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Todesmelodie (1971)

Kurz erklärt Todesmelodie (Giù la testa, in den USA Duck, You Sucker, später A Fistful of Dynamite) ist der letzte Western von Sergio Leone, laut Britannica von 1971. Rod Steiger spielt den mexikanischen Banditen Juan Miranda, James Coburn den irischen Sprengstoffexperten Sean Mallory; beide geraten 1913 in die Mexikanische Revolution. Gedreht wurde 1970 in Almería und Rom, in Deutschland lief der Film ab dem 2. März 1972.

Alte Dampflokomotive auf einem einzelnen Gleis, das durch ein trockenes, felsiges Tal führt, im Licht der tief stehenden Abendsonne
Bild: KI-generiert

Worum geht es in Todesmelodie?

Der Film spielt 1913 während der Mexikanischen Revolution.[2] Der Bauer Juan Miranda hält eine prächtige Postkutsche an und bittet um eine Mitfahrt. Die vornehmen Fahrgäste behandeln ihn herablassend und reden über Bauern, als wären sie Tiere. Vor einem Dorf halten Jungen die Kutsche an, Juan begrüßt sie als seine Söhne, und die Familie raubt die Fahrgäste aus.[2] Da fährt der Ire Sean Mallory auf einem Motorrad vorbei. Juan zerschießt ihm einen Reifen, Sean sprengt dafür ein Loch in das Dach der Kutsche und zeigt Juan, dass sein Mantel mit Dynamit gefüttert ist.[2]

Juan will mit dem Sprengstoffexperten die Bank von Mesa Verde ausrauben. Sean lehnt ab: Deutsche hätten ihn angeheuert, um in den Bergen nach Silberadern zu suchen. In Seans Gepäck findet Juan heraus, dass der Ire in Irland wegen seiner Tätigkeit für die IRA gesucht wird. Juan hängt ihm den Tod einiger Soldaten an, so dass Sean nun auch in Mexiko gesucht wird.[2]

In Mesa Verde herrscht Kriegsrecht. Sean bringt Juan zu Dr. Villega, einem Anführer der Revolutionäre von Pancho Villa. Villa und Emiliano Zapata wollen die Stadt belagern, zur Ablenkung sollen die Rebellen vier Ziele angreifen, darunter die Bank.[2] Juans jüngster Sohn lässt einen mit Dynamit beladenen Spielzeugzug vor der Bank zurück, Sean sprengt damit die Tür auf, und Juan und Sean finden in den Tresorräumen politische Gefangene; das Geld war schon einen Monat zuvor fortgeschafft worden, was Sean gewusst hatte. Die Menge feiert Juan als Helden der Revolution.[2]

Später sollen die Rebellen in den Bergen mit Villa eine Kolonne unter Oberst Gunther Ruiz aufhalten. Juan sagt, Revolutionen brächten nichts, und seine Familie sei das einzige Land, das er kenne. Als Villa den Rückzug befiehlt, bleiben Sean und Juan mit einer Gatling Gun auf einem Kamm zurück, schlagen die Soldaten zurück und sprengen die Brücke.[2] Danach erfährt Juan, dass seine Söhne in ihrem Versteck in einer Höhle getötet worden sind. Villega wird gefangen genommen und gezwungen, Einwohner zu benennen, die sich am Aufstand beteiligt haben; später holt Sean Juan auf dem Motorrad vor einem Erschießungskommando weg.[2]

Wie endet Todesmelodie?

Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.

Auf der Flucht in einem Zug Richtung USA erschießt Juan den Gouverneur, der vor Villas Truppen flieht. Villa lässt ausrichten, ein Truppenzug unter Ruiz müsse aufgehalten werden. Sean schickt eine mit Dynamit beladene Lokomotive gegen den Zug; Villega, dessen Verrat nur Sean kennt, springt nicht ab und stirbt.[2] Ruiz schießt Sean nieder, Juan tötet Ruiz. Der schwer verwundete Sean zündet mit einer Zigarette das restliche Dynamit und kommt in der Explosion um.[2] In der ersten Kinofassung ruft Juan dabei den Namen Johnny. Die restaurierte italienische Fassung endet damit, dass Juan sich an das Publikum wendet und fragt, was nun aus ihm werde; darauf erscheint der Titel Duck, You Sucker.[2]

Wer spielt in Todesmelodie mit?

