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Duwamish

Kurz erklärt Die Duwamish sind das indigene Volk, auf dessen Land die Stadt Seattle im Bundesstaat Washington steht. Ihr Anführer Si'ahl, nach dem die Stadt benannt ist, unterschrieb 1855 als Erster den Vertrag von Point Elliott. Die Duwamish Tribe nennt auf ihren Seiten rund 700 und 777 eingeschriebene Mitglieder, ist aber vom Bund nicht als Nation anerkannt.

Kiesstrand an einer Bucht im Nordwesten mit Douglasien am Ufer und Dunst über dem Wasser im Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Die Duwamish sind das indigene Volk, auf dessen Land die Stadt Seattle im US-Bundesstaat Washington steht. Ihre Heimat umfasst nach eigenen Angaben das heutige Seattle und große Teile des mittleren King County, mit Dörfern an den Flüssen Duwamish, Black und Cedar, an der Elliott Bay und am Lake Washington.[3] Im Deutschen ist manchmal von "Duwamish-Indianern" die Rede. Ihre Organisation heißt Duwamish Tribe; anders als die Nachbarn in Suquamish oder Muckleshoot steht sie nicht auf der Liste der vom Bund anerkannten Nationen.[1, 13]

Zum Wort "Indianer" siehe Darf man "Indianer" sagen?, zum Kulturraum die Seite Nordwestküste.

Was bedeutet Duwamish?

Duwamish ist nach der Duwamish Tribe die englische Form eines Worts, das sie dxʷdəwʔabš schreibt und mit "Volk des Inneren" übersetzt. Es bezog sich auf die Menschen, die im Landesinneren an den Flüssen Duwamish, Black und Cedar lebten.[2] Auf der Seite mit häufigen Fragen schreibt die Nation die Eigenbezeichnung dəw̓abš, HistoryLink gibt sie als Dkhw'Duw'Absh wieder; im Vertrag von 1855 steht Dwámish.[3, 12, 20]

Am Puget Sound lebten nach der Duwamish Tribe verschiedene Gruppen: die Menschen des Inneren, des Salzwassers, der Flüsse und der Seen. Sie teilten eine Sprache, unterschieden sich aber etwa in ihren Speisen und in der Form ihrer Kanus. Als Händler und Siedler kamen, schlossen sich diese Gruppen zusammen und nannten sich Duwamish.[2] Ihre Sprache ist das Lushootseed, das im ganzen Gebiet des Puget Sound gesprochen wird und zur Familie der Salish-Sprachen gehört; die Nation zählt sich zur größeren Kultur- und Sprachgruppe der Küsten-Salish.[2, 3]

Woher kommen die Duwamish?

Die Duwamish leben nach eigenen Angaben seit unvordenklicher Zeit im Gebiet von Seattle und King County. Ihre Erzählungen, etwa "North Wind, South Wind", handeln nach der Nation von der letzten Eiszeit und von einem Eisdamm, der über dem Duwamish River brach.[1]

Das Bundesgericht in Seattle hielt 2025 fest, unstrittig habe es auf dem Land des heutigen Seattle an den Flüssen Black, Cedar und Duwamish gelebt.[17] Das Bureau of Indian Affairs beschrieb 1996 die historischen Duwamish als die Menschen am Zusammenfluss von Black, Cedar und Duwamish südlich des Lake Washington sowie am Green River, am White River und an der Elliott Bay; eine eigene Gemeinschaft der Duwamish habe dort bis etwa 1900 bestanden.[16]

Ein wichtiger Dorfplatz war həʔapus (gesprochen "ha-ah-poos") am unteren Duwamish River. Die Fundstelle ist im National Register of Historic Places verzeichnet. HistoryLink nennt eine archäologische Datierung auf 300 vor Christus, die Nation ein Dorf aus der Zeit um 600 nach Christus.[3, 9, 20] 2020 benannte der Hafen von Seattle das Gelände Terminal 107 in həʔapus Village Park um; den Namensvorschlag der Nation mit dem Wort Duwamish übernahm er nicht.[11]

Mündung eines Flusses in eine weite Bucht mit Treibholz am Kiesufer, dahinter bewaldete Hügel und Wasser im warmen Abendlicht
Flussmündung an der Elliott Bay am Puget Sound Bild: KI-generiert

