PersonenPerson
Lola Montez
Kurz erklärt Lola Montez war eine irische Tänzerin, die sich als Spanierin ausgab; geboren wurde sie als Eliza Gilbert, nach den meisten Quellen am 17. Februar 1821. Bekannt wurde sie als Geliebte König Ludwigs I. von Bayern, 1853 kam sie nach Kalifornien, tanzte im Goldrausch ihren Spinnentanz und lebte bis 1855 in Grass Valley. Sie starb am 17. Januar 1861 in New York.

Wer war Lola Montez?
Lola Montez war eine Tänzerin aus Irland, die als Eliza Gilbert zur Welt kam und sich als Spanierin ausgab.[1, 2, 3] In Europa wurde sie durch ihre Verbindung mit König Ludwig I. von Bayern bekannt.[3] 1851 kam sie nach New York, 1853 nach San Francisco, wo ihr Spinnentanz Aufsehen erregte. Im Goldrausch trat sie in den Theatern der Goldgräberlager auf und ließ sich in Grass Valley nieder.[6] Nach einer Tournee durch die Goldfelder Australiens hielt sie in den USA Vorträge und starb 1861 in New York.[1, 3]
Kindheit in Irland, Indien und Schottland
Als Geburtsdatum nennen die Neue Deutsche Biographie (NDB), der Australian Dictionary of Biography (ADB) und Britannica den 17. Februar 1821, als Geburtsort Grange im County Sligo; die NDB schreibt "wohl".[1, 2, 3] Das Denkmalverzeichnis des Staates Kalifornien nennt dagegen den 3. Juli 1818 und Limerick.[4] Das Dictionary of Irish Biography nennt das Frühjahr 1820 und Limerick.[13] Die State Library Victoria hält den genauen Geburtstag für nicht gesichert und nennt 1820 oder 1821, einige Quellen 1818.[8] Getauft wurde sie nach dem ADB auf die Namen Maria Dolores Eliza Rosanna, ihr Vater war der britische Offizier Edward Gilbert.[1] Die Familie ging nach der NDB 1822 nach Indien, wo der Vater im folgenden Jahr an der Cholera starb; das ADB nennt 1824 als sein Todesjahr. Ihre Mutter heiratete den Offizier John Craigie.[1, 2] Erzogen wurde Eliza Gilbert bei Verwandten ihres Stiefvaters in Montrose in Schottland, später in Paris und Bath.[2]
Um einer arrangierten Ehe mit einem viel älteren Richter zu entgehen, brannte sie mit dem Offizier Thomas James durch. Das ADB nennt als Hochzeitstag den 23. Juli 1837 in Irland, die NDB schreibt 1836 und setzt 1837 mit Fragezeichen dazu.[1, 2] Sie begleitete ihn nach Indien, kehrte 1842 nach England zurück und trennte sich von ihm.[1, 2]
Die "spanische Tänzerin"
In London nahm sie Schauspiel- und Tanzunterricht, den Tanzunterricht bei einem spanischen Lehrer, und reiste nach Spanien.[2] Am 3. Juni 1843 trat sie in London zum ersten Mal als "spanische Tänzerin Lola Montez" auf.[1, 2] Der Auftritt endete nach Britannica im Fiasko, weil man sie als Mrs. James erkannte.[3] Trotzdem fand sie Engagements in ganz Europa, nach der NDB unter anderem in Dresden, Berlin und Warschau, auf Tourneen bis St. Petersburg und Konstantinopel.[2, 3] 1843 lernte sie in Dresden Franz Liszt kennen und ging 1844 mit ihm nach Paris.[2] Dort wurde sie die Geliebte von Alexandre Dujarier, Mitbesitzer der Zeitung La Presse, der am 11. März 1845 bei einem Duell getötet wurde.[1]
Lola Montez und Ludwig I. von Bayern
