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The Power of the Dog (2021)

Kurz erklärt The Power of the Dog ist ein Western von Jane Campion nach dem Roman von Thomas Savage aus dem Jahr 1967. Benedict Cumberbatch spielt den Rancher Phil Burbank, der 1925 in Montana die neue Frau seines Bruders und ihren Sohn schikaniert. Gedreht wurde in Neuseeland, und Campion bekam 2022 den Oscar für die beste Regie.

Zweistöckiges Ranchhaus aus Holz mit verwitterter Scheune auf weitem, goldgelbem Grasland, dahinter eine kahle, felsige Bergkette unter blassem Himmel
Bild: KI-generiert

Worum geht es in The Power of the Dog?

Der Film spielt 1925 in Montana.[3, 7] Die Brüder Phil und George Burbank betreiben dort seit 25 Jahren eine große Ranch.[1] Phil hat in Yale studiert, lebt aber wie ein Cowboy alter Schule, in Stiefeln, Sporen und schmutzigen Chaps. George trägt Anzug und Fliege und kümmert sich um die Geschäfte.[1, 7] Noch immer teilen sich die beiden ein Schlafzimmer. Fast ehrfürchtig wird Phil nur, wenn er von Bronco Henry spricht, dem Cowboy, der ihnen das Handwerk beigebracht hat und vor zwanzig Jahren gestorben ist.[1, 7, 8]

Auf dem Weg zum Viehmarkt kehren die Brüder mit ihren Männern im Gasthaus Red Mill ein. Es gehört der Witwe Rose, ihr Sohn Peter bedient an den Tischen und schmückt sie mit Papierblumen, die er selbst schneidet. Phil macht sich vor seinen Cowboys über den feingliedrigen jungen Mann lustig, bis Rose in Tränen ausbricht.[3, 7, 9] George bleibt nach dem Essen zurück und tröstet sie. Bald heiraten die beiden, und Phil erfährt davon erst, als George seine Frau auf die Ranch bringt.[7, 9]

Dort zermürbt Phil die neue Schwägerin mit subtilen, hartnäckigen Psychospielen und nennt sie eine billige Intrigantin. Als sie auf dem Klavier, das George ihr geschenkt hat, den Radetzkymarsch übt, spielt er dasselbe Stück gekonnter auf dem Banjo nach, und bei einem Essen mit dem Gouverneur und den Eltern der Brüder stellt er sie bloß. Rose beginnt zu trinken und versteckt Flaschen im Haus.[1, 7]

Peter studiert inzwischen Medizin wie sein verstorbener Vater, ein Arzt; das Studium bezahlt George.[7, 9] In den Sommerferien kommt er auf die Ranch, und Phil hat ein neues Ziel für seinen Spott. Dann ändert er plötzlich sein Verhalten: Er nimmt Peter unter seine Fittiche, bringt ihm das Reiten bei und flicht ihm aus Streifen von Rohhaut ein Lasso.[1, 7] Peter beobachtet Phil heimlich beim Baden am Bach und sieht, wie er an einem Seidentuch seines früheren Mentors riecht. Kira Taszman schreibt im Filmdienst, Phil verberge hinter seiner Rolle als Cowboy sein Begehren und die ersehnte Nähe zu einem Mann; sein Einzelgängerleben sei eine von Moral und Gesetzen der Zeit beeinflusste Einsicht in die Notwendigkeit.[1] Ob Phil sich Peter wirklich öffnet oder ein böses Spiel treibt, lässt der Film laut David Rooney im Hollywood Reporter bis kurz vor Schluss offen. Rooney erwähnt auch eine Felsformation in der Bergkette hinter der Ranch: Phil sieht darin einen bellenden Hund, und lange erkennt ihn außer ihm niemand, bis Peter ihn auf Anhieb sieht. Den Titel hat Savages Roman nach Rooney aus Psalm 22, Vers 20, einem Gebet um Schutz der Liebsten vor ihren Feinden.[7]

Wie endet The Power of the Dog?

Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.

