PersonenPerson
Christoph Kolumbus
Kurz erklärt Christoph Kolumbus war ein Seefahrer, wahrscheinlich aus Genua, geboren zwischen August und Oktober 1451 und gestorben am 20. Mai 1506 in Valladolid. Im Auftrag der spanischen Krone fuhr er von 1492 bis 1504 viermal über den Atlantik, vor allem in die Karibik. Weil er glaubte, Indien erreicht zu haben, heißen die indigenen Menschen Amerikas bis heute oft "Indianer"; der Duden bezeichnet das Wort als Fremdbezeichnung, die als diskriminierend gilt.

Wer war Christoph Kolumbus?
Christoph Kolumbus, italienisch Cristoforo Colombo, spanisch Cristóbal Colón, war Seefahrer und Admiral. Von 1492 bis 1504 fuhr er im Auftrag der spanischen Könige Ferdinand II. und Isabella I. viermal über den Atlantik; nach Britannica öffneten diese Fahrten den Weg für die Erkundung, Ausbeutung und Kolonisierung Amerikas durch Europa.[1] Er kam vor allem in die Karibik, zu den Bahamas, nach Kuba, Hispaniola und Jamaika, auf den letzten beiden Fahrten auch an die Küsten Mittelamerikas und des nördlichen Südamerika.[1] Das Festland der heutigen USA hat er nie betreten.[2] Für die Geschichte des Westens zählt er trotzdem, denn mit seinen Fahrten begann die spanische Kolonisierung Amerikas, die später bis in das heutige New Mexico reichte, und das Wort "Indianer" geht auf seinen Irrtum zurück.[6, 9, 12]
Herkunft und Nationalität
Über seine Jugend ist wenig bekannt. Die große Mehrheit der Fachleute hält ihn nach Britannica für einen Christen aus Genua und stützt sich dabei auf sein Testament von 1498 und auf Akten aus Genua und Savona. Andere Thesen machen ihn zu einem Converso, einem unter Druck zum Christentum übergetretenen sephardischen Juden, oder lassen ihn in Portugal oder anderswo zur Welt kommen.[1] Als Geburtszeit nennt Britannica die Spanne vom 26. August bis 31. Oktober 1451. Er war der älteste Sohn des Wollarbeiters und Händlers Domenico Colombo und von Susanna Fontanarossa.[1]
Beruf: Seemann, Kartenzeichner und Händler
Zur See fuhr er zuerst in der portugiesischen Handelsflotte. Nach einem Schiffbruch vor dem Kap São Vicente im Jahr 1476 ließ er sich mit seinem Bruder Bartolomeo in Lissabon nieder. Beide verdienten ihr Geld als Kartenzeichner, Kolumbus aber vor allem als Unternehmer auf See: 1477 segelte er nach Island und Irland, 1478 kaufte er auf Madeira Zucker für die Genueser Firma Centurioni, und von 1482 bis 1485 handelte er an der Küste Westafrikas.[1] 1479 heiratete er Felipa Perestrello e Moniz aus einer verarmten portugiesischen Adelsfamilie, 1480 kam ihr Sohn Diego zur Welt. Felipa starb 1485; mit Beatriz Enríquez de Harana aus Córdoba hatte Kolumbus um 1488 einen zweiten Sohn, Ferdinand.[1]
Ab 1484 suchte er Geld für eine Fahrt nach Westen, zuerst vergeblich bei König Johann II. von Portugal, ab 1486 in Spanien. Nach mindestens zwei Absagen sagten ihm Ferdinand und Isabella im Januar 1492 ihre Unterstützung zu.[1] Er wollte auf dem Seeweg nach Westen Cathay, also China, und Indien erreichen und Gold und Gewürze nach Europa bringen.[1] Die Entfernung berechnete er zu kurz, nach Britannica vielleicht mit Absicht und mit Blick auf seine Geldgeber.[5]
Die erste Fahrt 1492: Schiffe und Route
Die drei Schiffe Niña, Pinta und Santa María wurden in Palos am Río Tinto ausgerüstet. Ein Kreis von Geldgebern, vor allem Bankiers aus Genua und Florenz in Sevilla, brachte mindestens 1.140.000 Maravedís auf.[2] Am 3. August 1492 legte die kleine Flotte ab. Sie fuhr zuerst nach Süden zu den Kanarischen Inseln, wo sie den Nordostpassat nutzen konnte, und verließ San Sebastián de la Gomera am 6. September.[2]
