WesternFilm

Tecumseh (1972)

Kurz erklärt Tecumseh ist ein DEFA-Indianerfilm von Hans Kratzert, der auch das Drehbuch schrieb; Gojko Mitić spielt die Titelrolle. Der Film erzählt, wie der Shawnee Tecumseh einen Bund der Nationen gegen den Landverkauf an die USA aufbaut und im Krieg von 1812 an der Seite der Briten kämpft. Uraufführung war am 1. Juli 1972 in Berlin-Grünau; die Handlung umfasst laut DEFA Film Library die Jahre 1806 bis 1813.

Pulverhorn auf einem verwitterten Felsblock im trockenen Präriegras im Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Worum geht es in Tecumseh?

Der Film spielt laut DEFA-Stiftung zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Nordamerika; die DEFA Film Library der University of Massachusetts Amherst nennt die Jahre 1806 bis 1813.[1, 4] Zur gewaltsamen Vertreibung der indigenen Nationen ist ein neues Mittel gekommen: Die Weißen kaufen ihnen das Land mit Verträgen ab und drängen sie so in die unfruchtbaren Gebiete im Westen. Am gierigsten ist nach der Inhaltsangabe Gouverneur Harrison von Indiana. Der englische Text des Verleihs Progress schreibt ihm allein 15 solcher Verträge zu.[1]

Um ihn aufzuhalten, will der Shawnee Tecumseh die Nationen vereinen. Er gründet einen Bund, der ihr Land zu unverkäuflichem Gemeineigentum erklärt; wer trotzdem verkauft, soll getötet werden.[1, 2] Das missfällt Harrison. 1811 überfällt er in Tecumsehs Abwesenheit den Hauptsitz des Bundes, im englischen Verleihtext die "Sacred City" (Heilige Stadt) von Tippecanoe, und brennt ihn nieder.[1, 2] Die Kämpfer erleiden eine schwere Niederlage und fliehen nach Kanada.[2]

Dort schließen sie sich den Briten an, die mit den USA im Krieg liegen; die Inhaltsangaben nennen ihn den "zweiten Unabhängigkeitskrieg". Tecumseh trägt nun die Uniform eines Brigadegenerals.[1, 2] Auch die Briten halten aber nach dem Verleihtext ihr Versprechen nicht, einen unabhängigen Staat der Nationen zu schaffen.[1]

Schreibtisch eines Landbüros mit Gänsefeder, Tintenfass, Siegellack und gefalteten leeren Papierbögen im Schein einer Öllampe
Schreibtisch mit Feder und Siegellack: Im Film nehmen die Weißen den Nationen ihr Land mit Kaufverträgen ab Bild: KI-generiert

Wie endet Tecumseh?

Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.

In der entscheidenden Schlacht lassen die unterlegenen Briten ihre indigenen Verbündeten im Stich, und die Amerikaner schlagen sie. Mit den anderen Kämpfern seines Volkes fällt auch Tecumseh.[1, 2]

Wer spielt in Tecumseh mit?

Die Titelrolle spielt Gojko Mitić. In der deutschen Fassung spricht ihn Gerhard Paul, so die Synchronliste der DEFA-Stiftung.[1] Rolf Römer spielt Simon McKew und schrieb mit Wolfgang Ebeling auch das Szenarium.[1, 2] Mehrere Rollen tragen die Namen historischer Personen: Wolfgang Greese spielt Harrison, Helmut Schreiber Procter, bei filmportal.de als Oberst geführt, und Josef Klose Tenskwatawah Winnemak.[1, 2]

Darsteller und Rollen laut DEFA-Stiftung und filmportal.de[1, 2]
DarstellerRolle
Gojko MitićTecumseh
Annekathrin BürgerEileen
Rolf RömerSimon McKew
Leon NiemczykMcKew
Mieczyslaw KalenikBrook
Milan BeliRaffael
Wolfgang GreeseHarrison
Gerry WolffNewman
Helmut SchreiberProcter (filmportal.de: Oberst Procter)
Herbert KöferMac
Rudolf UlrichO'Brian
Josef KloseTenskwatawah Winnemak
Winfried GlatzederPatterson

Wie entstand Tecumseh?