Rose verschenkt Phils Rinderhäute an indigene Händler aus der Nachbarschaft, die Phil nach Owen Gleiberman (Variety) so wenig mag wie Peter.[8] Peter bringt Phil eine Rinderhaut. Nachts in der Scheune flicht Phil damit das Lasso zu Ende und weiß nicht, dass die Haut verseucht ist. Carolyn Giardina nennt das im Hollywood Reporter einen Mord durch Milzbrand (Anthrax), den der Film allerdings nicht ganz deutlich zeigt.[10] Am nächsten Morgen kommt Phil nicht zum Frühstück herunter, George geht zu ihm hinauf. Dann fahren George und Phil mit dem Auto zum Arzt, während Peter vom Fenster aus zusieht. In der letzten Szene kehren Rose und George von Phils Trauerfeier zurück, und Peter beobachtet sie wieder durch ein Fenster.[10] Nach dem Cutter Peter Sciberras sollte der Film zuerst wie der Roman enden, mit einem Blick auf eine Seite in Peters Medizinbuch, auf der Milzbrand erklärt wird. Campion entschied sich gegen diese Einstellung, weil sie dem Publikum größere Fragen lassen wollte.[10]

Wer spielt in The Power of the Dog mit?

Benedict Cumberbatch spielt Phil Burbank, Jesse Plemons seinen Bruder George, Kirsten Dunst die Witwe Rose und Kodi Smit-McPhee ihren Sohn Peter.[1, 2] Thomasin McKenzie ist das Hausmädchen Lola, Keith Carradine der Gouverneur. Frances Conroy und Peter Carroll spielen die Eltern der Brüder.[1, 7] Alle vier Hauptdarstellerinnen und Hauptdarsteller waren für einen Oscar nominiert, Cumberbatch als Hauptdarsteller, Plemons, Smit-McPhee und Dunst für Nebenrollen.[5]

Darsteller und Rollen laut Filmdienst
DarstellerRolle
Benedict CumberbatchPhil Burbank[1]
Kirsten DunstRose[1]
Jesse PlemonsGeorge Burbank[1]
Kodi Smit-McPheePeter[1]
Thomasin McKenzieLola[1]
Geneviève LemonMrs. Lewis[1]
Keith CarradineGouverneur Edward[1]
Adam BeachEdward Nappo[1]
Frances Conroyalte Dame[1]
Peter Carrollalter Herr[1]

Wie entstand The Power of the Dog?

Thomas Savage veröffentlichte den Roman The Power of the Dog 1967.[3, 7] Nach seinem Biografen Alan Weltzien, einem inzwischen pensionierten Englischprofessor der University of Montana Western, wurden seither acht- bis zehnmal Optionen auf die Filmrechte erworben. Campion wurde auf das Buch aufmerksam, weil jemand aus ihrer Familie davon schwärmte. 2018 meldete sich ihr Team bei Weltzien, der damals an seiner Savage-Biografie "Savage West" schrieb.[11]

Seit 2009 hatte Campion keinen Spielfilm mehr gedreht und in der Zwischenzeit für das Fernsehen gearbeitet.[4] Für The Power of the Dog schrieb sie das Drehbuch, führte Regie und produzierte mit Tanya Seghatchian, Emile Sherman, Iain Canning und Roger Frappier. Offiziell ist der Film eine Koproduktion aus Neuseeland und Australien, beteiligt waren unter anderem See-Saw Films, Bad Girl Creek, Max Films und BBC Film; aus dem New Zealand Screen Production Grant bekam er einen Zuschuss von 40 Prozent.[2, 3] Den Verleih übernahm Netflix.[1] Die Kamera führte Ari Wegner, die nach Angaben der neuseeländischen Filmkommission rund ein Jahr mit Campion Drehorte suchte, Storyboards zeichnete und den Bildstil entwickelte. Die Musik schrieb Jonny Greenwood.[1, 3]

Wo wurde The Power of the Dog gedreht?

Gedreht wurde in Neuseeland, obwohl der Film in Montana spielt. Campion dachte laut der neuseeländischen Filmkommission zuerst an Montana oder eine ähnliche Gegend in den USA oder Kanada. Am zweiten Tag ihrer Suche auf der Südinsel führte man sie zu einem Grundstück nahe den Hawkdun Ranges in Central Otago, in das sie sich nach eigenen Worten verliebte.[3] Stan Smith, der Leiter eines Kinos in Dillon in Montana, sagte dem Dillon Tribune, das Team habe in Montana drehen wollen, doch Kosten und Logistik hätten dagegen gesprochen.[11]

Drehorte laut New Zealand Film Commission
DrehortWas dort entstand
SüdinselKulissen der Ranch der Burbanks mit Scheune und des Gasthauses Red Mill, außen und innen; die Innenaufnahmen der Scheune in Central Otago[3]
Dunedin, Ida Valley, Oamaru, QueenstownDrehorte, die die Filmkommission nennt[3]
Auckland, NordinselProduktionsbasis, Studio mit den meisten Innenräumen des Hauses[3]

