WesternFilm

Der Schuh des Manitu (2001)

Kurz erklärt Der Schuh des Manitu ist eine Westernparodie von Michael Herbig auf die Karl-May-Filme der 1960er Jahre. Herbig spielt den Apachen Abahachi und dessen Zwillingsbruder Winnetouch, Christian Tramitz den Blutsbruder Ranger. Seit dem Kinostart am 19. Juli 2001 kam er laut FFA auf 11,7 Millionen Besuche und ist damit der erfolgreichste deutsche Kinofilm seit 2000.

Ein abgetragener brauner Reitstiefel steht auf einem flachen Sandsteinfelsen in einer trockenen Hügellandschaft mit ausgewaschenen grauen und ockerfarbenen Rinnen
Bild: KI-generiert

Worum geht es in Der Schuh des Manitu?

Der Schuh des Manitu ist nach dem Lexikon des internationalen Films eine Parodie auf die Karl-May-Filme der 1960er Jahre.[2] Abahachi, den die Inhaltsangabe von German Films bei filmportal.de als Häuptling der Apachen vorstellt, und sein Blutsbruder Ranger sorgen für Frieden im Wilden Westen.[1] Die beiden sprechen Bayerisch und sind nach einer Meldung der dpa Abbilder von Winnetou und Old Shatterhand.[6]

Der Ärger beginnt, als Abahachi bei den Schoschonen Geld leiht, um für seine Leute einen Saloon zu kaufen. Der Makler ist in Wahrheit der Betrüger Santa Maria, der Saloon nur eine Fassade, und Santa Maria verschwindet mit dem Geld.[1] Dann wird den beiden Freunden auch noch der Tod des Sohnes des Schoschonen-Häuptlings angelastet. Um die Schulden zu bezahlen und ihre Unschuld zu beweisen, müssen sie den Schatz finden, den Abahachis Großvater ihm hinterlassen hat. Die Schatzkarte hat Abahachi aber in vier Teile zerlegt, und wem er drei davon gegeben hat, weiß er nicht mehr.[1]

Die Teile der Karte bringt Santa Maria an sich, und die Spur führt zu einem Berg namens Schuh des Manitu.[2, 3] Unterwegs kommt Abahachis Zwillingsbruder Winnetouch ins Spiel, der auf der Puder Rosa Ranch eine Schönheitsfarm betreibt, und Ranger verliebt sich in Uschi.[3, 6] Dazwischen gibt es Musicaleinlagen.[3] Karl May selbst tritt als Figur auf, gespielt von Alexander Held.[1, 2]

Wie endet Der Schuh des Manitu?

Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.

Am Ende reiten die Freunde nach der Kritik von Horst Peter Koll im Filmdienst wieder in den Sonnenuntergang. Ihr letzter Wortwechsel auf Bayerisch erinnert Koll eher an die grantelnden Kommissare Leitmayr und Batic aus dem Tatort als an die Helden Karl Mays.[3]

Wer spielt in Der Schuh des Manitu mit?

Michael Herbig spielt eine Doppelrolle: Abahachi und dessen Zwillingsbruder Winnetouch. Christian Tramitz ist Ranger, Sky du Mont der Schurke Santa Maria, Marie Bäumer Uschi.[1, 2] Rick Kavanian spielt Dimitri, laut Filmdienst einen Wortverdreher griechischer Herkunft.[1, 12] Weitere Rollen haben unter anderen Anke Engelke als Mutter und Herbert Feuerstein als Apachenfotograf.[1] Für die Fortsetzung schrieben Kavanian und Tramitz mit Herbig das Drehbuch.[12]

Darsteller und Rollen laut filmportal.de und Filmdienst[1, 2]
DarstellerRolle
Michael HerbigAbahachi und Winnetouch
Christian TramitzRanger
Sky du MontSanta Maria
Marie BäumerUschi
Hilmi SözerHombre
Rick KavanianDimitri
Irshad PanjatanHäuptling "Listiger Lurch"
Joseph HannesschlägerBarmann
Gerd LohmeyerSheriff
Alexander HeldKarl May
Tim Wilde, Sigi Terpoorten, Robinson Reichel, Oliver WnukJohn, Jim, Joe und Jack

Wie entstand Der Schuh des Manitu?