Produziert hat den Film das DEFA-Studio für Spielfilme in Potsdam-Babelsberg mit seiner Künstlerischen Arbeitsgruppe "Roter Kreis", die Produktionsleitung hatte Heinz Herrmann, in die Kinos brachte ihn der Progress Film-Verleih.[2] Filmportal.de und der Filmdienst datieren die Produktion auf 1971/72.[2, 3] Regie führte Hans Kratzert, der auch das Drehbuch schrieb. Die Kamera führte Wolfgang Braumann, den Schnitt besorgte Monika Schindler, die Musik schrieb Günther Fischer, die Bauten entwarf Heinz Röske. Als Berater nennen DEFA-Stiftung und filmportal.de Lothar Dräger und Rolf Krusche.[1, 2]

Gedreht wurde auf 35-mm-Film im Breitwandformat 1:2,35 in Orwocolor, die Kopie ist 2.966 Meter lang.[1, 2] Die Laufzeit gibt die DEFA-Stiftung mit 108 Minuten an, filmportal.de und der Filmdienst mit 109 Minuten.[1, 2, 3]

In der Übersicht der DEFA-Indianerfilme, die Andrea Dittgen 2003 im Filmdienst veröffentlichte, steht Tecumseh an siebter Stelle von 13 Filmen. Ein Jahr zuvor war Osceola von Konrad Petzold entstanden, über den die Seite Osceola mehr erzählt; danach folgten Apachen (1973) und Ulzana (1974) von Gottfried Kolditz.[5] Die ganze Reihe zeigt die Seite DEFA-Indianerfilme in Reihenfolge.

Wo wurde Tecumseh gedreht?

Drehorte nennen die Filmdatenbanken der DEFA-Stiftung, von filmportal.de und des Filmdienstes für Tecumseh nicht.[1, 2, 3] Für die DEFA-Indianerfilme insgesamt nennt Andrea Dittgen unter anderem Jugoslawien, Usbekistan, Rumänien und die Mongolei.[5]

Die Handlung spielt dagegen an Orten im heutigen Indiana und in Ontario. Prophetstown, das neue Zentrum der Brüder Tecumseh und Tenskwatawa, lag am Zusammenfluss von Wabash und Tippecanoe.[6] Die letzte Schlacht fand am 5. Oktober 1813 bei Moraviantown am Thames River in Oberkanada statt.[7] Über die Landschaft und die Völker dieser Gegend berichtet die Seite Nordöstliches Waldland und Große Seen.

Wie viel Wahrheit steckt in Tecumseh?

Die wahre Geschichte dahinter

  • PersonTecumseh

    Anführer eines Bundes vieler Nationen gegen die Landnahme der USA; Verbündeter der Briten im Krieg von 1812

Die Titelfigur hat es gegeben. Die DEFA Film Library nennt den Film ein historisches Panorama über Tecumseh, eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der indigenen Geschichte.[4] Er kam um 1768 im heutigen Ohio zur Welt; der National Park Service nennt den 9. März 1768 im Shawnee-Dorf Piqua. Als Krieger und Redner wurde er bekannt.[6] Sein Leben erzählt die Seite Tecumseh.

Die Grundzüge der Handlung decken sich mit den historischen Quellen. Nach dem Dictionary of Canadian Biography warb Tecumseh für gemeinsames Eigentum am Land und für die Einigung der Nationen.[7] 1808 gründeten er und sein jüngerer Bruder Tenskwatawa, genannt "der Prophet", am Wabash ein neues Zentrum.[6] Als Tecumseh 1811 in den Süden reiste, zog Gouverneur William Henry Harrison gegen Tippecanoe. Am Morgen des 7. November 1811 kam es zum Kampf; die Verluste waren auf beiden Seiten etwa gleich. Als den Kämpfern die Munition ausging, flohen sie, und die Amerikaner plünderten und verbrannten das Dorf.[7]