Im Oktober 1846 trat sie in München auf, und König Ludwig I. verliebte sich in sie.[2] Die NDB beschreibt, wie die öffentliche Meinung Anstoß nahm und die Regierungskrise ausbrach, als der König ihre Einbürgerung verlangte, um sie zur Gräfin zu erheben: Im Februar 1847 trat das Ministerium Abel zurück.[2] Am 25. August 1847 machte Ludwig sie nach dem ADB zur Gräfin Marie von Landsfeld.[1] Nach Straßenschlägereien zwischen rivalisierenden Studentenverbindungen, der Schließung der Universität und Tumulten verfügte der König am 12. Februar 1848 ihre Abreise.[2] Im März 1848 dankte er zugunsten seines Sohnes ab.[3] Nach der NDB führte die Affäre unmittelbar in die Märzrevolution und zur Abdankung. Lola Montez floh in die Schweiz.[1, 2]
1849 heiratete sie in London den jungen Offizier George Trafford Heald, obwohl ihre erste Ehe nicht geschieden war. Nach dem ADB wurde sie am 6. August 1849 wegen Bigamie festgenommen und gegen Kaution freigelassen.[1, 3] Um dem Prozess zu entgehen, verließ sie England.[2] Aus dieser Ehe sollen nach der NDB zwei Kinder hervorgegangen sein; das Dictionary of Irish Biography schreibt, es sei nicht bekannt, ob sie Kinder hatte.[2, 13]
Ankunft in Amerika
1851 kam Lola Montez nach New York.[4, 6] Nach der National Portrait Gallery der Smithsonian Institution eilte ihr der Ruf einer Kurtisane voraus, und das Publikum kam, um die Femme fatale mit eigenen Augen zu sehen.[6] Von 1851 bis 1853 trat sie nach Britannica in den USA auf.[3] Auf ihren Reisen durch Nordamerika, Australien und Frankreich spielte, tanzte und sang sie nach der NDB ihr eigenes Schicksal in der Revue "Lola in Bavaria".[2]
Lola Montez im kalifornischen Goldrausch
1853 ging sie nach San Francisco, mitten in den kalifornischen Goldrausch. Dort wurde sie nach der National Portrait Gallery mit ihrem Spinnentanz berühmt, einer Darbietung, die viele schockierte und trotzdem große Menschenmengen anzog. Zur Hochzeit des Goldrauschs trat sie in den Theatern der Goldgräberlager in der ganzen Region auf (mehr über die Stadt in dieser Zeit auf der Seite San Francisco im Goldrausch).[6]
Am 1. Juli 1853 heiratete sie nach dem ADB Patrick Purdy Hull, den Besitzer der Zeitung San Francisco Whig.[1] Das Dictionary of Irish Biography nennt den 2. Juli 1853 als Hochzeitstag.[13] Die Ehe hielt nicht lange: Nach Britannica endete sie in einer Scheidung, kurz nachdem Lola Montez nach Grass Valley gezogen war; nach dem ADB reichte Hull bald die Scheidung ein, und nach dem Dictionary of Irish Biography ging die Ehe schnell zu Ende.[1, 3, 13] Nach Wyckoff kauften beide das Haus in Grass Valley gemeinsam und trennten sich später; von einem frühen Tod Hulls schreibt er nichts.[7] Die NDB führt ihren dritten Mann dagegen als Patrick Purdy Hall, Journalist, und schreibt, er sei noch 1853 gestorben.[2] Diese Angabe steht in keiner der übrigen Quellen; die NDB nennt auch für ihren zweiten Mann, George Trafford Heald, 1853 als Todesjahr, nach dem ADB ertrank er schon 1850 in Spanien.[1, 2]
Was war der Spinnentanz?
