GlossarSachgruppe
Essen und Trinken von A bis Z
Kurz erklärt Die Sachgruppe erklärt 26 Begriffe zum Essen und Trinken im Wilden Westen. Dazu gehören haltbare Vorräte wie Hardtack, Jerky, Bohnen und Speck, Sauerteig und Biscuits, der Dutch Oven, Kaffee am Lagerfeuer und Getränke vom Bier bis zum Moonshine.

Die Sachgruppe umfasst, was Auswanderer, Soldaten, Cowboys, Goldsucher und Siedler im Westen aßen und tranken, die Wörter, die sie dafür hatten, und das Kochgeschirr am Lagerfeuer. Begriffe mit eigener Seite stehen hier kurz mit Link. Wer was aß, erzählt die Seite Essen und Trinken im Wilden Westen, die Küche auf dem Viehtrieb die Seite Der Chuckwagon. Um Schnaps, Bier und die Gesetze dazu geht es auf den Seiten Der Saloon im Wilden Westen und Alkohol im Wilden Westen.
A
Adam's Ale
Adam's Ale, wörtlich "Adams Ale", ist ein englisches Wort für Wasser. Es steht in einem Glossar, das der Park Ranger Scott Eckberg 1986 für den Klondike Gold Rush National Historical Park aus Berichten der Goldsucher zusammenstellte.[1] Kaffee hieß dort "belly-wash", und "Arbuckles" stand nach einer verbreiteten Marke für Kaffee überhaupt.[1]
B
Beans and Bacon (Bohnen und Speck)
Bohnen und Speck gehörten zu den haltbaren Vorräten der Auswanderer, Soldaten und Cowboys. Joseph Ware empfahl 1849 in seinem "Emigrant's Guide" drei Auswanderern für den Oregon Trail 600 Pfund Speck und dazu Bohnen ohne Mengenangabe. Unterwegs aßen die Auswanderer nach dem National Park Service Mehl, Bohnen, Speck, Kartoffeln, Biscuits, Trockenobst und Jerky.[2] In Fort Scott in Kansas kamen Bohnen in den 1840er Jahren zur Ration der Soldaten, und Speck durfte dort das Salzrindfleisch ersetzen.[3]
Auf dem Chuckwagon der Viehtriebe führte der Koch Bohnen mit, die die Cowboys "whistle berries" nannten.[4] Bei den Goldsuchern am Klondike hießen Bohnen "Alaskan strawberries" oder ebenfalls "whistleberries". Brot, Speck und Bohnen galten dort als die "Three Bs", die Grundnahrung des Goldsuchers, und im Winter froren gekochte Bohnen im Topf ein und hielten sich so bis zur nächsten Mahlzeit.[1] Das englische bacon bezeichnet nach Merriam-Webster eine gepökelte und geräucherte Speckseite vom Schwein und ist seit dem 14. Jahrhundert belegt. Es kam über das Anglofranzösische ins Englische, ist germanischen Ursprungs und verwandt mit dem althochdeutschen bahho, Speckseite.[5]
Bier
Für europäische Einwanderer in Kansas, besonders für Deutsche, gehörte Bier nach dem Kansas Museum of History zu ihrer Kultur. Biergärten und Saloons gaben ihnen Arbeit als Brauer, Bierkutscher und Wirte.[6] Theodore Weichselbaum betrieb 1859 eine der ersten Brauereien in Kansas, und der aus Preußen eingewanderte John Walruff führte in Lawrence eine große Brauerei mit dem Biergarten "Go Somewhere Saloon".[6] Im Mascot Saloon in Skagway in Alaska kostete ein "schooner" Pilsener aus einer örtlichen Brauerei einen Nickel.[7] Wie das Alkoholverbot von Kansas den Brauern zusetzte, steht auf der Seite Alkohol im Wilden Westen.
