WesternFilm
Silverado (1985)
Kurz erklärt Silverado ist ein US-Western von Lawrence Kasdan, der am 10. Juli 1985 in die amerikanischen Kinos kam, in Deutschland am 9. Januar 1986. Vier Männer, gespielt von Kevin Kline, Scott Glenn, Kevin Costner und Danny Glover, treffen sich unterwegs und stellen sich in der Stadt Silverado einem korrupten Sheriff und einem Rancher entgegen. Die Geschichte ist erfunden; gedreht wurde ganz in New Mexico, die Filmstadt entstand auf einer Ranch bei Galisteo.

Worum geht es in Silverado?
Der Cowboy Emmett wird in seiner Unterkunft von Fremden überfallen, erschießt die Angreifer und reitet mit einem ihrer Pferde davon. Tage später findet er den bewusstlosen Paden, dem Angreifer Pferd und Vorräte gestohlen haben. Emmett leiht ihm ein Pferd, und beide reiten zu einem Außenposten der Kavallerie. Dort erschießt Paden den Dieb seines Pferdes, und sein alter Freund Cobb bürgt für ihn. Dann ziehen sie weiter in die Stadt Turley.[2] Dort sehen sie, wie der Schwarze Malachi "Mal" Johnson im Saloon nicht bedient wird und sich gegen eine Schlägerei wehrt; Sheriff John Langston weist ihn aus der Stadt.[2] Im Gefängnis von Turley sitzt Emmetts Bruder Jake, der am nächsten Tag gehängt werden soll. Emmett will ihn befreien. Paden erschießt einen Mann, der seinen gestohlenen Hut trägt und zur Waffe greift, und landet in derselben Zelle. Die beiden brechen aus, Emmett wartet mit den Pferden, und Mal hilft ihnen, Langstons Verfolger abzuschütteln.[2]
Zu viert ziehen sie weiter nach Silverado. Unterwegs holen sie einem Siedlertreck das Geld zurück, das ihm angeheuerte Fuhrleute geraubt haben; Paden lernt dabei die Siedlerin Hannah kennen.[2] In Silverado leben Emmetts und Jakes Schwester Kate, ihr Mann J. T. und ihr Sohn Augie. Emmett und Jake wollen von dort aus nach Kalifornien.[2] Mal findet die Farm seiner Eltern niedergebrannt. Sein Vater Ezra erzählt, die Mutter sei gestorben und der Rancher Ethan McKendrick treibe seine Rinder auf ihr Land, um es an sich zu bringen.[2]
In der Stadt erfährt Paden, dass sein alter Gefährte Cobb Sheriff von Silverado ist und den Saloon besitzt, den die Wirtin Stella führt; Cobb gibt ihm die Spieltische.[2] McKendricks Leute erschießen Ezra Johnson, überfallen ein Fest der Siedler und setzen später Kates Haus in Brand; Jake wird verschleppt, Augie entführt. Cobb steht auf McKendricks Seite und lässt Mal einsperren.[2] Mals Schwester Rae, die in der Stadt lebt, hilft ihm aus dem Gefängnis. Emmett, Mal und Paden reiten zu McKendricks Ranch, um Jake und Augie zu holen.[2]
Wie endet Silverado?
Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.
Auf der Ranch rettet Emmett den Jungen, und Jake, den Augie schon tot glaubte, greift wieder in den Kampf ein. In der Stadt stirbt McKendrick, als Emmett ihn mit dem Pferd umreitet. Paden fordert Cobb zum Duell und erschießt ihn.[2] Mal verlässt die Stadt mit Rae, Hannah verabschiedet Emmett, und Paden zeigt seinen neuen Stern: Er ist jetzt Sheriff von Silverado. Emmett und Jake reiten nach Kalifornien und versprechen wiederzukommen.[2]
Wer spielt in Silverado mit?