Am 12. Oktober 1492 sichteten Seeleute der Pinta Land. Wo die erste Landung auf der Insel stattfand, die ihre Bewohner Guanahani nannten, ist nach Britannica heftig umstritten; meist gilt San Salvador (Watlings Island) auf den Bahamas als wahrscheinlichster Ort.[2] Am 28. Oktober landete Kolumbus auf Kuba und hielt es bald für das Festland von Cathay. Am 5. Dezember drehte er nach Südosten ab und verpasste damit nach Britannica seine einzige Gelegenheit, Florida zu betreten.[2]
Die Insel, die die Taíno Ayti nannten, taufte er am 6. Dezember La Isla Española, daraus wurde der Name Hispaniola. Mit Hilfe des Kaziken Guacanagarí, eines Oberhaupts der Taíno, baute er an der Nordküste die Befestigung La Navidad und ließ dort 39 Männer zurück; die Santa María war am 25. Dezember 1492 auf Grund gelaufen und lieferte Planken und Vorräte.[2] Am 16. Januar 1493 segelte er mit den beiden übrigen Schiffen nach Spanien und erreichte Palos am 15. März.[2]

| Fahrt | Jahre | wichtigste Ziele | Flotte |
|---|---|---|---|
| erste | 1492 bis 1493 | Bahamas, Kuba, Hispaniola[2] | Niña, Pinta, Santa María[2] |
| zweite | 1493 bis 1496 | Dominica, Jungferninseln, Hispaniola, Kuba, Jamaika[3] | mindestens 17 Schiffe, rund 1.300 Männer mit Sold[3] |
| dritte | 1498 bis 1500 | Trinidad, Halbinsel Paria in Venezuela, Hispaniola[3] | sechs Schiffe, davon drei mit Vorräten für Hispaniola[3] |
| vierte | 1502 bis 1504 | Martinique, Jamaika, Kuba, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama[4] | vier Schiffe[4] |
Warum heißen indigene Menschen in Amerika "Indianer"?
Kolumbus hielt die Inseln für einen Teil Asiens. Im Brief, der das Bordbuch der ersten Fahrt einleitet, schreibt er, die Könige hätten ihn in die Teile Indiens geschickt, um deren Fürsten, Völker und Länder kennenzulernen und sie zum christlichen Glauben zu bringen.[1] Nach Britannica blieb er bis zuletzt dabei, das wahre Indien und Cathay gefunden zu haben, obwohl immer mehr dagegen sprach.[4] Die Library of Congress hält fest, dass sich die Menschen der westlichen Erdhälfte vor 1492 nicht als Teil eines Ganzen sahen. Erst später gab Europa dem Gebiet den gemeinsamen Namen Amerika und den Menschen den Namen "Indians".[8]
Das deutsche Wort "Indianer" geht laut Duden auf das Missverständnis des Kolumbus zurück, der glaubte, in Indien gelandet zu sein; es kommt von lateinisch Indianus, eigentlich "indisch". Der Duden nennt "Indianer" eine Fremdbezeichnung, die als diskriminierend gilt, und schreibt, eine übergreifende Selbstbezeichnung für die vielen Bevölkerungsgruppen gebe es nicht.[12] Welche Positionen es in Deutschland dazu gibt und wie sich einzelne Nationen selbst nennen, steht auf der Seite Darf man "Indianer" sagen?
Die erste Begegnung mit den Taíno
Das Bordbuch der ersten Fahrt ist verloren und nur aus späteren Abschriften und Zitaten wiederhergestellt. Britannica erinnert daran, dass Kolumbus es für die Könige schrieb, also für Leser, die er für sich gewinnen wollte.[5] In der englischen Ausgabe von 1906 heißt die Insel der ersten Landung "in the language of the Indians, Guanahani", und die Bewohner nennt Kolumbus dort "Indians".[16] Bei der Landung notierte er, die Menschen hätten keine Waffen und schnitten sich an den Klingen der Schwerter, die er ihnen zeigte. Sie würden gute Diener abgeben und leicht Christen werden, und sechs von ihnen wolle er nach Spanien mitnehmen, damit sie die Sprache lernten.[11, 16] Am 14. Oktober 1492 schrieb er, er habe sieben Menschen fangen lassen, die nach Spanien gebracht werden sollten:[11, 16]
Denn mit fünfzig Männern kann man sie alle unterwerfen und dazu bringen, alles zu tun, was von ihnen verlangt wird.
