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Pale Rider (1985)

Kurz erklärt Pale Rider, auf Deutsch Pale Rider: Der namenlose Reiter, ist ein US-Western von 1985, in dem Clint Eastwood Regie führt und einen namenlosen Prediger spielt. Er hilft unabhängigen Goldsuchern in Kalifornien gegen den Bergbauunternehmer Coy LaHood, der ihr Land will. Eine historische Vorlage nennen die Filmquellen nicht, historisch ist der hydraulische Goldabbau, den der Film zeigt; gedreht wurde vor allem bei Sun Valley in Idaho.

Goldwaschpfanne aus Blech auf einem Stein an einem klaren Gebirgsbach, dahinter herbstlich gelbe Espen und gezackte Berge im Nachmittagslicht
Bild: KI-generiert

Worum geht es in Pale Rider?

Der Film spielt bei der Bergbaustadt LaHood in Kalifornien, die der reiche Coy LaHood beherrscht. Seine Leute reiten durch den Carbon Canyon, wo eine kleine Gemeinschaft unabhängiger Goldsucher lebt, und greifen die Siedlung an. Die junge Megan Wheeler begräbt danach ihren erschossenen Hund und betet um ein Wunder.[2] In der Stadt wird der Goldsucher Hull Barret von LaHoods Männern verprügelt, bis ein Fremder auf einem hellen Pferd die Angreifer vertreibt.[2]

Hull nimmt den Fremden mit nach Hause, wo er mit seiner Verlobten Sarah Wheeler und ihrer Tochter Megan lebt. Megan liest der Mutter gerade eine Bibelstelle vor, in der ein Reiter auf einem fahlen Pferd für den Tod steht, als der Fremde mit Hull heranreitet. Zum Abendessen trägt er einen Priesterkragen; er nennt sich nur Preacher, der Prediger.[2, 8] LaHood will den Carbon Canyon an sich bringen, obwohl Hull und die anderen dort rechtmäßige Claims (Schürfrechte) haben.[2]

LaHood versucht, den Prediger mit Geld und einer eigenen Kirche zu kaufen. Als der ablehnt, droht er mit einem harten Marshal namens Stockburn, der bald kommen werde; Roger Ebert nennt ihn LaHoods angeheuerten Revolvermann. Der Prediger handelt aus, dass LaHood jedem Bewohner 1.000 Dollar zahlt, wenn sie ohne Kampf abziehen; die Gemeinschaft lehnt ab und bleibt.[2, 8] Der Prediger verlässt das Tal, und LaHoods Leute stauen den Bach mit einer Sprengung auf. In einer Bank holt der Fremde eine Waffe aus einem Schließfach und lässt den Kragen dort.[2] Als LaHoods Sohn Josh die junge Megan an der Mine bedrängt, greift der Prediger ein. Stockburns Deputys erschießen den Goldsucher Spider Conway vor den Augen seiner Söhne; durch die beiden lässt Stockburn dem Prediger ausrichten, er solle am nächsten Tag in die Stadt kommen.[2]

Wie endet Pale Rider?

Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.

Am Morgen sprengen der Prediger und Hull die Geräte an LaHoods Mine. Damit Hull ihm nicht folgen kann, verjagt der Prediger dessen Pferd und reitet allein in die Stadt. Dort erschießt er LaHoods Männer und Stockburns Deputys. Stockburn erkennt in ihm einen Mann, den er für tot hielt, zieht und wird erschossen.[2] LaHood zielt mit einem Gewehr auf den Prediger, doch Hull, zu Fuß nachgekommen, erschießt ihn. Der Prediger reitet in die Berge, Megan ruft ihm ihren Dank nach.[2] Roger Ebert deutete die Figur als mögliches Gespenst, das zurückkehrt, um seinen Mörder zu stellen.[8]

Wer spielt in Pale Rider mit?

Clint Eastwood führt Regie, produziert und spielt den Prediger.[1, 2] Michael Moriarty ist Hull Barret, Carrie Snodgress Sarah Wheeler und Sydney Penny Megan.[1, 2] Roger Ebert fiel auf, wie wenig der Film von Eastwood zeigt: oft nur die Augen, einen Mundwinkel oder eine Gestalt im Gegenlicht, kaum Worte. Die anderen Figuren projizierten ihre Gefühle auf ihn.[8]

Darsteller und Rollen laut AFI Catalog
DarstellerRolle
Clint EastwoodPreacher, der Prediger[2]
Michael MoriartyHull Barret[2]
Carrie SnodgressSarah Wheeler[2]
Sydney PennyMegan Wheeler[2]
Richard DysartCoy LaHood[2]
Christopher PennJosh LaHood[2]
John RussellMarshal Stockburn[2]
Richard KielClub[2]
Doug McGrathSpider Conway[2]
Charles HallahanMcGill[2]

Wie entstand Pale Rider?

