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Todeszug nach Yuma (2007)
Kurz erklärt Todeszug nach Yuma (3:10 to Yuma) ist ein Western von James Mangold aus dem Jahr 2007 nach einer Kurzgeschichte von Elmore Leonard von 1953 und ein Remake von Zähl bis drei und bete (1957). Christian Bale spielt den Rancher Dan Evans, der den Banditen Ben Wade (Russell Crowe) zum Zug nach Yuma bringen soll. Keine Quelle nennt eine historische Vorlage; das Gefängnis in Yuma gab es aber, es nahm 1876 die ersten Häftlinge auf.

Worum geht es in Todeszug nach Yuma?
Dan Evans (Christian Bale) hat laut Roger Ebert im Bürgerkrieg ein Bein verloren und versucht im Arizona-Territorium sein Glück als Rancher. Es läuft schlecht, und ein Nachbar will ihn von seinem Land vertreiben.[4] Der Hollywood Reporter beschreibt das Land als von Dürre zerstört; der Mann, der die Urkunde darüber hält, will mit der kommenden Eisenbahn ein Geschäft machen. Evans ist verschuldet und kämpft um den Respekt seines 14 Jahre alten Sohnes William und seiner Frau Alice.[6] Der Filmdienst nennt ihn einen Farmer am Rand des Ruins.[1]
Ben Wade (Russell Crowe) führt eine Bande, die nach Ebert Postkutschen und Banken überfällt und Menschen beiläufig tötet.[4] Evans wird Zeuge, wie Wade gefasst wird. Grayson Butterfield, ein Vertreter der Southern Pacific Railroad, sucht Freiwillige, die den Gefangenen in drei Tagen nach Contention bringen sollen. Dort fährt um 3:10 Uhr nachmittags der Zug nach Yuma ab. Evans macht für 200 Dollar mit.[6] Der Trupp bricht laut einer Berichtigung der New York Times in Bisbee auf.[5] Im Postwagen des Zuges wartet laut Ebert eine Zelle, die Wade ins Gefängnis von Yuma und zu einem sicheren Todesurteil bringen soll.[4]
Zum Trupp gehören der Kopfgeldjäger Byron McElroy (Peter Fonda), der laut Ebert lieber die Prämie für Wade kassieren würde, und ein Tierarzt (Alan Tudyk).[4, 6] Charlie Prince (Ben Foster), Wades rechte Hand, ist ihnen mit der Bande auf den Fersen. Weitere Feinde lauern laut A. O. Scott in der New York Times überall, von Apachen bis zu konkurrierenden Eisenbahnunternehmern.[5] Evans' Sohn William kennt Wade aus Groschenheften, bewundert ihn und reitet dem Trupp heimlich nach.[4] Wade zeichnet, liest und philosophiert; Ebert nennt ihn ungleich klüger als die Männer seiner Bande.[4]
Wie endet Todeszug nach Yuma?
Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.
Schließlich sitzen Evans und Wade in einem Zimmer des Hotels von Contention mit Blick auf die Straße, in Hörweite der Zugpfeife, und draußen stehen Bewaffnete, die Wade befreien oder töten wollen.[4] In Contention findet laut American Cinematographer auch die entscheidende Schießerei statt; sie wurde auf der Bonanza Creek Ranch gedreht.[7] Roger Ebert schrieb in seiner Kritik, man solle auf Wades letzte Worte achten, darauf, an wen er sie richtet, und warum.[4]
Welche Vorlage hat Todeszug nach Yuma?
