WesternFilm

Spur des Falken (1968)

Kurz erklärt Spur des Falken ist ein DEFA-Indianerfilm von Gottfried Kolditz, uraufgeführt am 22. Juni 1968 in Berlin. Gojko Mitić spielt Weitspähender Falke, dessen Dakota sich gegen Goldsucher und den Bodenspekulanten Bludgeon wehren. Eine Vorlage nennen die Filmdatenbanken nicht, den Hintergrund bildet der Goldrausch in den Black Hills, die der Vertrag von Fort Laramie 1868 der Großen Sioux-Reservation zugesprochen hatte.

Klarer, flacher Bach mit Kiesbänken, dahinter dunkle, mit Kiefern bewachsene Hügel über der Prärie im Nachmittagslicht
Bild: KI-generiert

Worum geht es in Spur des Falken?

Der Film spielt in den Black Hills, nach filmportal.de in den Jahren 1875 und 1876.[2] Dort wird Gold gefunden. Goldgräber, Abenteurer und Geschäftemacher strömen in das Land, das den Dakota durch einen Vertrag zugesichert ist; die englische Inhaltsangabe des Verleihs Progress nennt es ein Winterreservat.[1]

Unter den Neuankömmlingen ist der Bodenspekulant Bludgeon, gespielt von Hannjo Hasse. Er will die Dakota mit allen Mitteln vertreiben und lässt dafür ganze Bisonherden abschlachten.[1] Ihm stehen die Dakota unter Weitspähender Falke gegenüber, den Gojko Mitić spielt. Laut der englischen Inhaltsangabe rächen sie sich mit einem Überfall auf einen Zug der Union Pacific.[1]

Nach der deutschen Inhaltsangabe versucht Weitspähender Falke mit seinen Männern, Waffen zu beschaffen, während Bludgeon mit seiner Bande das Dorf überfällt und die Zurückgebliebenen tötet; die englische Fassung schreibt, die Männer seien auf der Jagd.[1] filmportal.de schreibt, Bludgeon brenne das Dorf nieder.[2]

Wie endet Spur des Falken?

Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.

Die Dakota kämpfen um ihr Recht, und die Goldgräberstadt wird zum Schauplatz einer Schlacht. Nur das anrückende Militär verhindert die Niederlage der Weißen. Im Zweikampf tötet Weitspähender Falke den Spekulanten Bludgeon.[1, 2] Nach der englischen Inhaltsangabe sammelt er danach die Angehörigen seiner Gruppe und bringt sie in Sicherheit.[1]

Wer spielt in Spur des Falken mit?

Die DEFA-Stiftung führt Gojko Mitić in der Rolle des Falken; die Inhaltsangabe nennt die Figur mit vollem Namen Weitspähender Falke. In der Synchronfassung spricht ihn Karl Sturm.[1] Hannjo Hasse spielt Bludgeon, bei filmportal.de mit Vornamen Joe.[1, 2] Für Barbara Brylska, die Catherine spielt, spricht Annekathrin Bürger.[1] Hasse, Rolf Hoppe und Hartmut Beer spielen auch in Tödlicher Irrtum (Uraufführung 1970), dessen Drehbuch ebenfalls Günter Karl schrieb.[1, 11]

Darsteller und Rollen laut DEFA-Stiftung (Auswahl)[1]
DarstellerRolle
Gojko MitićFalke (Weitspähender Falke)
Hannjo HasseBludgeon
Barbara BrylskaCatherine
Lali MeszchiBlauhaar
Rolf HoppeBashan
Hartmut BeerFletcher
Helmut SchreiberSam Blake
Fred DelmarePeter Hille
Milan JablonskýBad Face
Giorgi TadischwiliCaptain Ronald
Laurenti KoschadseGrauer Bär
Otar Leontjewitsch KoberidseTasunka-whitko

Wie entstand Spur des Falken?

