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Chief Seattle

Kurz erklärt Chief Seattle (siʔał, um 1786 bis 1866) war ein Anführer der Suquamish und Duwamish am Puget Sound im heutigen Bundesstaat Washington; die Stadt Seattle trägt seinen Namen. 1855 unterschrieb er als Erster den Vertrag von Point Elliott. Seine berühmte Rede ist erstmals 1887 in einer Fassung des Arztes Henry A. Smith überliefert, die bekannte Umweltrede schrieb um 1970 der Drehbuchautor Ted Perry.

Ruhige Meeresbucht mit Kiesstrand und Treibholz, dahinter dichter Nadelwald und in der Ferne ein schneebedeckter Vulkankegel im milden Abendlicht
Bild: KI-generiert

Wer war Chief Seattle?

Chief Seattle war ein Anführer der Suquamish und der Duwamish am Puget Sound im heutigen Bundesstaat Washington. Die Suquamish nennen sich selbst suq̀ʷabš, Volk des klaren Salzwassers, die Duwamish nennen sich dxʷdəwʔabš.[3, 5] Seattles Sprache war das Lushootseed, eine Sprache der Küsten-Salish. In ihr heißt er siʔał, so schreibt ihn der Suquamish Tribe; die Duwamish schreiben Si'ahl.[1, 2, 5, 6] Der Name hat nach HistoryLink zwei Silben. Die Schreibung Sealth auf seinem Grabstein von etwa 1890 sollte die Aussprache genauer wiedergeben, verbreitete aber nach HistoryLink eine falsche Aussprache.[6] Getauft wurde er katholisch auf den Namen Noah.[6, 8]

Im Deutschen heißt er oft Häuptling Seattle. Was es mit dem Wort auf sich hat, erklärt die Seite Häuptling, die Kulturen der Region die Seite Nordwestküste. Im Vertrag von Point Elliott unterschrieb er 1855 als Chief der Duwamish und Suquamish (der Vertragstext schreibt Dwamish).[11] Nach HistoryLink erkannten ihn die meisten indigenen Menschen vom Cedar River und der Shilshole Bay bis Bainbridge Island und Port Madison als Oberhaupt an, als die ersten Siedler kamen. Der Suquamish Tribe nennt ihn heute einen international geachteten Anführer seiner Nation.[2, 6]

Herkunft und Aufstieg

Sein Geburtsjahr ist nicht bekannt. Als er im Juni 1866 starb, hielt man ihn für etwa 80 Jahre alt; David M. Buerge rechnet deshalb mit einer Geburt um 1786, HistoryLink nennt die 1780er Jahre.[6, 8] Den Siedlern erzählte Seattle nach Buerge, er sei auf Blake Island im Puget Sound geboren, HistoryLink nennt die Kitsap-Halbinsel.[6, 8] Die Website der Duwamish Tribe nennt dagegen 1780 als Geburtsjahr und überliefert als Geburtsort das Dorf Stukw seiner Mutter am Black River, im heutigen Kent.[13] Sein Vater Schweabe war ein Suquamish aus dem Hauptdorf an der Agate Passage, seine Mutter Scholitza, bei Buerge Sholitza, eine Duwamish vom unteren Green River.[6, 8]

Nach der Überlieferung erlebte Seattle als Junge, wie die Schiffe von George Vancouver im Mai 1792 eine Woche lang den Puget Sound vermaßen.[6, 8] Er stammte aus einer angesehenen Familie, was nach HistoryLink in der geschichteten Gesellschaft am Puget Sound Voraussetzung für ein Führungsamt war.[6] Nach einer Überlieferung wurde er Anführer, weil er einen Hinterhalt gegen Angreifer leitete, die in Kanus einen Fluss herabkamen.[6, 8] Als die Hudson's Bay Company 1833 Fort Nisqually gründete, galt er nach Buerge als kluger und gefürchteter Anführer; die Händler nannten ihn Le Gros, der Große.[8] Buerge schreibt ihm auch Gewalttaten zu, darunter 1837 den Mord an einem spirituellen Heiler der Skykomish und Angriffe auf Nachbarvölker bis 1847.[8] Nachdem einer seiner Söhne bei einem dieser Angriffe gestorben war, ließ er sich katholisch taufen, wahrscheinlich bei den Oblaten nahe Olympia. Im Taufregister steht er als Noe Siattle, und nach Buerge endeten damit seine Kriegszüge.[8]

Warum heißt die Stadt Seattle nach ihm?