Bekannt geworden war Herbig mit der Fernsehsendung Bullyparade, bei der er von 1997 bis 2002 Regie führte, produzierte, schrieb und spielte; Der Schuh des Manitu war sein erster Kinofilm.[6, 7] Mit dem Film führte er laut Filmdienst Figuren fort, die er mit seinen Drehbuch- und Schauspielpartnern wie Rick Kavanian jahrelang in der Bullyparade entwickelt hatte.[12] Das Drehbuch schrieb Herbig mit Alfons Biedermann, Rick Kavanian und Murmel Clausen.[1]

Produziert hat die herbX film aus München in Koproduktion mit der Constantin Film Produktion und in Zusammenarbeit mit SevenPictures und Pro7. Produzenten waren Bernd Eichinger, Michael Herbig und Michael Wolf, Geld gaben der FilmFernsehFonds Bayern, die Film- und Medien Stiftung NRW und die Filmförderungsanstalt (FFA). Ins Kino brachte den Film der Constantin Film Verleih.[1] Hinter der Kamera stand Stephan Schuh, die Musik schrieb Ralf Wengenmayr.[1, 2]

Koll beschrieb im Filmdienst, wie genau Herbig die Rialto-Filme der 1960er Jahre nachahmt, von denen er Winnetou I ausdrücklich nennt: ihre Farben, die behäbige Kamera im Breitwandformat Scope und die Musik zwischen Pathos und Aufgeregtheit.[3]

Wo wurde Der Schuh des Manitu gedreht?

Gedreht wurde vom 26. April bis zum 28. Juni 2000 in Almería in Spanien und in München.[1] Die Inhaltsangabe von German Films ergänzt, Herbig habe an Schauplätzen gedreht, die schon Sergio Leone genutzt hatte.[1] Welche Orte in der Provinz Almería es im Einzelnen waren, steht weder bei filmportal.de noch beim Filmdienst.[1, 2] Mehr über die Landschaft steht auf der Seite Almería und Tabernas, über Leones Dreharbeiten in Andalusien auf Spiel mir das Lied vom Tod. Für die Fortsetzung kehrte Herbig 2024 nach Almería zurück.[13]

Ausgewaschene ockerfarbene Hügel und tiefe Rinnen in einer trockenen spanischen Landschaft, durch die sich ein einsamer Schotterweg zieht
Trockene Hügel in Andalusien: Der Film wurde unter anderem in Almería gedreht Bild: KI-generiert

Wie viel Wahrheit steckt in Der Schuh des Manitu?

Die wahre Geschichte dahinter

  • OrtAlmería und Tabernas

    Provinz Almería (Andalusien, Spanien), etwa 30 km nördlich der Stadt Almería zwischen Sierra de los Filabres und Sierra Alhamilla, 260 bis 952 m hoch

Der Film parodiert Filme, die selbst Fiktion waren. Ihre Helden Winnetou und Old Shatterhand stammen von Karl May, der laut Planet Wissen noch nie in Amerika gewesen war, als er die Romane schrieb; Personen, Geschichten und Orte entsprangen seiner Fantasie. In seinen Büchern erscheinen "Indianer" entweder als grausame Barbaren oder als unverdorbene Naturmenschen wie Winnetou.[8]

Die Völker, deren Namen der Film benutzt, gibt es wirklich. Die Mescalero, eine der Gruppen der Apachen, beschreiben ihre Vorfahren als Jäger, die durch den Südwesten zogen, von Texas und Arizona bis Chihuahua und Sonora in Mexiko. Heute bilden Mescalero, Lipan und Chiricahua den Mescalero Apache Tribe mit einem Reservat von 463.000 Acres (rund 187.400 Hektar).[9] Die Eastern Shoshone leben nach eigener Darstellung seit jeher in ihrem Gebiet; ihr Reservat, heute Wind River Indian Reservation, wurde eingerichtet, bevor Wyoming ein Bundesstaat wurde, und den Ort wählte Chief Washakie.[10]

Ein einzelner hölzerner Saloon mit hoher Schaufassade steht in einer staubigen Ebene, seine Rückseite ist offen und wird von Holzbalken gestützt wie eine Filmkulisse
Nur eine Fassade: Im Film entpuppt sich der Saloon, den Abahachi kauft, als Kulisse Bild: KI-generiert

Wie wurden die Klischees im Film bewertet?