Produziert hat den Film das DEFA-Studio für Spielfilme in Potsdam-Babelsberg mit seiner Künstlerischen Arbeitsgruppe "Roter Kreis", als Koproduktion mit Grusia-Film aus Tbilissi. filmportal.de datiert die Produktion auf 1967 und 1968.[2] Regie führte Gottfried Kolditz, das Drehbuch schrieb Günter Karl. Hinter der Kamera stand Otto Hanisch, die Musik komponierten Karl-Ernst Sasse und Wolfgang Meyer.[1, 2, 3] Eine literarische Vorlage nennt keine der drei Filmdatenbanken.[1, 2, 3]

Gedreht wurde in Farbe auf 35-Millimeter-Film, laut filmportal.de im Breitbildverfahren Totalvision im Format 1:2,35 und auf Orwocolor. Das Szenenbild gestaltete Paul Lehmann, die Choreografie Inka Unverzagt.[1, 2] Wie lang der Film ist, geben die Datenbanken verschieden an. Die DEFA-Stiftung nennt bei 3.290 Metern 113 Minuten, filmportal.de bei derselben Meterzahl 121 Minuten, der Filmdienst 100 Minuten.[1, 2, 3]

Wo wurde Spur des Falken gedreht?

Die Black Hills, in denen der Film spielt, gehörten nach dem Vertrag von 1868 zur Großen Sioux-Reservation im Westen des heutigen South Dakota.[6] Als Drehort nennt filmportal.de den Kaukasus.[2] Die DEFA-Stiftung gibt zu den Szenenfotos der Standfotografin Waltraut Pathenheimer vier Orte an: Mittenwalde, Potsdam, das Studio Babelsberg und den Kaukasus.[4]

Kleine Pferdeherde auf einer Hochgebirgswiese, dahinter steile grüne Hänge und schneebedeckte Gipfel im Nachmittagslicht
Hochgebirgswiese mit Pferden, nachempfunden. Als Drehort nennt filmportal.de den Kaukasus. Bild: KI-generiert

Wie viel Wahrheit steckt in Spur des Falken?

Die wahre Geschichte dahinter

Ein historisches Vorbild für Weitspähender Falke, Bludgeon oder die Goldgräberstadt nennen DEFA-Stiftung, filmportal.de und Filmdienst nicht.[1, 2, 3] Historisch ist der Hintergrund. Am 29. April 1868 schlossen die USA in Fort Laramie einen Vertrag mit Gruppen der Sioux, darunter Brule, Oglala, Miniconjou und Hunkpapa, und mit den Arapaho. Der Vertrag schuf die Große Sioux-Reservation, die den Sioux allein vorbehalten war. Zu ihr gehörten die Black Hills, die den Sioux laut den National Archives heilig sind.[6]

1874 führte George A. Custer eine Expedition der Armee in die Black Hills, begleitet von Bergleuten, die Gold suchten. Nach dem Goldfund, mit dem der Goldrausch in den Black Hills begann, zogen Bergleute in die Jagdgebiete der Sioux und verlangten Schutz von der Armee.[6] Der National Park Service schreibt, die Goldsucher seien in die Jagdgebiete und das nicht abgetretene Land der Arapaho, Cheyenne, Dakota und Lakota eingedrungen und hätten damit den Vertrag gebrochen. Das trieb einen großen Teil der Sioux in den bewaffneten Widerstand; der Große Sioux-Krieg endete Ende 1877.[7]

Mit einem Gesetz vom 28. Februar 1877 nahm der Kongress die Black Hills aus der Reservation. Die Zustimmung von drei Vierteln der erwachsenen Männer, die Artikel 12 des Vertrags verlangte, bekamen die USA laut der Standing Rock Sioux Tribe nie.[8] Wem die Black Hills gehören, ist laut den National Archives bis heute ein Rechtsstreit zwischen der Regierung der USA und der Sioux Nation.[6]

Zeltlager in einer engen, bewaldeten Schlucht mit Zelten aus hellem Segeltuch, Blockhütten und hölzernen Waschrinnen an einem Bach
Lager von Goldsuchern in einer Schlucht, nachempfunden. Nach Custers Expedition von 1874 und dem Goldfund zogen Bergleute in die Black Hills. Bild: KI-generiert

Dakota oder Lakota?

