WesternFilm

Hell or High Water (2016)

Kurz erklärt Hell or High Water ist ein Film von David Mackenzie nach einem Drehbuch von Taylor Sheridan, der im Mai 2016 in Cannes lief. Chris Pine und Ben Foster spielen Brüder, die Filialen der Bank überfallen, die ihre Ranch in West-Texas pfänden will; Jeff Bridges jagt sie als Texas Ranger. Der Filmdienst nennt ihn einen modernen Western über die Zeit nach dem Bankencrash 2008; gedreht wurde in New Mexico.

Ölpumpe in trockenem, goldgelbem Grasland hinter einem Stacheldrahtzaun unter weitem Abendhimmel
Bild: KI-generiert

Worum geht es in Hell or High Water?

Die Brüder Toby Howard (Chris Pine) und Tanner Howard (Ben Foster) überfallen im Westen von Texas Filialen genau der Bank, die das Land ihrer Familie pfänden will.[1, 3] Das Festival de Cannes nennt die Brüder einen ehemaligen Häftling und einen geschiedenen Vater; nach dem Presseheft ist Toby der Vater mit Ex-Frau und zwei Kindern, Tanner der frühere Häftling.[2, 3] Zu Beginn rauben die beiden am frühen Morgen zwei Filialen der Texas Midlands Bank aus. Sie nehmen nur die losen Scheine aus den Kassen, um Farbpatronen zu entgehen und nicht mehr als die örtliche Polizei auf sich zu ziehen.[5, 6]

Den Plan hat Toby ausgedacht. Nach der Beschreibung von Brian Eggert (Deep Focus Review) wollen die Brüder mit der Beute die Hypothek und die Steuerschulden auf die Ranch ihrer verstorbenen Mutter bezahlen. Die Fluchtwagen haben sie vorher gestohlen, nach jedem Überfall vergraben sie sie.[6] Das Geld tauschen sie in einem Kasino gegen Spielchips; den Gewinn lassen sie sich laut Eggert als Scheck auf die Texas Midlands ausstellen.[6, 7] Unter dem Land liegt Öl, was nur Toby weiß, und die Ranch soll in einen Trust für seine beiden Söhne gehen.[1, 6]

Auf ihre Spur setzt sich Marcus Hamilton (Jeff Bridges), ein Texas Ranger wenige Wochen vor der Pensionierung.[1] Sein Partner Alberto Parker (Gil Birmingham) ist nach den Worten von Bridges im Presseheft halb Comanche und halb Mexikaner, und Hamilton zieht ihn mit beidem auf.[3] Eggert nennt diese Sprüche Beleidigungen, die Alberto sichtlich treffen.[6] Als Tanner auf eigene Faust eine weitere Filiale überfällt, bekommt Hamilton laut Peter Sobczynski (RogerEbert.com) genug Hinweise, um dem Fall auf die Spur zu kommen; Toby muss seinen Plan beschleunigen.[5] Etwa zur Hälfte des Films stehen nach einem Überfall Einheimische mit Waffenschein vor der Bank, und es fallen Schüsse.[6] Trevor Johnston (Sight and Sound) hält einen Überfall auf eine größere Filiale voller Kunden, von denen fast alle bewaffnet sind, für vielleicht die einprägsamste Szene des Films: Die Bürger nehmen in ihren Autos die Verfolgung auf, Tanner schießt mit Waffen militärischer Art zurück, und die Kugeln treffen. Daraus wird eine Pattsituation im Freien, die Johnston an die Western früherer Jahre erinnert.[7]

Wie endet Hell or High Water?

Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.

Die letzte Szene des Films spielt zwischen Toby und Hamilton. Mackenzie drehte sie laut eigener Aussage an einem einzigen Tag, mit viel Dialog.[12] Sobczynski hielt das Finale für so unwahrscheinlich, dass es nicht die beabsichtigte Wirkung habe.[5]

Wer spielt in Hell or High Water mit?

Die vier Hauptrollen spielen Jeff Bridges, Chris Pine, Ben Foster und Gil Birmingham.[1, 3] Birmingham hat nach Angaben des Regisseurs selbst Comanche-Vorfahren und brachte dieses Wissen in die Rolle ein.[3] Peter Travers (Rolling Stone) fühlte sich bei Bridges an dessen Rolle in True Grit erinnert, Eggert verglich Fosters Tanner mit dessen Rolle in Todeszug nach Yuma.[4, 6] Für seine Rolle sprach Bridges laut Presseheft mit Joaquin Jackson, einem Texas Ranger, den eine Titelgeschichte der Zeitschrift Texas Monthly bekannt gemacht hatte.[3]

Darsteller und Rollen laut Filmdienst[1]
DarstellerRolle
Jeff BridgesMarcus Hamilton
Chris PineToby Howard
Ben FosterTanner Howard
Gil BirminghamAlberto Parker
Katy MixonJenny Ann
Dale DickeyElsie
Kevin RankinBilly Rayburn
Marin IrelandDebbie Howard
Taylor SheridanCowboy
Amber MidthunderKassiererin in Vernon

Wie entstand Hell or High Water?

