WesternFilm
Hidalgo (2004)
Kurz erklärt Hidalgo (in Deutschland mit dem Zusatz 3000 Meilen zum Ruhm) ist ein US-Abenteuerfilm von Joe Johnston aus dem Jahr 2004. Viggo Mortensen spielt den Reiter Frank Hopkins, der mit seinem Mustang Hidalgo an einem Rennen über 3.000 Meilen durch die arabische Wüste teilnimmt. Disney warb mit einer wahren Geschichte; die Long Riders' Guild und das Buffalo Bill Museum fanden für Hopkins' Angaben keine Belege.

Worum geht es in Hidalgo?
Der Film beginnt laut Christianity Today im Jahr 1890. Frank Hopkins ist Kurier der US-Armee und reitet nebenher Langstreckenrennen; Disney beschreibt ihn als Cowboy, der einmal als bester Reiter des Westens angekündigt worden war.[4, 5] Im Film hat Hopkins indigene Vorfahren, Christianity Today nennt ihn "part Sioux". Unwissentlich ermöglicht er das Massaker von Wounded Knee, und das hinterlässt bei ihm tiefe Narben.[5] Das Rennen im Film datiert True West auf 1891, das Buffalo Bill Center auf die frühen 1890er Jahre.[6, 7]
Monate später arbeitet er in der Wild West Show von Buffalo Bill, nach Christianity Today als Cowboy-Clown, nach Roger Ebert betrunken und schwermütig.[3, 5] Ein arabischer Scheich lädt ihn ein, mit seinem Mustang Hidalgo beim Ocean of Fire mitzureiten, einem Rennen über 3.000 Meilen durch die arabische Wüste.[5] Disney beschreibt es als ein seit Jahrhunderten jährlich ausgetragenes Rennen, zu dem nur die edelsten arabischen Pferde der großen Herrscherfamilien zugelassen waren.[4] Nach Ebert winkt dem Sieger ein Preisgeld von 10.000 Dollar.[3]
Der Filmdienst fasst zusammen, wie Hopkins und sein treuer Mustang mit den besten Reitern und edelsten Pferden der Welt um den Sieg wetteifern und dabei viele Abenteuer bestehen.[1] Die arabischen Reiter verspotten nach Ebert die Vorstellung, ein Mustang gemischter Abstammung könne es mit ihren Hengsten alter Linien aufnehmen. Viele Männer und Pferde sterben, manche werden von Rivalen ermordet.[3] Manche Beduinen wollen laut Disney verhindern, dass der Fremde das Ziel erreicht.[4] Hopkins gerät in Gefahr, als man ihn im Zelt der Tochter des Scheichs, Jazira, findet, und Lady Anne Davenport wirft sich nach Ebert an ihn heran, vielleicht um den Ausgang des Rennens zu beeinflussen.[3]
Wie endet Hidalgo?
Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.
Hopkins und Hidalgo gewinnen das Rennen, so beschreibt es die Zeitschrift True West.[7] Das Ziel liegt nach Russ Breimeier von Christianity Today in Damaskus, wenige Meter von einem Strand am Mittelmeer. Breimeier hielt das für geografisch unmöglich und schrieb, die Filmemacher hätten wohl nie eine Karte angesehen.[5]
Wer spielt in Hidalgo mit?
Viggo Mortensen spielt Frank Hopkins, nach UPI sein erster Kinofilm nach der Trilogie Der Herr der Ringe.[1, 9] Omar Sharif ist Scheich Riyadh, Zuleikha Robinson seine Tochter Jazira, Louise Lombard Lady Anne Davenport.[1, 3] In den Szenen der Wild West Show spielt J.K. Simmons Buffalo Bill Cody und Elizabeth Berridge Annie Oakley.[1]
| Darsteller | Rolle |
|---|---|
| Viggo Mortensen | Frank Hopkins[1] |
| Omar Sharif | Scheich Riyadh[1] |
| Zuleikha Robinson | Jazira[1] |
| Louise Lombard | Lady Anne Davenport[1] |
| Saïd Taghmaoui | Prinz Bin Al Reeh[1] |
| J.K. Simmons | Buffalo Bill Cody[1] |
| Elizabeth Berridge | Annie Oakley[1] |
| Floyd Red Crow Westerman | Chief Eagle Horn[1] |
| Malcolm McDowell | Major Davenport[1] |
Wie entstand Hidalgo?