Biscuits
Biscuits sind im amerikanischen Englisch nach Merriam-Webster kleine Brötchen aus schnell gehendem Teig, der ausgerollt und ausgestochen oder vom Löffel gesetzt wird. Das Wörterbuch führt das Wort über das Mittelenglische und Anglofranzösische auf pain besquit zurück, "zweimal gebackenes Brot".[8] Auf den frühen, kürzeren Viehtrieben trugen Cowboys nach dem National Park Service ihr Essen in der Satteltasche, meist Trockenfleisch, Salz und Biscuits.[4] Auch die Auswanderer auf den Trails hatten Biscuits dabei.[2] Am Klondike hießen schwere Teigbrötchen "dough gods": Sie wurden in einer Pfanne in Speckfett erwärmt, bis sie das Fett aufgesogen hatten, und dann gebacken, und sie hielten zwischen den Mahlzeiten lange satt.[1]
C
Chili con carne
Chili con carne kommt aus dem amerikanischen Spanisch, chile con carne, "Chili mit Fleisch". Merriam-Webster beschreibt es als gewürzten Eintopf, meist aus Hackfleisch vom Rind mit zerkleinerten Chilischoten oder Chilipulver, oft mit Bohnen, und belegt das Wort im Englischen seit 1857.[9] Die Encyclopedia of the Great Plains beschreibt Chili als Eintopf aus Fleisch, Tomaten, Chilischoten, geheimen Zutaten und manchmal Bohnen, der in einem großen Topf geschmort wird; in der Gegend heißt er auch "bowl o' red". Kochwettbewerbe um das beste Chili reichen dort von Gemeindefesten bis zu einer Wettkampfserie mit Punkten für die Teilnahme an einem nationalen Wettbewerb.[10]
In San Antonio in Texas verkauften in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts junge Frauen, die "Chili Queens", auf den Plätzen der Stadt Chili con carne, Tamales und Enchiladas, nach den meisten Berichten von der Dämmerung bis zum Morgen. Die Stadt schloss die Stände immer wieder wegen angeblicher Hygienemängel und in den 1930er Jahren endgültig.[11] 1977 erklärte das Parlament von Texas Chili zum offiziellen Gericht des Staates.[12] Mehr zu den Chili Queens steht auf der Seite Essen und Trinken im Wilden Westen.
Chuck
Chuck heißt vor allem im Westen der USA Essen. Merriam-Webster führt dieses chuck auf ein englisches Dialektwort für Klumpen zurück; es bezeichnet auch ein Stück Rindfleisch von Nacken und Schulter.[13] Chuck wagon hieß der Küchenwagen der Viehtriebe. Nach dem National Park Service baute der texanische Rinderzüchter Charles Goodnight 1866 einen ausgemusterten Armeewagen zur fahrbaren Küche um und setzte einen großen Vorratskasten mit Fächern, Schubladen und einer Klappe als Tisch darauf. Auf den Wagen kam, was sich leicht kochen und aufbewahren ließ: Bohnen, Reis, Trockenfleisch, Zwiebeln, Kartoffeln, Mehl, Schmalz, Obst und Gemüse aus der Dose und Gewürze. Frisches Rindfleisch fehlte nie, dazu kamen Wild und Fisch.[4] 2005 erklärte das Parlament von Texas den Chuckwagon zum offiziellen Fahrzeug des Staates.[12] Wagen, Koch und Speiseplan beschreibt die Seite Der Chuckwagon, den Wagen als Fahrzeug das Glossar unter Fahrzeuge und Verkehr.