Auf der Südinsel wurde an 27 Tagen gedreht, in Auckland an 23. Das Team um den Szenenbildner Grant Major baute 15 große Kulissen an den Drehorten und 25 im Studio. Für den Film wurden rund 20 Autos aus den 1920er Jahren beschafft und Hunderte Rinder getrieben.[3] Reiten und das Flechten von Rohhaut lernte Cumberbatch laut Dillon Tribune bei Ranchern aus Helena in Montana.[11]

Weite Graslandschaft mit Büschelgras, auf der ein Feldweg auf kahle braune Berge zuführt, in der Ferne einige Rinder im Nachmittagslicht
Grasland vor kahlen Bergen, wie es im Film für die Weite Montanas steht Bild: KI-generiert

Wie viel Wahrheit steckt in The Power of the Dog?

Die Geschichte stammt aus Savages Roman. Laut einem Artikel des Dillon Tribune, den die University of Montana Western veröffentlicht, wuchs Savage als Rancher in Horse Prairie in Montana auf, und der Film beruht auf dem Leben der 1920er Jahre auf der Ranch, auf der Savage groß wurde. Eine historische Vorlage für die Figuren nennt keine Quelle. Weltzien nennt Campions Film dem Geist des Romans sehr treu.[11]

Der Filmdienst nennt The Power of the Dog einen Spätwestern, der das Männlichkeitsbild des Cowboys hinterfragt und fragt, wie es vom sozialen Wandel im 20. Jahrhundert beeinflusst wird.[1] Nach Kira Taszman spielt der Film lange nach der Eroberung des Wilden Westens. Recht und Ordnung seien keine Frage mehr, und Revolver dienten eher als Schmuck denn als Waffe zum Überleben. Einige Fertigkeiten braucht Phil trotzdem, etwa wenn er Jungbullen kastriert oder Lassos knüpft.[1, 3]

Zusammengerolltes Lasso aus geflochtener Rohhaut auf einer groben Werkbank in einer dämmrigen Scheune, daneben Lederhandschuhe und lose Lederstreifen, warmes Licht fällt durch die Bretterwand
Lasso aus geflochtener Rohhaut: Ein solches Seil flicht Phil im Film für Peter Bild: KI-generiert

Wie wurde The Power of the Dog aufgenommen?

Uraufgeführt wurde der Film am 2. September 2021 im Wettbewerb des Filmfestivals Venedig.[4] Bei der Preisverleihung am 11. September 2021 bekam Jane Campion dort den Silbernen Löwen für die beste Regie.[12] In Deutschland kam der Film am 18. November 2021 ins Kino, am 1. Dezember 2021 erschien er bei Netflix.[1] Weitere Western dieser Jahre, darunter The Harder They Fall, stellt die Seite Neue Western seit 2020 vor. Die FSK gab The Power of the Dog ab 16 Jahren frei.[1] Im Kino von Dillon in Montana war für den 20. November 2021 die Premiere für Montana angekündigt; der Dillon Tribune stellte Savage dazu als Autor aus der Gegend vor.[11]

David Rooney nannte den Film im Hollywood Reporter eine mitreißende Rückkehr Campions, so eigenwillig, unberechenbar und psychologisch vielschichtig wie alles, was sie zuvor gedreht habe.[7] Justin Chang schrieb bei NPR, Cumberbatch übertreffe sich hier selbst.[9] Zurückhaltender war Owen Gleiberman in Variety: Er lobte die Präzision der Regie, fand den letzten Akt aber zu verschlüsselt und den Film eher "ein kunstvolles Schaubild der Leidenschaft" (Übersetzung der Redaktion).[8] Der Filmdienst empfiehlt ihn als sehenswert ab 16 Jahren und schreibt: "Meisterliche Darsteller erwecken hochkomplexe Figuren in einer Geschichte zum Leben, die genreeigene Vorstellungen von Stärke und Schwäche einer umfassenden Neuinterpretation unterzieht."[1]

Bei der Oscarverleihung am 27. März 2022 hatte The Power of the Dog zwölf Nominierungen in elf Kategorien, darunter für den besten Film, das adaptierte Drehbuch, die Kamera von Ari Wegner und die Musik von Jonny Greenwood. Gewonnen hat Jane Campion den Oscar für die Regie.[5] Laut der Biennale von Venedig war es das dritte Mal, dass ein Film einer Regisseurin diesen Oscar gewann, nach The Hurt Locker von Kathryn Bigelow und Nomadland von Chloé Zhao.[6]

Zeitleiste: The Power of the Dog
  1. 02.09.2021Uraufführung im Wettbewerb des Filmfestivals Venedig.[4]
  2. 11.09.2021Jane Campion erhält in Venedig den Silbernen Löwen für die beste Regie.[12]
  3. 18.11.2021Deutscher Kinostart.[1]
  4. 01.12.2021Veröffentlichung bei Netflix.[1]
  5. 27.03.2022Oscar für die beste Regie an Jane Campion; der Film hatte zwölf Nominierungen in elf Kategorien.[5]

Häufige Fragen

Wo wurde The Power of the Dog gedreht?