Gesellschaft und Familie

Ein Dorf bestand nach der Duwamish Tribe meist aus Großfamilien, jedes Haus aus einer Familie. Im Winter wohnten die Menschen in Häusern aus Zedernplanken mit einem großen offenen Raum, den Matten für die einzelnen Familienteile trennten. Wie sich die Menschen nannten, hing vom Namen des Ortes ab, an dem ihr Haus stand.[2] Im Frühjahr teilten sich die Familien und fuhren mit Kanus zum Jagen, Fischen, Sammeln, zu Verwandten und zum Handel; unterwegs bauten sie Unterkünfte aus Matten und Planken aus dem Winterdorf.[2]

Si'ahl erbte nach der Nation sein Amt als Chief der Duwamish von einem Onkel mütterlicherseits, weil die Abstammung über beide Eltern zählte.[5]

Mehr zu ihm steht auf der Seite Chief Seattle; was es mit dem Wort Häuptling auf sich hat, erklärt die Seite Häuptling.

Wirtschaft und Ernährung

Die meiste Nahrung kam nach der Duwamish Tribe aus dem Wasser: Lachs und andere Fische, Muscheln, Enten und weitere Tiere des Salzwassers. Dazu jagten die Menschen Hirsche, Wapitis, Bären und Kaninchen, sammelten Sprossen, Wurzeln, Nüsse, Beeren und Holzäpfel.[2] Kanus galten als Zuhause auf dem Wasser. Die Nation unterscheidet sieben Arten, darunter runde Flusskanus, die die Strömung nicht herumriss, Kanus mit hohem Bug für die Wellen des Salzwassers und Jagdkanus für Seen und ruhiges Wasser.[2] Aus natürlichen Materialien flochten und webten sie Körbe, Decken und Kleidung.[2]

Als Siedler kamen, halfen die Duwamish nach eigenen Angaben mit Führern, Kanutransporten und Arbeitskräften für das erste Sägewerk von Henry Yesler; Kartoffeln lieferten sie von ihren Feldern bei Renton.[5]

Glaube

Die Erzählungen der Völker am Puget Sound enthalten nach der Duwamish Tribe Lehren über richtiges Verhalten: Großzügigkeit und Freundlichkeit, harte Arbeit und Gesundheit verbinden die Gemeinschaft.[2] Auch das Haus hat nach der Nation ein eigenes Leben; es ist ein heiliger Ort, der Sicherheit und Gleichgewicht gibt.[2] Potlatches sind nach der Duwamish Tribe ein Weg, das Geben zu üben. Bei ihnen werden Namen, Hochzeiten, Geburtstage und Lieder öffentlich und damit gültig gemacht; die Gäste teilen Essen und singen und tanzen die Lieder der Vorfahren.[2]

Einen Überblick gibt die Seite Glaube, Symbole und Zeremonien.

Die Duwamish im 19. Jahrhundert

1792 sah Si'ahl als Junge nach der Überlieferung der Duwamish die Schiffe des britischen Kapitäns George Vancouver im Puget Sound.[5] In den folgenden Jahrzehnten kamen Krankheiten. Fachleute schätzen nach der Nation, dass in den ersten 80 Jahren nach dem Kontakt rund 12.000 Salish am Puget Sound an Pocken, Masern, Grippe und anderen Krankheiten starben, mehr als 30 Prozent der indigenen Bevölkerung.[5]

1851 begrüßten Si'ahl und die Duwamish die ersten amerikanischen Siedler am Alki Point im heutigen West Seattle; diese Gruppe gründete nach HistoryLink die Stadt, die nach Si'ahl benannt ist.[5, 20] Am 22. Januar 1855 unterzeichneten Gouverneur Isaac I. Stevens und die Vertreter von mehr als 20 Gruppen bei Point Elliott, dem heutigen Mukilteo, einen Vertrag; die Dwámish stehen darin an erster Stelle.[4, 12] Für die Duwamish unterschrieben laut Nation Si'ahl und drei weitere Anführer: Ts'huahntl, Now-a-chais und Ha-seh-doo-an. Sie gaben nach Angaben der Nation mehr als 54.000 Acres ihres Landes ab, auf dem heute Seattle, Renton, Tukwila, Bellevue und Mercer Island liegen.[4]