Cobbler
Ein Cobbler ist nach Merriam-Webster ein Obstnachtisch, in einer tiefen Form gebacken und mit einer dicken Teigdecke. Dasselbe Wort bezeichnet einen Schuhmacher und ein hohes, eisgekühltes Getränk aus Wein, Rum oder Whiskey mit Zucker.[14] Am Chuckwagon buk der Koch nach dem National Park Service manchmal Nachtisch im Dutch Oven, wenn Zeit blieb und er gute Laune hatte: Pfirsich-Cobbler, Obstkuchen oder "spotted pup".[4]
Cold Flour
Cold Flour, wörtlich "kaltes Mehl", war ein Reiseproviant aus Mais. Randolph B. Marcy, Hauptmann der US-Armee, beschrieb ihn 1859 in seinem Handbuch "The Prairie Traveler": geröstete Maiskörner, im Mörser zu grobem Mehl gestampft, mit etwas Zucker und Zimt. Unterwegs rührte man etwas davon in Wasser und trank es. Nach Marcy nutzten Mexikaner und indigene Völker es viel, und ein halber Scheffel reichte einem Mann angeblich 30 Tage.[15]
D
Drei Schwestern (Three Sisters)
Mais, Kürbis und Bohnen heißen zusammen die "drei Schwestern". Nach dem National Park Service ist diese Verbindung bei Nationen im ganzen Land verbreitet. Für die Hidatsa beschreibt sie die Knife River Indian Villages National Historic Site: Die Bohnen ranken am Mais empor, der Kürbis breitet seine Ranken am Boden aus. Die Früchte ließen sich gut aufbewahren und tauschen, und Saatgut der besten Pflanzen hoben die Hidatsa für das nächste Jahr auf.[16] Als vierte Pflanze zogen sie Sonnenblumen, deren Kerne sie zu Öl pressten oder zu Kugeln formten, ähnlich einem Müsliriegel. Die Gärten bestellten vor allem die Frauen; der National Park Service stützt sich dabei auf die Berichte der Hidatsa Buffalo Bird Woman.[16]
Dutch Oven
Ein Dutch Oven ist nach Merriam-Webster ein gusseiserner Kessel mit dicht schließendem Deckel, in dem man über offenem Feuer backen kann. Das Wort ist seit 1728 belegt, zuerst für einen Metallschirm, vor dem am offenen Feuer gebraten wurde.[17] Auf dem Chuckwagon steckte der Dutch Oven nach dem National Park Service mit Töpfen und gusseisernen Pfannen im "boot", einem Kasten unter dem Vorratsschrank.[4] Darin buk der Koch auch Nachtisch wie Cobbler.[4]
H
Hardtack
Hardtack ist ein harter, lange haltbarer Kräcker. Merriam-Webster erklärt das Wort als harten Keks, hartes Brot oder harten Kräcker ohne Salz und belegt es seit 1830.[18] Die Seite des Manassas National Battlefield Park nennt als Zutaten Mehl, Wasser und Salz.[19] Gab es kein frisches Brot, bekamen Soldaten Hardtack, nach dem National Park Service in Fort Scott in Kansas ein Pfund, etwa neun oder zehn Stück, je Mann, auf dem Marsch wie im Lager. Häufige Mängel waren, dass die Stücke zu hart, feucht oder schimmelig waren oder voller Maden und Rüsselkäfer.[3] Im Bürgerkrieg hieß Hardtack nach einer Seite des Manassas National Battlefield Park "sheet iron crackers" oder "tooth duller", und weil Insekten darin ihre Eier ablegten, auch "worm castles".[19] Die Soldaten weichten ihn in Kaffee ein und schöpften die Maden mit dem Schaum ab oder warfen die Brocken in Suppen und Eintöpfe.[3, 19]
Auch Auswanderer nahmen Hardtack mit: Joseph Ware führte ihn 1849 ohne Mengenangabe auf seiner Liste für den Oregon Trail.[2] Die Soldaten der Konföderation hatten ihn nicht immer, weil er aus Weizenmehl gemacht wurde und Weizen in den meisten Südstaaten wenig angebaut wurde; sie buken stattdessen ähnlich harte "corn dodgers" oder "Johnny cakes" aus Maismehl.[19] Mehr zur Kost der Soldaten steht auf der Seite Essen und Trinken im Wilden Westen.