Das Drehbuch schrieb der Schauspieler Taylor Sheridan, der laut Britannica in Fort Worth in Texas aufwuchs.[9] Laut Presseheft entstand es gleich nach Sicario, als Teil einer geplanten Trilogie über den neuen Westen. Es kam auf die Black List, eine jährliche Liste besonders begehrter, noch nicht verfilmter Drehbücher, und Sidney Kimmel Entertainment erwarb es; Sheridans Lebenslauf im Presseheft nennt 2012 als Jahr des Verkaufs.[3] Sein Arbeitstitel war Comancheria. Sheridan sagte laut Britannica, ihn habe die Lage rund um die frühere Ranch seiner Familie angeregt.[9] Der spätere Titel ist Teil der englischen Redewendung "come hell or high water": Etwas geschieht auf jeden Fall, auch wenn andere Umstände es schwer machen.[11] Britannica zählt Sicario, Hell or High Water und Wind River zu einer Filmtrilogie Sheridans über die amerikanische Frontier; in Wind River, den Sheridan auch inszenierte, spielt Gil Birmingham wieder mit, und die Musik schrieben erneut Nick Cave und Warren Ellis.[9, 13]

Als Regisseur wählten die Produzenten den Schotten David Mackenzie, nachdem sie sein Gefängnisdrama Starred Up gesehen hatten.[3] Produziert haben Film 44, OddLot Entertainment und Sidney Kimmel Entertainment. Hinter der Kamera stand Giles Nuttgens, den Schnitt machte Jake Roberts, die Musik schrieben Nick Cave und Warren Ellis.[1] Laut Mackenzie teilte sich der Dreh nach der Verfügbarkeit der Darsteller in zwei Abschnitte: zuerst die Szenen mit Pine und Foster, danach die mit Bridges und Birmingham.[12]

Wo wurde Hell or High Water gedreht?

Der Film spielt im Westen von Texas, gedreht wurde aber in New Mexico. Der Szenenbildner Tom Duffield fand laut Presseheft in Moriarty, Estancia und Tucumcari sowie in Clovis und Portales, nur wenige Meilen von der Grenze zu Texas, die Kleinstädte, die texanische Orte darstellen.[3] Vor dem Dreh fuhr Mackenzie mit Nuttgens und Duffield durch die Orte in Texas, an die Sheridan beim Schreiben gedacht hatte, um danach in New Mexico Orte zu finden, die ihnen gleichen.[3]

Als eine der Filialen der erfundenen Texas Midlands Bank diente die Western Bank in Clovis. Sie schloss für einen Drehtag und erlaubte sogar Schüsse im Gebäude. Der erste Überfall des Films spielt in Archer City in Texas, wo 1971 The Last Picture Show entstand; dort gedreht wurde er aus Kostengründen nicht.[3] Mackenzie erinnert sich an den nassesten Sommer, den New Mexico je hatte, und an Gewitter, die den Dreh oft unterbrachen.[12]

Leere Hauptstraße einer kleinen Präriestadt mit geschlossenen Backsteinläden ohne Schilder, davor ein staubiger Pick-up im Nachmittagslicht
Kleinstadt in der Prärie mit leeren Läden Bild: KI-generiert

Wie viel Wahrheit steckt in Hell or High Water?

Einen echten Bankraub als Vorlage nennt keine der Quellen.[1, 3, 9] Der Filmdienst ordnet den Film in die Wirtschaftskrise der USA ein und spricht von einem kritisch-sarkastischen Blick auf das ländliche Amerika nach dem Bankencrash von 2008.[1] Die Produzentin Julie Yorn berichtet im Presseheft, bei der Suche nach Drehorten hätten sie gesehen, wie viele Banken geschlossen hatten, und Landbesitzer in Not getroffen, wie Toby und Tanner es sind.[3] Eggert bemerkt die Schilder, die am Straßenrand Hilfe bei Schulden anbieten.[6] Sheridan selbst beschreibt Texas im Presseheft als Land von Aufschwung und Absturz: Eine Dürre habe die Rinderzucht schwer getroffen, danach sei der Ölpreis gefallen.[3]