Ein eigenes Reservat erhielten die Duwamish nicht. Das Port-Madison-Reservat war nach dem Suquamish Tribe vor allem für Suquamish und Duwamish gedacht. Viele Duwamish wollten nicht dorthin und baten um ein Reservat in ihrer Heimat, wo Black und Cedar River zusammenflossen. Die Regierung vergrößerte stattdessen das Muckleshoot-Reservat; nach dem Suquamish Tribe zogen viele Duwamish dorthin, nach dem Innenministerium nur wenige.[14, 15, 21] Auf den Vertrag folgten von 1855 bis 1858 Kämpfe, die die Nation "the Indian War" nennt; Si'ahl schützte nach ihren Angaben die kleine Siedlung Seattle vor Angriffen.[4]

1866 schlug der Superintendent of Indian Affairs ein Reservat für die Duwamish am Black River vor, um Mängel des Vertrags auszugleichen. Etwa 156 Siedler aus King County, darunter Henry Yesler, David S. Maynard und Mitglieder der Familie Denny, protestierten mit einer Petition an den Kongressdelegierten Arthur Denny; das Reservat kam nicht zustande.[18] In ihrer Petition nannten sie die Duwamish den "Rest einer Gruppe" von nur 16 Familien.[18]

Die Siedler verdrängten die Duwamish aus ihren Dörfern. Zwischen 1855 und 1904 wurden nach dem Historiker der Nation, Thomas R. Speer, 94 Langhäuser der Duwamish niedergebrannt; Charles Terry, einer der Gründer Seattles, soll nach HistoryLink den Abriss von həʔapus angeführt haben.[20] Die Nation selbst datiert das Niederbrennen eines ihrer größten Dörfer gegenüber dem heutigen Langhaus auf 1893.[1] Manche Familien lebten danach auf Ballast Island an der Uferfront von Seattle, einer Aufschüttung aus dem Ballast der Segelschiffe; ab 1885 wohnten dort nach der Nation einige das ganze Jahr. Um 1917 war auch dieser Platz verloren.[10]

Zeitleiste: Duwamish
  1. 1792Nach der Überlieferung der Duwamish sieht Si'ahl als Junge die Schiffe von George Vancouver im Puget Sound.[5] Chief Seattle
  2. 1851Si'ahl und die Duwamish begrüßen die ersten amerikanischen Siedler am Alki Point.[5, 20] Chief Seattle
  3. 22.01.1855Si'ahl und drei weitere Anführer der Duwamish unterschreiben den Vertrag von Point Elliott.[4, 12] Chief Seattle
  4. 08.03.1859Der Senat ratifiziert den Vertrag von Point Elliott.[12]
  5. 1866Eine Petition von etwa 156 Siedlern verhindert ein Reservat für die Duwamish am Black River.[18]
  6. 1893Siedler brennen eines der größten Dörfer der Duwamish am Duwamish River nieder.[1]
  7. 28.08.1916Für den Lake Washington Ship Canal wird der See abgesenkt; der Black River fällt trocken.[19]
  8. 1925Die Duwamish geben sich eine Verfassung und klagen gegen die Regierung; 1934 erhalten sie mit ihren Ansprüchen recht.[1]
  9. 1978Die Duwamish stellen nach eigenen Angaben ihren ersten Antrag auf Anerkennung.[1]
  10. 06.09.1996Das Bureau of Indian Affairs schlägt vor, die Anerkennung abzulehnen.[16]
  11. 19.01.2001Ein nicht unterzeichneter Entwurf des kommissarischen Leiters von Indian Affairs schlägt die Anerkennung vor.[14]
  12. 25.09.2001Das Innenministerium lehnt die Anerkennung ab; die Entscheidung wird am 8. Mai 2002 endgültig.[14]
  13. 03.01.2009Die Duwamish eröffnen ihr Longhouse and Cultural Center in West Seattle.[20]
  14. 22.03.2013Ein Bundesgericht hebt die Ablehnung auf und verweist den Antrag zurück.[14]
  15. Juli 2015Das Ministerium bestätigt die Ablehnung nach den Regeln von 1978 und 1994.[14]
  16. 11.05.2022Die Duwamish Tribe verklagt das Innenministerium erneut.[7]
  17. 30.01.2025Das Bundesgericht verweist den Antrag zur Prüfung nach den Regeln von 2015 an das Ministerium zurück.[17]