Hootch
Hootch hieß am Klondike selbst gebrannter Schnaps aus vergorener Melasse, Zucker und Mehl oder anderen Zutaten. Das Glossar des Klondike Gold Rush National Historical Park leitet das Wort, auch hooch geschrieben, möglicherweise von den Hoochenoo in Alaska ab, die nach der Überlieferung eigenen Alkohol brannten, nachdem das Alkoholverbot im Territorium strenger durchgesetzt wurde.[1] Merriam-Webster erklärt hooch als Schnaps, besonders minderwertigen oder unerlaubt gebrannten oder beschafften, belegt seit 1897. Das Wort ist nach dem Wörterbuch eine Kurzform von hoochinoo, dem Namen eines Schnapses der Hutsnuwu (Hoochinoo), einer Gruppe der Tlingit.[20]
J
Jerky (Trockenfleisch)
Jerky ist luftgetrocknetes Fleisch. Merriam-Webster erklärt es kurz als "jerked meat", getrocknetes Fleisch, und belegt das Wort seit 1850. Es kam über das amerikanische Spanisch charqui aus dem Quechua des südlichen Peru, ch'arki, und wurde an das englische jerk angeglichen.[21] Auf Deutsch heißt es Trockenfleisch; das DWDS beschreibt es als Fleisch, dem durch Lufttrocknung der größte Teil der Feuchtigkeit entzogen wurde.[22] Beef Jerky heißt nach dem Food Safety and Inspection Service des US-Landwirtschaftsministeriums Jerky, das aus einem einzigen Stück Rindfleisch hergestellt ist. Ein Pfund Fleisch wiegt nach dem Trocknen noch etwa vier Unzen.[23]
Marcy beschrieb 1859, wie man auf der Prärie Fleisch "jerkte": in Streifen von etwa einem Zoll Dicke geschnitten und in der Sonne aufgehängt, war es nach einigen Tagen so trocken, dass man es in Säcke packen und über weite Strecken mitnehmen konnte, ohne Salz. Wer es eilig hatte, trocknete die Streifen auf einem niedrigen Gestell über einem schwachen Feuer oder an Leinen außen an den Wagen.[15] Das Trocknen in der Sonne empfiehlt der Food Safety and Inspection Service heute nicht, weil eine gleichmäßige Wärmequelle fehlt und Tiere, Insekten, Staub und Bakterien das Fleisch verunreinigen können.[23] Auswanderer nahmen Jerky auf die Trails mit, Cowboys auf den frühen Viehtrieben trugen Trockenfleisch in der Satteltasche, und auf dem Chuckwagon gehörte es zu den Vorräten.[2, 4] Aus getrocknetem Fleisch und Fett entstand auch der Pemmikan.[24]
K
Kaffee am Lagerfeuer
Kaffee stand auf den Vorratslisten der Trails. Joseph Ware setzte 1849 für drei Auswanderer 100 Pfund Kaffee neben 5 Pfund Tee an, und unterwegs hatten sie nach dem National Park Service neben Mehl, Bohnen und Speck auch Kaffee dabei.[2] Marcy rechnete 1859 für die Reise vom Missouri nach Kalifornien mit 15 Pfund Kaffee je Person. Jede Tischgemeinschaft von sechs bis acht Leuten brauchte nach ihm eine Kaffeekanne und Becher aus starkem Blech und eiserne Backpfannen, in denen auch der Kaffee geröstet wurde.[15]
Die meisten Cowboys verlangten ihn nach dem National Park Service zu jeder Mahlzeit, heiß, stark und schwarz. In den ersten Jahren der Viehtriebe war Kaffee auf dem Trail schwer zu bekommen, weil das Rösten der Bohnen Zeit kostete und geröstete Bohnen sich schlecht hielten.[4] Arbuckles ließ nach derselben Seite 1865 ein Verfahren patentieren, das geröstete Bohnen haltbar machte, und verkaufte sie in Ein-Pfund-Tüten; der Patentbrief Nr. 73.486 für John Arbuckle Jr., "Improvement in Roasted Coffee", trägt dagegen das Datum 21. Januar 1868.[4, 25] Die Tüten waren bei den Köchen der Chuckwagons so beliebt, dass die meisten Cowboys nach dem National Park Service keine andere Sorte kannten.[4] Das englische coffee kam nach Merriam-Webster über das italienische caffè und das türkische kahve aus dem arabischen qahwa und ist seit 1598 belegt.[26]