Der Film beruht auf der Kurzgeschichte "Three Ten to Yuma" von Elmore Leonard, erschienen im Dime Western Magazine im März 1953.[2] Leonard arbeitete damals als Werbetexter und schrieb nebenbei Westerngeschichten, meist für Groschenmagazine. Seine Stoffe fand er bei der Kavallerie und den Apachen im südlichen Arizona der 1880er Jahre. In den 1950er Jahren schrieb er fünf Westernromane und 30 Kurzgeschichten; zwei davon verkaufte er an den Film, 3:10 to Yuma und The Tall T.[8]
Die erste Verfilmung drehte Delmer Daves 1957 für Columbia, in Schwarz-Weiß, nach einem Drehbuch von Halsted Welles. In Deutschland hieß sie Zähl bis drei und bete. Glenn Ford spielte Ben Wade, Van Heflin Dan Evans.[3, 7] Nach dem Filmdienst wartet der Farmer dort mit seinem Gefangenen einige Stunden in einem Hotelzimmer auf den Zug und fürchtet, die Bande könne den Gefangenen gewaltsam befreien.[3] Der Hollywood Reporter nennt die Länge des alten Films 92 Minuten, der Filmdienst 93 Minuten.[3, 6] Roger Ebert und der Hollywood Reporter ziehen den Vergleich mit Zwölf Uhr mittags (1952), in dem ebenfalls eine Uhr den Ablauf bestimmt.[4, 6]
Der alte Film spielte zu einem guten Teil in einem einzigen Hotelzimmer. Mangold öffnet die Geschichte, wie der Hollywood Reporter schreibt, mit Actionszenen und weiten Landschaften; das Hotelzimmer bleibt für die letzte Aussprache zwischen Evans und Wade.[6] Als Autor wird Halsted Welles auch bei der Neufassung geführt, neben Michael Brandt und Derek Haas.[1, 2]
Wie entstand Todeszug nach Yuma?
Laut American Cinematographer war der Film zuerst mit fast 100 Millionen Dollar geplant. Sony Pictures gab das Projekt ab, Lionsgate übernahm es, und gedreht wurde dann mit etwa 50 Millionen Dollar. Der Drehplan umfasste 54 Tage und rückte in den Winter. Das Team hatte so nur rund sechs Stunden volles Tageslicht, und nach der Weihnachtspause lagen die Kulissen unter tiefem Schnee.[7] Regisseur James Mangold arbeitete wie bei Walk the Line mit dem Kameramann Phedon Papamichael. Papamichael drehte im Breitformat Super 35 und nannte den Film ein psychologisches Westerndrama, in dem es mehr um Gesichter, Dialoge und Figuren gehe als um die Landschaft.[7]
Produziert hat Cathy Konrad für Relativity Media und Tree Line Film; die Musik schrieb Marco Beltrami, den Schnitt machte Michael McCusker.[1, 2]
Wo wurde Todeszug nach Yuma gedreht?
Die Handlung spielt in Arizona, gedreht wurde in New Mexico, in und um Santa Fe, Abiquiu und Galisteo (weitere Schauplätze unter Western-Drehorte).[4, 7]
| Drehort | Was dort entstand |
|---|---|
| Bonanza Creek Ranch, New Mexico | die Stadt Contention mit der Schießerei am Ende[7] |
| Galisteo, New Mexico | die Stadt Bisbee, in der sich Wade und Evans begegnen[7] |
| Cerro Pelon Ranch bei Santa Fe | zusätzliche Gebäude, eigens gebaut[7] |
| Turnhalle in Santa Fe | einige Szenen am Lagerfeuer, geschützt vor der Kälte[7] |
| Bronson Canyon, Los Angeles | einige Nachtaufnahmen[7] |
Papamichael sagte American Cinematographer, die Sonne stehe dort im Winter fast immer tief, und den großen blauen Himmel nutzte das Team mit Reflektoren für natürlicheres Licht. Den dritten Akt drehte es zum großen Teil in einem sehr kleinen Hotelzimmer im ersten Stock, in dem manchmal acht Darsteller standen.[7]
Die Cerro Pelon Ranch bei Galisteo war laut Santa Fe New Mexican Kulisse vieler Western: 1984 bauten die damaligen Besitzer Bill und Marian Cook dort eine Westernstadt für Silverado, später entstanden dort unter anderem Lonesome Dove und 3:10 to Yuma.[11]

Wie viel Wahrheit steckt in Todeszug nach Yuma?