Der Duwamish River und der verschwundene Black River

Der Black River war der Abfluss des Lake Washington bei Renton. Er vereinigte sich nach HistoryLink mit dem Cedar River und dann mit dem Green River im heutigen Tukwila zum Duwamish River. Für den Bau des Lake Washington Ship Canal senkte die Bundesregierung den See ab dem 28. August 1916 um 9 Fuß, und der Black River fiel trocken.[19] Das traf ein Kerngebiet der Duwamish: Am Zusammenfluss von Black, Cedar und Duwamish lebten nach dem Bureau of Indian Affairs die historischen Duwamish, und im Dorf Stukw am Black River kam nach der Überlieferung der Nation Si'ahl zur Welt.[5, 16]

Der untere Duwamish River wurde danach begradigt und ausgebaggert, und das frühere Mündungsgebiet ist heute zum großen Teil aufgeschüttetes Industrieland.[19] Die Umweltbehörde EPA führt einen fünf Meilen langen Abschnitt, den Lower Duwamish Waterway, als Superfund-Gebiet, als stark verschmutzte Fläche unter ihrer Aufsicht; auf ihrer Seite meldet sie einen Vergleich über 668 Millionen Dollar für die weitere Säuberung.[22] Die Nation zitiert einen Bericht der Seattle Times von 2022, nach dem ihr Ratsmitglied James Rasmussen 26 Jahre im Rat saß und 20 Jahre in der Duwamish River Community Coalition für den Fluss arbeitete.[23]

Ruhiger Flussabschnitt mit Uferweiden und Schilf, auf der anderen Seite flaches Land mit Bäumen, Licht der späten Nachmittagssonne auf dem Wasser
Unterer Duwamish River, wo früher Dörfer der Duwamish standen Bild: KI-generiert

Der Vertrag von Point Elliott und die Ansprüche

Der Vertrag vom 22. Januar 1855 (12 Stat. 927) wurde am 8. März 1859 ratifiziert. Die beteiligten Gruppen traten ihr Land zwischen Point Pully, der Kaskadenkette und dem 49. Breitengrad ab. Vorbehalten blieben ihnen unter anderem 1.280 Acres am Ende von Port Madison und ein Township an der Tulalip Bay für eine Schule. Auf die Reservate nach Artikel 2 sollten sie innerhalb eines Jahres nach der Ratifizierung ziehen.[12] Der Vertrag sicherte das Recht, an den gewohnten Plätzen gemeinsam mit allen Bürgern zu fischen, zu jagen und Wurzeln und Beeren zu sammeln. Als Gegenleistung versprachen die USA 150.000 Dollar in Raten über 20 Jahre.[12]

1925 verklagten die Duwamish nach eigenen Angaben die Regierung, 1934 bekamen sie mit ihren Ansprüchen recht.[1] Wann und wie viel ausgezahlt wurde, gibt die Nation verschieden an: Auf ihrer Geschichtsseite nennt sie das Jahr 1964, auf der Seite zur Anerkennung 64 Dollar je Mitglied im Jahr 1971.[1, 6] Die Initiative Real Rent Duwamish nennt ebenfalls 1971 und 64 Dollar für jedes von 1.000 Mitgliedern; sie ruft Menschen in Seattle auf, freiwillig eine Art Miete an die Duwamish Tribal Services zu zahlen.[24]

Warum sind die Duwamish nicht anerkannt?

Vom Bund anerkannte Nationen haben nach dem Bundesgericht in Seattle Rechte, die andere indigene Gruppen nicht haben, etwa Selbstverwaltung, eingeschränkte Immunität und das Recht, bestimmte Bundesleistungen zu beantragen. Seit 1978 regeln Vorschriften des Innenministeriums (25 C.F.R. Part 83), wann eine Gruppe als Nation gilt; sie verlangen sieben Kriterien, darunter, dass die Gruppe seit historischer Zeit im Wesentlichen durchgehend als indigene Gruppe erkannt wird, dass ein wesentlicher Teil in einem eigenen Gebiet oder einer eigenen Gemeinschaft lebt und dass sie politischen Einfluss auf ihre Mitglieder hat.[17]