Kaffeeersatz
In Nebraska wurde Kaffee grün verkauft, und die Kunden mussten ihn selbst rösten und mahlen. Fehlte das Geld oder der Weg zum Laden, gab es nach der Nebraska State Historical Society Ersatz: Mrs. Nicholas Sharp, die schon 1867 im Gage County lebte, mischte Maismehl mit Sorghumsirup zu einem zähen Teig, buk ihn braun und zerstieß ihn für die Kaffeekanne; mit Kaffee hatte das Getränk nur die Farbe gemein. Für "Maiskaffee" wurde ein ganzer Kolben schwarz gebacken.[27] Zichorie, in den 1890er Jahren im Nordosten Nebraskas als Marktfrucht angebaut, getrocknete Erbsen, geröstete Gerste, Roggen und getrocknete Karotten streckten den Kaffee oder ersetzten ihn.[27] Marcy und seine Leute tranken im Winter 1857 auf 1858, als ihnen beim Zug über die Rocky Mountains Salz, Zucker, Kaffee und Tabak ausgegangen waren, eine Abkochung aus getrockneter wilder Minze, die sie unter dem Schnee fanden; er schmeckte nach Marcy recht gut und ersetzte den Kaffee.[15]
Kautabak
Kautabak ist nach dem DWDS Tabak, der mit einer würzigen Soße getränkt ist und gekaut wird; ein anderes Wort dafür ist Priem.[28] Nach 1815 wurde das Kauen in den USA laut Britannica fast zur typischen Art, Tabak zu nehmen, und der Spucknapf wurde im 19. Jahrhundert unentbehrlich.[29]
M
Moonshine
Moonshine heißt wörtlich Mondschein. Merriam-Webster nennt als weitere Bedeutung berauschenden Schnaps, besonders illegal gebrannten Maiswhiskey.[30] In Texas reicht das Schwarzbrennen nach dem Handbook of Texas zurück bis zum "white lightning" der frühen Siedler, lange bevor die Alkoholverbote des späten 19. Jahrhunderts den Markt für illegalen Whiskey vergrößerten. Die Gesetze von 1876 und 1891 erlaubten Countys und Gemeinden, Alkohol in ihren Grenzen zu verbieten (local option), und schlossen so bis zum Ende des Ersten Weltkriegs die meisten legalen Saloons in Texas. Ihre Blütezeit hatte die Schwarzbrennerei dort während der landesweiten Prohibition von 1919 bis 1933.[31]
Viele Moonshiner hielten sich nach dem Handbook für zu Unrecht verfolgt, und in manchen Gegenden galten sie als Volkshelden, die die Steuerfahnder ("revenuers") überlisteten. Unsauber gebrannter Schnaps war gefährlich: Blei aus alten Autokühlern oder schlecht gelöteten Leitungen konnte Bleivergiftung, Lähmungen ("jake leg"), bleibende Hirnschäden oder den Tod verursachen.[31] Das Ende der Prohibition machte das Schwarzbrennen viel weniger einträglich. 1993 beschlagnahmten die Behörden in Texas nach Angaben der Texas Alcoholic Beverage Commission noch zwei Brennanlagen.[31]
P
Pemmikan
Pemmikan ist nach The Canadian Encyclopedia getrocknetes Fleisch, traditionell vom Bison, zu grobem Pulver gestampft und mit der gleichen Menge geschmolzenen Fetts vermischt, manchmal mit Beeren. Der Name kommt vom Cree-Wort pimikan, übersetzt etwa "hergestelltes Fett", und Peter Pond gilt als der, der ihn 1779 in den Pelzhandel brachte.[24] Für die Männer der Pelzkompanie im Nordwesten war Pemmikan nach Marcy fast die ganze Kost.[15]