Die wahre Geschichte dahinter
OrtSanta FeHauptstadt von New Mexico und Sitz des Santa Fe County, am Santa Fe River am Fuß der Sangre de Cristo Mountains, auf 6.996 Fuß (2.132 m) Höhe
Als Vorlage nennen der AFI Catalog und der Filmdienst nur Leonards Kurzgeschichte; keine der Quellen nennt eine historische Vorlage.[1, 2] In beiden Verfilmungen heißen die Hauptfiguren gleich: Ben Wade, Dan Evans und Charlie Prince.[2, 3]
Das Gefängnis, in das der Zug fahren soll, gab es. 1875 genehmigte das Parlament des Territoriums Arizona ein Territorialgefängnis und setzte dafür 25.000 Dollar an. Am 28. April 1876 begann in Yuma der Bau, und einige Häftlinge mussten ihre eigenen Zellen mitbauen. Am 1. Juli 1876 zogen die ersten sieben Häftlinge ein.[10] Dort saßen Gesetzesbrecher vieler Art, auch die Postkutschenräuberin Pearl Hart (mehr unter Postkutschenüberfälle, zum Gefängniswesen unter Recht und Ordnung im Wilden Westen). Nach 33 Jahren war das Gefängnis überfüllt, und alle Häftlinge kamen in einen Neubau in Florence, Arizona.[10]
Die Ruinen stehen auf einer Anhöhe über dem Colorado River und gehören heute zum Yuma Territorial Prison State Historic Park. Die Stadt Yuma verkaufte das Gelände am 4. Oktober 1960 für einen Dollar an die Parkbehörde von Arizona, am 1. Januar 1961 öffnete der Park für Besucher, zuerst eingeschränkt.[10]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Todeszug nach Yuma erzählt eine wahre Geschichte aus Arizona.
Was belegt ist
Der Film beruht auf der Kurzgeschichte Three Ten to Yuma, die Elmore Leonard im März 1953 im Dime Western Magazine veröffentlichte; keine Quelle nennt eine historische Vorlage. Wahr ist das Gefängnis von Yuma: Es nahm am 1. Juli 1876 die ersten sieben Häftlinge auf und war 33 Jahre in Betrieb.[1, 2, 10]

Wie wurde Todeszug nach Yuma aufgenommen?
In Los Angeles und New York lief der Film am 7. September 2007 an, verliehen von Lionsgate.[2] Laut American Cinematographer standen im selben Herbst drei Western an, neben diesem Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford und No Country for Old Men.[7] In Deutschland kam er am 13. Dezember 2007 ins Kino, freigegeben ab 16 Jahren. Die DVD folgte am 24. April 2008; im Fernsehen lief er am 9. April 2010 bei SF 2 in der Schweiz und am 15. August 2010 bei ProSieben.[1]
Roger Ebert schrieb in der Chicago Sun-Times, der Film stelle "das verwundete Herz des Western" wieder her (Übersetzung der Redaktion), und hielt ihn für noch besser als das Original von 1957, weil die Darsteller besser seien und mehr Gedanken in ihren Dialogen steckten.[4] A. O. Scott lobte in der New York Times Crowe, Bale und die Nebendarsteller, schrieb aber, falls der Film schwächer sei als das Original, bleibe er eher als mäßig befriedigende Unterhaltung in Erinnerung denn als Klassiker.[5] Der Hollywood Reporter fand die Fahrt dank der Besetzung meist fesselnd, das Öffnen der Geschichte gehe aber auf Kosten der Geschlossenheit des Originals.[6] Strenger urteilte der Filmdienst: Der neue Film "kompensiert seinen Mangel an Originalität durch Action", finde aber keinen Zugang zum Stoff, der über das heute nicht mehr wirksame Spiel mit traditionellen Genreformen hinausgehe.[1]
Bei der 80. Oscarverleihung am 24. Februar 2008 war der Film zweimal nominiert, für die Musik von Marco Beltrami und für den Tonmix von Paul Massey, David Giammarco und Jim Stuebe; gewonnen hat er nicht.[9]
- 1953Im März erscheint Elmore Leonards Kurzgeschichte Three Ten to Yuma im Dime Western Magazine.[2]
- 13.09.1957Deutsche Erstaufführung der ersten Verfilmung, Zähl bis drei und bete von Delmer Daves.[3]
- 07.09.2007Start in Los Angeles und New York.[2]
- 13.12.2007Deutsche Erstaufführung.[1]
- 24.02.200880. Oscarverleihung: zwei Nominierungen, für die Musik und den Tonmix.[9]
- 15.08.2010Erste Ausstrahlung bei ProSieben.[1]
Häufige Fragen
Beruht Todeszug nach Yuma auf einer wahren Geschichte?