Was geschah unter Kolumbus auf Hispaniola?
Am 25. September 1493 brach Kolumbus mit mindestens 17 Schiffen von Cádiz zur zweiten Fahrt auf. An Bord waren rund 1.300 Männer mit Sold und eine Gruppe Mönche; Besiedlung und Bekehrung gehörten diesmal ausdrücklich zum Plan.[3] Auf Hispaniola fand er La Navidad zerstört und die zurückgelassenen Männer tot, für Britannica ein Zeichen, dass der Widerstand der Taíno gewachsen war. Er ließ weitere Befestigungen errichten und am 2. Januar 1494 die Stadt La Isabela gründen.[3] Am 2. Februar fuhr Antonio de Torres mit zwölf Schiffen nach Spanien, an Bord Gold, Gewürze, Papageien und Gefangene, von denen die meisten unterwegs starben. Zwei Untergebene von Kolumbus, Alonso de Ojeda und Pedro Margarit, rächten sich für La Navidad und fingen Menschen, um sie zu versklaven.[3]
Schon auf der ersten Fahrt hatten seine Seeleute nach Britannica geplündert und Menschen verschleppt, besonders auf Hispaniola, weil Kolumbus Waren und Menschen für die Könige und für sich selbst mitbringen wollte.[2] 1495 begann er eine entschlossene Eroberung Hispaniolas, die unter den Taíno Verwüstung anrichtete; der Mönch Bernardo Buil beklagte seine harten Methoden.[3] Als Kolumbus im März 1496 nach Spanien zurückfuhr, übergab er die Kolonie seinen Brüdern Bartolomeo und Diego. Britannica macht die Familie Kolumbus mitverantwortlich für die Lage dort, weil sie die Taíno versklaven und nach Europa verschiffen oder zur Arbeit in den Goldminen zwingen wollte. Zuerst hatten örtliche Oberhäupter Gold nach der Kopfzahl ihrer Leute abgeliefert; Bartolomeo Kolumbus, als Adelantado (Statthalter) im Amt, setzte stattdessen Spanier seiner Wahl ein, die die Menschen direkt ausbeuteten.[3]
Nach der Rückkehr nach Hispaniola auf der dritten Fahrt versuchte Kolumbus, einen Aufstand um den Bürgermeister von La Isabela, Francisco Roldán, niederzuschlagen, unter anderem mit Hinrichtungen am Galgen. Inzwischen war der oberste Richter Francisco de Bobadilla mit königlichem Auftrag unterwegs, um die Beschwerden zu untersuchen. Er entschied gegen die Familie, ließ Kolumbus und seine Brüder in Ketten legen und schickte sie nach Spanien, wo sie Ende Oktober 1500 in Cádiz ankamen.[3, 6] Die Könige ließen ihn frei und empfingen ihn im Dezember 1500, ernannten am 3. September 1501 aber Nicolás de Ovando zum neuen Gouverneur.[3]
Für die Taíno waren die Folgen verheerend. Die Spanier siedelten zuerst auf Hispaniola, dann auf Kuba, Puerto Rico und Jamaika und zwangen die Taíno zur Arbeit in den Goldminen. Misshandlung, Flucht, zerstörte Felder und Krankheiten ließen die Bevölkerung rasch schrumpfen: Nach einer Schätzung, die die Library of Congress nennt, fiel die Zahl der Bewohner Hispaniolas in 20 Jahren von einer Million auf 30.000. Schon ab 1502 brachten die Spanier versklavte Afrikaner als Arbeitskräfte in die Karibik.[9] Britannica beschreibt den Einbruch der Taíno-Bevölkerung als Katastrophe und betont zugleich, dass Abstammung, Identität und Überlieferungen der Taíno bis heute fortbestehen.[6] Der Dominikaner Bartolomé de Las Casas, der zuvor selbst an der frühen Kolonisierung teilgenommen hatte, hielt die Gewalt und Ausbeutung später in seinen Schriften fest.[6]

Wie starb Christoph Kolumbus?