Ihren ersten Antrag stellten die Duwamish nach eigenen Angaben 1978 (auf der Seite mit häufigen Fragen: 1977); das Bundesgericht nennt einen Antrag vom November 1987 und eine überarbeitete Fassung von 1989.[1, 3, 17] 1996 schlug die damalige Leiterin von Indian Affairs, Ada E. Deer, vor, die Anerkennung abzulehnen: Die Duwamish Tribal Organization bestehe als Organisation von Nachfahren erst seit 1925 und erfülle drei der grundlegenden Kriterien nicht.[16] Am 19. Januar 2001 legte der kommissarische Leiter Michael Anderson einen Entwurf vor, der die Duwamish anerkennen sollte; nach dem Federal Register blieb er ohne Unterschrift. Vor dem Inkrafttreten wechselte die Regierung, und am 25. September 2001 lehnte der neue Leiter Neal McCaleb die Anerkennung ab. Nach einem erfolglosen Antrag auf erneute Prüfung wurde die Ablehnung am 8. Mai 2002 endgültig.[14, 17] Die Nation selbst schreibt, sie sei 2001 von der Regierung Clinton anerkannt worden, die Regierung Bush habe das 2002 rückgängig gemacht; auf ihrer Seite mit häufigen Fragen schreibt sie, die Umkehr sei noch im selben Jahr 2001 erfolgt.[3, 6]

2008 klagten die Duwamish. Am 22. März 2013 hob das Bundesgericht die Ablehnung auf und verlangte, den Antrag nach den Vorschriften von 1994 zu prüfen oder zu begründen, warum das Ministerium das nicht tut. Im Juli 2015 bestätigte das Ministerium die Ablehnung nach den Regeln von 1978 und 1994: Die Duwamish erfüllten vier der sieben Kriterien, nicht aber die drei, durchgehend als indigene Gruppe erkannt zu sein, eine eigene Gemeinschaft zu bilden und politischen Einfluss auf die Mitglieder zu haben.[14, 15, 17] Nachfahren der historischen Duwamish gehören nach dem Ministerium seit Langem zu fünf anerkannten Nationen, den Lummi, Suquamish, Swinomish, Tulalip und Muckleshoot; die Mitglieder der Duwamish Tribe seien dort aber im Allgemeinen nicht eingeschrieben.[15]

Am 11. Mai 2022 verklagte die Duwamish Tribe das Innenministerium erneut. Sie verlangt die Feststellung, dass der Kongress sie längst anerkannt habe, und die Aufnahme in die Liste der anerkannten Nationen; außerdem wirft sie dem Ministerium vor, sie als Nation zu benachteiligen, deren heutige Mitglieder vor allem von Duwamish-Frauen abstammen.[7] Am 30. Januar 2025 verwies das Bundesgericht den Fall an das Ministerium zurück: Es soll den Antrag nun nach den Vorschriften von 2015 prüfen und neue Belege annehmen.[17] Auf der Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026 stehen die Duwamish nicht.[13]

Die Rede von Chief Seattle

Si'ahl wird eine Rede zugeschrieben, die in Sammlungen und Medien häufig zitiert wird. Die Website der Duwamish Tribe stellt ihrer Seite über ihn ein Zitat voran und gibt darunter eine Fassung der Rede wieder, die sie auf 1854 datiert und als "ver.1" bezeichnet.[5] Ob er sie so gehalten hat, ist nicht belegt. Henry A. Smith rekonstruierte 1887 in einer Zeitung in Seattle eine Fassung der Rede. Jerry L. Clark, damals Mitarbeiter der National Archives, suchte 1985 in den Akten nach einem Beleg: Smith steht nicht unter den Zeugen der Verhandlungen von Point Elliott, und Seattle konnte nicht schreiben. Clarks Urteil zur Rede lautet "Not proven"; einen angeblichen Brief Seattles an Präsident Franklin Pierce hielt er für sehr wahrscheinlich unecht.[25]

Die verschiedenen Fassungen erklärt die Seite Chief Seattle.

Die Duwamish heute

Die Duwamish Tribe nennt auf ihrer Geschichtsseite rund 700 eingeschriebene Mitglieder, auf der Seite mit häufigen Fragen rund 777; viele weitere Menschen mit Duwamish-Vorfahren sind in anerkannten Nationen eingeschrieben, um Gesundheits- und andere Leistungen zu erhalten.[1, 3] HistoryLink nannte 2009 eine Zahl von 570 Mitgliedern.[20] Die Nation hat eine Verfassung von 1925 und einen Rat mit neun Mitgliedern, den seit 1975 Cecile Hansen leitet, eine Ururgroßnichte von Si'ahl. Ein Reservat hat sie nicht.[1, 3] 1983 gründete der Rat die gemeinnützige Duwamish Tribal Services für soziale und kulturelle Angebote.[1] Seit 2002 gibt es ein Sprachprogramm, das das Lushootseed der Duwamish wiederbeleben soll.[2]

