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Bone Tomahawk (2015)

Kurz erklärt Bone Tomahawk ist der erste Spielfilm von S. Craig Zahler aus dem Jahr 2015, ein Western, der im letzten Teil in sehr gewalttätigen Horror umschlägt. Kurt Russell spielt einen Sheriff, der mit drei Männern eine Ärztin und zwei weitere Entführte aus der Hand eines Stammes von Höhlenbewohnern befreien will. Diesen Stamm hat Zahler nach eigener Aussage erfunden; er steht für kein reales indigenes Volk.

Leere staubige Straße einer kleinen Westernstadt aus Holzhäusern mit Veranda im warmen Licht der späten Nachmittagssonne
Bild: KI-generiert

Worum geht es in Bone Tomahawk?

Der Film spielt im 19. Jahrhundert in einer kleinen Stadt im amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet.[4, 1] Nach der Schilderung in Variety stoßen zu Beginn die Banditen Buddy und Purvis auf die Begräbnisstätte eines namenlosen Stammes, dessen Mitglieder die beiden angreifen. Nur Purvis entkommt, schwer verwundet. Elf Tage später nimmt ihn Sheriff Hunt in der Stadt Bright Hope fest.[2] Die Ärztin Samantha O'Dwyer versorgt den Gefangenen und bleibt über Nacht bei ihm, obwohl ihr Mann Arthur dagegen ist.[2, 5]

In der Nacht werden Purvis, Samantha und der junge Deputy Nick entführt.[2, 7] Ein Native American aus dem Ort, der "Professor", erklärt Hunt, die Täter seien Höhlenbewohner, die Männer wie er nicht von "Indianern" unterscheiden würden, obwohl sie etwas ganz anderes seien.[2, 3, 4] Hunt bricht mit drei Männern auf, um die Entführten zu befreien: mit seinem älteren Hilfsdeputy Chicory, dem Revolverhelden Brooder und Arthur, der ein gebrochenes Bein hat.[2, 1, 3]

Den größten Teil des Films nimmt der Ritt der vier ein, mit langen, oft komischen Gesprächen.[2, 5] Im letzten Teil, als die Höhlenbewohner auftauchen, schlägt der Western in Horror um.[2] Der Schlussteil ist sehr gewalttätig: Der Filmdienst spricht von "grausigen Splatter-Szenen", die FSK gab den Film ab 18 frei.[1, 2] Auch RogerEbert.com warnte, manche Zuschauer könne die Härte des Schlussteils abschrecken.[5]

Wer spielt in Bone Tomahawk mit?

Kurt Russell spielt den Sheriff, Richard Jenkins den Hilfsdeputy Chicory, Matthew Fox den Revolverhelden Brooder und Patrick Wilson Arthur.[1, 2] Variety lobte alle vier; Jenkins zeige mit seinem Timing, wie viel die abschweifenden Dialoge wert seien.[2] Den Professor spielt Zahn McClarnon.[1] Russell kehrte laut Variety bald darauf mit The Hateful Eight von Quentin Tarantino ins Western-Genre zurück.[2]

Darsteller und Rollen laut Filmdienst
DarstellerRolle
Kurt RussellSheriff Hunt[1]
Patrick WilsonArthur[1]
Matthew FoxBrooder[1]
Richard JenkinsChicory[1]
Lili SimmonsSamantha[1]
Evan JonigkeitDeputy Nick[1]
David ArquettePurvis[1]
Sid HaigBuddy[1]
Zahn McClarnonProfessor[1]

Wie entstand Bone Tomahawk?

Bis 2016 hatte S. Craig Zahler nach eigener Aussage rund 45 Drehbücher und acht Romane geschrieben. Als er Bone Tomahawk schrieb, hatte er etwa 20 Stoffe in Hollywood verkauft, ohne dass einer davon verfilmt worden war.[3] Sein Manager Dallas Sonnier fragte ihn, ob er seinen Roman Wraiths of the Broken Land verfilmen könne. Zahler lehnte ab und schrieb stattdessen einen Western über eine Rettung, Bone Tomahawk.[8] Es war sein erster Spielfilm als Regisseur.[2, 5]

Sonnier finanzierte die Hälfte selbst, der Rest kam aus Verkäufen ins Ausland. Laut Zahler steckte keine Firma aus den USA Geld in den Film; einige hatten Interesse, wollten aber mehr Mitsprache, als er abgeben mochte.[3] Gedreht wurde in 21 Tagen für 1,8 Millionen Dollar.[3, 8] Vorher waren Fassungen mit Drehorten in New Mexico, Utah und Rumänien geplant gewesen und gescheitert.[3] Die Musik schrieb Zahler mit Jeff Herriott.[1] Er setzte sie bewusst sparsam ein, weil er die Zuschauer nicht durch Musik zu Gefühlen lenken wollte.[3]

Wo wurde Bone Tomahawk gedreht?

