WesternFilm
Der Ölprinz (1965)
Kurz erklärt Der Ölprinz ist ein Karl-May-Film von Harald Philipp, uraufgeführt am 25. August 1965 in München. Stewart Granger spielt Old Surehand, Pierre Brice Winnetou und Harald Leipnitz den Betrüger, der nicht vorhandene Ölquellen verkaufen will; Terence Hill spielt Richard Forsythe. Vorlage ist Mays Erzählung Der Oelprinz von 1893/94, in der die Ölquelle in Arizona ebenso ein Schwindel ist.

Worum geht es in Der Ölprinz?
Der Ölprinz, ein skrupelloser Geschäftemacher, hat ein einträgliches Geschäft mit der Western Arizona Bank im Auge: Er will der Bank Ölquellen am Shelly-See verkaufen, die es gar nicht gibt.[3] Laut filmportal.de verkauft er vermeintlich sprudelnde Ölquellen an Gutgläubige.[1] Seinem Schwindel steht ein Siedlertreck im Weg, der sich genau an diesem See niederlassen will. Der Ölprinz tauscht den Scout der Siedler aus, damit der Treck einen anderen Weg nimmt.[3]
Als die Siedler seine Pläne zu gefährden drohen, richtet sich die Gewalt des Ölprinzen gegen den Treck. Winnetou, Old Surehand und Old Wabble bewahren die Einwanderer vor dem Untergang.[1] Dann droht eine neue Gefahr: Der Ölprinz ermordet den Sohn des Häuptlings der Navajo und lenkt den Verdacht auf Unschuldige.[1] Der Präsident der Navajo Nation spricht von sich und den Bürgern der Nation als Diné.[19]
Wer spielt in Der Ölprinz mit?
Old Surehand spielt wie schon in Unter Geiern Stewart Granger, Winnetou spielt Pierre Brice.[1, 7, 11] Der Ölprinz war der zweite von drei Filmen, in denen Granger Old Surehand spielte; der dritte, Old Surehand 1. Teil, hatte am 14. Dezember 1965 Premiere.[7, 8, 11] Den Ölprinzen spielt Harald Leipnitz, die Lizzy Macha Méril.[1, 2]
In der Rolle des Richard Forsythe steht Terence Hill auf der Besetzungsliste; Filmdienst und Rialto führen ihn unter seinem Geburtsnamen Mario Girotti.[1, 2, 3, 9] Old Wabble spielt Milan Srdoč, der beim Filmdienst und bei der Rialto unter seinem zweiten Namen Paddy Fox steht.[1, 2, 3, 10] Frau Ebersbach, gespielt von Antje Weisgerber, und Kantor Hampel, gespielt von Heinz Erhardt, tragen die Namen zweier Auswanderer aus Mays Erzählung; der Filmdienst gibt dem Kantor den Vornamen August.[1, 2, 5]
| Darsteller | Rolle |
|---|---|
| Stewart Granger | Old Surehand[1, 2, 3] |
| Pierre Brice | Winnetou[1, 2, 3] |
| Harald Leipnitz | Ölprinz[1, 2, 3] |
| Macha Méril | Lizzy[1, 2, 3] |
| Terence Hill (als Mario Girotti) | Richard Forsythe[1, 2, 3] |
| Walter Barnes | Campbell[1, 2, 3] |
| Antje Weisgerber | Frau Ebersbach[1, 2, 3] |
| Milan Srdoč (als Paddy Fox) | Old Wabble[1, 2, 3] |
| Heinz Erhardt | Kantor Hampel[1, 2, 3] |
| Gerd Frickhöffer | Kovacz[1, 2] |
Wie entstand Der Ölprinz?