Nach der Darstellung des Green-Wood-Friedhofs in New York, wo sie begraben ist, drehte sie sich im Spinnentanz wild im Kreis und tat so, als schüttle sie Spinnen aus ihren Unterröcken.[9] Die State Library Victoria beschreibt den Tanz ähnlich: Eine Spinne habe sich in ihrem Kleid verfangen, und sie habe das Kleid heben und kräftig schütteln müssen, um sie loszuwerden.[8] Wo sie den Tanz zum ersten Mal zeigte, ist nicht sicher. Das ADB schreibt, die ersten Aufführungen habe es im San Francisco des Goldrauschs gegeben.[1] Nach Green-Wood tanzte sie ihn in New York, Boston, Philadelphia, New Orleans, San Francisco und Australien, ohne dass die Quelle eine Reihenfolge nennt.[9]
In Melbourne nahm sie den Spinnentanz nach dem ADB ins Programm, als weniger Zuschauer kamen. Die Presse verurteilte sie, doch der Bürgermeister von Melbourne lehnte als Richter einen Antrag auf ihre Festnahme ab.[1] Die Zeitung The Argus nannte den Tanz am 20. September 1855 nach der State Library Victoria "völlig zersetzend für alle Vorstellungen von öffentlicher Moral" (Übersetzung der Redaktion).[8]

Lola Montez in Grass Valley
In Grass Valley baute Lola Montez nach dem Denkmalverzeichnis Kaliforniens das einzige Haus, das sie je besaß. Das Verzeichnis lässt sie 1852 dort sesshaft werden.[4] Der Lokalhistoriker Bob Wyckoff schreibt in der Zeitung The Union, sie habe von 1853 bis 1855 in dem Haus an der Ecke Mill Street und Walsh Street gelebt und dort Gäste empfangen; nach ihm kaufte sie das Haus zusammen mit Hull.[7] Wyckoff erwähnt auch einen zahmen Bären, den sie im Vorgarten an der Kette hielt.[7]
In derselben Straße wohnte Lotta Crabtree.[4] Das Goldfieber hatte ihre Familie 1852 oder 1853 nach Kalifornien gebracht, in Grass Valley betrieben die Crabtrees eine Pension für Bergleute. Dort lernte die 1847 geborene Lotta Crabtree Lola Montez kennen, die ihr Singen und Tanzen beibrachte.[5] Auch Britannica schreibt, Lola Montez habe die junge Lotta Crabtree im Singen und Tanzen unterrichtet.[3] Lotta Crabtree trat danach in Scales im Plumas County zum ersten Mal öffentlich auf und machte Karriere auf der Bühne.[5]
In Grass Valley liegt die Empire Mine, nach California State Parks eine der ältesten, tiefsten und reichsten Goldminen Kaliforniens. In ihren 106 Betriebsjahren bis zur Schließung 1956 förderte sie 5,8 Millionen Unzen Gold aus dem Fels.[10] Der heutige State Historic Park liegt nach derselben Quelle auf dem Land der Nisenan, die dort seit jeher leben. Ihre Familien haben sich nach California State Parks bis heute nicht von dem fast vollständigen Völkermord im Goldrausch erholt.[10]
Im Sommer 1855 verließ Lola Montez Grass Valley nach Wyckoff für eine Tournee nach Australien und kam im folgenden Sommer zurück, um das Haus zu verkaufen.[7] Nach der National Portrait Gallery schenkten ihr ihre Anhänger einen Goldklumpen zum Abschied, als sie nach San Francisco zurückkehren wollte, um wieder auf Tournee zu gehen; das Jahr nennt die Quelle nicht.[6] Das Haus verfiel später. Nach Wyckoff wurde es 1975 abgerissen, ein Nachbau nach einer Zeichnung aus den 1850er Jahren beherbergte 2006 die Handelskammer von Grass Valley und Nevada County.[7] Seit dem 20. Juli 1938 ist der Ort als Home of Lola Montez ein California Historical Landmark mit der Nummer 292.[4, 7]

Wo liegt Grass Valley?