R
Rotgut
Rotgut ist nach Merriam-Webster billiger oder minderwertiger Schnaps; belegt ist das Wort seit 1632.[32] Thomas J. Dimsdale schrieb in seinem Buch über die Vigilanten von Montana, die Saloons der Goldgräberorte schenkten giftige Getränke aus. Die Mischungen, die unter dem Sammelnamen Whiskey liefen, hießen nach ihm "Tangle-leg", "Forty-rod", "Lightning" oder "Tarantula-juice"; diese Namen, schrieb er, beschrieben ihre Eigenschaften nur allzu treffend.[33] Am Klondike hieß selbst gebrannter Fusel "valley tan", und "cut" oder "spread out a little" nannte man es, wenn ein Wirt den Whiskey verdünnte, um mehr daran zu verdienen.[1]
S
Saleratus
Saleratus ist ein altes Wort für ein Backtriebmittel aus Kalium- oder Natriumbicarbonat. Merriam-Webster leitet es vom neulateinischen sal aeratus ab, "belüftetes Salz", und belegt es seit 1834.[34] Joseph Ware setzte 1849 für drei Auswanderer 10 Pfund saleratus an, das der National Park Service als Natron (baking soda) erklärt.[2] Marcy nannte 1859 "saleratus or yeast powders" zum Brotbacken unter den nötigen Vorräten für die Reise nach Kalifornien.[15]
Sarsaparilla
Sarsaparilla ist nach Merriam-Webster eine gesüßte Limonade, die nach Sassafras und einem Öl aus der Europäischen Birke schmeckt; so heißen auch tropische Kletterpflanzen der Gattung Smilax, deren getrocknete Wurzeln als Aroma dienen.[35] In Houston füllte die Star Bottling Works von Robert Cotter ab 1880 neben Soda und Ginger Ale auch Sarsaparilla ab, im "Old West" nach dem Handbook of Texas auch "sasparilla" genannt.[36]
Skillygalee
Skillygalee hieß ein Gericht der Soldaten aus Hardtack, der in Wasser eingeweicht und dann gebraten wurde: nach der Seite des National Park Service zu Fort Scott in Kansas in Schweinefett, nach der Seite zum Schlachtfeld von Manassas aus dem Bürgerkrieg in Speckfett oder Schmalz.[3, 19]
Sorghumsirup
Sorghum, Sirup aus örtlichen Sorghummühlen, war in Nebraska nach der Nebraska State Historical Society viele Jahre der übliche Ersatz für Zucker, der in den 1870er Jahren knapp und teuer war. Die Siedler süßten damit Kuchen, Gelees, Cremes, Brot und Kaffee; Honig und Ahornzucker nahmen sie, wenn sie sie bekamen. Fehlte auch Sorghum, kochten manche Wassermelonensaft ein.[27]
Sourdough (Sauerteig)
Sourdough heißt Sauerteig: nach Merriam-Webster ein Teig, in dem die Gärung im Gang ist und mit dem man sie in anderem Teig in Gang bringt, etwa beim Brotbacken. Im Englischen ist das Wort seit dem 14. Jahrhundert belegt.[37] Beim Viehtrieb gehörte Sauerteig nach dem National Park Service zu den meisten Mahlzeiten, und der Koch hütete das Fass mit dem Ansatz sorgfältig.[4] Nach Lonn Taylor in der Zeitschrift Texas Monthly überlieferte Evan Grey "Parson" Barnard, der in den 1880er Jahren im Oklahoma-Territorium kochte, als Speiseplan morgens, mittags und abends Sauerteig-Biscuits, weiße Soße, Sowbelly und schwarzen Kaffee (mehr auf der Seite Der Chuckwagon).[38]