Der Film nennt die Nation seiner Hauptfigur Dakota, die italienische Inhaltsangabe der DEFA-Stiftung spricht von Lakota.[1] Die Standing Rock Sioux Tribe schreibt, die Menschen von Standing Rock, oft Sioux genannt, gehörten zu den Nationen der Dakota und Lakota; beide Namen bedeuten "Freunde" oder "Verbündete". Die Hunkpapa zählt sie zu den Lakota.[8] Als Vertragspartner von 1868 nennen die National Archives die Hunkpapa ebenfalls.[6]

Eine Nebenfigur heißt in der Besetzungsliste der DEFA-Stiftung Tasunka-whitko.[1] Der National Park Service überschreibt seine Seite über Crazy Horse mit "Crazy Horse (tashunka witco)". Seine Eltern gehörten nach dem NPS zur Oglala-Gruppe der Lakota, und in den Kämpfen, die zum Sioux-Krieg von 1876 bis 1877 führten, spielte er eine führende Rolle.[9] Den Namen trug nach dem NPS schon sein Vater.[9] Ob die Nebenfigur des Films auf ihn zielt, sagen die Filmdatenbanken nicht.[1, 2, 3]

Wie wurde Spur des Falken aufgenommen?

Uraufgeführt wurde der Film am 22. Juni 1968 in der Freilichtbühne Grünau in Berlin. In die Kinos der DDR kam er am 12. Juli 1968, verliehen von Progress Film-Verleih.[1, 2] Der Deutsche Fernsehfunk der DDR zeigte ihn erstmals am 13. Dezember 1970.[2, 3] Der Filmdienst nennt außerdem eine Erstaufführung am 25. Juni 1969 und als westdeutschen Titel "Brennende Zelte in den Schwarzen Bergen"; als weiteren Titel führt er "Indianermassaker".[3] Nicht zu verwechseln ist der Film mit Die Spur des Falken: So heißt im Deutschen The Maltese Falcon, ein US-Film von John Huston aus dem Jahr 1941 mit Humphrey Bogart.[10]

Das Lexikon des internationalen Films zählt Spur des Falken "in künstlerischer und gesellschaftskritischer Hinsicht" zu den stärksten DEFA-Indianerfilmen und nennt ihn aktionsreich, gut gespielt und flott geschnitten. Freigegeben ist der Film laut Filmdienst ab 6 Jahren, die pädagogische Empfehlung lautet ab 8.[3]

1969 kehrten Weitspähender Falke und Blauhaar in Weiße Wölfe zurück, wieder mit Gojko Mitić. Den Film drehte die DEFA mit Bosna-Film aus Sarajevo, Regie führten Konrad Petzold und Bosko Boskovic; Premiere war am 27. Juni 1969.[5]

Zeitleiste: Spur des Falken
  1. 22.06.1968Uraufführung in der Freilichtbühne Grünau in Berlin.[1, 2]
  2. 12.07.1968Kinostart in der DDR.[1, 2, 3]
  3. 27.06.1969Premiere von Weiße Wölfe, in dem Weitspähender Falke und Blauhaar wiederkehren.[5]
  4. 13.12.1970Erste Ausstrahlung im Deutschen Fernsehfunk der DDR.[2, 3]

Häufige Fragen

Wo wurde Spur des Falken gedreht?

Als Drehort nennt filmportal.de den Kaukasus. Die DEFA-Stiftung gibt zu Szenenfotos des Films den Kaukasus, Mittenwalde, Potsdam und das Studio Babelsberg an. Die Black Hills, in denen der Film spielt, gehörten zur Großen Sioux-Reservation im Westen des heutigen South Dakota.

Wer spielt in Spur des Falken mit?

Gojko Mitić spielt Weitspähender Falke, Hannjo Hasse den Spekulanten Bludgeon. Dazu kommen Barbara Brylska als Catherine, Lali Meszchi als Blauhaar, Rolf Hoppe als Bashan und Fred Delmare als Peter Hille.

Wann kam Spur des Falken ins Kino?