Rod Steiger spielt den mexikanischen Banditen Juan Miranda, James Coburn den irischen Revolutionär und Sprengstoffspezialisten John-Sean Mallory.[1] Die Rollen waren zuerst anders geplant: Im Oktober 1968 meldete Daily Variety Charles Bronson als Hauptdarsteller, im Oktober 1969 sollte Jason Robards den Sean spielen. Nach einer Meldung von Variety vom 26. November 1969 sollte Eli Wallach den Juan spielen; laut einer späteren Quelle, die das AFI nennt, war die Rolle für ihn geschrieben, doch die Geldgeber wollten einen bekannteren Namen und holten Steiger.[2]

Darsteller und Rollen laut Lexikon des internationalen Films und AFI Catalog
DarstellerRolle
Rod SteigerJuan Miranda[1, 2]
James CoburnJohn-Sean Mallory (Filmdienst), Sean Mallory (AFI)[1, 2]
Romolo ValliDr. Villega[1, 2]
Maria MontiAdelita (Filmdienst), Adolita (AFI)[1, 2]
Franco GraziosiDon Jaime (Filmdienst), Gouverneur (AFI)[1, 2]
Rik BattagliaSanderna (Filmdienst), Santerna (AFI)[1, 2]
Antoine DomingoColonel Gutierrez/Gunther Reza (Filmdienst), General Guttierrez (AFI)[1, 2]
Jean Michel AntoineOberst Gunther Ruiz (AFI)[2]
David WarbeckNolan (Filmdienst), Seans Freund (AFI)[1, 2]

Wie entstand Todesmelodie?

Produziert hat Leones eigene Firma Rafran Cinematografica, United Artists war finanziell beteiligt.[2] Der Filmdienst nennt als Firmen Rafran, San Marco und Miura, als Produzenten Fulvio Morsella.[1] Im Oktober 1969 meldeten die Branchenblätter, Sergio Leone suche für den Film einen amerikanischen Regisseur; nach einer Meldung von Variety vom 26. November 1969 hatte er Peter Bogdanovich verpflichtet. Nach einer Variety-Meldung vom Juni 1970 ging Bogdanovich nach Meinungsverschiedenheiten mit Leone über die Gestaltung wieder, und Leones früherer Mitarbeiter Giancarlo Santi sollte übernehmen, bis Steiger sich weigerte, ohne Leone als Regisseur zu spielen. Nach einer späteren Quelle, die das AFI nennt, übernahm Santi danach umfangreiche Arbeiten für das zweite Team.[2]

Das Drehbuch schrieben Leone, Sergio Donati und Luciano Vincenzoni, die Kamera führte Giuseppe Ruzzolini, den Schnitt besorgte Nino Baragli. Die Musik schrieb Ennio Morricone.[1, 2]

Wo wurde Todesmelodie gedreht?

Gedreht wurde von Mitte Juni bis Mitte September 1970. Die Außenaufnahmen entstanden laut der Zeitschrift Filmfacts in Almería in Spanien, die irischen Szenen nach einer undatierten Meldung des Hollywood Reporter in Dublin.[2] In Almería entstanden laut Britannica viele Italowestern, die trockene Provinz stand dort für die Wüsten Nordamerikas.[9]

Drehorte laut AFI Catalog
DrehortLandWas dort entstand
AlmeríaSpanienAußenaufnahmen[2]
Dino De Laurentiis Cinematografica Studios, RomItalienStudioaufnahmen[2]
DublinIrlandSzenen in Irland[2]
Weiß getünchte Lehmkirche mit rotem Ziegeldach allein am Fuß trockener, rötlicher Berge, davor ein staubiger Platz im Nachmittagslicht
Eine Lehmkirche in trockenen Bergen: Die Außenaufnahmen entstanden in Almería in Spanien Bild: KI-generiert

Warum hat Todesmelodie so viele Titel?

Der italienische Titel Giù la testa heißt frei übersetzt etwa Kopf runter.[2] Englisch sollte der Film zuerst Once Upon a Time, the Revolution heißen. Nach einer späteren Quelle, die das AFI nennt, wurde der Titel geändert, weil er zu sehr an Bernardo Bertoluccis Prima della rivoluzione erinnerte, in den USA Before the Revolution. Ein Arbeitstitel war Johnny and Johnny.[2] In den USA lief der Film als Duck, You Sucker, auf manchen Videos als A Fistful of Dynamite, eine Anspielung auf Leones Für eine Handvoll Dollar, englisch A Fistful of Dollars.[2, 3] Der deutsche Verleihtitel lautet Todesmelodie.[1]

Wie viel Wahrheit steckt in Todesmelodie?