Amerikanische Siedler kamen ab 1846 an den Puget Sound. Seattle nahm sie freundlich auf und galt bald als Freund der Weißen.[8] Im Sommer 1850 lud er Isaac N. Ebey und B. F. Shaw ein, sich bei seinen Leuten niederzulassen und Handel zu treiben. 1851 betrieb er mit dem Kaufmann Charles Fay aus San Francisco eine Fischerei an der Elliott Bay, 1852 mit David S. Maynard eine weitere beim Dorf dzidzula'lich am Ostufer der Bucht.[8] Sein Wohnort war Old Man House an der Agate Passage, das bekannteste Winterdorf der Suquamish.[1, 2, 6]

Wann die Siedlung seinen Namen bekam, geben die Quellen verschieden an. Nach Buerge benannten die Siedler sie schon im Sommer 1852 nach ihrem Förderer, nach HistoryLink überzeugte Maynard sie, ihre Stadt nach dem Anführer zu benennen, als sie am 23. Mai 1853 die ersten Pläne einreichten.[6, 8] In einer Anmerkung seines Aufsatzes für die National Archives zitiert Jerry L. Clark ein Handbuch von 1913, nach dem Seattle von den Siedlern eine kleine jährliche Abgabe für die Nutzung seines Namens verlangte.[9]

Kiesstrand an einer schmalen Meeresstraße mit ruhigem Wasser, Treibholz am Ufer und bewaldeten Hügeln auf der anderen Seite im warmen Nachmittagslicht
Ufer am Puget Sound, der Heimat der Suquamish und Duwamish Bild: KI-generiert

Der Vertrag von Point Elliott 1855

1854 begann die Regierung der USA, mit den Nationen im Washington-Territorium Verträge zu schließen, um das Land für Siedler freizumachen.[1] Gouverneur Isaac Stevens rief die Anführer im Januar 1855 nach Point Elliott, dem heutigen Mukilteo; HistoryLink nennt den 21. bis 23. Januar.[6] Am 22. Januar 1855 wurde der Vertrag unterzeichnet. Die Suquamish waren eine von mehr als 20 beteiligten Gruppen, und Seattle vertrat nach dem Suquamish Tribe Suquamish und Duwamish.[1, 11] Er setzte als erster indigener Unterzeichner sein Zeichen unter den Vertrag.[5, 11]

Die Nationen traten den größten Teil ihres Landes ab, nach Buerge rund 2,5 Millionen Acres.[1, 8] Der Vertrag behielt ihnen einige Gebiete vor, darunter 1.280 Acres am Ende von Port Madison, sicherte ihnen das Recht, an den gewohnten Plätzen zu fischen, und versprach 150.000 Dollar, verteilt über 20 Jahre. Außerdem mussten sie alle Sklaven freilassen.[11] Verhandelt wurde nach dem Suquamish Tribe auf Chinook Jargon, einer Handelssprache aus wenigen Hundert Wörtern. Der Vertrag wurde aus dem Englischen erst in diese Sprache und dann ins Lushootseed und Straits Salish übersetzt; daraus entstanden Missverständnisse, die bis heute nachwirken.[1] Der Senat ratifizierte den Vertrag am 8. März 1859.[11]