Grass Valley liegt im Nevada County in Kalifornien.[4, 12]
- 1Lola Montez (Grass Valley, Kalifornien) 39,22° N, 121,05° W[12]
Tournee durch die Goldfelder Australiens
Im Juni 1855 segelte Lola Montez mit dem jungen Schauspieler Noel Follin, ihrem Manager, und einer eigenen Truppe nach Sydney, wo sie am 16. August ankam.[1] Sie trat in Sydney, Melbourne und Adelaide auf. Am 16. Februar 1856 trat sie zum ersten Mal in Ballarat auf; dort forderte sie die Bergleute nach dem ADB auf, ihr Goldklumpen vor die Füße zu werfen.[1] Als die Zeitung Ballarat Times sie angriff, schlug sie den Herausgeber Henry Seekamp nach der State Library Victoria am 19. Februar 1856 im United States Hotel mehrmals mit einer Reitpeitsche.[1, 8] Danach tourte sie durch Bendigo, Castlemaine und andere Orte in Victoria und segelte mit Follin zurück nach San Francisco. In der Nacht des 8. Juli 1856 ging er nahe Fidschi über Bord.[1]
Zeitleiste
- 17.02.1821Eliza Gilbert kommt nach NDB, ADB und Britannica in Grange im County Sligo, Irland, zur Welt; Kalifornien nennt 1818 und Limerick.[1, 2, 3, 4]
- 03.06.1843Erster Auftritt in London als "spanische Tänzerin Lola Montez".[1, 2]
- Oktober 1846Auftritt in München; König Ludwig I. verliebt sich in sie.[2]
- 25.08.1847Ludwig I. macht sie zur Gräfin Marie von Landsfeld.[1]
- 12.02.1848Nach Unruhen in München verfügt der König ihre Abreise; im März 1848 dankt er ab.[2, 3]
- 1851Ankunft in New York, Auftritte in den USA.[3, 6]
- 1853In San Francisco wird sie mit dem Spinnentanz berühmt und tritt in den Theatern der Goldgräberlager auf.[6] Kalifornischer Goldrausch
- 1853Sie lebt in Grass Valley im einzigen Haus, das sie je besaß (nach dem Denkmalverzeichnis schon ab 1852).[4, 7]
- 01.07.1853Heirat mit Patrick Purdy Hull, dem Besitzer der Zeitung San Francisco Whig.[1]
- Juni 1855Abreise nach Australien mit eigener Truppe.[1]
- 16.02.1856Erster Auftritt in Ballarat, drei Tage später schlägt sie den Zeitungsherausgeber Henry Seekamp mit der Reitpeitsche.[1, 8]
- 17.01.1861Lola Montez stirbt in New York und wird als Eliza Gilbert auf dem Green-Wood-Friedhof in Brooklyn begraben.[1, 2, 3]
Was ist Legende, was ist belegt?
Die spanische Herkunft behauptete Lola Montez seit ihrem Londoner Debüt 1843; nach dem ADB gab schon ihre Mutter an, von spanischem Adel abzustammen.[1] Nach der NDB fand das Debüt weniger Beachtung als die Zeitungsberichte über diese Herkunft. Die NDB nennt die spanische Rolle eine geschickte Anknüpfung an die Spanienbegeisterung, die Prosper Mérimées "Carmen" in Europa ausgelöst hatte.[2] Über ihr Leben gibt es nach derselben Quelle eine Flut von Erinnerungen, Briefen und Presseberichten, und doch entzieht es sich einer sachlichen Betrachtung. Schon zu Lebzeiten erschienen Memoiren unter ihrem Namen; eine deutsche Ausgabe von 1847 hält die NDB für nicht echt.[2]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Lola Montez war eine spanische Tänzerin aus vornehmer Familie.
Was belegt ist
Sie war Irin und hieß Eliza Gilbert; ihr Vater war ein britischer Offizier. Nach der NDB behauptete sie die spanische Herkunft seit ihrem Londoner Debüt vom 3. Juni 1843, bei dem sie sich spanische Tänzerin nannte; nach dem ADB gab schon ihre Mutter an, von spanischem Adel abzustammen. Nach Britannica wurde sie dabei als Ehefrau von Thomas James erkannt.[1, 2, 3]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Den Spinnentanz tanzte Lola Montez zum ersten Mal im Goldrausch von San Francisco.