Die wahre Geschichte dahinter

  • OrtAlmería und Tabernas

    Provinz Almería (Andalusien, Spanien), etwa 30 km nördlich der Stadt Almería zwischen Sierra de los Filabres und Sierra Alhamilla, 260 bis 952 m hoch

Die Mexikanische Revolution von 1910 bis 1920 war laut Britannica ein langer, blutiger Kampf mehrerer Gruppen in wechselnden Bündnissen. Sie beendete die 30 Jahre lange Diktatur von Porfirio Díaz und führte zu einer verfassungsmäßigen Republik.[4] Francisco Madero rief für den 20. November 1910 zum Aufstand auf, im Norden sammelten Pascual Orozco und Pancho Villa ihre Truppen, im Süden kämpfte Emiliano Zapata. Im Frühjahr 1911 nahmen die Revolutionäre Ciudad Juárez, Díaz trat zurück, und Madero wurde Präsident.[4, 5]

Am 18. Februar 1913 putschte General Victoriano Huerta gegen Madero. Am 22. Februar wurden Madero und sein Vizepräsident José María Pino Suárez erschossen.[5] Huerta erklärte sich zum Präsidenten; die Zeitleiste der Library of Congress nennt dafür den 22. Februar, Britannica den 19. Februar.[4, 5] Im April 1913 wurde Venustiano Carranza, Gouverneur von Coahuila, zum Ersten Chef im Kampf gegen Huerta erklärt, auf dieser Seite standen auch Villa und Zapata.[5] In dieses Jahr legt der Film seine Handlung; Villa und Zapata planen dort den Angriff auf die Stadt Mesa Verde.[2] Der Filmdienst nennt als Hintergrund die Revolution von 1911 bis 1914.[1]

Gleich zu Beginn zeigt der Film einen Satz von Mao Tse-tung: Die Revolution sei kein Gastmahl, sie sei ein Akt der Gewalt.[2, 7] In einer Szene, die in der ersten Fassung fehlte, wirft Sean ein Buch des Anarchisten Michail Bakunin in den Schlamm, nachdem Juan seine Verachtung für Revolutionen geäußert hat.[2] Austin Fisher stellt den Film in seinem Buch Radical Frontiers in the Spaghetti Western (2011) neben andere italienische Western, die in der Mexikanischen Revolution spielen und fragen, ob Gewalt gegen staatliche Unterdrückung berechtigt ist; Tepepa (1969) etwa wirbt offen dafür. Leone, der sich selbst einen enttäuschten Sozialisten nannte, nimmt diese Haltung laut Fisher durch seine Hauptfigur zurück.[7]

Als ich anfing, Dynamit zu benutzen, glaubte ich an vieles. Am Ende glaube ich nur noch an Dynamit.

Sean Mallory im Film, zitiert von Austin Fisher, Mike Phillips: Rezension zu Austin Fisher, Radical Frontiers in the Spaghetti Western, Alphaville Heft 5 (2013), S. 2 Übersetzung der Redaktion[7]

Seans Vergangenheit zeigen Rückblenden aus Irland, in denen er der IRA angehört; viele spiegeln das Geschehen in Mexiko. In einer verrät ein Freund und Mitstreiter in einer irischen Kneipe die Gruppe, und Sean erschießt ihn. Später sagt Sean zu Villega, er richte nicht über ihn, weil er schon einmal gerichtet habe.[2] Die IRA entstand laut Britannica 1919 als Nachfolgerin der Irish Volunteers, einer 1913 gegründeten nationalistischen Organisation. Im Unabhängigkeitskrieg von 1919 bis 1921 führte sie unter Michael Collins einen Guerillakrieg gegen die britische Herrschaft.[6]

Grüne Hügellandschaft mit niedrigen Trockensteinmauern und einer einzelnen Steinkate unter einem bewölkten Himmel, Licht bricht durch die Wolken
Hügel mit Steinmauern in Irland: Die Rückblenden auf Seans Vergangenheit entstanden laut AFI in Dublin Bild: KI-generiert

Wie wurde Todesmelodie aufgenommen?

Der Filmdienst nennt Todesmelodie den fünften und letzten Italowestern von Sergio Leone; bei der Kinopremiere war er weniger erfolgreich als die Vorgänger.[8] Laut Britannica fand der Film weniger Beachtung, wird aber inzwischen als ebenso wertvoll wie Leones frühere Western angesehen.[3] Das Lexikon des internationalen Films lobt ein bis in die Einzelheiten sorgfältig durchgearbeitetes Abenteuer, das dem Publikum im Dialog und mit den ständig wiederkehrenden Tötungen "einiges zumutet". Die aufwendigen Actionszenen überlagerten die Frage nach dem Sinn der Gewalt, die der Film durchaus andeute.[1]