Ein eigenes Reservat für die Duwamish sah der Vertrag nicht vor.[6, 8] Das Port-Madison-Reservat war nach dem Suquamish Tribe für Suquamish und Duwamish gedacht. Viele Duwamish wollten nicht dorthin ziehen und baten um ein Reservat in ihrer Heimat nahe der heutigen Stadt Seattle; die Regierung vergrößerte stattdessen das Muckleshoot-Reservat, und viele Duwamish zogen dorthin.[1] Nach Buerge lehnten viele Duwamish nach dem Vertrag Seattles Führung ab.[8] In den offiziellen Protokollen der Verhandlungen stehen nach Jerry L. Clark nur wenige Sätze von Seattle: Er versicherte Stevens der Freundschaft seiner Leute zu den Amerikanern und sprach freundlich über den Arzt Maynard.[9]

Seattle im Krieg von 1855 und 1856

Viele Anführer waren mit den Verträgen unzufrieden, die der Kongress erst nach mehr als drei Jahren ratifizierte, und griffen Ende 1855 zu den Waffen.[6] Seattle hielt nach HistoryLink sein Versprechen und kämpfte nicht. Beim Angriff auf die Siedlung Seattle am 26. Januar 1856 blieb er mit möglichst vielen seiner Leute in Port Madison und warnte befreundete Siedler vor Gewalt.[6] Nach Buerge hielt er Kontakt zu allen Seiten, blieb aber ein Verbündeter der Amerikaner und versorgte sie mit Nachrichten. Nach dem Krieg bat er vergeblich um Gnade für Leschi, den Anführer der Nisqually im Krieg.[8]

Die späten Jahre

Seattle lebte danach vor allem im Port-Madison-Reservat. Er versuchte, Whiskeyhändler fernzuhalten, und ließ, wie es der Vertrag verlangte, seine eigenen Sklaven frei. 1864 wurde er in Tulalip gefirmt.[8] 1865 verbot eine Verordnung der jungen Stadt Seattle dauerhafte Häuser von Indigenen innerhalb der Stadtgrenzen; Seattle musste den Platz räumen, an dem er einst Ebey und Shaw begrüßt hatte. In die Stadt kam er trotzdem oft, um Freunde zu besuchen und nach seinen Leuten zu sehen, die dort arbeiteten.[8] Um diese Zeit ließ er sich im Atelier von E. M. Sammis fotografieren; HistoryLink datiert das Bild auf 1864, Buerge auf 1865.[6, 8] 1870 zerstörte die Regierung der USA das große Haus von Old Man House.[1, 2]

Kiesstrand an einem ruhigen Meeresarm mit Treibholz und dunklem Nadelwald am anderen Ufer im Abendlicht
Der Puget Sound: Hier standen früher Plankenhäuser aus Zedernholz. Bild: KI-generiert

Die Rede von Chief Seattle: Was ist Legende, was ist belegt?

Bekannt ist Seattle vor allem durch eine Rede. Sie liegt in mehreren Fassungen vor, die sich stark unterscheiden, und wie viel davon wirklich von ihm stammt, lässt sich nicht genau sagen.[7, 10]

Die Fassung von Henry A. Smith (1887)

Gedruckt wurde die Rede zuerst am 29. Oktober 1887 in der Zeitung Seattle Sunday Star, mehr als 30 Jahre nach dem Anlass.[7, 12] Der Arzt Henry A. Smith schrieb, er habe sie aus Notizen rekonstruiert, und nannte seinen Text nur ein Bruchstück der Rede.[10, 12] Nach Smith sprach Seattle bei einem Empfang für Gouverneur Stevens bei dessen erstem Besuch in Seattle, nach HistoryLink war das im Januar 1854.[6, 7] In Smiths Text spricht Seattle über den Niedergang seines Volkes, über das Angebot der Regierung, Land zu kaufen und Reservate einzurichten, über die Gräber der Vorfahren und über die Toten, die das Land nie ganz verlassen.[7, 12]