Die vierte Fahrt begann am 9. Mai 1502 in Cádiz. Die Könige hatten ihm verboten, nach Hispaniola zurückzukehren; er sollte im Süden nach Gold und nach einer Durchfahrt nach Indien suchen.[4] Von Juli bis September 1502 erkundete er Jamaika, die Südküste Kubas, Honduras und die Moskitoküste Nicaraguas, danach Costa Rica und Panama. Im Februar 1503 scheiterte ein Handelsposten am Río Belén am Widerstand der Bewohner und am Zustand der Schiffe.[4] Die zwei letzten Schiffe mussten an der Küste Jamaikas auf Strand gesetzt werden, ab Juni 1503 saßen Kolumbus und seine Leute dort fest. Er sagte eine Mondfinsternis voraus und brachte die Bewohner nach Britannica so aus Angst dazu, ihnen Essen zu geben. Hilfe kam erst im Juni 1504, und am 7. November 1504 segelte er zurück nach Spanien.[4]
Schon auf der Heimfahrt von der dritten Reise im Jahr 1500 litt er an Schlaflosigkeit, einem Augenleiden und einer Form der rheumatoiden Arthritis, die nach Britannica seinen Tod beschleunigt haben könnte; eine genaue Todesursache nennt Britannica nicht.[3] Im August 1505 begann er, sein Testament zu ändern, am 20. Mai 1506 starb er in Valladolid.[4] Arm und vergessen war er dabei nicht: Sein Sohn Diego hatte am Hof eine feste Stellung, er selbst lebte in Sevilla in einigem Wohlstand und bezog ein Zehntel der Goldfunde auf Hispaniola. Trotzdem fühlte er sich um seine Rechte gebracht und drängte König Ferdinand bis zuletzt auf Wiedergutmachung.[4]
Wo seine Gebeine liegen, ist nicht gesichert. Zuerst kamen sie in das Franziskanerkloster von Valladolid, dann in das Kloster Las Cuevas in Sevilla, 1542 in die Kathedrale von Santo Domingo, 1795 nach Havanna und 1898 zurück nach Sevilla. 1877 wollen Arbeiter in der Kathedrale von Santo Domingo weitere Gebeine gefunden haben, die als die des Kolumbus gekennzeichnet waren; sie liegen seit 1992 im Faro a Colón, dem Kolumbus-Leuchtturm in der Dominikanischen Republik.[4]
Was hat Kolumbus mit dem Wilden Westen zu tun?
Den Westen Nordamerikas hat Kolumbus nie gesehen. Seine Fahrten öffneten aber nach Britannica den Weg für Eroberung und Kolonisierung in großem Maßstab.[6] Von ihrer Hauptstadt in Mexiko aus dehnten die Spanier ihre Herrschaft nach der Library of Congress bis in das heutige New Mexico aus. Mit den Europäern kamen Gewehre und Eisenwerkzeug, das Christentum, Zuckerrohr und Weizen, Pferde und Rinder nach Amerika, außerdem Krankheiten, gegen die die Menschen keine Abwehr hatten.[9] Wie die Spanier mehr als 250 Jahre nach Kolumbus Missionen in Kalifornien gründeten, zeigt die Seite Die spanischen Missionen in Kalifornien, über einen ihrer Gründer berichtet die Seite Junípero Serra.
Ein Wintercount in der Library of Congress, eine Bilderchronik, die für jedes Jahr ein Ereignis festhält, zeigt am Beispiel eines Volkes der Plains, wie Pferde dorthin kamen. Battiste Good, geboren 1821 oder 1822 bei den Sichangu, französisch Brulé, übertrug seine Chronik 1879 bis 1880 auf Papier und fertigte 1907 eine weitere Abschrift an, die später an die Library of Congress kam. Für die Zeit von 1580 bis 1640 zeigt sie, wie die Brulé Pferde bekamen, eine Folge des spanischen Vordringens in den Südosten und Südwesten; zum ersten Mal erscheinen dort Bisonjäger zu Fuß und zu Pferd. Auch das Jahr 1492 ist in der Chronik vermerkt.[10] Mehr dazu auf den Seiten Pferde im Wilden Westen und Plains.