Comancheria, der Arbeitstitel des Drehbuchs, ist der Name für das Land der Comanche; West-Texas war nach dem Presseheft über Jahrhunderte ihr Land.[3, 10] Laut Handbook of Texas wurde ein großer Teil der südlichen Plains, darunter weite Teile von Nord-, Zentral- und Westtexas, zum Land der Comanche, der Comanchería. Als Texas 1836 unabhängig wurde, beherrschten sie die Plains von Texas noch vollständig.[10] Nach dem Red River War von 1874 mussten sie ins Reservat im Indianer-Territorium; eine Zählung dort ergab 1875 nur noch 1.597 Comanche.[10] Im Film bringt laut Presseheft der Pokerspieler Bear (Gregory Cruz) die Comancheria zur Sprache. Alberto trägt den Nachnamen von Quanah Parker und weiß, dass sich der Verlust von Land und Auskommen, den die Comanche im 19. Jahrhundert erlitten, in den Städten des heutigen Texas wiederholt.[3] Franz Everschor schreibt im Filmdienst, ähnlich wie einst den Comanche falle jetzt den Brüdern die Rolle der Verlierer zu.[1]

Hamilton und Alberto sind Texas Rangers. Laut Presseheft beschäftigten sich Mackenzie und Bridges zuerst mit der Geschichte der Rangers, mit ihren Regeln und ihrem Ehrbegriff.[3] Wie Banken im Wilden Westen überfallen wurden, steht auf der Seite Banküberfälle.

Windrad und runder Wassertank aus Metall auf einer trockenen Rinderweide mit vereinzelten Büschen, dahinter ein weiter Horizont im Abendlicht
Weide mit Windrad und Wassertank im Abendlicht Bild: KI-generiert

Ist Hell or High Water ein Western?

In der Genreangabe führt der Filmdienst ihn als Drama und Krimi, im Text nennt er ihn einen modernen Western. Everschor schreibt, Sheridan übertrage die Regeln des Western in die Gegenwart.[1] Peter Travers nannte ihn im Rolling Stone einen fesselnden Western von heute, Eggert einen modernen Western.[4, 6] Mackenzie selbst sagte im Presseheft, der Film sei in vieler Hinsicht ein Western, habe aber auch die Anlagen eines Heist-Films (Film über einen geplanten Raub), eines Buddy-Films, eines Roadmovies und eines Familiendramas.[3] Sobczynski fand, der Film bemühe sich zu sehr, wie No Country for Old Men zu wirken.[5] Mehr über die Gattung steht auf der Seite Neo-Western.

Wie wurde Hell or High Water aufgenommen?

Uraufgeführt wurde der Film im Mai 2016 in der Reihe Un Certain Regard des Festivals von Cannes.[2, 3, 12] Bei der 89. Oscarverleihung am 26. Februar 2017 war er viermal nominiert: als bester Film (Carla Hacken und Julie Yorn als Produzentinnen), für Jeff Bridges als besten Nebendarsteller, für Sheridans Originaldrehbuch und für den Schnitt von Jake Roberts. Gewonnen hat er keinen der Preise.[8] Für das Drehbuch bekam Sheridan laut Britannica auch eine Nominierung für den Golden Globe.[9]

Travers lobte die Darsteller und riet, den Film so bald wie möglich anzusehen.[4] Johnston bescheinigte Mackenzie in Sight and Sound eine unaufdringliche, aber echte Meisterschaft.[7] Sobczynski war zurückhaltender: Der Film sei etwas weniger als die Summe seiner Teile und lehne sich zu sehr an seine Vorbilder an.[5]

In der Schweiz lief Hell or High Water ab dem 3. November 2016, in Deutschland ab dem 12. Januar 2017. ProSieben zeigte ihn erstmals am 10. Februar 2019. Die FSK gab ihn ab 12 Jahren frei. Das Lexikon des internationalen Films nennt ihn "spannend, ironisch und enthüllend zugleich" und empfiehlt ihn als sehenswert ab 16.[1]

Zeitleiste: Hell or High Water
  1. 2012Taylor Sheridan verkauft sein Drehbuch an Sidney Kimmel Entertainment.[3] Taylor Sheridan
  2. Mai 2016Uraufführung in der Reihe Un Certain Regard des Festivals von Cannes.[3, 12]
  3. 03.11.2016Kinostart in der Schweiz.[1]
  4. 12.01.2017Kinostart in Deutschland.[1]
  5. 26.02.201789. Oscarverleihung: vier Nominierungen, kein Preis.[8]
  6. 10.02.2019Erste Ausstrahlung bei ProSieben.[1]

Häufige Fragen

Worum geht es in Hell or High Water?