Schon zum Kinostart urteilte Koll im Filmdienst, Herbig lege die Mechanik der alten Kino-Klischees nur offen, um die neuen Klischees der Gag-Kultur auszubreiten.[2, 3] Das handwerkliche Geschick, Timing und Dialoge lobte er, doch nach seinem Urteil kommt bei der Nachahmung schnell Langeweile auf, weil der Film nie ein eigenes erzählerisches Zentrum anstrebt.[3] Kritisiert wurde laut einer Meldung der dpa von 2022 schon öfter auch das Schwulenklischee in der Figur Winnetouch.[6]

Anfang September 2022 äußerte sich Herbig in der Talkshow 3 nach 9 von Radio Bremen. Anlass war die Debatte über kulturelle Aneignung, nachdem Ravensburger zwei Kinderbücher zum Film Der junge Häuptling Winnetou zurückgezogen hatte. Den Schuh des Manitu würde er so heute nicht mehr machen, sagte Herbig.[6]

Die Comedy-Polizei ist so streng geworden.

Michael Herbig in der Talkshow 3 nach 9 von Radio Bremen, Meldung der dpa im Tagesspiegel, 03.09.2022[6]

Es sei aber richtig, dass man über gewisse Dinge nicht mehr so spreche wie vor 20 Jahren, sagte er dort auch.[6] Drei Jahre später antwortete er im Stern auf den Vorwurf, der Film von 2001 mache sich über indigene Menschen und Homosexuelle lustig: Man wolle alle zum Lachen bringen, das gelinge nicht immer; man habe Menschen genau beobachtet und nachgeahmt, aber nie jemanden böswillig niedergemacht. So gibt eine Pressemitteilung von Bertelsmann das Interview im Stern von RTL Deutschland wieder.[11]

Wie erfolgreich war Der Schuh des Manitu?

Die FSK gab den Film am 2. Juli 2001 ab 6 Jahren frei, die Uraufführung in Deutschland war am 13. Juli 2001, der Kinostart am 19. Juli 2001.[1] In der Filmhitliste der FFA mit den 100 erfolgreichsten Filmen der Jahre 2001 bis 2015 steht er mit 11.723.119 Besuchern auf Platz 1.[4] Nach einer Auswertung der FFA vom Juni 2025 ist er mit 11,7 Millionen Tickets der erfolgreichste deutsche Kinofilm seit 2000; 10,5 Millionen davon entfielen auf 2001, weitere 1,1 Millionen auf 2002.[5] Filmportal.de nennt ihn den größten Kassenerfolg der deutschen Nachkriegszeit.[7]

Beim Deutschen Filmpreis 2002 bekam er die Lola als Publikumspreis für den Film des Jahres und eine weitere als Sonderpreis.[1] Im Sommer 2002 kam die Fassung Der Schuh des Manitu Extra Large ins Kino, die mit acht Minuten zusätzlichem Material beginnt.[2] Im Fernsehen zeigte ihn ProSieben erstmals am 7. März 2004. Die Digitalisierung förderte 2020 das Förderprogramm Filmerbe.[1] Der Filmdienst empfiehlt den Film ab 16 Jahren.[2]

Die Fortsetzung Das Kanu des Manitu kam am 14. August 2025 in die Kinos.[13]

Zeitleiste

Zeitleiste: Der Schuh des Manitu
  1. 26.04.2000Drehbeginn; gedreht wird bis zum 28. Juni 2000 in Almería und München.[1]
  2. 02.07.2001Prüfung durch die FSK, freigegeben ab 6 Jahren.[1]
  3. 13.07.2001Uraufführung in Deutschland.[1]
  4. 19.07.2001Kinostart in Deutschland.[1, 4]
  5. 2002Deutscher Filmpreis: Lola als Publikumspreis für den Film des Jahres und Sonderpreis.[1]
  6. 2002Die Fassung Der Schuh des Manitu Extra Large mit acht Minuten zusätzlichem Material kommt ins Kino.[2]
  7. 07.03.2004Erste Ausstrahlung im deutschen Fernsehen bei ProSieben.[1]
  8. 14.08.2025Kinostart der Fortsetzung Das Kanu des Manitu.[13] Das Kanu des Manitu

Häufige Fragen

Wer spielt in Der Schuh des Manitu mit?