Die vier Helden spielen Kevin Kline als Paden, Scott Glenn als Emmett, Kevin Costner als Jake und Danny Glover als Mal.[1, 2] Fest zugesagt waren laut Daily Variety im September 1984 zunächst nur Glenn und Kline; Danny Glover und Kevin Costner kamen laut Los Angeles Times kurz darauf dazu.[2] Für Costner war Jake laut Britannica der Durchbruch. Seine Szenen in Kasdans Film The Big Chill von 1983 waren herausgeschnitten worden, danach besetzte Kasdan ihn in Silverado.[3]
| Darsteller | Rolle |
|---|---|
| Kevin Kline | Paden[2] |
| Scott Glenn | Emmett[2] |
| Kevin Costner | Jake[2] |
| Danny Glover | Malachi "Mal" Johnson[2] |
| Brian Dennehy | Cobb, Sheriff von Silverado[2] |
| Rosanna Arquette | Hannah[2] |
| Linda Hunt | Stella[2] |
| Jeff Goldblum | Calvin "Slick" Stanhope[2] |
| John Cleese | Sheriff John Langston von Turley[2] |
| Ray Baker | Ethan McKendrick[2] |
| Lynn Whitfield | Rae Johnson[2] |
| Joe Seneca | Ezra Johnson[2] |
Wie entstand Silverado?
Columbia Pictures hatte das Drehbuch bei Lawrence Kasdan in Auftrag gegeben. Als die Kosten auf 27 Millionen Dollar geschätzt wurden, wollte das Studio den Film laut Los Angeles Times nicht mehr machen. Kasdan suchte andere Geldgeber, fand keine und kam mit einem Plan über 20 Millionen Dollar zu Columbia zurück.[2] Das Drehbuch schrieb er mit seinem Bruder Mark Kasdan.[9] Er führte Regie und produzierte, die Kamera führte John Bailey, den Schnitt machte Carol Littleton, die Musik schrieb Bruce Broughton.[1, 2]
Die Angaben zu den Kosten gehen auseinander. New Mexicos Gouverneur Toney Anaya hatte im September 1984 von 30 bis 40 Millionen Dollar gesprochen, was Daily Variety einen Tag später berichtigte. American Cinematographer schrieb im Juli 1985 von 22,5 Millionen Dollar. Der Hollywood Reporter nannte in seiner Kritik 35 Millionen und am Tag darauf 22 Millionen Dollar.[2]
Geplant war ein Dreh im Sommer. Weil Columbia das Projekt zwischenzeitlich abgegeben hatte, verschob sich der Beginn; als Starttermin meldete Daily Variety den 26. November 1984.[2] So wurde im Winter gedreht. Laut American Cinematographer froren Darsteller und Team bei Minustemperaturen und gerieten in plötzliche Schneestürme; der Film bekam dadurch ein eindrucksvolleres Aussehen.[2] Nach den Produktionsnotizen dauerten die Dreharbeiten 92 Tage; das AFI nennt als Produktionszeitraum den 26. November 1984 bis 14. März 1985. Danach zog die Nachbearbeitung von Santa Fe in die Warner Hollywood Studios um.[2]
Wo wurde Silverado gedreht?
Im Abspann steht, der Film sei ganz in New Mexico gedreht worden; die Produktion dankt der New Mexico Film Commission und den Menschen des Staates.[2] Die Stadt Silverado wurde laut New York Times vom März 1985, wie das AFI berichtet, von Grund auf neu bei Santa Fe errichtet.[2] Laut Santa Fe New Mexican bauten Bill und Marian Cook, damals Besitzer einer Ranch bei Galisteo, 1984 die Westernkulisse für Silverado. Das Gelände heißt heute Cerro Pelon Ranch und ist 20.662 Acres (rund 8.360 Hektar) groß. In seiner Mitte steht der Felsberg Cerro Pelon, vor Ort Galisteo Wave genannt, und durch den Norden fließt der Galisteo River.[4]
Die Kulisse wurde danach vielfach genutzt. Die Zeitung nennt unter anderem Lonesome Dove, All the Pretty Horses, Cowboys and Aliens, Wild Wild West, 3:10 to Yuma, The Missing und Thor. Nach einem Unfall mit Pyrotechnik beim Dreh von Wild Wild West 1999 wurde die Kulisse ganz neu aufgebaut.[4] Anfang 2021 fand der Modedesigner und Filmemacher Tom Ford einen Käufer für die Ranch; den Preis nannten die Beteiligten nicht.[4]

Wie viel Wahrheit steckt in Silverado?