Ob Seattle das so gesagt hat, lässt sich nicht prüfen. Smiths Notizen sind nie aufgetaucht, und keine andere Quelle erwähnt eine solche Rede.[10] Seattle sprach Lushootseed; nach HistoryLink wurde seine Rede erst in Chinook Jargon und dann ins Englische übertragen, und Smith hat den Text sicher ausgeschmückt.[7] Jerry L. Clark prüfte 1985 für die National Archives die Akten. Smith steht nach Clark nicht unter den Zeugen der Verhandlungen von Point Elliott 1855 und nicht unter den Anwesenden beim Treffen mit Stevens im März 1854; der Dolmetscher B. F. Shaw erwähnte die Rede nie, und auch die Zeitung in Olympia schwieg. Clarks Urteil lautet: nicht bewiesen, aber auch nicht zu widerlegen.[9] HistoryLink hält Smiths Fassung dagegen für nicht unglaubwürdig, weil Seattle als großer Redner galt, und Rudolf Kaiser vermutet nach dem Center for the Study of the Pacific Northwest einen echten Kern.[7, 10]

Spätere Fassungen und die Umweltrede

1929 druckte Clarence B. Bagley eine leicht veränderte Fassung mit einem neuen Schluss über einen "change of worlds", einen Wechsel der Welten. Clark vermutet, dass der Schluss von John M. Rich stammt, der die Rede in einem Heft verbreitete, nach Clark 1932, nach HistoryLink 1931.[7, 9] Seit den 1960er Jahren entstanden neue Fassungen, unter anderem von William Arrowsmith und Ted Perry, der völlig neue Inhalte einfügte.[7]

Perry schrieb um 1970 im Auftrag der Southern Baptists das Drehbuch für einen Film über Umweltverschmutzung. Er übernahm viel aus Smiths Fassung, veränderte sie aber stark und machte Seattle zum Umweltschützer. Sein Name wurde nicht genannt, und das Publikum hielt den Text für Seattles eigene Worte.[10] Gerade diese Fassung wurde in den USA und weltweit bekannt; Buerge hält sie für völlig unecht.[8, 10]

Dazu kommt ein angeblicher Brief Seattles an Präsident Franklin Pierce von 1855. Clark fand in den Akten des Bureau of Indian Affairs und des Innenministeriums, in den Papieren von Pierce bei der Library of Congress und bei der New Hampshire Historical Society keine Spur davon. Seattle konnte nicht schreiben. Der Brief erwähnt Büffel, die aus der Eisenbahn heraus erschossen werden; Seattle aber kam nach Clark nie über die Kaskaden nach Osten und sah wohl nie eine Eisenbahn. Clark hält den Brief für sehr wahrscheinlich gefälscht.[9]

Die Rede heute

Für den Suquamish Tribe haben Seattles Gedanken weltweit Einfluss auf Ethik, Spiritualität und die Umweltbewegung.[2] Auf seiner Website stellt der Tribe der empfohlenen Landanerkennung für Veranstaltungen in der Region einen Satz aus der überlieferten Rede voran.[3] Nach dem Center for the Study of the Pacific Northwest haben sich indigene Menschen im Nordwesten die Rede in den 1980er und 1990er Jahren selbst angeeignet: Der Snoqualmie Tribe zitierte sie in einer Broschüre, andere übersetzten sie ins Lushootseed.[10]

Wie starb Chief Seattle?

Seattle starb im Port-Madison-Reservat, nach HistoryLink am 7. Juni 1866 an einem schweren Fieber, nach Buerge am 6. Juni nach kurzer Krankheit.[6, 8] Er wurde auf dem Friedhof des Reservats in Suquamish mit katholischen und indigenen Riten begraben. Der Sägewerksbesitzer George Meigs schloss nach HistoryLink sein Werk, damit er und seine indigenen Arbeiter zur Beerdigung gehen konnten. Die Zeitungen am Puget Sound berichteten nicht darüber.[6, 8] Um 1890 stellten Bürger aus Seattle einen Grabstein auf, der den 7. Juni 1866 als Todestag nennt.[6]

2011 baute der Suquamish Tribe das Grabmal neu. Der Friedhof liegt neben der katholischen St. Peter's Mission, nicht weit vom Suquamish Museum.[2] Jedes Jahr erinnern die Suquamish mit einem öffentlichen Fest, den Chief Seattle Days, an ihn.[4] Seine Tochter Kikisoblu, bei den Siedlern Angeline, lebte nach HistoryLink bis zu ihrem Tod 1896 in der Stadt Seattle.[6]