In Italien begann der Kinostart nach dem Katalog des Festivals Il Cinema Ritrovato am 29. Oktober 1971.[10] In der Bundesrepublik kam der Film am 2. März 1972 heraus. Freigegeben ist er ab 16 Jahren, früher ab 18.[1] In Los Angeles lief er am 28. Juni 1972 an. Die amerikanische Fassung dauerte 137 bis 139 Minuten, nach der Zeitschrift Filmfacts war die ursprüngliche Länge 150 Minuten; eine DVD-Restaurierung der italienischen Fassung von 2007 hat 157 Minuten.[2] Der Filmdienst gibt 154 Minuten für die deutsche Kinofassung an, 132 Minuten für eine gekürzte Fassung und 165 Minuten für das Original, auf DVD 147 und 150 Minuten.[1]

Zeitleiste: Todesmelodie
  1. 1970Dreharbeiten von Mitte Juni bis Mitte September in Almería und in den Studios von Dino De Laurentiis in Rom.[2]
  2. 29.10.1971Kinostart in Italien.[10]
  3. 02.03.1972Deutsche Erstaufführung.[1]
  4. 28.06.1972Start in Los Angeles unter dem Titel Duck, You Sucker.[2]

Häufige Fragen

Wer spielt in Todesmelodie mit?

Rod Steiger spielt den Banditen Juan Miranda, James Coburn den Iren John-Sean Mallory. Romolo Valli ist der Arzt und Revolutionär Dr. Villega, Maria Monti spielt Adelita. Für die Rollen waren zuerst andere im Gespräch, unter anderem Jason Robards und Eli Wallach.

Wie heißt Todesmelodie im Original?

Der italienische Titel lautet Giù la testa, frei übersetzt etwa Kopf runter. In den USA kam der Film als Duck, You Sucker ins Kino, auf Video teils als A Fistful of Dynamite. Ein früherer englischer Titel war Once Upon a Time, the Revolution.

Wann spielt Todesmelodie?

Laut AFI Catalog im Jahr 1913, während der Mexikanischen Revolution. Der Filmdienst nennt als Hintergrund die Revolution von 1911 bis 1914. Rückblenden zeigen Sean Mallorys Vergangenheit in Irland.

Wo wurde Todesmelodie gedreht?

Von Mitte Juni bis Mitte September 1970 in Almería in Spanien und in den Studios von Dino De Laurentiis in Rom. Die Szenen in Irland entstanden laut einer Meldung des Hollywood Reporter in Dublin.

War Sean Mallory in der IRA?

Im Film ja: Er wird in Irland wegen seiner Tätigkeit für die IRA gesucht. Zum Jahr 1913 passt der Name nicht ganz, denn die IRA entstand laut Britannica erst 1919 als Nachfolgerin der Irish Volunteers, die 1913 gegründet wurden.

Wie lang ist Todesmelodie?

Die deutsche Kinofassung dauert laut Filmdienst 154 Minuten, eine gekürzte Fassung 132 Minuten und das Original 165 Minuten. In den USA lief der Film 137 bis 139 Minuten, eine restaurierte italienische Fassung auf DVD hat laut AFI 157 Minuten.

Ist Todesmelodie der letzte Western von Sergio Leone?

Ja. Britannica nennt Giù la testa Leones letzten Western, der Filmdienst seinen fünften und letzten Italowestern. Die Musik schrieb Ennio Morricone.

Quellen

  1. Filmdatenbank Todesmelodie, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 09.07.2020. abgerufen am 26.10.2026
  2. Filmdatenbank Duck, You Sucker (1972), AFI Catalog of Feature Films. American Film Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  3. Nachschlagewerk Sergio Leone. Encyclopaedia Britannica. Stand 1998, aktualisiert 28. August 2026. abgerufen am 26.10.2026
  4. Nachschlagewerk Mexican Revolution. Encyclopaedia Britannica. Stand 1998, aktualisiert 15. September 2026. abgerufen am 26.10.2026
  5. Nachschlagewerk Irish Republican Army, Artikel von Kimberly Cowell-Meyers. Encyclopaedia Britannica. Stand 1998, aktualisiert 26. August 2026. abgerufen am 26.10.2026
  6. Presse TV-Programm: Todesmelodie von Sergio Leone. filmdienst.de. Stand 2. Juni 2026. abgerufen am 26.10.2026
  7. Nachschlagewerk Spaghetti western, Artikel von Laura Payne. Encyclopaedia Britannica. Stand 29. April 2025. abgerufen am 26.10.2026
  8. Filmdatenbank Giù la testa, Filmdatenbank des Festivals Il Cinema Ritrovato. Cineteca di Bologna, Il Cinema Ritrovato. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026

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