In Alaska und am Yukon wurde Sourdough zum Namen für Alteingesessene, nach dem Klondike-Goldrausch auch für jeden, der einen Winter im hohen Norden überstanden hatte. Das Glossar des National Park Service führt das darauf zurück, dass man dort mit Sauerteig das Brot gehen ließ, und vielleicht auch darauf, dass aus gegorenem Sauerteig Schnaps gebrannt wurde.[1]

Sowbelly
Sowbelly, wörtlich Sauenbauch, ist nach Merriam-Webster fettes gepökeltes Schweinefleisch oder Speck, belegt seit 1867.[39] In Nebraska standen nach Erinnerungen, die Mitarbeiter des Schriftstellerprogramms der Work Projects Administration in der Weltwirtschaftskrise sammelten, Sowbelly, Maismehl und Kaffee fast immer auf dem Tisch der Siedler.[27] Am Klondike hieß gepökeltes Schweinefleisch oder Speck "salt horse".[1]
W
Whiskey
Whiskey ist nach Merriam-Webster ein Branntwein aus vergorener Würze, etwa aus einer Maische von Roggen, Mais oder Gerste. Das Wort kommt vom irischen uisce beatha und dem schottisch-gälischen uisge beatha, wörtlich "Wasser des Lebens", und ist im Englischen seit 1715 belegt.[40] Im Deutschen ist nach dem DWDS Whisky die Hauptform und Whiskey die Nebenform, ohne Unterschied in der Bedeutung; im Englischen steht whisky für das schottische Getränk, whiskey für das irische oder US-amerikanische.[41]
In der Armee gehörte Whiskey früher zur Ration der Soldaten; in Fort Scott war er in den 1840er Jahren gestrichen.[3] Am Handelsposten Fort Union im heutigen North Dakota richtete die American Fur Company 1832 eine Brennerei für Maiswhiskey ein, um mit dem Schnaps Bisonfelle einzutauschen. Weil es verboten war, Alkohol in das Indian Country zu bringen, ordnete die Regierung 1833 an, die Brennerei zu zerstören.[42] Am Klondike nannte man Whiskey auch "snake-bite cure", Mittel gegen Schlangenbisse.[1] Wie viel ein Glas im Saloon kostete, steht auf der Seite Der Saloon im Wilden Westen, die Gesetze gegen den Alkoholhandel auf der Seite Alkohol im Wilden Westen.
Häufige Fragen
Was aßen Cowboys auf dem Viehtrieb?
Auf den frühen, kürzeren Trieben trugen sie Trockenfleisch, Salz und Biscuits in der Satteltasche. Später führte der Chuckwagon Bohnen, Reis, Trockenfleisch, Zwiebeln, Kartoffeln, Mehl, Schmalz und Konserven mit; frisches Rindfleisch fehlte nie, und Sauerteig gehörte zu den meisten Mahlzeiten.
Was tranken Cowboys?
Kaffee: Die meisten Cowboys verlangten ihn nach dem National Park Service zu jeder Mahlzeit, heiß, stark und schwarz. Haltbar gerösteten Kaffee von Arbuckles in Ein-Pfund-Tüten kannten die meisten von ihnen als einzige Sorte. In den Saloons gab es Whiskey und Bier.
Was ist Jerky auf Deutsch?
Jerky heißt auf Deutsch Trockenfleisch: Fleisch, dem durch Lufttrocknung der größte Teil der Feuchtigkeit entzogen wurde. Das englische Wort kam über das amerikanische Spanisch charqui aus dem Quechua und ist seit 1850 belegt. Beef Jerky ist Jerky aus einem einzigen Stück Rindfleisch.
Welchen Alkohol tranken die Menschen im Wilden Westen?
Getrunken wurden Whiskey und Bier, das in Kansas besonders deutsche Einwanderer brauten. In den Goldgräberorten Montanas hießen die Mischungen, die als Whiskey verkauft wurden, nach Thomas J. Dimsdale "Tangle-leg", "Forty-rod" oder "Tarantula-juice". Am Klondike hieß selbst gebrannter Schnaps aus Melasse, Zucker und Mehl Hootch.
Was ist Hardtack?