Produziert hat den Film Horst Wendlandt für die Rialto Film in Berlin, zusammen mit Jadran Film in Zagreb; ins Kino brachte ihn die Constantin Film.[1] Regie führte Harald Philipp, der mit Fred Denger auch das Drehbuch schrieb. Die Kamera führte Heinz Hölscher, die Musik schrieb Martin Böttcher.[1, 2] Gedreht wurde laut Rialto vom 28. März bis 31. Mai 1965.[3] Der jugoslawische Originaltitel lautet Kraj Petroleja.[1] Beginnend mit dem Schatz im Silbersee von 1962 produzierte Wendlandt nach der Neuen Deutschen Biographie bis 1966 neun Filme nach Karl May.[16] Nach Ralf Junkerjürgen ähneln Böttchers Melodien für die Schurken im Ölprinzen denen für die Bande im Schatz im Silbersee: Blechbläser, oft im Stakkato, über einem peitschenden Rhythmus des Schlagwerks.[11]
Die Vorlage von Karl May
Die Rialto nennt als Vorlage Motive aus dem gleichnamigen Roman von Karl May.[3] May schrieb die Erzählung Der Oelprinz von August 1892 bis Anfang 1893 für die Jugendzeitschrift Der Gute Kamerad, in der sie von Oktober 1893 bis September 1894 erschien. 1897 kam sie bei der Union Deutsche Verlagsgesellschaft als Buch heraus, seit 1917 steht sie im Band 37 der Gesammelten Werke des Karl-May-Verlags.[4]
Bei May beginnt die Geschichte an der alten Mission San Xavier del Bac bei Tucson in Arizona.[5] Der Betrüger heißt Grinley; man nennt ihn den Oelprinzen, und er will einem Bankier eine Erdölquelle verkaufen.[6] Unter den deutschen Auswanderern sind der Schmiedemeister Ebersbach und seine Frau Rosalie, dazu kommt der Kantor emeritus Matthäus Aurelius Hampel aus Klotzsche bei Dresden.[5] An Winnetous Seite reitet bei May Old Shatterhand; Old Surehand und Old Wabble kommen in der Erzählung nicht vor.[5, 6, 20, 21] Die Ölquelle ist schon bei May ein Schwindel. Winnetou fragt seinen Freund, ob es am Chelly Erdöl geben könne, und bekommt eine kurze Antwort.[6]
Keinen Tropfen!
Wo wurde Der Ölprinz gedreht?
Laut filmportal.de wurde der Film im damaligen Jugoslawien gedreht.[1] Der Tourismusverband von Trilj im heutigen Kroatien schreibt, die Stadt sei 1965 einer der Drehorte gewesen; ein Teil des Films entstand in der Schlucht der Cetina bei der Festung Nutjak.[13] Einen Überblick über die Drehorte der Karl-May-Filme gibt die Seite Winnetou-Drehorte in Kroatien. Dirk Brüderle und Michael Scholten behandeln Trilj in ihrem Kroatien-Reiseführer im Kapitel über die Drehorte der Karl-May-Filme in einem eigenen Abschnitt.[12]

Wie viel Wahrheit steckt in Der Ölprinz?
Die wahre Geschichte dahinter
VolkNavajo
OrtWinnetou-Drehorte in KroatienKroatien, damals Jugoslawien: Nationalparks Paklenica, Plitvicer Seen und Krka, Naturpark Velebit mit Tulove grede und Pass Prezid, Canyon der Zrmanja, Rovanjska und Modrič, dazu Platak, Grobničko polje und die Cetina bei Trilj
Die Handlung ist erfunden und folgt nur lose Mays Erzählung.[3, 5, 6] Historisch ist der Hintergrund, die Jagd nach Erdöl. Laut National Park Service ließ Edwin L. Drake 1859 bei Titusville in Pennsylvania bohren. Am 27. August 1859 erreichte der Bohrer 69,5 Fuß (gut 21 Meter), und am folgenden Tag sah der Bohrmeister Öl im Rohr. Danach begann der erste Ölboom der Welt, und ein Vierteljahrhundert lang blieb die Gegend um Titusville das Ölzentrum der USA.[14]
Die Navajo des Films sind Figuren nach Karl May; Geschichte und Gegenwart der Nation beschreibt die Seite Navajo (Diné), die Darstellung indigener Menschen im Kino die Seite Indigene Völker im Western. Chelly heißt bei May der Fluss, an dem die angebliche Ölquelle liegen soll.[6] Den Namen trägt in Arizona auch der Canyon de Chelly, ein National Monument. Dort leben bis heute Diné-Familien, die Vieh halten und Felder bestellen; die Navajo nennen den Canyon Tsegi, englisch "within the rocks", etwa "inmitten der Felsen". Der National Park Service und die Navajo Nation verwalten die Kultur- und Naturschätze des Parks gemeinsam.[15]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Der Ölprinz erzählt vom Ölrausch im Wilden Westen.