Weiße Holzkirche mit spitzem Turm auf einer grünen Anhöhe über einer stillen Meeresbucht, Erlen und Zedern ringsum, weiches Abendlicht
Holzkirche über einer Meeresbucht am Puget Sound im Abendlicht Bild: KI-generiert

Zeitleiste

Zeitleiste: Chief Seattle
  1. 1792Nach der Überlieferung erlebt er als Junge die Schiffe von George Vancouver im Puget Sound.[6, 8]
  2. 1833Mit der Gründung von Fort Nisqually erscheint er in den Akten der Hudson's Bay Company.[8]
  3. 1850Er lädt Isaac N. Ebey und B. F. Shaw ein, sich an der Elliott Bay niederzulassen.[8]
  4. 1852Mit David S. Maynard betreibt er eine Fischerei an der Elliott Bay; nach Buerge benennen die Siedler ihre Siedlung nach ihm.[8]
  5. 23.05.1853Die Siedler reichen die ersten Pläne der Stadt Seattle ein, die nach HistoryLink nun seinen Namen trägt.[6]
  6. 22.01.1855Er unterschreibt als Erster den Vertrag von Point Elliott.[11]
  7. 26.01.1856Beim Angriff auf die Siedlung Seattle bleibt er mit seinen Leuten in Port Madison.[6]
  8. 1864Er wird in Tulalip gefirmt.[8]
  9. 07.06.1866Er stirbt im Port-Madison-Reservat (nach Buerge am 6. Juni).[6, 8]
  10. 29.10.1887Der Seattle Sunday Star druckt die Fassung der Rede von Henry A. Smith.[7, 12]
  11. 1970Um 1970 schreibt Ted Perry für einen Film eine neue Umweltfassung der Rede.[10]
  12. 2011Der Suquamish Tribe baut das Grabmal in Suquamish neu.[2]

Suquamish und Duwamish heute

Die Suquamish leben heute im Port Madison Indian Reservation auf der Kitsap-Halbinsel, eine halbe Stunde mit der Fähre von Seattle entfernt. Das Reservat umfasst etwa 7.657 Acres, rund 57 Prozent davon gehören der Nation und ihren Familien.[3] Ihr offizieller Name lautet Suquamish Indian Tribe of the Port Madison Reservation.[11] 1965 gab sich die Nation eine Verfassung; mit dem Boldt-Urteil von 1974 wurde sie als Vertragsnation anerkannt, die die Fischerei in der Region mitverwaltet. Heute unterrichtet sie wieder Lushootseed.[1] 2012 eröffnete das Suquamish Museum.[2]

Über die zweite Nation Seattles informiert die Seite Duwamish. Die Duwamish sind nicht vom Bund anerkannt. Nach eigenen Angaben haben sie auf ihrer Geschichtsseite rund 700, auf der Seite mit häufigen Fragen rund 777 eingeschriebene Mitglieder, dazu eine Verfassung von 1925, und sie bemühen sich seit 1978 um die Anerkennung. Viele Menschen mit Duwamish-Vorfahren sind in anerkannten Nationen eingeschrieben.[5, 14] Vorsitzende ist seit 1975 Cecile Hansen, eine Ururgroßnichte von Si'ahl. In Seattle betreibt die Nation ein Langhaus mit Kulturzentrum.[5]

Häufige Fragen

Wer war Häuptling Seattle?

Chief Seattle, im Deutschen oft Häuptling Seattle genannt, war ein Anführer der Suquamish und Duwamish am Puget Sound im heutigen Bundesstaat Washington. Er lebte etwa von 1786 bis 1866, unterschrieb 1855 als Erster den Vertrag von Point Elliott und gab der Stadt Seattle ihren Namen.

Ist die Rede von Chief Seattle echt?