Einen großen Teil des Films drehte Zahler auf der Paramount Ranch bei Los Angeles. Paramount nutzte das Gelände seit 1927; die LAist schreibt von einem Kauf, der National Park Service von einer Pacht.[6, 9] Später entstand dort eine feste Westernstadt als Kulisse; sie liegt in der Santa Monica Mountains National Recreation Area des National Park Service. Kurt Russell hatte dort nach Zahlers Erinnerung schon als Kinderdarsteller gearbeitet.[6] Am 9. November 2018 zerstörte das Woolsey Fire große Teile der Westernkulisse.[6]

Mit den Außenaufnahmen war Zahler am wenigsten zufrieden. Viele Landschaften, die er sich vorgestellt hatte, gab es im Umkreis von Los Angeles nicht, und Drehtage weiter weg hätten Geld und Zeit gekostet.[3]

Trockene Hügel mit niedrigem Buschwerk und hellen Felsblöcken, ein schmaler Reitpfad führt im Nachmittagslicht in die Ferne
Hügel mit Buschland, wie sie der Ritt der vier Männer durchquert Bild: KI-generiert

Sind die Höhlenbewohner in Bone Tomahawk ein echtes Volk?

Nein. Das Drehbuch stammt von Zahler, eine Vorlage nennt der Filmdienst nicht, und auch sonst nennt keine Quelle eine historische Vorlage.[1] Den Stamm der Höhlenbewohner, im Film "Troglodyten" genannt, hat Zahler nach eigener Aussage selbst erfunden.[3, 4] Variety nannte ihn ausdrücklich fiktiv. Dass im Film ein Native American die Höhlenbewohner von den "Indianern" unterscheidet, sei eine Klarstellung, wie sie lauter nicht sein könne.[2]

Was in den 1950er Jahren einfach Native Americans gewesen wären, habe ich durch meine eigenen, erfundenen Stämme ersetzt.

S. Craig Zahler im Gespräch mit Beth Accomando, KPBS, Cinema Junkie, 18.02.2016 Übersetzung der Redaktion[3]

Chuck Bowen kritisierte trotzdem im Slant Magazine, die Szene mit dem Professor solle dem Publikum erlauben, wie in einem Western der 1940er Jahre wieder für das Töten von "Wilden" zu sein. Die Höhlenbewohner hätten mit ihrer Größe und ihrer Rüstung aus Knochen mehr mit dem Wesen aus Predator gemein als mit irgendwelchen belegten Bewohnern des Westens.[4] Brian Tallerico gefiel dagegen auf RogerEbert.com, dass der Film fast übernatürliche Kannibalen zu Gegnern macht, statt bloß eine Menschengruppe "Wilde" zu nennen.[5]

Ein Vorbild aus dem Kino nennen die Kritiker: Variety sah in der Rettung der Entführten eine deutliche Anspielung auf Der schwarze Falke (The Searchers), RogerEbert.com Anklänge an John Ford.[2, 5]

Braune Glasfläschchen, ein Steinmörser und eine Petroleumlampe auf einem rohen Holztisch vor einer verputzten Lehmwand im warmen Lampenlicht
Fläschchen und Mörser neben einer Lampe: Eine der Entführten ist die Ärztin des Ortes Bild: KI-generiert

Wie wurde Bone Tomahawk aufgenommen?

Seine Weltpremiere hatte der Film als Abschlussfilm des Fantastic Fest in Austin, das vom 24. September bis 1. Oktober 2015 lief.[7, 2] Danach zeigte ihn das London Film Festival.[2] In den USA kam er am 23. Oktober 2015 in nur wenige Kinos und zugleich als Video auf Abruf.[5] Zahler bedauerte später, dass er kaum in Kinos lief.[3] In Deutschland erschien er am 21. Januar 2016 auf DVD und Blu-ray; Tele 5 zeigte ihn am 22. Mai 2018 erstmals im Fernsehen.[1]