Am 3. Januar 2009 eröffnete die Nation das Duwamish Longhouse and Cultural Center in West Seattle, 4705 West Marginal Way SW[26], gegenüber dem alten Dorfplatz həʔapus. Das Haus kostete nach HistoryLink 4 Millionen Dollar und hat 6.044 Quadratfuß Fläche.[3, 20] Entworfen hat es Byron Barnes von Potlatch Architects, nach der Nation ein Mitglied der Blackfeet Tribe in Montana, im Stil der Langhäuser der Salish am Puget Sound mit einem Gerüst aus Zedernpfosten und Balken.[8, 9] Im Langhaus finden Sitzungen der Nation, Kultur- und Bildungsveranstaltungen statt; ausgestellt sind auch Funde aus den benachbarten Dörfern, die das Burke Museum, das MOHAI und der Hafen von Seattle verliehen haben.[8]

Der Eintritt ist nach Angaben der Nation frei, sonntags und montags ist das Haus geschlossen, Gruppen ab zehn Personen sollen sich anmelden (Stand Oktober 2026).[8]

Offizielle Website: Duwamish Tribe.

Hohe Rotzedern mit faseriger Rinde in einem feuchten Wald im Nordwesten, Farne am Boden, Sonnenlicht zwischen den Stämmen
Wald mit Rotzedern im Nordwesten. Die Duwamish bauten ihre Winterhäuser aus Zedernplanken. Bild: KI-generiert

Bekannte Persönlichkeiten

  • Chief Seattle (Si'ahl), nach der Duwamish Tribe 1780 bis 1866, Chief der Duwamish und der Suquamish und erster Unterzeichner des Vertrags von Point Elliott.[4, 5]
  • Cecile Hansen leitet die Duwamish Tribe seit 1975 und ist eine Ururgroßnichte von Si'ahl.[1]
  • James Rasmussen, lange Ratsmitglied und Leiter des Langhauses bei der Eröffnung 2009, setzte sich für die Säuberung des Duwamish River ein.[20, 23]
  • Mary Lou Slaughter, eine Nachfahrin von Si'ahl, ist Korbflechterin; ihre Körbe waren bei der Eröffnung des Langhauses ausgestellt.[2, 20]

Weitere Lebensläufe stehen in der Liste Bekannte indigene Persönlichkeiten.

Häufige Fragen

Was bedeutet Duwamish?

Nach der Duwamish Tribe ist Duwamish die englische Form eines Lushootseed-Worts, das sie dxʷdəwʔabš schreibt und mit "Volk des Inneren" übersetzt. Gemeint ist, dass die Menschen im Landesinneren an den Flüssen Duwamish, Black und Cedar lebten.

Sind die Duwamish als Nation anerkannt?

Nein. Die Liste des Bureau of Indian Affairs vom 30. Januar 2026 führt die Duwamish nicht. Das Innenministerium lehnte die Anerkennung 2001 und 2015 ab; ein Bundesgericht verwies den Fall im Januar 2025 zur neuen Prüfung nach den Regeln von 2015 an das Ministerium zurück.

Wurden die Duwamish 2001 anerkannt?

Die Nation sagt ja: Die Regierung Clinton habe sie 2001 anerkannt, die Regierung Bush habe das rückgängig gemacht. Laut Federal Register gab es am 19. Januar 2001 nur einen nicht unterzeichneten Entwurf, der die Anerkennung vorschlug; die Entscheidung vom 25. September 2001 lehnte sie ab und wurde am 8. Mai 2002 endgültig.

Haben die Duwamish ein Reservat?

Nein. Der Vertrag von Point Elliott von 1855 sah kein eigenes Reservat für sie vor. Ein Reservat am Black River, das 1866 vorgeschlagen wurde, verhinderten Siedler mit einer Petition. Nach dem Suquamish Tribe zogen einige Duwamish nach Port Madison und viele ins vergrößerte Muckleshoot-Reservat; das Innenministerium schreibt 2015, nur wenige seien ins Muckleshoot-Reservat gezogen.

Wo ist das Langhaus der Duwamish?