An Pale Rider arbeiteten Eastwood und sein ausführender Produzent Fritz Manes laut Los Angeles Times seit den späten 1970er Jahren. Bei Drehbeginn waren nach einer Meldung von Variety acht Jahre seit Eastwoods letztem Western vergangen, Der Texaner (The Outlaw Josey Wales) von 1976.[2] Der Filmdienst führt allerdings auch Bronco Billy von 1980 als Western.[10] Western waren in den Jahren davor beim Publikum nicht gefragt gewesen, doch bei Studios und unabhängigen Produzenten waren viele neue in Arbeit. Warner Bros. wollte Pale Rider laut Los Angeles Times als ersten dieser neuen Western herausbringen.[2]

Das Drehbuch schrieben Michael Butler und Dennis Shryack. Produziert hat Malpaso, die Firma, die Eastwood laut Britannica für seinen ersten amerikanischen Western Hängt ihn höher (Hang 'Em High) gegründet hatte. Die Kamera führte Bruce Surtees, die Musik schrieb Lennie Niehaus.[1, 3, 4] Die Dreharbeiten begannen am 17. September 1984.[2] Die Kameraarbeit von Bruce Surtees fanden die Kritiker schön, aber zu dunkel; Variety schrieb im Mai 1985, in manchen Innenaufnahmen könne man die Menschen kaum erkennen. Eastwood sagte dazu, er möge halb beleuchtete Gesichter, und wenn es zu dunkel sei, sei das seine Schuld.[2]

Wo wurde Pale Rider gedreht?

Nach Produktionsnotizen aus der Bibliothek der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) entstand der größte Teil des Films bei Sun Valley in Idaho.[2] Das Team nutzte den Frühherbst, den die 12.000 Einwohner laut Los Angeles Times "slack time" nannten, die ruhige Zeit vor der Skisaison.[2] Im Abspann dankt die Produktion dem Forest Service des US-Landwirtschaftsministeriums und der Sawtooth National Recreation Area.[2]

Drehorte laut AFI Catalog
DrehortWas dort entstand
Boulder Creek, etwa zehn Meilen nördlich von Ketchum (Idaho)ganze Westernstadt aus zwölf Gebäuden, neu gebaut auf einem Zeltplatz[2]
Sawtooth National Forest (Idaho)Szenen an einer verlassenen Mine[2]
Sun Valley (Idaho)größter Teil der Dreharbeiten[2]
Sonora (Kalifornien)Bahnhof, Bank und Innenaufnahmen[2]

Die Sawtooth National Recreation Area liegt im Sawtooth National Forest rund um den Ort Stanley. Der Kongress richtete sie 1972 ein, sie umfasst laut Forest Service 756.000 Acres (rund 306.000 Hektar) und vier Gebirgszüge: die Sawtooths, die Boulders, die White Clouds und die Smokies.[9] Gegen den Dreh protestierte der Anwohner Jim Ater: Er gab laut Los Angeles Times an, er habe einen Anwalt beauftragt, damit die Filmleute öffentliches Land nicht verschandeln. Nach Angaben des Forest Service hatte die Produktion 2.800 Dollar als Sicherheit hinterlegt, mit denen die Drehorte notfalls aufgeräumt würden.[2]

Herbstlich gelbe Espen und dunkle Nadelbäume an einem Gebirgsbach, darüber ein kahler, zackiger Bergkamm unter blauem Himmel im Nachmittagslicht
Berglandschaft im Herbst, wie sie die Drehorte bei Sun Valley und im Sawtooth National Forest in Idaho prägt Bild: KI-generiert

Wie viel Wahrheit steckt in Pale Rider?