Das lässt sich nicht beweisen. Die älteste Fassung druckte der Arzt Henry A. Smith 1887, mehr als 30 Jahre später, nach Notizen, die nie gefunden wurden. Die bekannte Umweltrede ist eine Neufassung, die Ted Perry um 1970 für einen Film schrieb.

Hat Chief Seattle einen Brief an den Präsidenten geschrieben?

Dafür gibt es keinen Beleg. Jerry L. Clark von den National Archives fand weder in den Bundesakten noch in den Papieren von Präsident Franklin Pierce eine Spur des angeblichen Briefs von 1855. Seattle konnte nicht schreiben, und Clark hält den Brief für sehr wahrscheinlich gefälscht.

Wie hieß Chief Seattle richtig?

In seiner Sprache Lushootseed hieß er siʔał, so schreibt ihn der Suquamish Tribe; die Duwamish schreiben Si'ahl. Getauft wurde er auf den Namen Noah. Die Schreibung Sealth auf seinem Grabstein gibt nach HistoryLink die Aussprache falsch wieder.

Warum heißt die Stadt Seattle nach ihm?

Seattle half den ersten amerikanischen Siedlern an der Elliott Bay und betrieb mit David S. Maynard eine Fischerei. Die Siedler benannten ihre Siedlung nach ihm, nach David M. Buerge schon 1852, nach HistoryLink mit den ersten Stadtplänen vom 23. Mai 1853.

Wann starb Chief Seattle und wo ist er begraben?

Er starb im Juni 1866 im Port-Madison-Reservat, nach HistoryLink und seinem Grabstein am 7. Juni, nach Buerge am 6. Juni. Sein Grab liegt auf dem Friedhof in Suquamish; der Suquamish Tribe hat das Grabmal 2011 neu gebaut.

Quellen

  1. Tribal Nation History and Culture. The Suquamish Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  2. Tribal Nation Suquamish Today. The Suquamish Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  3. Tribal Nation Frequently Asked Questions. The Suquamish Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  4. Tribal Nation About Us. The Suquamish Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  5. Tribal Nation History of the Duwamish People. Duwamish Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  6. Nachschlagewerk Chief Seattle (Seattle, Chief Noah, born Si?al 178?-1866) (Kenneth Greg Watson, Essay 5071). HistoryLink.org. Stand 18.01.2003, erweitert 11.08.2006, berichtigt 11.04.2017. abgerufen am 24.10.2026
  7. Nachschlagewerk Chief Seattle's Speech (Walt Crowley, Essay 1427). HistoryLink.org. Stand 28.06.1999. abgerufen am 24.10.2026
  8. Fachaufsatz Chief Seattle and Chief Joseph: From Indians to Icons (David M. Buerge). University of Washington Libraries, American Indians of the Pacific Northwest Collection. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  9. Amtliche Stelle Thus Spoke Chief Seattle: The Story of An Undocumented Speech (Jerry L. Clark, Prologue Bd. 18, Nr. 1). National Archives and Records Administration. Stand Frühjahr 1985, Seite zuletzt geprüft 25.01.2024. abgerufen am 24.10.2026
  10. Fachaufsatz Two Versions of Chief Seattle's Speech (Reading the Region, Texts by and about Natives, Commentary 5). Center for the Study of the Pacific Northwest, University of Washington. Stand ohne Datum. abgerufen am 24.10.2026
  11. Gesetz und Vertrag Treaty with the Dwamish, Suquamish, etc., 1855 (Treaty of Point Elliott, 12 Stat. 927). Tribal Treaties Database, Oklahoma State University Libraries. Stand 22.01.1855. abgerufen am 24.10.2026
  12. Primärquelle Early Reminiscences (Henry A. Smith), Seattle Sunday Star, 29.10.1887 (Abschrift). University of Washington Libraries, American Indians of the Pacific Northwest Collection. Stand 1887. abgerufen am 24.10.2026
  13. Tribal Nation Chief Si'ahl. Duwamish Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  14. Tribal Nation FAQs. Duwamish Tribe. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026

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