Das Duwamish Longhouse and Cultural Center steht in West Seattle, 4705 West Marginal Way SW, gegenüber dem alten Dorfplatz həʔapus am Duwamish River. Es wurde am 3. Januar 2009 eröffnet. Der Eintritt ist nach Angaben der Nation frei, sonntags und montags ist geschlossen (Stand Oktober 2026).

Was hat Chief Seattle mit den Duwamish zu tun?

Si'ahl, nach dem die Stadt Seattle heißt, steht im Vertrag von 1855 nach der Duwamish Tribe als Chief der Duwamish und der Suquamish. Seine Mutter war laut Duwamish Tribe eine Duwamish, sein Vater ein Suquamish.

Ist die berühmte Rede von Chief Seattle echt?

Das lässt sich weder beweisen noch widerlegen. Eine Fassung rekonstruierte Henry A. Smith 1887 in einer Zeitung in Seattle. Jerry L. Clark, damals Mitarbeiter der National Archives, fand 1985 keinen Beleg und urteilte "Not proven"; einen angeblichen Brief an Präsident Pierce hielt er für sehr wahrscheinlich unecht.

Quellen

  1. Tribal Nation History of the Duwamish People. Duwamish Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  2. Tribal Nation Culture Today. Duwamish Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  3. Tribal Nation FAQs. Duwamish Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  4. Tribal Nation Treaty of Point Elliott. Duwamish Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  5. Tribal Nation Chief Si'ahl. Duwamish Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  6. Tribal Nation Federal Acknowledgement. Duwamish Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  7. Tribal Nation Lawsuit for Federal Recognition. Duwamish Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  8. Tribal Nation Visit the Longhouse. Duwamish Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  9. Tribal Nation The Longhouse Project. Duwamish Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  10. Tribal Nation Exile to Ballast Island. Duwamish Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  11. Tribal Nation həʔapus Village Park. Duwamish Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  12. Gesetz und Vertrag Treaty with the Dwamish, Suquamish, etc., 1855 (Treaty of Point Elliott, 12 Stat. 927). Tribal Treaties Database, Oklahoma State University Libraries. Stand 22.01.1855. abgerufen am 26.10.2026
  13. Amtliche Stelle Indian Entities Recognized by and Eligible To Receive Services From the United States Bureau of Indian Affairs, 91 FR 4102. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 30.01.2026. abgerufen am 26.10.2026
  14. Amtliche Stelle Final Decision on Remand Against Federal Acknowledgment of the Duwamish Tribal Organization, 80 FR 39142. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 08.07.2015. abgerufen am 26.10.2026
  15. Amtliche Stelle Summary under the Criteria and Evidence for Final Decision on Judicial Remand Against Acknowledgment of the Duwamish Tribal Organization. Assistant Secretary, Indian Affairs, Office of Federal Acknowledgment. Stand Juli 2015. abgerufen am 26.10.2026
  16. Amtliche Stelle BIA Proposes Not to Recognize Washington Group: Duwamish Fail to Meet Criteria for Tribal Acknowledgment (Pressemitteilung). Bureau of Indian Affairs, Office of Public Affairs. Stand 06.09.1996. abgerufen am 26.10.2026
  17. Gesetz und Vertrag The Duwamish Tribe and Cecile Hansen v. Deb Haaland u. a., Case No. 2:22-cv-633-JNW, Order (Dkt. 90). U.S. District Court for the Western District of Washington, Abschrift bei der National Indian Law Library (Native American Rights Fund). Stand 30.01.2025. abgerufen am 26.10.2026
  18. Tribal Nation History & Culture. The Suquamish Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  19. Amtliche Stelle Lower Duwamish Waterway, Superfund Site Profile. U.S. Environmental Protection Agency. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  20. Tribal Nation Duwamish River. Duwamish Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  21. Real Rent Duwamish (Startseite). Real Rent Duwamish. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  22. Amtliche Stelle Thus Spoke Chief Seattle: The Story of An Undocumented Speech (Jerry L. Clark, Prologue Bd. 18, Nr. 1). National Archives and Records Administration. Stand Frühjahr 1985, Seite zuletzt geprüft 25.01.2024. abgerufen am 26.10.2026
  23. Amtliche Stelle Geocoder, Adressabfrage 4705 W Marginal Way SW, Seattle, WA 98106 (Public Address Ranges, Current Benchmark). U.S. Census Bureau. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026

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    Chief Seattle, oft Häuptling Seattle genannt, führte Suquamish und Duwamish am Puget Sound.

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