Die wahre Geschichte dahinter

Als Autoren nennen AFI und Filmdienst nur Michael Butler und Dennis Shryack, eine literarische oder historische Vorlage führen sie nicht an.[1, 2] Belegt ist dagegen der Bergbau, um den der Streit im Film geht. Laut Joseph K. Heumann und Robin L. Murray in Jump Cut zeigt Pale Rider als einziger Western Eastwoods ausführlich die Folgen des hydraulischen Bergbaus: LaHoods Firma arbeitet mit dieser um 1850 entwickelten Technik, die unabhängigen Goldsucher waschen ihr Gold von Hand im Bach.[5] In einer Szene erklärt Josh LaHood, wie seine Leute Wasser aus dem Bach abzweigen und durch immer engere Rohre leiten, bis es mit etwa 200 Pfund Druck je Quadratzoll gegen den Hang schießt.[5]

Im Kalifornischen Goldrausch war diese Technik verbreitet. Mitte der 1850er Jahre war sie laut US Geological Survey dort, wo es genug Wasser gab, die günstigste Art, große Mengen Gold zu gewinnen. Wasserkanonen, die Monitore, lösten den goldhaltigen Kies, der Schlamm lief durch Rinnen, in denen sich das Gold absetzte.[6] Von den 1850er bis in die 1880er Jahre wuschen die Minen in der nördlichen Sierra Nevada so mehr als 1,5 Milliarden Kubikyard Kies aus. Der Schutt richtete flussabwärts Schäden an und löste Überschwemmungen aus.[6]

1884 verbot die Sawyer-Entscheidung, den Schutt des hydraulischen Abbaus in die Flüsse der Sierra Nevada zu leiten; in den Klamath-Trinity Mountains ging diese Art Bergbau bis in die 1950er Jahre weiter.[6] Die größte hydraulische Goldmine Kaliforniens lag laut California State Parks bei North Bloomfield, im heutigen Malakoff Diggins State Historic Park. Die Rechtsstreite zwischen der Minengesellschaft und den Landwirtschaftsorten flussabwärts führten dort 1884 zu dem, was die Parkverwaltung die erste Umweltschutzgesetzgebung der USA nennt.[7] Eastwood sagte nach einem Zitat, das Heumann und Murray anführen, die Methode sei schon verboten worden, bevor Umweltfragen so verbreitet waren wie heute; der Film sei eine Art ökologische Aussage.[5]

Steile, ausgewaschene Kieswände in Ocker und Weiß über einem Tal mit Geröll und kleinen Teichen, oben Kiefern im warmen Abendlicht
Ausgewaschene Hänge einer früheren hydraulischen Goldmine in Kalifornien: Diese Abbauart betreibt im Film die Firma von Coy LaHood Bild: KI-generiert

Wie nah ist Pale Rider an Mein großer Freund Shane?

Viele Kritiker verglichen Pale Rider 1985 mit Mein großer Freund Shane von 1953. Laut AFI schrieb die Los Angeles Times am 28. Juni 1985, Eastwood drehe Shane neu, und die New York Times fand am Ende des Films ein, wie sie schrieb, schamloses Zitat aus dem Western von George Stevens.[2] Heumann und Murray nennen Pale Rider ausdrücklich Eastwoods Remake von Shane.[5] Den Kern beschreiben sie als Kampf der Großen gegen die Kleinen: Ein Bergbaukonzern steht gegen unabhängige Goldsucher, die in einer Gemeinschaft leben und Familien gründen wollen.[5]

Die Gewalt am Ende ist nach Heumann und Murray ähnlich mythisch erzählt wie in Eastwoods High Plains Drifter. Weil Hull Barret mitkämpft, bleibe sie aber an die Wirklichkeit gebunden und diene der Gemeinschaft der Goldsucher und dem Land, von dem sie leben.[5]

Wie wurde Pale Rider aufgenommen?

Im Mai 1985 lief Pale Rider im Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes.[2, 4] Laut Daily Variety war es Eastwoods erster Auftritt dort. In Los Angeles und New York lief der Film laut AFI ab dem 28. Juni 1985 an.[2] Die Kritik fiel laut AFI sehr positiv aus. Gelobt wurden die Darsteller und ein Drehbuch, das einen klassischen Western erzähle und zugleich über das Genre hinausgehe.[2] Roger Ebert nannte den Film am 28. Juni 1985 eine beachtliche Leistung und einen klassischen Western mit Stil und Spannung.[8]

In den ersten zehn Tagen spielte Pale Rider laut Daily Variety in 1.710 Kinos 21.553.618 Dollar ein und übertraf damit Eastwoods bisherigen Rekord von 20,9 Millionen Dollar in zehn Tagen, aufgestellt 1984 mit Tightrope.[2] Britannica nennt den Film einen quasi-religiösen Western und einen der wenigen erfolgreichen Western der 1980er Jahre.[3]

