre Brice, die Majorstochter Mabel Karin Dor.[1, 2] Barker stand laut filmportal.de sieben Mal als Old Shatterhand vor der Kamera; nach "Winnetou und das Halbblut Apanatschi" von 1966 war Tal der Toten sein letzter Karl-May-Film.[5] Brice spielte Winnetou laut Neuer Deutscher Biographie in elf Karl-May-Verfilmungen von 1962 bis 1968. Die Filmografie dort führt ihn 1987 noch einmal als Winnetou, in Zärtliche Chaoten.[4]

Ralf Wolter spielt Sam Hawkins; so schreiben filmportal.de und Filmdienst den Namen, in Mays Roman Winnetou I von 1893 heißt die Figur Sam Hawkens.[1, 2, 9] Eddi Arent spielt Lord Castlepool, Clarke Reynolds den Offizier Cummings, den der Filmdienst als Captain führt.[1, 2]

Darsteller und Rollen laut filmportal.de
DarstellerRolle
Lex BarkerOld Shatterhand[1]
Pierre BriceWinnetou[1]
Karin DorMabel[1]
Rik BattagliaMurdock[1]
Ralf WolterSam Hawkins[1]
Eddi ArentLord Castlepool[1]
Clarke ReynoldsCummings[1]
Kurt WaitzmannColonel Bergson[1]
Heinz WelzelRichter[1]
Branko SpoljarCranfield[1]
Vladimir MedarSheriff[1]
Vojislav GovedaricaRoter Büffel[1]

Wie entstand Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten?

Hergestellt hat den Film die CCC Filmkunst GmbH aus Berlin mit Jadran Film aus Zagreb und Super International Pictures aus Rom. Produzent war Artur Brauner, ins Kino brachte ihn die Constantin Film aus München.[1] Das Drehbuch schrieben laut filmportal.de Herbert Reinecker und Harald Reinl. Der Filmdienst nennt statt Reinecker Alex Berg. Unter diesem Pseudonym schrieb Reinecker laut seiner Biografie bei filmportal.de einen Teil seiner Drehbücher; Tal der Toten steht dort unter seinen Western.[1, 2, 6] Hinter der Kamera stand Ernst W. Kalinke, die Bauten entwarf Vladimir Tadej, die Musik schrieb Martin Böttcher. Gedreht wurde vom 1. Juli bis Oktober 1968 auf 35-Millimeter-Film im Format 1:2,35 (Ultrascope), in Farbe mit Technicolor.[1]

Die meisten Karl-May-Filme der 1960er Jahre kamen von der Rialto: Ihr Produzent Horst Wendlandt brachte von Der Schatz im Silbersee (1962) an bis 1966 neun Filme nach Romanen von Karl May heraus, von insgesamt 17 bis 1968.[7, 8] Brauner, laut Junkerjürgen Wendlandts schärfster Konkurrent und früherer Chef, hatte schon 1964 mit Old Shatterhand einen eigenen Winnetou-Film mit Barker und Brice gedreht.[3] Tal der Toten war wieder eine Produktion seiner CCC.[1, 2]

Das Ende der Karl-May-Welle

filmportal.de nennt Tal der Toten den letzten Karl-May-Film der 1960er Jahre, Junkerjürgen den letzten Winnetou-Film der Welle.[1, 3] Der Drehortführer von Dirk Brüderle und Michael Scholten zählt bis 1968 Der Schatz im Silbersee und 16 weitere Karl-May-Filme.[8] Laut filmportal.de ließ Barkers Karriere in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre nach, im Zuge der "Karl-May-Müdigkeit" und der allgemeinen Kinokrise.[5] Auch Brice spielte nach den Karl-May-Filmen laut Neuer Deutscher Biographie in mittelmäßigen Abenteuerfilmen und arbeitete wegen der sich verschärfenden Kinokrise seit Anfang der 1970er Jahre verstärkt für das Fernsehen.[4] Eine vollständige Übersicht steht auf der Seite Die Karl-May-Filme in Reihenfolge.

Wo wurde Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten gedreht?

filmportal.de nennt als Drehorte die Umgebung von Dubrovnik und die Umgebung von Belgrad sowie Trebinja und Crvena Luka, alle im damaligen Jugoslawien.[1] Laut Junkerjürgen entstanden Aufnahmen auch in der Umgebung des Wasserfalls Roški Slap im Nationalpark Krka, die schon Winnetou 1. Teil Motive geliefert hatte. An einem auffälligen Felsen mit sieben Gesteinsschichten, einige gelbrot gefärbt, ziehen dort im ersten Teil die Apachen vorbei, im Tal der Toten reitet Winnetou im Galopp vorüber.[3] Der Tourismusverband Starigrad-Paklenica ordnet dem Film außerdem Szenen in der Schlucht Velika Paklenica zu und führt ihn an der Zrmanja auf, ohne eine Szene zu nennen.[12] Welche Orte die Karl-May-Filme in Kroatien sonst nutzten und wie die Angaben voneinander abweichen, zeigt die Seite Winnetou-Drehorte in Kroatien.