Die Brüder Toby und Tanner Howard überfallen im Westen von Texas Filialen der Texas Midlands Bank, die das Land ihrer Familie pfänden will. Mit dem Geld wollen sie die Schulden auf die Ranch ihrer verstorbenen Mutter bezahlen. Der Texas Ranger Marcus Hamilton und sein Partner Alberto Parker sind ihnen auf der Spur.

Wer spielt in Hell or High Water mit?

Chris Pine spielt Toby Howard, Ben Foster seinen Bruder Tanner. Jeff Bridges ist der Texas Ranger Marcus Hamilton, Gil Birmingham sein Partner Alberto Parker. In Nebenrollen spielen unter anderem Katy Mixon, Dale Dickey und Marin Ireland; der Drehbuchautor Taylor Sheridan steht beim Filmdienst als Cowboy in der Besetzung.

Wo wurde Hell or High Water gedreht?

In New Mexico, obwohl der Film in West-Texas spielt. Laut Presseheft standen Moriarty, Estancia, Tucumcari, Clovis und Portales für texanische Kleinstädte; in Clovis diente die Western Bank als Filiale der erfundenen Texas Midlands Bank.

Beruht Hell or High Water auf einer wahren Geschichte?

Keine der Quellen nennt einen echten Bankraub als Vorlage. Laut Britannica ließ sich Taylor Sheridan von der Lage rund um die frühere Ranch seiner Familie anregen. Der Filmdienst ordnet den Film in die Zeit nach dem Bankencrash von 2008 ein.

Was bedeutet der Titel Hell or High Water?

Der Titel stammt aus der englischen Redewendung "come hell or high water". Merriam-Webster erklärt sie so: Etwas geschieht auf jeden Fall, auch wenn andere Umstände es schwer machen. Im Deutschen heißt der Film ebenfalls Hell or High Water; das Drehbuch hieß zuerst Comancheria.

Wie viele Oscars bekam Hell or High Water?

Keinen. Bei der 89. Oscarverleihung am 26. Februar 2017 war der Film viermal nominiert: als bester Film, für Jeff Bridges als Nebendarsteller, für das Originaldrehbuch von Taylor Sheridan und für den Schnitt von Jake Roberts.

Wie lang ist Hell or High Water und ab wie viel Jahren?

Der Filmdienst und das Festival de Cannes nennen 102 Minuten. Die FSK gab den Film ab 12 Jahren frei, der Filmdienst empfiehlt ihn ab 16.

Hängen Hell or High Water und Wind River zusammen?

Beide stammen von Taylor Sheridan. Britannica zählt Sicario, Hell or High Water und Wind River zu einer Trilogie über die amerikanische Frontier. Gil Birmingham spielt in beiden Filmen mit, die Musik schrieben jeweils Nick Cave und Warren Ellis.

Quellen

  1. Filmdatenbank Hell or High Water, Lexikon des internationalen Films, mit Kritik von Franz Everschor. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 27.01.2019. abgerufen am 27.10.2026
  2. Filmdatenbank Hell or High Water, Filmseite der Sélection officielle 2016, Un Certain Regard. Festival de Cannes. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  3. Hell or High Water, Presseheft (englisch), International Publicity Rogers and Cowan. Festival de Cannes (Download auf der Filmseite). Stand 2016. abgerufen am 27.10.2026
  4. Presse Hell or High Water Review: Modern-Day Western Takes on the Banks and Wins, von Peter Travers. Rolling Stone. Stand 10.08.2016. abgerufen am 27.10.2026
  5. Presse Hell or High Water, Kritik von Peter Sobczynski. RogerEbert.com. Stand 12.08.2016. abgerufen am 27.10.2026
  6. Presse Hell or High Water, Kritik von Brian Eggert. Deep Focus Review. Stand 18.08.2016. abgerufen am 27.10.2026
  7. Presse Film of the week: Hell or High Water, Kritik von Trevor Johnston. Sight and Sound, British Film Institute. Stand 13.09.2016. abgerufen am 27.10.2026
  8. The 89th Academy Awards, 2017. Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  9. Nachschlagewerk Taylor Sheridan, Artikel von Luisa Colón. Encyclopaedia Britannica. Stand 11.10.2023, aktualisiert 20.04.2026. abgerufen am 27.10.2026
  10. Nachschlagewerk Carol A. Lipscomb: Comanche Indians (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 09.10.2020. abgerufen am 27.10.2026
  11. Nachschlagewerk come hell or high water. Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  12. Presse Hell or High Water, interview with David MacKenzie. Festival de Cannes. Stand 16.05.2016. abgerufen am 27.10.2026
  13. Filmdatenbank Wind River, Lexikon des internationalen Films, mit Kritik von Franz Everschor. filmdienst.de. Stand Kritik veröffentlicht am 31.01.2018. abgerufen am 27.10.2026

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