Guy Lodge nannte den Film in Variety für Zuschauer mit Sinn für abschweifenden Humor und einem Magen für Groteskes ein Vergnügen. Mit 132 Minuten wirke er vielleicht ausufernd.[2] Brian Tallerico fand auf RogerEbert.com das Tempo manchmal selbstverliebt und den Film mit 132 Minuten "viel zu lang". Das Drehbuch sei aber klug und straff, die Regie durchweg solide (Übersetzung der Redaktion).[5] Der Filmdienst sieht einen "Verschnitt einer klassischen Westernhandlung mit grausigen Splatter-Szenen", der sich trotz überzeugender Darsteller "manche Längen und Redundanzen" leiste.[1] Beth Accomando von KPBS zählte ihn zu ihren drei besten Filmen des Jahres und hielt ihn für einen deutlich besseren Western als The Hateful Eight.[3]

Zeitleiste

Zeitleiste: Bone Tomahawk
  1. 2015Weltpremiere als Abschlussfilm des Fantastic Fest in Austin (24. September bis 1. Oktober 2015).[7, 2]
  2. 23.10.2015Start in wenigen Kinos der USA und zugleich als Video auf Abruf.[5]
  3. 21.01.2016Erscheinen in Deutschland auf DVD und Blu-ray.[1]
  4. 22.05.2018Erste Ausstrahlung im deutschen Fernsehen bei Tele 5.[1]
  5. 09.11.2018Das Woolsey Fire zerstört große Teile der Westernkulisse auf der Paramount Ranch, dem Hauptdrehort.[6]

Häufige Fragen

Ist Bone Tomahawk ein Western oder ein Horrorfilm?

Beides. Der Filmdienst führt ihn als Horror und Western, Variety und RogerEbert.com beschreiben einen Western, der im letzten Teil in Horror umschlägt. Zahler selbst sagte 2016, er sehe darin einen Western, der an manchen Stellen seltsamer werde.

Sind die Höhlenbewohner in Bone Tomahawk ein echtes Volk?

Nein. S. Craig Zahler sagte 2016, er habe an die Stelle, wo ein Western der 1950er Jahre einfach Native Americans gezeigt hätte, eigene, erfundene Stämme gesetzt. Variety nannte den Stamm ausdrücklich fiktiv, und im Film unterscheidet eine indigene Figur ihn von den Native Americans.

Wer spielt in Bone Tomahawk mit?

Kurt Russell spielt Sheriff Hunt, Patrick Wilson Arthur, Matthew Fox Brooder und Richard Jenkins Chicory. Lili Simmons ist die Ärztin Samantha, Zahn McClarnon der Professor, dazu kommen David Arquette, Sid Haig und Evan Jonigkeit.

Wo wurde Bone Tomahawk gedreht?

Zum großen Teil auf der Paramount Ranch, einer alten Westernkulisse bei Los Angeles im Gebiet der Santa Monica Mountains National Recreation Area. Die Westernstadt dort brannte im November 2018 beim Woolsey Fire größtenteils ab.

Beruht Bone Tomahawk auf einer wahren Geschichte?

Keine Quelle nennt eine historische Vorlage. Das Drehbuch schrieb S. Craig Zahler selbst, und den Stamm der Höhlenbewohner hat er nach eigener Aussage erfunden.

Ab wie viel Jahren ist Bone Tomahawk?

Die FSK hat den Film ab 18 Jahren freigegeben. Er dauert laut Filmdienst 132 Minuten.

Lief Bone Tomahawk in deutschen Kinos?

Der Filmdienst führt keinen Kinostart. In Deutschland erschien der Film am 21. Januar 2016 auf DVD und Blu-ray, Tele 5 zeigte ihn am 22. Mai 2018 im Fernsehen.

Quellen

  1. Filmdatenbank Bone Tomahawk, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 07.05.2018. abgerufen am 27.10.2026
  2. Presse Beth Accomando: S. Craig Zahler On Ramping Up Bone Tomahawk (Cinema Junkie, Gespräch mit Abschrift). KPBS Public Media. Stand 18.02.2016. abgerufen am 27.10.2026
  3. Presse Chuck Bowen: Review: Bone Tomahawk. Slant Magazine. Stand 19.10.2015. abgerufen am 27.10.2026
  4. Presse Brian Tallerico: Bone Tomahawk, Kritik. RogerEbert.com. Stand 23.10.2015. abgerufen am 27.10.2026
  5. Presse The 11th Fantastic Fest Set To Wreak Havoc At The Alamo Drafthouse (Mitteilung des Festivals). Franchising.com. Stand 31.07.2015. abgerufen am 27.10.2026
  6. Amtliche Stelle Paramount Ranch. National Park Service, Santa Monica Mountains National Recreation Area. Stand 22.09.2026. abgerufen am 27.10.2026

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