Breiter Fluss mit Kaskaden zwischen grünen Bäumen, daneben eine Felswand aus schräg geschichtetem, teils gelbrot gefärbtem Gestein im Nachmittagslicht
Flusslandschaft im Karst mit geschichtetem Fels, wie Junkerjürgen sie am Roški Slap beschreibt Bild: KI-generiert

Wie viel Wahrheit steckt in Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten?

Die wahre Geschichte dahinter

  • OrtWinnetou-Drehorte in Kroatien

    Kroatien, damals Jugoslawien: Nationalparks Paklenica, Plitvicer Seen und Krka, Naturpark Velebit mit Tulove grede und Pass Prezid, Canyon der Zrmanja, Rovanjska und Modrič, dazu Platak, Grobničko polje und die Cetina bei Trilj

Als Vorlage nennen filmportal.de und Filmdienst nur Motive aus Romanen von Karl May, keinen einzelnen Titel.[1, 2] Aus Mays Büchern stammen die Figuren: Im ersten Winnetou-Band von 1893 ist Winnetou der Sohn des Häuptlings Intschu tschuna der Mescalero-Apachen, und an Old Shatterhands Seite steht der Westmann Sam Hawkens.[9] Die Apachen sind dagegen eine reale Nation mit eigener Geschichte; Mays Romane sind Literatur und keine Quelle über sie.

Ein Informationsblatt der Karl-May-Vereinigung und der Karl-May-Stiftung Radebeul ordnet Winnetou, den "roten Gentleman", in die europäische Abenteuerliteratur ein, die dem Bild vom unzivilisierten Fremden oft einen "edlen Wilden" entgegensetzte. May habe in seinen Erzählungen Partei für die unterdrückten indigenen Völker ergriffen; die Blutsbrüderschaft sei aber seiner Fantasie entsprungen und bei den indigenen Völkern Nordamerikas nie bekannt gewesen.[10] Junkerjürgen erinnert an Mays Tötungshemmung, nach der die Helden ihren Gegnern in Beine und Knie schießen. Dass ein Held seinen Gegner im Zweikampf tötet, gab es laut Junkerjürgen in der Hauptreihe nicht: In Der Schatz im Silbersee schlägt Old Shatterhand den Großen Wolf nur nieder und lässt ihn am Leben. Genauso verfährt Winnetou mit Roter Büffel im Tal der Toten, das Junkerjürgen nicht zur Hauptreihe zählt.[3]

Ähnlich klingt der Titel des Stücks "Im Tal des Todes", mit dem die Karl-May-Spiele Bad Segeberg 2026 spielten. Es erzählt laut Veranstalter eine andere Geschichte: In Mexiko betreibt ein Geschäftemacher im Tal des Todes ein geheimes Quecksilberbergwerk.[11]

Kleine Holzkiste mit Eisenbeschlägen, halb verborgen zwischen Felsbrocken in einer trockenen Schlucht, weiches Nachmittagslicht
Eine Kiste zwischen Felsen: Um verstecktes Gold dreht sich die Handlung Bild: KI-generiert

Wie wurde Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten aufgenommen?

Die FSK gab den Film am 6. Dezember 1968 ab 12 Jahren frei, feiertagsfrei. Die Uraufführung war am 12. Dezember 1968 im Mathäser Filmpalast in München. In Italien lief er ab dem 1. Januar 1970 als L'uomo dal lungo fucile, in einer Fassung von 104 Minuten statt 89.[1] Im Fernsehen zeigte ihn zuerst der DFF 1 der DDR am 25. Dezember 1983, in der Bundesrepublik 3sat am 18. April 1987. 2024 förderte das Förderprogramm Filmerbe seine Digitalisierung.[1]

Der Filmdienst fand ihn ganz auf Kampfszenen angelegt und urteilte: "noch schablonenhafter und belangloser als alle Vorgänger".[2] Junkerjürgen rechnet Tal der Toten zu einer Nebengruppe der Winnetou-Filme mit Pierre Brice, die im Fernsehen weniger gezeigt wurde als die Hauptreihe aus Der Schatz im Silbersee, der Winnetou-Trilogie und den Filmen mit Old Surehand. Als einziger Film dieser Nebengruppe reicht Tal der Toten nach seinem Urteil an die Hauptreihe heran.[3] Um Karl-May-Stücke auf der Freilichtbühne geht es auch auf der Seite Elspe Festival.