Hardtack ist ein harter, lange haltbarer Kräcker aus Mehl und Wasser, nach dem Manassas National Battlefield Park auch mit Salz. Soldaten bekamen ihn, wenn es kein frisches Brot gab, in Fort Scott ein Pfund, etwa neun oder zehn Stück, je Mann. Sie weichten ihn oft in Kaffee ein oder brieten ihn als Skillygalee in Fett.
Was bedeutet Sourdough?
Sourdough heißt Sauerteig. Beim Viehtrieb gehörte er zu den meisten Mahlzeiten. In Alaska und am Yukon wurde Sourdough außerdem zum Namen für Alteingesessene, nach dem Klondike-Goldrausch für jeden, der einen Winter im hohen Norden überstanden hatte.
Quellen
- Amtliche Stelle Klondike Glossary, zusammengestellt von Scott Eckberg, Park Ranger (PDF). National Park Service, Klondike Gold Rush National Historical Park, Seattle Unit. Stand 1986. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Traveling the Emigrant Trails. National Park Service, Oregon, California und Mormon Pioneer National Historic Trails, Scotts Bluff National Monument. Stand 29.04.2025. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Cooking: Food Rations. National Park Service, Fort Scott National Historic Site. Stand 30.07.2016. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle The Chuckwagon. National Park Service, Grant-Kohrs Ranch National Historic Site. Stand 05.09.2021. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk bacon (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Museum Sinners and Saints, Part 02: Alcohol (Online-Ausstellung Vice and Reform in Kansas). Kansas Historical Society, Kansas Museum of History. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle The Mascot Saloon. National Park Service, Klondike Gold Rush National Historical Park. Stand 29.07.2025. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk biscuit (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk chili con carne (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Barbara G. Shortridge: Foodways (Encyclopedia of the Great Plains). University of Nebraska-Lincoln. Stand 2011. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Gene Fowler: Hot Dish. San Antonio's Famed Chili Queens. Texas Highways, offizielles Reisemagazin des Staates Texas. Stand 16.07.2015 (Heft August 2015). abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Texas State Symbols. Texas State Library and Archives Commission. Stand 04.09.2025. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk chuck (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk cobbler (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
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- Nachschlagewerk Dutch oven (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk hardtack (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
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- Nachschlagewerk hooch (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
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- Nachschlagewerk Trockenfleisch (Bedeutung DWDS 2025). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand 2025. abgerufen am 27.10.2026
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- Primärquelle Letters Patent No. 73,486: Improvement in Roasted Coffee (John Arbuckle, Jr.). United States Patent Office, Digitalisat bei Google Patents. Stand 21.01.1868. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk coffee (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Pioneer Cooking (2). History Nebraska, Nebraska State Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Kautabak (Bedeutung nach eWDG 1969, Etymologie zu kauen nach Wolfgang Pfeifer). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk chewing tobacco (zuletzt bearbeitet von Virginia Gorlinski). Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk moonshine (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Bill O'Neal: Moonshining (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 01.11.1995. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk rotgut (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Primärquelle Thomas J. Dimsdale: The Vigilantes of Montana, or Popular Justice in the Rocky Mountains, Kapitel 1. Montana Post Press, D. W. Tilton and Co.; Ausgabe Project Gutenberg, eBook 68146. Stand 1866, eingetragen 1865. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk saleratus (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk sarsaparilla (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Louis F. Aulbach: Star Bottling Works (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 26.10.2016, überarbeitet 03.11.2016. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk sourdough (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Lonn Taylor: Out of the Box. Charles Goodnight and the idea that changed the West. Texas Monthly. Stand Juli 2015. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk sowbelly (Wörterbucheintrag). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk whiskey (Wörterbucheintrag mit Etymologie). Merriam-Webster. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Whisky, Nebenform Whiskey (Bedeutung DWDS 2021, Herkunft). Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS). Stand 2021. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle North Dakota: Fort Union Trading Post National Historic Site. National Park Service. Stand 13.05.2020. abgerufen am 27.10.2026
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