Das Drehbuch schrieb John Fusco, der schon Young Guns geschrieben hatte.[1, 5, 9] Nach UPI setzt er sich für den Schutz wilder Pferde ein und recherchierte zwölf Jahre lang die Geschichte von Frank Hopkins.[9] Auf Hopkins stieß er nach eigener Aussage, als er über die Pferde indigener Völker forschte.[7] Regie führte Joe Johnston, produziert hat Casey Silver für Touchstone Pictures, eine Marke von Disney. Die Kamera führte Shelly Johnson, die Musik schrieb James Newton Howard.[1, 2, 4] True West nannte im März 2004 Kosten von 80 Millionen Dollar.[7]
Ab März 2002 fragte das Rechercheteam des Films beim Buffalo Bill Museum in Cody (Wyoming) nach Einzelheiten: welche Zigarren Buffalo Bill rauchte, wie die Arena der Show aufgebaut war und ob die Show nach Hautfarbe getrennt war.[6] Ins Kino kommen sollte der Film zuerst im Herbst 2003. True West nennt Oktober, Christianity Today November 2003.[5, 7]
Wo wurde Hidalgo gedreht?
Laut Disney wurde in Marokko, Montana, South Dakota und Kalifornien gedreht; welche Szenen wo entstanden, schreibt Disney nicht.[4] Christianity Today nennt Marokko als Drehort und Kalifornien für einen Teil der Aufnahmen. Breimeier fühlte sich bei den Bildern oft an Lawrence von Arabien erinnert.[5]

Hidalgo und die Mustangs
Hidalgo ist im Film ein kleiner gescheckter Mustang.[1, 6] Gespielt hat ihn das Pferd TJ, das Viggo Mortensen nach den Dreharbeiten kaufte. Zur Premiere in Los Angeles, über die die Zeitschrift Hello! am 2. März 2004 berichtete, ritt Mortensen im Regen auf TJ vor.[10] Christianity Today nennt Hidalgo einen spanischen Mustang; woher diese Pferde stammen, beschreibt die Seite über Mustangs.[5]
John Fusco stützte sein Drehbuch nach eigener Aussage auch auf die mündliche Überlieferung in der Welt der Mustangzüchter, zu der er selbst gehört.[7] Mortensen vermutete laut UPI, eine Flüsterkampagne habe dem Film geschadet, vielleicht von Leuten, die den spanischen Mustang nicht als den arabischen Pferden überlegen sehen wollten.[9]
Wie viel Wahrheit steckt in Hidalgo?
Die wahre Geschichte dahinter
PersonBuffalo BillBisonjäger, Kundschafter der US-Armee und Gründer der Schau "Buffalo Bill's Wild West"
PersonAnnie OakleyKunstschützin und Star der Schau "Buffalo Bill's Wild West", von Sitting Bull "Little Sure Shot" genannt
EreignisMassaker von Wounded Knee
Disney warb mit dem Satz "Based on a true story".[6] Nach True West schwankte das Studio dabei: Zuerst stand der Satz in der Werbung, dann sei er gestrichen worden, so Fusco, und für den Start im März 2004 warb Touchstone sogar mit "an incredible true story". Fusco sagte, der Film selbst und die gedruckte Werbung würden den Satz nicht verwenden, die Trailer aber blieben unverändert.[7] In seinem Lexikon Disney A to Z beschreibt der Konzern den Film bis heute als wahre Geschichte des größten Langstreckenrennens, das je geritten wurde.[4]
Frank Hopkins hatte selbst viel über sich erzählt. Nach True West hieß es in verschiedenen Berichten, auch in seiner eigenen Biografie, er habe 400 Langstreckenrennen in den USA und das Rennen in Arabien gewonnen. 1886 sei er außerdem bei einem Rennen über einen Monat von Galveston in Texas nach Rutland in Vermont 13 Tage zu früh angekommen.[7] Für Buffalo Bill will er 31 Jahre gearbeitet haben. Auf den ersten beiden Europatourneen der Show sei er eine Hauptnummer gewesen, und bei Codys Tod sei er dabei gewesen.[6]