Von der Bulle Inter caetera zum Urteil von 1823
Am 4. Mai 1493 legte Papst Alexander VI. in der Bulle Inter caetera eine Linie fest, die künftige Entdeckungen Spaniens und Portugals voneinander trennte, und würdigte darin ausdrücklich die Leistung von Kolumbus. Die Bulle steht im Buch der Privilegien, einer Sammlung seiner Verträge mit der Krone, die Kolumbus 1502 in Sevilla anlegen ließ; die Library of Congress besitzt eine der vier Abschriften.[1, 7] Manche Wissenschaftler sehen in mehreren päpstlichen Bullen, darunter dieser und zwei älteren, die Grundlage der sogenannten Entdeckungsdoktrin (doctrine of discovery). Danach gab die Entdeckung von Land den Siedlern das alleinige Recht, den Besitz der indigenen Völker durch Kauf oder Eroberung zu beenden; im 19. Jahrhundert fand dieser Gedanke Eingang in die Rechtsprechung mehrerer Länder.[14]
In den USA geschah das 1823 im Fall Johnson gegen M'Intosh vor dem Obersten Gerichtshof, einem Streit um Land in Illinois, das die Kläger von Anführern der Illinois und der Piankeshaw erworben hatten, der Beklagte dagegen von den Vereinigten Staaten erhielt. Chief Justice Marshall schrieb, die Entdeckung habe der Regierung, in deren Auftrag sie geschah, gegenüber allen anderen europäischen Regierungen ein Recht auf das Land gegeben. Die indigenen Bewohner galten danach als rechtmäßige Besitzer mit dem Recht, das Land zu nutzen, durften es aber nicht verkaufen, an wen sie wollten; die oberste Herrschaft beanspruchten die Europäer für sich.[13] Spanien, heißt es in dem Urteil weiter, habe sein Recht nicht allein auf die Schenkung des Papstes gestützt, sondern auf die Entdeckung.[13] Wie die USA im 19. Jahrhundert das Land der Nationen im Westen übernahmen, beschreibt die Seite Westexpansion.
Am 30. März 2023 erklärten zwei Behörden des Vatikans, die Dikasterien für Kultur und Bildung sowie für ganzheitliche menschliche Entwicklung, die Entdeckungsdoktrin sei keine katholische Lehre. Die päpstlichen Bullen hätten die gleiche Würde und die Rechte der indigenen Völker nicht angemessen wiedergegeben, und konkurrierende Kolonialmächte hätten ihren Inhalt missbraucht, um unmoralische Taten gegen indigene Völker zu rechtfertigen. Die Kirche weise alle Vorstellungen zurück, die die Menschenrechte indigener Völker nicht anerkennen, auch die Entdeckungsdoktrin.[14]
Zeitleiste
- 1451Christoph Kolumbus kommt zwischen dem 26. August und dem 31. Oktober 1451 zur Welt, wahrscheinlich in Genua.[1]
- Januar 1492Nach mindestens zwei Absagen sagen ihm Ferdinand II. und Isabella I. ihre Unterstützung zu.[1]
- 03.08.1492Mit der Niña, der Pinta und der Santa María verlässt er Palos.[2]
- 12.10.1492Von der Pinta aus wird Land gesichtet; die Landung folgt auf der Insel Guanahani, deren Lage heftig umstritten ist.[2]
- 25.12.1492Die Santa María läuft vor Hispaniola auf Grund; 39 Männer bleiben in der Befestigung La Navidad.[2]
- 04.05.1493Papst Alexander VI. teilt in der Bulle Inter caetera künftige Entdeckungen zwischen Spanien und Portugal auf.[1, 7]
- 25.09.1493Die zweite Fahrt beginnt in Cádiz mit mindestens 17 Schiffen.[3]
- 02.01.1494Auf Hispaniola wird die Stadt La Isabela gegründet.[3]
- 30.05.1498Mit sechs Schiffen beginnt in Sanlúcar de Barrameda die dritte Fahrt.[3]
- Oktober 1500Kolumbus und seine Brüder kommen in Ketten in Cádiz an; Francisco de Bobadilla hatte sie nach Spanien geschickt.[3]
- 09.05.1502Die vierte und letzte Fahrt beginnt in Cádiz.[4]
- 20.05.1506Kolumbus stirbt in Valladolid.[4]
- 1823Im Fall Johnson gegen M'Intosh stützt der Oberste Gerichtshof der USA Landrechte auf das Recht der Entdeckung.[13]
- 08.10.2021Präsident Joe Biden ruft den 11. Oktober 2021 zum Indigenous Peoples' Day aus.[15]
Was ist Legende, was ist belegt?