Im Film fliehen die Überlebenden von Tippecanoe gleich nach Kanada. Tecumseh selbst ging erst im Juli 1812 dorthin, nachdem der Krieg zwischen den USA und Großbritannien begonnen hatte. Dort stellte ihn General Isaac Brock nach dem National Park Service an die Spitze aller indigenen Kräfte, in der Erwartung, dass der alte Nordwesten nach einem Sieg ein unabhängiger Staat der Nationen unter britischem Schutz würde.[6] Die Besetzungsliste führt einen Brook; der britische Befehlshaber in Oberkanada hieß Isaac Brock.[1, 7]

Am 5. Oktober 1813 stellte sich Major-General Henry Procter bei Moraviantown den Amerikanern. Die indigenen Kämpfer standen rechts der britischen Linie auf sumpfigem Grund. Beim ersten Angriff brachen die britischen Soldaten ein und flohen; danach standen etwa 500 indigene Kämpfer rund 3.000 Amerikanern gegenüber. In diesem Kampf wurde Tecumseh tödlich verwundet, wer ihn traf, ist bis heute nicht bekannt.[7] Der National Park Service beschreibt die Armee von General William Henry Harrison als dreifach überlegen.[6] Filmportal.de führt die Rolle als Oberst Procter, historisch war er Major-General.[2, 7]

Sumpfige Wiese am Rand eines Buchenwalds an einem langsam fließenden Fluss, Herbstnebel über dem Schilf, warmes Licht der späten Nachmittagssonne
Sumpfiges Gelände im Herbst: Bei Moraviantown standen die indigenen Kämpfer auf sumpfigem Grund Bild: KI-generiert

Die Shawnee gibt es bis heute. Die Shawnee Tribe schreibt in ihren eigenen Texten "saawanooki" für das Volk, englisch "Shawnee people".[8] Der Filmdienst schreibt "Shawanen".[3] Wie die heutigen Shawnee-Nationen an Tecumseh erinnern, steht auf der Seite Tecumseh.

Wie wurde Tecumseh aufgenommen?

Uraufgeführt wurde der Film laut filmportal.de am 1. Juli 1972 auf der Freilichtbühne an der Regattastrecke in Berlin-Grünau.[2] Ab dem 28. Juli 1972 lief er regulär in den Kinos.[1] Das Fernsehen der DDR zeigte ihn laut Filmdienst am 31. Dezember 1973 auf DFF 1, die ARD sendete ihn am 20. und 21. Juli 1976. Weitere Titel sind "Tecumseh: Manitou vergißt seine Söhne" und "Tecumseh: Sein Gesetz heißt Tod". Freigegeben ist er ab 12 Jahren.[3]

Eine Zuschauerzahl für Tecumseh allein nennen DEFA-Stiftung, filmportal.de und Filmdienst nicht. Nach Andrea Dittgen hatten die DEFA-Indianerfilme nach dem ersten, Die Söhne der großen Bärin, bis einschließlich Tecumseh jeweils über drei Millionen Zuschauer, mehr als jeder andere in der DDR produzierte Film.[5]

Das Lexikon des internationalen Films schreibt, der für ein junges Publikum gedachte Film bemühe sich um eine faire Darstellung der indigenen Menschen ohne falsche Romantik und heldische Überhöhung und zeige sie als ausgebeutete Opfer kolonialer Willkür. Diesen Ansatz untergrabe aber die schwache Gestaltung: Die Inszenierung "verrät wenig Gespür für Räume und Bewegungen".[3]

1995 entstand in den USA ein weiterer Film über Tecumseh, Tecumseh: The Last Warrior von Larry Elikann mit Jesse Borrego in der Titelrolle. In Deutschland erschien er am 12. Januar 1996 auf Video als Tecumseh: Im Zeichen des Pantherauges.[9]

Zeitleiste

Zeitleiste: Tecumseh
  1. 01.07.1972Uraufführung auf der Freilichtbühne an der Regattastrecke in Berlin-Grünau.[2, 3]
  2. 28.07.1972Regulärer Kinostart in der DDR.[1]
  3. 31.12.1973Erste Ausstrahlung im Fernsehen der DDR (DFF 1).[3]
  4. 20.07.1976Die ARD zeigt den Film am 20. und 21. Juli 1976.[3]
  5. 1997Der Film erscheint auf Video.[3]

Häufige Fragen

Wer spielt Tecumseh im DEFA-Film?