Zeitleiste: Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten
  1. 01.07.1968Beginn der Dreharbeiten im damaligen Jugoslawien; sie dauern bis Oktober 1968.[1]
  2. 06.12.1968Prüfung durch die FSK, freigegeben ab 12 Jahren und feiertagsfrei.[1]
  3. 12.12.1968Uraufführung im Mathäser Filmpalast in München.[1]
  4. 01.01.1970Kinostart in Italien als L'uomo dal lungo fucile, in einer Fassung von 104 Minuten.[1]
  5. 25.12.1983Erste Ausstrahlung im Fernsehen der DDR im DFF 1.[1]
  6. 18.04.1987Erste Ausstrahlung im Fernsehen der Bundesrepublik bei 3sat.[1]
  7. 2024Das Förderprogramm Filmerbe fördert die Digitalisierung des Films.[1]

Häufige Fragen

Wer spielt in Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten mit?

Lex Barker spielt Old Shatterhand, Pierre Brice Winnetou und Karin Dor Mabel, die Tochter des Majors. Rik Battaglia spielt Murdock, Ralf Wolter Sam Hawkins und Eddi Arent Lord Castlepool.

War Tal der Toten der letzte Karl-May-Film?

Er war der letzte Karl-May-Film der 1960er Jahre. Mit ihm endete die Reihe, die 1962 mit Der Schatz im Silbersee begonnen hatte. Pierre Brice spielte Winnetou in elf Karl-May-Verfilmungen von 1962 bis 1968.

Ist Tal der Toten ein Film der Rialto?

Nein. Produziert hat ihn Artur Brauners CCC Filmkunst aus Berlin mit Jadran Film aus Zagreb und Super International Pictures aus Rom. Die Rialto von Horst Wendlandt brachte ihre neun Karl-May-Filme bis 1966 heraus.

Wo wurde Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten gedreht?

Im damaligen Jugoslawien, vom 1. Juli bis Oktober 1968. filmportal.de nennt die Umgebung von Dubrovnik und Belgrad, Trebinja und Crvena Luka. Laut Ralf Junkerjürgen entstanden Aufnahmen auch am Wasserfall Roški Slap im Nationalpark Krka. Der Tourismusverband Starigrad-Paklenica ordnet dem Film außerdem Szenen in der Schlucht Velika Paklenica zu.

Wann kam Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten ins Kino?

Die Uraufführung war am 12. Dezember 1968 im Mathäser Filmpalast in München. In Italien startete der Film am 1. Januar 1970. Im Fernsehen lief er zuerst am 25. Dezember 1983 im DFF 1 der DDR.

Wie lang ist Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten?

Die deutsche Fassung dauert 89 Minuten, die italienische 104 Minuten. Die FSK gab den Film ab 12 Jahren frei.

Ist Im Tal des Todes in Bad Segeberg derselbe Stoff?

Nein. Das Stück der Karl-May-Spiele von 2026 spielt laut Veranstalter in Mexiko und erzählt von einem geheimen Quecksilberbergwerk im Tal des Todes. Im Film von 1968 geht es um das versteckte Gold eines Armeeforts.

Wer hat die Musik zu Tal der Toten geschrieben?

Martin Böttcher. Das Drehbuch schrieben Herbert Reinecker und Harald Reinl.

Quellen

  1. Filmdatenbank Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten (1968). filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  2. Filmdatenbank Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 16.04.2020. abgerufen am 26.10.2026
  3. Nachschlagewerk Brice, Pierre (Michael Petzel), NDB-online. Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Deutsche Biographie. Stand 01.01.2026. abgerufen am 26.10.2026
  4. Filmdatenbank Lex Barker, Biografie. filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  5. Filmdatenbank Herbert Reinecker, Biografie. filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  6. Nachschlagewerk Karin Herbst-Meßlinger: Wendlandt, Horst (Neue Deutsche Biographie 27, S. 774 bis 776). Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Deutsche Biographie. Stand 2020. abgerufen am 26.10.2026
  7. Indianer? Ein Informationsblatt zu aktuellen Diskursen. Karl-May-Vereinigung in Zusammenarbeit mit der Karl-May-Stiftung Radebeul (Datei auf karl-may-vereinigung.de). Stand 16.05.2023 (Dateiname). abgerufen am 26.10.2026
  8. Mitreißende Premiere von "Im Tal des Todes" (Pressemeldung des Veranstalters). Kalkberg GmbH Bad Segeberg, Karl-May-Spiele. Stand 28.06.2026. abgerufen am 26.10.2026
  9. Winnetou Filming locations. Turistička zajednica općine Starigrad Paklenica (Tourismusverband Starigrad-Paklenica). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026

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