Die wahre Geschichte dahinter
EreignisHomestead Act
OrtSanta FeHauptstadt von New Mexico und Sitz des Santa Fe County, am Santa Fe River am Fuß der Sangre de Cristo Mountains, auf 6.996 Fuß (2.132 m) Höhe
Die Stadt Silverado ist laut AFI fiktiv, und das Drehbuch stammt von den Brüdern Kasdan.[2, 9] Eine historische Vorlage nennen weder das AFI noch das Lexikon des internationalen Films.[1, 2] Roger Ebert schrieb 1985, die Geschichte von vier Cowboys, die sich einem korrupten Sheriff widersetzen und für Gerechtigkeit kämpfen, sei schon oft erzählt worden; Kasdans Fassung zeichne sich durch Stil und Schwung aus.[5]
Historisch ist der Hintergrund. Im Film sind die Siedler des Trecks unterwegs, um sich in Silverado Land zu nehmen, und die Einheimischen sehen solche Homesteader nicht gern.[2] Rechtsgrundlage für Heimstätten dieser Art war der Homestead Act vom 20. Mai 1862. Er gab Familienoberhäuptern und Erwachsenen ab 21 Jahren 160 Acres (knapp 65 Hektar) vermessenes Staatsland gegen eine kleine Gebühr, wenn sie fünf Jahre darauf lebten und es bewirtschafteten.[7] Laut National Archives bekamen die Homesteader allerdings nur einen kleinen Teil des verteilten Landes. Von rund 500 Millionen Acres, die das General Land Office zwischen 1862 und 1904 abgab, gingen nur 80 Millionen an sie; der größte Teil fiel an Spekulanten, Viehzüchter, Bergbau, Holzfirmen und Eisenbahnen.[7]
Im Film besitzt der schwarze Farmer Ezra Johnson eigenes Land, das der Rancher McKendrick mit seinen Rindern überzieht.[2] Historisch gab es auch schwarze Homesteader; ob der Film die Familie Johnson so versteht, sagt das AFI nicht. Nach dem Center for Great Plains Studies der University of Nebraska konnten Afroamerikaner Land beantragen, seit ein Bürgerrechtsgesetz von 1866 klargestellt hatte, dass Schwarze Bürger waren. Das Projekt nennt sechs Siedlungen, die in ihrem Staat jeweils die größten und am längsten bestehenden waren: Blackdom in New Mexico, Nicodemus in Kansas, DeWitty in Nebraska, Empire in Wyoming, Dearfield in Colorado und Sully County in South Dakota.[8]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Silverado erzählt von einer echten Stadt im Wilden Westen.

Wie wurde Silverado aufgenommen?
Ursprünglich sollte der Film am 26. Juli 1985 starten; laut Hollywood Reporter zog Columbia den Start auf den 10. Juli 1985 vor. Die Galapremiere zugunsten des American Film Institute im Mann's Chinese Theater in Hollywood verlegte das Studio deshalb auf den 8. Juli 1985.[2] In den ersten fünf Tagen spielte Silverado laut Box Office auf 1.168 Leinwänden 4,5 Millionen Dollar ein.[2]
Roger Ebert lobte den Film in der Chicago Sun-Times: Silverado sei ein Western wie die seiner Kindheit, nur raffinierter, schöner anzusehen und besser gespielt. Linda Hunt stehle als Stella den anderen die Szene.[5] Bei der 58. Oscarverleihung am 24. März 1986 war Silverado zweimal nominiert, für den Ton (Donald O. Mitchell, Rick Kline, Kevin O'Connell und David Ronne) und für die Filmmusik von Bruce Broughton; gewonnen hat er keinen Preis.[6]
In Deutschland kam der Film am 9. Januar 1986 ins Kino, in der DDR am 22. Januar 1988. Die FSK gab ihn ab 12 Jahren frei.[1] Das Lexikon des internationalen Films urteilt kritisch: "Allzu akademischer Versuch einer Wiederbelebung des Westerns." Die Handlung werde kompliziert und langatmig erzählt, darunter litten die Einzelschicksale und die Landschaftsbilder. Das Lexikon empfiehlt den Film ab 16 Jahren.[1]
- 1984Die Dreharbeiten in New Mexico beginnen im Winter; als Starttermin meldet Daily Variety den 26. November.[2]
- 08.07.1985Weltpremiere in Los Angeles als Galaveranstaltung zugunsten des American Film Institute.[2]
- 10.07.1985Kinostart in den USA.[2]
- 09.01.1986Deutsche Erstaufführung.[1]
- 24.03.1986Oscarverleihung: Silverado ist zweimal nominiert, für den Ton und für die Musik von Bruce Broughton, und gewinnt keinen Preis.[6]
- 22.01.1988Kinostart in der DDR.[1]
Häufige Fragen
Wo wurde Silverado gedreht?