In den USA wuchs sein Ansehen im späten 18. und im 19. Jahrhundert, als Schriftsteller und Politiker ihn zum Sinnbild der Entdeckung machten. Der District of Columbia wurde nach ihm benannt, Denkmäler entstanden, und italienisch-amerikanische Gemeinden, die selbst viel Diskriminierung erlebten, ehrten ihn besonders.[6] Zwischen den Feiern zum 400. Jahrestag 1892 und zum 500. Jahrestag 1992 wandelte sich nach Britannica die Sicht der Forschung: Die ältere, europäische Deutung feierte die "Entdeckung" als Triumph, die neuere sieht vor allem die Zerstörung, den Sklavenhandel und die eingeschleppten Krankheiten. Für viele sei aus dem Helden ein Mann mit schweren Fehlern geworden.[1]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Kolumbus hat Amerika entdeckt.
Was belegt ist
In Amerika lebten seit Jahrhunderten Millionen indigene Menschen, und Wikinger wie Leif Eriksson waren nach Britannica schon rund fünf Jahrhunderte vor ihm in Nordamerika. Kolumbus selbst hielt die Inseln bis zuletzt für einen Teil Asiens. Statt von Entdeckung sprechen viele heute von Begegnung oder Kontakt.[1, 4, 6]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Königin Isabella verpfändete ihren Schmuck, um die erste Fahrt zu bezahlen.
Was belegt ist
Britannica nennt das einen Mythos, den Bartolomé de Las Casas im 16. Jahrhundert in die Welt setzte. Bankiers vor allem aus Genua und Florenz in Sevilla brachten mindestens 1.140.000 Maravedís auf, und Kolumbus selbst steuerte mehr als ein Drittel der Summe bei, die das Königspaar gab.[2]
Columbus Day und Indigenous Peoples' Day
Seit 1937 ist der Columbus Day in den USA ein Feiertag des Bundes.[6] Um den 500. Jahrestag 1992 lenkten Wissenschaftler, indigene Aktivisten und andere den Blick auf die Völker, die schon in Amerika lebten, und auf Eroberung, Versklavung, Zwangsarbeit und den Einbruch der Bevölkerung nach der Ankunft der Europäer.[6] Am 8. Oktober 2021 erklärte Präsident Joe Biden den 11. Oktober 2021 zum Indigenous Peoples' Day. In der Proklamation erinnerte er an Jahrhunderte der Gewalt, Vertreibung und Assimilation gegen indigene Gemeinschaften und Tribal Nations und an die Verpflichtungen des Bundes aus den Verträgen mit ihnen.[15] Über Denkmäler, den Columbus Day und den Indigenous Peoples' Day wird nach Britannica bis heute gestritten.[6]
Häufige Fragen
Wer war Christoph Kolumbus?
Ein Seefahrer und Admiral, der im Auftrag der spanischen Könige Ferdinand II. und Isabella I. von 1492 bis 1504 viermal über den Atlantik fuhr. Er kam vor allem in die Karibik und an die Küsten Mittelamerikas und des nördlichen Südamerika. Seine Fahrten öffneten den Weg für die europäische Eroberung und Kolonisierung Amerikas.
Welche Nationalität hatte Kolumbus?
Die große Mehrheit der Fachleute hält ihn nach Britannica für einen Christen aus Genua im heutigen Italien. Sie stützt sich auf sein Testament von 1498 und auf Akten aus Genua und Savona. Andere Thesen sehen in ihm einen Converso oder lassen ihn in Portugal geboren sein.
Wie hießen die Schiffe von Kolumbus?
Auf der ersten Fahrt 1492 segelte er mit der Niña, der Pinta und der Santa María. Die Santa María lief am 25. Dezember 1492 vor Hispaniola auf Grund; ihre Planken und Vorräte kamen der Besatzung der Befestigung La Navidad zugute.
Woran starb Christoph Kolumbus?
Er starb am 20. Mai 1506 in Valladolid in Spanien. Seit etwa 1500 litt er an Schlaflosigkeit, einem Augenleiden und einer Form der rheumatoiden Arthritis, die nach Britannica seinen Tod beschleunigt haben könnte. Eine genaue Todesursache nennt Britannica nicht.
Warum sagt man "Indianer"?
Laut Duden geht das Wort auf das Missverständnis des Kolumbus zurück, der glaubte, in Indien gelandet zu sein. Der Duden nennt es eine Fremdbezeichnung, die als diskriminierend gilt. Mehr dazu auf der Seite Darf man "Indianer" sagen?