Die Uraufführung war am 22. Juni 1968 in der Freilichtbühne Grünau in Berlin, der Kinostart in der DDR am 12. Juli 1968. Der Deutsche Fernsehfunk zeigte den Film erstmals am 13. Dezember 1970.

Beruht Spur des Falken auf einer wahren Geschichte?

Eine Vorlage oder ein historisches Vorbild für die Figuren nennen DEFA-Stiftung, filmportal.de und Filmdienst nicht; das Drehbuch schrieb Günter Karl. Wahr ist der Hintergrund: Nach Custers Expedition von 1874 und dem Goldfund zogen Bergleute in die Black Hills, die der Vertrag von 1868 den Sioux zugesprochen hatte, und 1877 nahm der Kongress ihnen das Gebirge.

Gibt es eine Fortsetzung von Spur des Falken?

Weiße Wölfe, uraufgeführt am 27. Juni 1969, führt die Figuren weiter: Weitspähender Falke und Blauhaar kehren zurück, Falke wieder gespielt von Gojko Mitić. Regie führten Konrad Petzold und Bosko Boskovic, die DEFA drehte den Film mit Bosna-Film aus Sarajevo.

Ist Spur des Falken derselbe Film wie Die Spur des Falken mit Humphrey Bogart?

Nein. Die Spur des Falken heißt im Deutschen der US-Film The Maltese Falcon von John Huston aus dem Jahr 1941 mit Humphrey Bogart als Sam Spade. Spur des Falken ohne Artikel ist der DEFA-Film von 1968.

Wie lang ist Spur des Falken?

Die DEFA-Stiftung nennt 113 Minuten, filmportal.de 121 Minuten, beide bei einer Filmlänge von 3.290 Metern. Der Filmdienst gibt 100 Minuten an. Freigegeben ist der Film laut Filmdienst ab 6 Jahren.

Quellen

  1. Filmdatenbank Spur des Falken, Filmdatenbank. DEFA-Stiftung. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  2. Filmdatenbank Spur des Falken, Filmdatenbank. filmportal.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  3. Filmdatenbank Spur des Falken, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  4. Archiv Spur des Falken, Waltraut Pathenheimer. DEFA-Stiftung bei Google Arts and Culture. Stand 1968. abgerufen am 26.10.2026
  5. Filmdatenbank Weiße Wölfe, Filmdatenbank. DEFA-Stiftung. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  6. Gesetz und Vertrag Treaty of Fort Laramie (1868), Milestone Documents, mit Abschrift des Vertrags vom 29.04.1868. National Archives. Stand 30.06.2025. abgerufen am 26.10.2026
  7. Amtliche Stelle Fighting for the Black Hills: Understanding Indigenous Perspectives on the Great Sioux War of 1876-1877. National Park Service, American Battlefield Protection Program. Stand 26.07.2023. abgerufen am 26.10.2026
  8. Tribal Nation History. Standing Rock Sioux Tribe. Stand 23.09.2021. abgerufen am 26.10.2026
  9. Amtliche Stelle Crazy Horse (tashunka witco). National Park Service, Little Bighorn Battlefield National Monument. Stand 23.04.2025. abgerufen am 26.10.2026
  10. Filmdatenbank Die Spur des Falken (The Maltese Falcon), Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  11. Filmdatenbank Tödlicher Irrtum, Filmdatenbank. DEFA-Stiftung. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026

Fehler entdeckt? Hinweis an die Redaktion. Jeder Hinweis wird an der Quelle geprüft.

Passt dazu

  • WesternTödlicher Irrtum (1970)

    DEFA-Indianerfilm von Konrad Petzold mit Gojko Mitić und Armin Mueller-Stahl über Öl im Reservat der Shoshone.

  • WesternTecumseh (1972)

    Der DEFA-Indianerfilm von Hans Kratzert mit Gojko Mitić als Anführer der Shawnee.

  • WesternUlzana (1974)

    Der DEFA-Indianerfilm mit Gojko Mitić als Apache Ulzana.

  • Cowboys und AlltagLeben in einer Westernstadt

    Westernstädte wuchsen an Bahn, Viehtrail und Mine.