Ganz in New Mexico. Die Filmstadt entstand neu bei Santa Fe, laut Santa Fe New Mexican auf der Ranch von Bill und Marian Cook bei Galisteo, die heute Cerro Pelon Ranch heißt. Als Drehbeginn war der 26. November 1984 gemeldet, gedreht wurde im Winter bei Frost und Schneestürmen.
Wer spielt in Silverado mit?
Kevin Kline spielt Paden, Scott Glenn Emmett, Kevin Costner dessen Bruder Jake und Danny Glover Mal. Brian Dennehy ist der Sheriff Cobb, Linda Hunt die Wirtin Stella, Rosanna Arquette die Siedlerin Hannah, Jeff Goldblum der Spieler Slick und John Cleese der Sheriff Langston von Turley.
Beruht Silverado auf einer wahren Geschichte?
Nein. Lawrence Kasdan schrieb das Drehbuch mit seinem Bruder Mark Kasdan, die Stadt Silverado ist erfunden. Historisch ist nur der Hintergrund: Siedler, die Land beanspruchen (solche Heimstätten regelte der Homestead Act von 1862), und Viehzüchter, die es für sich wollen.
Hat Silverado einen Oscar gewonnen?
Nein. Bei der Oscarverleihung am 24. März 1986 war der Film zweimal nominiert, für den Ton und für die Filmmusik von Bruce Broughton.
Wie lang ist Silverado?
Das Lexikon des internationalen Films nennt 132 Minuten, das AFI 133 Minuten. Die FSK hat den Film ab 12 Jahren freigegeben, der Filmdienst empfiehlt ihn ab 16.
Wann kam Silverado in die deutschen Kinos?
Die deutsche Erstaufführung war am 9. Januar 1986, ein halbes Jahr nach dem Start in den USA am 10. Juli 1985. In der DDR lief der Film ab dem 22. Januar 1988 im Kino.
Welche Rolle spielt Kevin Costner in Silverado?
Kevin Costner spielt Jake, den Bruder von Emmett. Laut Britannica war die Rolle sein Durchbruch. Costners Szenen in Kasdans Film The Big Chill von 1983 waren herausgeschnitten worden, danach besetzte Kasdan ihn in Silverado.
Quellen
- Filmdatenbank Silverado, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Filmdatenbank Silverado (1985), AFI Catalog of Feature Films. American Film Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Kevin Costner, Britannica Editors. Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Tom Ford ranch near Galisteo finds a buyer amid pandemic, von Teya Vitu. Santa Fe New Mexican. Stand 08.01.2021. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Silverado, Kritik von Roger Ebert. RogerEbert.com, zuerst Chicago Sun-Times. Stand 10.07.1985. abgerufen am 27.10.2026
- Filmdatenbank The 58th Academy Awards, 1986. Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Gesetz und Vertrag Homestead Act (1862), Milestone Documents, mit Gesetzestext. National Archives. Stand Last reviewed 07.06.2022. abgerufen am 27.10.2026
- Black Homesteading Project. Center for Great Plains Studies, University of Nebraska-Lincoln. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Kasdan, Lawrence 1949-. Gale, Contemporary Theatre, Film and Television (über Encyclopedia.com). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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