War Kolumbus in Nordamerika?
Das Festland der heutigen USA hat er nie betreten. Im Dezember 1492 drehte er vor Kuba nach Südosten ab und verpasste damit nach Britannica seine einzige Gelegenheit, nach Florida zu kommen.
Was taten Kolumbus und seine Männer den Taíno an?
Seine Männer plünderten und verschleppten Menschen, Kolumbus ließ Gefangene nach Spanien bringen und begann 1495 eine Eroberung Hispaniolas, die unter den Taíno Verwüstung anrichtete. Seine Familie wollte die Taíno versklaven oder in den Goldminen arbeiten lassen. Nach einer Schätzung, die die Library of Congress nennt, fiel die Bevölkerung Hispaniolas in 20 Jahren von einer Million auf 30.000.
Quellen
- Nachschlagewerk Christopher Columbus (Valerie I. J. Flint). Encyclopaedia Britannica. Stand 17.10.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Christopher Columbus: The first voyage (Valerie I. J. Flint). Encyclopaedia Britannica. Stand 03.09.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Christopher Columbus: The second and third voyages (Valerie I. J. Flint). Encyclopaedia Britannica. Stand 03.09.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Christopher Columbus: The fourth voyage and final years (Valerie I. J. Flint). Encyclopaedia Britannica. Stand 21.07.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Christopher Columbus: Principal evidence of travels (Valerie I. J. Flint). Encyclopaedia Britannica. Stand 03.09.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Christopher Columbus: Legacy. Encyclopaedia Britannica. Stand 01.10.2026. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Christopher Columbus: Man and Myth (Ausstellung 1492: An Ongoing Voyage). Library of Congress. Stand 1992. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle What Came to Be Called "America" (Ausstellung 1492: An Ongoing Voyage). Library of Congress. Stand 1992. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Europe Claims America: The Atlantic Joined (Ausstellung 1492: An Ongoing Voyage). Library of Congress. Stand 1992. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Epilogue (Ausstellung 1492: An Ongoing Voyage, Wintercount von Battiste Good). Library of Congress. Stand 1992. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle Christopher Columbus: Extracts from Journal (Textfassung des Sourcebook, dort als bearbeitete Fassung der Ausgabe von Olson und Bourne 1906 bezeichnet; der Wortlaut weicht von der Ausgabe ab). Internet Medieval Sourcebook, Fordham University. Stand 1996, aktualisiert 21.01.2020. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Indianer (Bedeutung, Herkunft, besonderer Hinweis zum Gebrauch). Duden online. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle Johnson and Graham's Lessee v. William M'Intosh, 21 U.S. 543 (1823), United States Reports Band 21. Supreme Court of the United States (Digitalisat der Library of Congress). Stand 1823. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle Joint Statement of the Dicasteries for Culture and Education and for Promoting Integral Human Development on the "Doctrine of Discovery". Heiliger Stuhl, Presseamt (Holy See Press Office). Stand 30.03.2023. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Proclamation 10283: Indigenous Peoples' Day, 2021 (Daily Compilation of Presidential Documents, DCPD-202100832). U.S. Government Publishing Office, govinfo. Stand 08.10.2021. abgerufen am 25.10.2026
- Primärquelle The Northmen, Columbus, and Cabot, 985 bis 1503 (hg. von Julius E. Olson und Edward Gaylord Bourne), darin Journal of the First Voyage of Columbus, S. 85 ff.. Charles Scribner's Sons, New York (Digitalisat des Internet Archive aus der Library of Congress). Stand 1906. abgerufen am 25.10.2026
Fehler entdeckt? Hinweis an die Redaktion. Jeder Hinweis wird an der Quelle geprüft.
Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
Passt dazu
Indigene Völker NordamerikasDarf man "Indianer" sagen?Das Wort "Indianer" ist nicht verboten, der Duden nennt es aber diskriminierend.
PersonenEntdecker, Trapper und ScoutsVon Kolumbus bis Powell: Entdecker, Mountain Men und Scouts mit Lebensdaten, Wegen und Legenden.
PersonenJunípero SerraJunípero Serra gründete ab 1769 die ersten Missionen in Kalifornien und wurde 2015 heiliggesprochen.
GeschichteDie spanischen Missionen in KalifornienVon 1769 bis 1823 gründeten Franziskaner 21 Missionen in Kalifornien.