Wie wurde Der Ölprinz aufgenommen?
Laut Rialto bekam der Film 1966 die Goldene Leinwand.[3] Das Lexikon des internationalen Films urteilt, die Karl-May-Verfilmung erreiche ihre Vorgänger weder in der Qualität noch in der Spannung; es empfiehlt sie ab 14 Jahren.[2] Dem Erfolg von Wendlandts Karl-May-Filmen an der Kasse stand nach der Neuen Deutschen Biographie häufig die Ablehnung der Filmkritik gegenüber; die Biographie nennt dazu das Schlagwort "Papas Kino".[16] Junkerjürgen zählt den Ölprinzen mit dem Schatz im Silbersee, den drei Winnetou-Filmen, Unter Geiern und Old Surehand 1. Teil zur Hauptreihe der Karl-May-Filme, die durch erfolgreiche Fernsehausstrahlungen in den 1970er und 1980er Jahren zum Kanon wurde.[11] In der DDR lief der Film ab dem 12. August 1983 im Kino und am 5. Januar 1985 erstmals im Fernsehen.[2]
Das Elspe Festival kündigt für 2027 Der Ölprinz als Bühnenstück an: Dort treten, wie bei May, Winnetou und Old Shatterhand gegen den Betrüger an.[17] Bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg steht die Spielzeit 2022 mit Der Ölprinz und 406.925 Besuchern laut Veranstalter auf Platz fünf der Besucherliste.[18]
- 28.03.1965Beginn der Dreharbeiten laut Rialto.[3]
- 31.05.1965Ende der Dreharbeiten laut Rialto.[3]
- 17.08.1965Prüfung durch die FSK, freigegeben ab 12 Jahren.[1]
- 25.08.1965Uraufführung im Mathäser Filmpalast in München.[1]
- 1966Goldene Leinwand laut Rialto.[3]
- 12.08.1983Kinostart in der DDR.[2]
- 05.01.1985Erste Ausstrahlung im Fernsehen der DDR.[2]
Häufige Fragen
Wer spielt in Der Ölprinz mit?
Stewart Granger spielt Old Surehand, Pierre Brice Winnetou und Harald Leipnitz den Ölprinzen. Dazu kommen Macha Méril als Lizzy, Terence Hill als Richard Forsythe, Walter Barnes als Campbell, Antje Weisgerber als Frau Ebersbach und Heinz Erhardt als Kantor Hampel.
Spielt Terence Hill in Der Ölprinz mit?
Ja, er spielt Richard Forsythe. Filmdienst und Rialto führen ihn unter seinem Geburtsnamen Mario Girotti, filmportal.de unter Terence Hill.
Wer ist der Ölprinz?
Im Film ein skrupelloser Geschäftemacher, gespielt von Harald Leipnitz, der einer Bank Ölquellen verkaufen will, die es nicht gibt. In Karl Mays Erzählung heißt der Betrüger Grinley; ihn nennen die Leute den Oelprinzen.
Wo wurde Der Ölprinz gedreht?
Gedreht wurde laut Rialto vom 28. März bis 31. Mai 1965, laut filmportal.de im damaligen Jugoslawien. Der Tourismusverband von Trilj im heutigen Kroatien schreibt, ein Teil des Films sei in der Schlucht der Cetina bei der Festung Nutjak entstanden.
Wann kam Der Ölprinz ins Kino?
Die Uraufführung war am 25. August 1965 im Mathäser Filmpalast in München. In der DDR lief der Film ab dem 12. August 1983 im Kino, im Fernsehen der DDR erstmals am 5. Januar 1985.
Beruht Der Ölprinz auf einer wahren Geschichte?
Die Handlung ist erfunden; sie folgt lose Mays Erzählung, und die Ölquellen sind schon dort ein Schwindel. Echt ist der Hintergrund: Laut National Park Service stieß Edwin L. Drake im August 1859 bei Titusville in Pennsylvania auf Öl, danach begann der erste Ölboom.
Wie lang ist Der Ölprinz und ab welchem Alter ist er freigegeben?