In Grass Valley wird sie als Förderin des Bergbaus geehrt. Eine Tafel, die der Verein E Clampus Vitus 1977 am Nachbau ihres Hauses anbrachte, schreibt nach Wyckoff, ihre Salons von 1853 bis 1855 hätten die Männer angezogen, deren Geld und Technik die Goldquarzindustrie des Nevada County begründeten; außerdem nennt die Tafel sie eine Begründerin der heutigen Kosmetikindustrie. Vorsichtiger schrieb die Lokalhistorikerin Doris Foley, Lola Montez habe in ihrem Haus Männer zusammengebracht, deren Kapital vor allem in der Empire Mine dem schwächelnden Goldquarzbergbau über magere Jahre geholfen habe.[7] Die Empire Mine war nach California State Parks 106 Jahre in Betrieb, bevor sie 1956 schloss; ihr Betrieb begann demnach um 1850 (eigene Rechnung aus dieser Angabe), also vor dem Einzug von Lola Montez, den das Denkmalverzeichnis auf 1852 und Wyckoff auf 1853 datiert.[4, 7, 10]
Ihre Münchner Zeit wurde nach der NDB bald zum Theaterstoff: Anfang 1849 kündigte das Covent Garden in London ihren Auftritt in einem Drama über ihre Münchner Zeit an, das später zurückgezogen wurde.[2] 1955/1956 entstand der Film "Lola Montez" von Max Ophüls, eine Produktion aus Frankreich und der Bundesrepublik mit Martine Carol in der Titelrolle, Peter Ustinov und Adolf Wohlbrück als Ludwig I. Der Film zeigt die kranke Lola Montez als Attraktion eines Zirkus, die Fragen des Publikums beantwortet, während ihr Leben in kurzen Szenen in der Manege abläuft.[11]
Wie starb Lola Montez?
Zurück in Amerika scheiterten nach dem ADB ihre Versuche, auf der Bühne wieder Fuß zu fassen.[1] Sie hielt nun Vorträge, nach Britannica über Mode, Galanterie und schöne Frauen, nach der State Library Victoria auch über "willensstarke Frauen".[3, 8] 1858 erschienen ihre Bücher "The Arts of Beauty" und "Lectures of Lola Montez" mit einer Autobiografie.[3] Die Vorträge schrieb nach dem ADB der Geistliche Charles Chauncy Burr.[1] Nach der NDB trat sie zuletzt als bekehrte Methodistin unter dem Namen Eliza Gilbert auf und arbeitete in New York als Helferin für sogenannte gefallene Mädchen.[2]
Sie starb am 17. Januar 1861 in New York.[1, 2, 3] Nach der NDB war sie nach schwerer Krankheit zuletzt halbseitig gelähmt.[2] Das ADB führt ihren körperlichen Verfall auf die Spätfolgen einer Syphilis zurück.[1] Wie alt sie wurde, hängt am Geburtsjahr: Das ADB und die State Library Victoria nennen 39 Jahre, Wyckoff in The Union 42.[1, 7, 8] Begraben wurde sie nach dem ADB unter dem Namen Mrs. Eliza Gilbert auf dem Green-Wood-Friedhof in Brooklyn.[1] Die New York Times begann ihren Nachruf im Januar 1861 so:[9]
Es gibt wenige Leser der Zeitungsliteratur unserer Tage, denen der Name dieser exzentrischen, brillanten, impulsiven Frau, bekannt als Lola Montez, nicht vertraut ist.

Häufige Fragen
Wer war Lola Montez?
Lola Montez war eine irische Tänzerin, die als Eliza Gilbert zur Welt kam und sich als Spanierin ausgab. Sie war die Geliebte König Ludwigs I. von Bayern, trat danach in den USA und in Australien auf und lebte von 1853 bis 1855 in der Goldgräberstadt Grass Valley in Kalifornien.
War Lola Montez Spanierin?
Nein. Sie war Irin und hieß eigentlich Eliza Gilbert. Die spanische Herkunft gehörte zu ihrem Bühnenauftritt: 1843 trat sie in London als "spanische Tänzerin Lola Montez" auf und wurde dabei als Ehefrau des Offiziers Thomas James erkannt.
Was war der Spinnentanz von Lola Montez?
Im Spinnentanz tat Lola Montez so, als hätten sich Spinnen in ihren Kleidern verfangen, und schüttelte sie mit wilden Drehungen ab. In San Francisco machte sie der Tanz 1853 berühmt; in Melbourne nannte ihn die Zeitung The Argus am 20. September 1855 "völlig zersetzend für alle Vorstellungen von öffentlicher Moral" (Übersetzung der Redaktion).
Was machte Lola Montez in Kalifornien?
Sie kam 1853 nach San Francisco, tanzte dort und in den Theatern der Goldgräberlager und heiratete am 1. Juli 1853 den Zeitungsbesitzer Patrick Purdy Hull. In Grass Valley baute sie das einzige Haus, das sie je besaß, und brachte der jungen Lotta Crabtree Singen und Tanzen bei. 1855 brach sie zu einer Tournee nach Australien auf.