In Neuseeland, obwohl der Film in Montana spielt. Die Kulisse der Ranch stand auf der Südinsel, wo auch in Central Otago, Dunedin, dem Ida Valley, Oamaru und Queenstown gedreht wurde. Die meisten Innenräume des Hauses entstanden im Studio in Auckland.

Wer spielt in The Power of the Dog mit?

Benedict Cumberbatch spielt den Rancher Phil Burbank, Jesse Plemons seinen Bruder George, Kirsten Dunst die Witwe Rose und Kodi Smit-McPhee ihren Sohn Peter. Thomasin McKenzie ist das Hausmädchen Lola, Keith Carradine der Gouverneur.

Beruht The Power of the Dog auf einem Buch?

Ja, auf dem gleichnamigen Roman von Thomas Savage von 1967. Savage wuchs laut Dillon Tribune auf einer Ranch in Montana auf, und der Film beruht auf dem Leben dort in den 1920er Jahren. Eine historische Vorlage für die Figuren nennt keine Quelle.

Was bedeutet der Titel The Power of the Dog?

Der Titel des Romans stammt laut Hollywood Reporter aus Psalm 22, Vers 20, einem Gebet um Schutz der Liebsten vor ihren Feinden. Im Film sieht Phil in der Bergkette hinter der Ranch die Umrisse eines bellenden Hundes.

Wie viele Oscars hat The Power of the Dog gewonnen?

Einen. Bei der Verleihung am 27. März 2022 hatte der Film zwölf Nominierungen in elf Kategorien, gewonnen hat Jane Campion für die Regie. Schon in Venedig hatte sie im September 2021 den Silbernen Löwen für die beste Regie bekommen.

Wie lang ist The Power of the Dog und ab wie viel Jahren ist er freigegeben?

Der Filmdienst nennt 128 Minuten. Die FSK hat den Film ab 16 Jahren freigegeben.

Wann kam The Power of the Dog in Deutschland heraus?

Der deutsche Kinostart war am 18. November 2021, bei Netflix erschien der Film am 1. Dezember 2021. Uraufgeführt wurde er am 2. September 2021 beim Filmfestival Venedig.

Quellen

  1. Filmdatenbank The Power of the Dog, Lexikon des internationalen Films (Kritik von Kira Taszman). filmdienst.de. Stand Veröffentlicht am 17.11.2021. abgerufen am 27.10.2026
  2. Filmdatenbank The Power of the Dog, Venezia 78 Competition. La Biennale di Venezia. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  3. Amtliche Stelle The Power of the Dog (Showcase mit Fast Facts). Te Tumu Whakaata Taonga, New Zealand Film Commission. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  4. The 94th Academy Awards, 2022. Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  5. Jane Campion wins the Oscar for Best Director for The Power of the Dog. La Biennale di Venezia. Stand 28.03.2022. abgerufen am 27.10.2026
  6. Presse Benedict Cumberbatch in Jane Campion's 'The Power of the Dog': Film Review (David Rooney). The Hollywood Reporter. Stand 02.09.2021. abgerufen am 27.10.2026
  7. Presse 'The Power of the Dog' Review: Jane Campion's Psychodramatic Western (Owen Gleiberman). Variety. Stand 02.09.2021. abgerufen am 27.10.2026
  8. Presse The Power of the Dog Editor on Film's Ending (Carolyn Giardina). The Hollywood Reporter. Stand 15.03.2022. abgerufen am 27.10.2026
  9. Presse Most Famous Book by Local Author Coming to the Big Screen (Casey S. Elliott, zuerst im Dillon Tribune vom 17.11.2021). University of Montana Western. Stand 18.11.2021. abgerufen am 27.10.2026
  10. Official awards of the 78th Venice Film Festival. La Biennale di Venezia. Stand 11.09.2021. abgerufen am 27.10.2026

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