Keine der Quellen nennt eine historische Vorlage. Der Film beruht auf der Kurzgeschichte "Three Ten to Yuma" von Elmore Leonard, die im März 1953 im Dime Western Magazine erschien. Real ist das Territorialgefängnis in Yuma, das am 1. Juli 1876 die ersten sieben Häftlinge aufnahm.
Wer spielt in Todeszug nach Yuma mit?
Russell Crowe spielt den Banditen Ben Wade, Christian Bale den Rancher Dan Evans. Dazu kommen Peter Fonda als Kopfgeldjäger Byron McElroy, Ben Foster als Charlie Prince, Gretchen Mol als Alice Evans und Logan Lerman als William Evans.
Wo wurde Todeszug nach Yuma gedreht?
In New Mexico, in und um Santa Fe, Abiquiu und Galisteo. Die Bonanza Creek Ranch war die Stadt Contention, Galisteo stellte Bisbee dar. Einige Nachtaufnahmen entstanden im Bronson Canyon in Los Angeles.
Ist Todeszug nach Yuma ein Remake?
Ja. Der Filmdienst führt ihn als Remake von Zähl bis drei und bete, dem Film von Delmer Daves aus dem Jahr 1957 mit Glenn Ford als Ben Wade und Van Heflin als Dan Evans. Beide Filme gehen auf dieselbe Kurzgeschichte von Elmore Leonard zurück.
Wie lang ist Todeszug nach Yuma?
Der Filmdienst gibt 117 Minuten an, der AFI Catalog 122 Minuten. Freigegeben ist der Film ab 16 Jahren.
Wann kam Todeszug nach Yuma in die deutschen Kinos?
Die deutsche Erstaufführung war am 13. Dezember 2007. In Los Angeles und New York lief der Film schon am 7. September 2007 an.
Hat Todeszug nach Yuma einen Oscar gewonnen?
Nein. Nominiert war er 2008 zweimal: für die Musik von Marco Beltrami und für den Tonmix.
Quellen
- Filmdatenbank Todeszug nach Yuma, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 22.05.2012. abgerufen am 27.10.2026
- Filmdatenbank 3:10 to Yuma (2007), AFI Catalog of Feature Films. American Film Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Filmdatenbank Zähl bis drei und bete, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Presse 3:10 to Yuma, Kritik von Roger Ebert. RogerEbert.com, zuerst Chicago Sun-Times. Stand 06.09.2007. abgerufen am 27.10.2026
- Presse In the Ol' West, a Very Tough Commute, Kritik von A. O. Scott. The New York Times. Stand 07.09.2007, berichtigt 13.09.2007. abgerufen am 27.10.2026
- Presse 3:10 to Yuma: Unsafe Passage, von Joe Donovan. American Cinematographer, American Society of Cinematographers. Stand Oktober 2007. abgerufen am 27.10.2026
- The Story (Biografie, Text von Gregg Sutter). Elmore Leonard, elmoreleonard.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- The 80th Academy Awards, 2008. Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Park History (Yuma Territorial Prison State Historic Park). Arizona State Parks and Trails. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Tom Ford ranch near Galisteo finds a buyer amid pandemic, von Teya Vitu. Santa Fe New Mexican. Stand 08.01.2021. abgerufen am 27.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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