Michael Herbig spielt Abahachi und dessen Zwillingsbruder Winnetouch, Christian Tramitz den Blutsbruder Ranger. Sky du Mont ist der Schurke Santa Maria, Marie Bäumer spielt Uschi, Rick Kavanian den Griechen Dimitri und Hilmi Sözer den Hombre. Alexander Held tritt als Karl May auf.

Wo wurde Der Schuh des Manitu gedreht?

Laut filmportal.de in Almería in Spanien und in München, vom 26. April bis zum 28. Juni 2000. Nach der Inhaltsangabe von German Films drehte Herbig an Schauplätzen, die schon Sergio Leone genutzt hatte.

Wie viele Zuschauer hatte Der Schuh des Manitu?

Die FFA zählt 11,7 Millionen Kinobesuche (Stand Dezember 2024) und nennt ihn den erfolgreichsten deutschen Kinofilm seit 2000. Davon entfielen 10,5 Millionen auf das Jahr 2001. In ihrer Liste der Jahre 2001 bis 2015 führt die FFA genau 11.723.119 Besucher.

Was ist Der Schuh des Manitu Extra Large?

Eine längere Fassung, die laut Filmdienst 2002 ins Kino kam. Sie beginnt mit acht Minuten zusätzlichem Material. Die digitalisierte Fassung unter dem Titel Der Schuh des Manitu XL dauert laut filmportal.de 92 Minuten, die ursprüngliche Kinofassung 84 Minuten.

Gibt es eine Fortsetzung von Der Schuh des Manitu?

Ja. Das Kanu des Manitu kam am 14. August 2025 in die Kinos, wieder mit Michael Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian.

Wer hat die Musik zu Der Schuh des Manitu geschrieben?

Die Filmmusik stammt von Ralf Wengenmayr. Nach der Kritik des Filmdienstes enthält der Film auch einige Musicaleinlagen.

Ist Der Schuh des Manitu ein Karl-May-Film?

Er ist laut Filmdienst eine Parodie auf die Karl-May-Filme der 1960er Jahre. Karl May kommt als Figur vor, gespielt von Alexander Held, und Abahachi und Ranger sind Abbilder von Winnetou und Old Shatterhand.

Ab wie viel Jahren ist Der Schuh des Manitu?

Die FSK gab den Film am 2. Juli 2001 ab 6 Jahren frei. Der Filmdienst empfiehlt ihn ab 16 Jahren.

Quellen

  1. Filmdatenbank Der Schuh des Manitu (Deutschland 2000/2001). filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  2. Filmdatenbank Der Schuh des Manitu, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 02.01.2023. abgerufen am 26.10.2026
  3. Presse Horst Peter Koll: Der Schuh des Manitu, Kritik aus film-dienst Nr. 15. filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand 17.07.2001. abgerufen am 26.10.2026
  4. Amtliche Stelle Hitliste der erfolgreichsten 100 Filme der letzten 15 Jahre (2001 bis 2015). FFA Filmförderungsanstalt. Stand 2016. abgerufen am 26.10.2026
  5. Amtliche Stelle Deutsche Filme im Zeitverlauf (Besuchszahlen Stand 12/2024). FFA Filmförderungsanstalt. Stand Juni 2025. abgerufen am 26.10.2026
  6. Presse Michael Herbig würde Winnetou-Parodie heute nicht mehr so drehen (Meldung der dpa). Der Tagesspiegel. Stand 03.09.2022. abgerufen am 26.10.2026
  7. Filmdatenbank Michael Herbig, Biografie. filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  8. Presse Swen Gummich: Karl May und sein Klischee vom Indianer. Planet Wissen, WDR. Stand Erstveröffentlichung 2007, letzte Aktualisierung 11.08.2020. abgerufen am 26.10.2026
  9. Tribal Nation Our Culture. Mescalero Apache Tribe. Stand 01.03.2023. abgerufen am 26.10.2026
  10. Tribal Nation About: the Shoshone Tribe, The Reservation, Chief Washakie, Sacajawea. Eastern Shoshone Tribe. Stand 06.11.2024. abgerufen am 26.10.2026
  11. Filmdatenbank Das Kanu des Manitu, Lexikon des internationalen Films, mit Kritik von Kamil Moll. filmdienst.de. Stand 13.08.2025. abgerufen am 26.10.2026
  12. Filmdatenbank Das Kanu des Manitu (Deutschland 2024/2025). filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026

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