Die Kritiker
CuChullaine O'Reilly von der Long Riders' Guild, nach eigener Beschreibung der ersten internationalen Vereinigung reitender Entdecker, wollte Hopkins' Angaben prüfen und fand nach True West für keine von ihnen einen Beleg. Seine Seite dazu nannte er "The Hopkins Hoax" (Der Schwindel um Hopkins).[7, 8] O'Reilly und seine Frau Basha fanden danach Hunderte Seiten, die Hopkins selbst geschrieben hatte, in der McCracken Research Library in Cody und im American Heritage Center der University of Wyoming.[6] Die Guild schreibt, Hopkins habe in Wahrheit unter anderem Tunnel für die U-Bahn in Philadelphia gegraben und für den Zirkus Ringling Brothers Pferde betreut.[8]
Juti A. Winchester, damals Kuratorin des Buffalo Bill Museum, prüfte mit ihrem Team Schiffslisten, Programmhefte und die Sammlungen von Zeitungsausschnitten der Show. Einen Hinweis darauf, dass ein Frank T. Hopkins etwas mit Buffalo Bill oder seiner Show zu tun hatte, fanden sie nicht.[6] Die Seite der Guild zitiert nach True West den Forschungsdirektor des King Faisal Center for Research and Islamic Studies, Awad Al-Badi: Die Vorstellung eines historischen Langstreckenrennens arabischer Pferde sei purer Unsinn. Die Rosenberg Library in Galveston fand in den Zeitungen der Jahre 1889 und 1890 keinen Hinweis auf Hopkins oder ein Rennen nach Vermont.[7] Roger Ebert nannte den Film eine völlig fiktionalisierte Fassung des Lebens eines echten Cowboys.[3]
Es ist eine großartige Geschichte, aber sie ist nie passiert.
Die Verteidiger
John Fusco hielt dagegen. Hopkins sei eine reale Gestalt gewesen, seine Leistungen hätten angesehene Pferdeleute anerkannt, die ihn kannten und über ihn schrieben, sagte er True West. Dass es keine zeitgenössischen Berichte gebe, erklärte er mit dem Tierschutz: Die Gesellschaft gegen Tierquälerei (S.P.C.A.) habe solche Rennen streng überwacht, deshalb seien sie heimlich gelaufen wie Hahnenkämpfe. Touchstone stehe zu den 70 Jahren veröffentlichter Texte über Hopkins. Man sei nicht im Dokumentarfilmgeschäft, sagte Fusco.[7] Viggo Mortensen sagte UPI, er kenne die Geschichten von Hopkins von Native Americans, die sie mündlich weitergegeben hätten; sie anzuzweifeln, sei ein schlechter Dienst an Hopkins' Familie und respektlos gegenüber diesen Native Americans.[9] Paul Hutton, Westernhistoriker und ein Freund Fuscos, hielt es in True West für unsinnig, Geschichte aus dem Kino zu lernen: Ein Film sei Fiktion.[7]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Hidalgo erzählt die wahre Geschichte eines Rennens über 3.000 Meilen durch Arabien, das ein amerikanischer Cowboy gewann.
Was belegt ist
Disney und Drehbuchautor John Fusco berufen sich auf Schriften über Frank Hopkins und auf mündliche Überlieferung. Die Long Riders' Guild fand keinen unabhängigen Beleg für das Rennen, das Buffalo Bill Museum keinen für Hopkins' Zeit bei Buffalo Bill, und ein Forschungsdirektor des King Faisal Center nannte die Vorstellung eines solchen Rennens Unsinn.[4, 6, 7, 8]

Wie wurde Hidalgo aufgenommen?