In Deutschland kam der Film am 24. Oktober 1985 als Pale Rider: Der namenlose Reiter ins Kino, im Mai 1986 auf Video. Freigegeben ist er ab 16 Jahren.[1] Das Lexikon des internationalen Films nennt ihn einen melancholischen Spätwestern, der klassische Motive des Genres für eine Kritik an der Zerstörung der Umwelt nutzt, und hebt sein Plädoyer gegen Gewalt und die Kameraarbeit hervor.[1] Heumann und Murray sehen in Pale Rider die Themen gegen die Rache vorweggenommen, die Eastwoods Erbarmungslos von 1992 prägen.[5]

Zeitleiste: Pale Rider: Der namenlose Reiter
  1. 17.09.1984Drehbeginn, vor allem bei Sun Valley in Idaho.[2]
  2. Mai 1985Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes.[2, 4]
  3. 28.06.1985Kinostart in Los Angeles und New York.[2]
  4. 24.10.1985Deutsche Erstaufführung als Pale Rider: Der namenlose Reiter.[1]

Häufige Fragen

Wo wurde Pale Rider gedreht?

Zum größten Teil bei Sun Valley in Idaho. Eine Westernstadt aus zwölf Gebäuden entstand an einem Zeltplatz am Boulder Creek, etwa zehn Meilen nördlich von Ketchum, dazu kam eine verlassene Mine im Sawtooth National Forest. Bahnhof, Bank und Innenaufnahmen drehte das Team in Sonora in Kalifornien.

Wer spielt in Pale Rider mit?

Clint Eastwood spielt den Prediger, Michael Moriarty den Goldsucher Hull Barret, Carrie Snodgress dessen Verlobte Sarah Wheeler und Sydney Penny ihre Tochter Megan. Richard Dysart ist der Bergbauunternehmer Coy LaHood, Christopher Penn sein Sohn Josh und John Russell der Marshal Stockburn.

Ist Pale Rider ein Remake von Mein großer Freund Shane?

Viele Kritiker sahen 1985 eine große Nähe zu Shane von 1953. Die Los Angeles Times schrieb laut AFI, Eastwood drehe Shane neu, die New York Times fand am Ende ein Zitat aus dem Film von George Stevens. Joseph K. Heumann und Robin L. Murray nennen Pale Rider in einem Aufsatz in Jump Cut ein Remake von Shane; das Drehbuch schrieben Michael Butler und Dennis Shryack.

Beruht Pale Rider auf einer wahren Geschichte?

Eine historische Vorlage ist nicht belegt. Als Autoren nennen AFI und Filmdienst nur Michael Butler und Dennis Shryack, eine Vorlage führen sie nicht an. Historisch ist der hydraulische Goldabbau, mit dem LaHoods Firma ganze Hänge wegspült. In der Sierra Nevada verbot die Sawyer-Entscheidung von 1884, den Schutt in die Flüsse zu leiten.

Was bedeutet der Titel Pale Rider?

Pale Rider heißt fahler oder bleicher Reiter. Im Film liest Megan ihrer Mutter eine Bibelstelle vor, in der ein Reiter auf einem fahlen Pferd für den Tod steht, und gerade dann reitet der Fremde auf seinem hellen Pferd heran.

Wie lang ist Pale Rider?

Das Lexikon des internationalen Films nennt 113 Minuten, das AFI 116 Minuten. Freigegeben ist der Film ab 16 Jahren.

Wann kam Pale Rider in die deutschen Kinos?

Die deutsche Erstaufführung war am 24. Oktober 1985 unter dem Titel Pale Rider: Der namenlose Reiter. Zuvor lief der Film im Mai 1985 im Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes.

Quellen

  1. Filmdatenbank Pale Rider: Der namenlose Reiter, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  2. Filmdatenbank Pale Rider (1985), AFI Catalog of Feature Films. American Film Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  3. Nachschlagewerk Clint Eastwood, Artikel von Michael Barson. Encyclopaedia Britannica. Stand 26.09.2026. abgerufen am 27.10.2026
  4. Filmdatenbank Pale Rider, Sélection officielle 1985, En Compétition. Festival de Cannes. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  5. Fachaufsatz Joseph K. Heumann und Robin L. Murray: Pale Rider. Environmental politics, Eastwood style. Jump Cut. A Review of Contemporary Media, Nr. 47. Stand 2005. abgerufen am 27.10.2026
  6. Amtliche Stelle Malakoff Diggins State Historic Park. California State Parks. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  7. Presse Pale Rider, Kritik von Roger Ebert. RogerEbert.com, zuerst Chicago Sun-Times. Stand 28.06.1985. abgerufen am 27.10.2026
  8. Amtliche Stelle Sawtooth Valley, Wildflower Viewing Area. U.S. Forest Service, Sawtooth National Forest. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  9. Filmdatenbank Bronco Billy, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026

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