Gojko Mitić spielt die Titelrolle. In der deutschen Fassung spricht ihn laut DEFA-Stiftung Gerhard Paul. Annekathrin Bürger spielt Eileen, Rolf Römer Simon McKew und Wolfgang Greese den Gouverneur Harrison.

Wann kam Tecumseh ins Kino?

Die Uraufführung war am 1. Juli 1972 auf der Freilichtbühne an der Regattastrecke in Berlin-Grünau. Regulär lief der Film laut DEFA-Stiftung ab dem 28. Juli 1972 in den Kinos der DDR.

Ist Tecumseh eine wahre Geschichte?

Der Film erzählt vom historischen Shawnee-Anführer Tecumseh, der um 1768 geboren wurde und am 5. Oktober 1813 in der Schlacht am Thames fiel. Die großen Wendepunkte stimmen: der Bund gegen den Landverkauf, die Schlacht bei Tippecanoe 1811 und das Bündnis mit den Briten. Der Film zieht aber Ereignisse zusammen und zeigt Tecumseh in der Uniform eines Brigadegenerals; einen militärischen Rang nennen der National Park Service und das Dictionary of Canadian Biography für ihn nicht.

Wo wurde Tecumseh gedreht?

Die Filmdatenbanken der DEFA-Stiftung, von filmportal.de und des Filmdienstes nennen keine Drehorte. Die DEFA-Indianerfilme insgesamt entstanden laut einer Übersicht im Filmdienst unter anderem in Jugoslawien, Usbekistan, Rumänien und der Mongolei.

Wie lang ist Tecumseh?

Der Filmdienst und filmportal.de geben 109 Minuten an, die DEFA-Stiftung 108 Minuten. Freigegeben ist der Film ab 12 Jahren.

Wer führte Regie bei Tecumseh?

Hans Kratzert, der auch das Drehbuch schrieb. Das Szenarium stammt von Rolf Römer und Wolfgang Ebeling, die Musik von Günther Fischer, die Kamera führte Wolfgang Braumann.

Gibt es noch andere Filme über Tecumseh?

Ja. 1995 entstand in den USA der Film Tecumseh: The Last Warrior von Larry Elikann mit Jesse Borrego in der Titelrolle. In Deutschland erschien er 1996 auf Video unter dem Titel Tecumseh: Im Zeichen des Pantherauges.

Quellen

  1. Filmdatenbank Tecumseh (Filmdatenbank). DEFA-Stiftung. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  2. Filmdatenbank Tecumseh. filmportal.de, DFF Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  3. Filmdatenbank Tecumseh (1971/72), Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  4. Filmdatenbank Tecumseh (DEFA Film Library). University of Massachusetts Amherst, DEFA Film Library. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  5. Amtliche Stelle Tecumseh. National Park Service. Stand 12.11.2023. abgerufen am 26.10.2026
  6. Nachschlagewerk Herbert C. W. Goltz: TECUMSEH (Tech-kum-thai), Dictionary of Canadian Biography, Band 5. University of Toronto, Université Laval. Stand 1983. abgerufen am 26.10.2026
  7. Tribal Nation Introducing Ta'saawanwaatoweeyakwe (Where We Speak Shawnee). Shawnee Tribe. Stand 06.05.2024. abgerufen am 26.10.2026
  8. Filmdatenbank Tecumseh (1995), Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 15.02.1997. abgerufen am 26.10.2026

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  • PersonenTecumseh

    Tecumseh wollte als Anführer der Shawnee die Nationen gegen die Landnahme der USA vereinen.

  • WesternUlzana (1974)

    Der DEFA-Indianerfilm mit Gojko Mitić als Apache Ulzana.

  • WesternDEFA-Indianerfilme in Reihenfolge

    Die Seite ordnet 14 DEFA-Indianerfilme von 1966 bis 1985 nach der Premiere, mit Regie und Hauptrolle.

  • WesternGojko Mitić

    Gojko Mitić, geboren 1940 in Serbien, war der Star der DEFA-Indianerfilme und von 1992 bis 2006 Winnetou in Bad Segeberg.