In den USA lief der Film am 5. März 2004 in Los Angeles und New York an.[2] Roger Ebert schrieb am selben Tag, der Film sei kühn, überschwänglich und verwegen, ein Rückgriff auf die Abenteuerfilme mit Douglas Fairbanks oder Errol Flynn. Wer bemängle, dass er nicht auf Fakten beruht, den solle man ignorieren.[3] Russ Breimeier von Christianity Today fand ihn dagegen nicht besonders gut und eine Mischung aus vielen anderen Filmen.[5] Das Branchenblatt Variety schrieb laut UPI, der Film wirke weniger wie ein Stück Geschichte als wie ein großer Brocken Hollywood-Kitsch (im Original "hokum").[9]
Das Lexikon des internationalen Films spricht von einem bild- und klanggewaltigen Abenteuer, das in klischeehaften Exotismen schwelge und sich in überflüssigen Nebenhandlungen und geschichtsrevisionistischen Tendenzen verliere. Der Film werde so zu einer amerikanischen Version von Karl Mays "Durch die Wüste".[1] In den USA spielte er laut UPI 67,3 Millionen Dollar ein, im Ausland 17,8 Millionen; UPI zählte ihn zu den Enttäuschungen von Disney im Jahr 2004.[9] In Deutschland lief der Film ab dem 8. April 2004, freigegeben ab 12 Jahren, mit dem Prädikat wertvoll der Filmbewertungsstelle. ProSieben zeigte ihn erstmals am 3. Juni 2007.[1]
Häufige Fragen
Ist Hidalgo eine wahre Geschichte?
Das ist umstritten. Disney warb mit "Based on a true story", und Drehbuchautor John Fusco beruft sich auf Schriften über Frank Hopkins und auf die mündliche Überlieferung unter Mustangzüchtern. Die Long Riders' Guild fand dagegen keinen unabhängigen Beleg für das Rennen, das Buffalo Bill Museum keinen für Hopkins' Arbeit bei Buffalo Bill.
Gab es das Rennen Ocean of Fire wirklich?
Disney beschreibt es als Rennen über 3.000 Meilen durch die arabische Wüste, das seit Jahrhunderten jedes Jahr stattgefunden habe. Die Long Riders' Guild zitiert dagegen nach True West den Forschungsdirektor des King Faisal Center for Research and Islamic Studies, Awad Al-Badi, der die Vorstellung eines historischen Langstreckenrennens arabischer Pferde puren Unsinn nannte.
Wer war Frank Hopkins?
Nach eigenen Angaben ein Kurier, Langstreckenreiter und Star der Wild West Show von Buffalo Bill, der Hunderte Rennen gewonnen haben will. Das Buffalo Bill Museum fand in Schiffslisten, Programmheften und Zeitungsausschnitten keinen Hinweis auf ihn. Die Long Riders' Guild hält ihn für einen Schwindler.
Wo wurde Hidalgo gedreht?
Laut Disney in Marokko, Montana, South Dakota und Kalifornien. Christianity Today nennt Marokko als Hauptdrehort und Kalifornien für einen Teil der Aufnahmen.
Wer spielt in Hidalgo mit?
Viggo Mortensen spielt Frank Hopkins, Omar Sharif den Scheich Riyadh, Zuleikha Robinson dessen Tochter Jazira und Louise Lombard Lady Anne Davenport. J.K. Simmons ist Buffalo Bill Cody, Elizabeth Berridge Annie Oakley.
Welches Pferd spielt Hidalgo?
Ein gescheckter Mustang namens TJ. Viggo Mortensen kaufte ihn nach den Dreharbeiten und ritt mit ihm zur Premiere in Los Angeles.
Wie lang ist Hidalgo?
Der Filmdienst nennt 137 Minuten, das AFI 136 Minuten. In Deutschland ist der Film ab 12 Jahren freigegeben.
Quellen
- Filmdatenbank Hidalgo: 3000 Meilen zum Ruhm, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 11.06.2007. abgerufen am 27.10.2026
- Filmdatenbank Hidalgo (2004), AFI Catalog of Feature Films. American Film Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Hidalgo (film), Disney A to Z. D23, The Official Disney Fan Club (Walt Disney Company). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Hidalgo, Filmkritik von Russ Breimeier. Christianity Today. Stand 05.03.2004. abgerufen am 27.10.2026
- Museum Juti A. Winchester: Weaving a Cinematic Web: Hidalgo and the Search for Frank Hopkins. Buffalo Bill Center of the West, Cody (Wyoming). Stand zuletzt geändert 28.04.2020. abgerufen am 27.10.2026
- Presse The Truth about Hidalgo, von Jana Bommersbach. True West Magazine. Stand 01.03.2004. abgerufen am 27.10.2026
- The Hopkins Hoax. The Long Riders' Guild. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Feature: Explaining 'Hidalgo', von Pat Nason. United Press International (UPI). Stand 05.08.2004. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Viggo back in the saddle for 'Hidalgo' premiere. Hello!. Stand 02.03.2004. abgerufen am 27.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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