Wie alt wurde Lola Montez?
Nach dem Australian Dictionary of Biography wurde sie 39 Jahre alt: geboren am 17. Februar 1821, gestorben am 17. Januar 1861. Wer wie das kalifornische Denkmalverzeichnis das Geburtsjahr 1818 annimmt, kommt auf 42 Jahre.
Woran starb Lola Montez?
Sie starb am 17. Januar 1861 in New York nach schwerer Krankheit. Die Neue Deutsche Biographie schreibt, sie sei zuletzt halbseitig gelähmt gewesen; der Australian Dictionary of Biography führt ihren Verfall auf die Spätfolgen einer Syphilis zurück. Begraben ist sie auf dem Green-Wood-Friedhof in Brooklyn.
Hatte Lola Montez Kinder?
Die Neue Deutsche Biographie schreibt, aus ihrer zweiten Ehe mit George Trafford Heald sollen zwei Kinder hervorgegangen sein. Die anderen ausgewerteten Quellen nennen keine Kinder.
Gibt es einen Film über Lola Montez?
Ja, "Lola Montez" von Max Ophüls, eine französisch-deutsche Produktion von 1955/1956 mit Martine Carol in der Titelrolle, Peter Ustinov und Adolf Wohlbrück als Ludwig I. Der Film erzählt ihr Leben als Zirkusnummer.
Quellen
- Nachschlagewerk Montez, Lola (1821 bis 1861) (Michael Cannon), Australian Dictionary of Biography, Band 5. National Centre of Biography, Australian National University. Stand 1974. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Montez, Lola (eigentlich Eliza Gilbert) (Ina Ulrike Paul), Neue Deutsche Biographie 18, S. 50 bis 51. Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Deutsche Biographie. Stand 1997. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Home of Lola Montez (California Historical Landmark Nr. 292). California State Parks, Office of Historic Preservation. Stand registriert 20.07.1938. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Home of Lotta Crabtree (California Historical Landmark Nr. 293). California State Parks, Office of Historic Preservation. Stand registriert 15.08.1938. abgerufen am 25.10.2026
- Museum Lola Montez 1818 bis 1861 (Ausstellung Faces of the Frontier). National Portrait Gallery, Smithsonian Institution. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Presse Lola Montez lived here: Her house and her story (Bob Wyckoff). The Union, Grass Valley. Stand 02.11.2006. abgerufen am 25.10.2026
- Archiv From Bavaria to Ballarat: wild times with Lola Montez (Andrew McConville). State Library Victoria. Stand 19.10.2022. abgerufen am 25.10.2026
- Notable Resident: Lola Montez (nach Jeffrey I. Richman: Brooklyn's Green-Wood Cemetery). Green-Wood Cemetery, Brooklyn. Stand 31.03.2020, geändert 28.01.2021. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle Empire Mine State Historic Park. California State Parks. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Filmdatenbank Lola Montez (Frankreich, BR Deutschland 1955/1956). filmportal.de, Deutsches Filminstitut und Filmmuseum. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
- Amtliche Stelle 2024 Gazetteer Files, Places, national (interner Punkt der Orte). U.S. Census Bureau. Stand 2024. abgerufen am 25.10.2026
- Nachschlagewerk Gilbert, Eliza Rosana (Lola Montez) (Patrick M. Geoghegan), Dictionary of Irish Biography. Royal Irish Academy, Dictionary of Irish Biography. Stand 2009. abgerufen am 25.10.2026
Fehler entdeckt? Hinweis an die Redaktion. Jeder Hinweis wird an der Quelle geprüft.
Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
Passt dazu

Orte und NaturSan Francisco im GoldrauschSan Francisco wuchs im Goldrausch vom Dorf Yerba Buena mit rund 800 Siedlern zur Großstadt.
PersonenFrauen im Wilden WestenFrauen im Wilden Westen waren Siedlerinnen, Lehrerinnen, Ärztinnen und Händlerinnen.
GeschichteGoldräusche im Wilden WestenDie großen Goldräusche Nordamerikas von Georgia 1829 bis Nome 1900 im Überblick.