Der Filmdienst gibt 91 Minuten an, filmportal.de 90 Minuten. Die FSK gab den Film ab 12 Jahren frei, nicht feiertagsfrei; der Filmdienst empfiehlt ihn ab 14.
Quellen
- Filmdatenbank Der Ölprinz, Filmdatenbank. filmportal.de, Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Der Ölprinz, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 25.06.2025. abgerufen am 26.10.2026
- Der Ölprinz, Filmseite der Produktionsfirma (Angaben über sich selbst). Rialto Film GmbH, Berlin. Stand 2012. abgerufen am 26.10.2026
- Primärquelle Karl May: Der Oelprinz, Zur Textgestalt (Frank Werder). Karl-May-Gesellschaft. Stand 14.02.2022. abgerufen am 26.10.2026
- Primärquelle Karl May: Der Oelprinz, Erstes Kapitel: Das Kleeblatt, Der Gute Kamerad, 8. Jahrgang (1893/94), Text nach der Zeitschriftenfassung, S. 1, 58, 86 und 88. Karl-May-Gesellschaft. Stand 1893 (Erstdruck). abgerufen am 26.10.2026
- Primärquelle Karl May: Der Oelprinz, Zweites Kapitel: Im Mogollongebirge, Der Gute Kamerad, 8. Jahrgang (1893/94), Text nach der Zeitschriftenfassung, S. 187, 199 und 338. Karl-May-Gesellschaft. Stand 1893/94 (Erstdruck). abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Stewart Granger, Personenseite. filmportal.de, Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Old Surehand, Filmdatenbank. filmportal.de, Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Terence Hill, Personenseite. filmportal.de, Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Milan Srdoč, Personenseite. filmportal.de, Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Fachbuch Ralf Junkerjürgen: Warum Winnetou wichtig war, Kapitel Die sinnlichen Wasser der Krka, S. 55 bis 64 (Leseprobe des Verlags), 1. Auflage, 176 Seiten, ISBN 978-3-7410-0486-5. Schüren Verlag, Marburg. Stand August 2024. abgerufen am 26.10.2026
- Fachbuch Dirk Brüderle, Michael Scholten: Orte des Kinos. Kroatien. Auf den Spuren von Winnetou und Game of Thrones, Inhalt und Einleitung S. 5 bis 8 (Leseprobe des Verlags), ISBN 978-3-7410-0443-8. Schüren Verlag, Marburg. Stand 2023. abgerufen am 26.10.2026
- Winnetou (Rubrik Did you know?, Angaben über die eigene Stadt). Visit Trilj, Tourismusverband der Stadt Trilj. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle National Register of Historic Places Inventory, Nomination Form: Drake Oil Well (S. S. Bradford, Historic Sites Survey). National Park Service. Stand März 1978. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Canyon de Chelly National Monument (Startseite). National Park Service. Stand 21.10.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk Karin Herbst-Meßlinger: Wendlandt, Horst (Neue Deutsche Biographie 27, S. 774 bis 776). Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Deutsche Biographie. Stand 2020. abgerufen am 26.10.2026
- Karl-May-Festspiele 2027: Der Ölprinz, Schwarzes Gold in den Navajo Mountains (Angaben des Betreibers über sich selbst). Elspe Festival GmbH. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Saison-Abschluss 2026 (Pressemeldung des Veranstalters). Kalkberg GmbH Bad Segeberg, Karl-May-Spiele. Stand 06.09.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Tribal Nation Navajo Nation Enrollment Continues to Grow, Reflecting the Strength of Our People. Navajo Nation, Office of the President and Vice President. Stand 08.06.2026. abgerufen am 26.10.2026
- Primärquelle Karl May: Der Oelprinz, Drittes Kapitel: Am Petroleumsee, Der Gute Kamerad, 8. Jahrgang (1893/94), Text nach der Zeitschriftenfassung. Karl-May-Gesellschaft. Stand 1893/94 (Erstdruck). abgerufen am 26.10.2026
- Primärquelle Karl May: Der Oelprinz, Viertes Kapitel: Gerechte Strafe, Der Gute Kamerad, 8. Jahrgang (1893/94), Text nach der Zeitschriftenfassung. Karl-May-Gesellschaft. Stand 1893/94 (Erstdruck). abgerufen am 26.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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