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Daniel Boone

Kurz erklärt Daniel Boone (1734 bis 1820) war Jäger, Landvermesser und Siedlungsführer aus Pennsylvania. Im März 1775 bahnte er im Auftrag der Transylvania Company mit rund 30 Männern einen Weg durch den Cumberland Gap nach Kentucky und gründete Boonesborough. 1778 nahmen ihn Shawnee gefangen und adoptierten ihn; er starb am 26. September 1820 in Missouri.

Bewaldeter Pass in den Appalachen mit einem schmalen Erdpfad zwischen Felsen und Laubbäumen in Herbstfarben, dahinter blaue Bergketten im Abendlicht
Bild: KI-generiert

Wer war Daniel Boone?

Daniel Boone war Jäger und Trapper, Landvermesser, Landspekulant, Ladenbesitzer und Milizoffizier an der Frontier, der Siedlungsgrenze der britischen Kolonien und später der USA.[1] Im März 1775 führte er im Auftrag der Transylvania Company eine Gruppe, die einen Pfad durch den Cumberland Gap nach Kentucky schlug, und gründete die Siedlung Boonesborough im heutigen Madison County.[1, 19] Berühmt wurde er schon zu Lebzeiten, vor allem durch ein Buch von John Filson aus dem Jahr 1784, das seine Abenteuer in der Ich-Form erzählt.[5, 15] Er starb am 26. September 1820 in Missouri.[1]

Das Land, in das Boone Siedler führte, beanspruchten indigene Nationen. Die Cherokee Nation zählt Kentucky zu dem Gebiet, das sie zur Zeit der ersten Begegnung mit Europäern im Jahr 1540 beherrschte.[13] Die National Portrait Gallery beschreibt Boones Gegner als Shawnee und andere indigene Gruppen, die verhindern wollten, dass Siedler weiter in ihre Heimat vordrangen.[14]

Kindheit in Pennsylvania und North Carolina

Boone kam auf einem Hof am Owatin Run in der Oley Township zur Welt, nahe Reading im heutigen Berks County in Pennsylvania.[1, 2] Für den Geburtstag kursieren zwei Daten, die denselben Tag meinen: der 22. Oktober 1734 nach dem julianischen, dem "alten" Kalender, und der 2. November 1734 nach dem gregorianischen, der elf Tage hinzurechnet und seit 1752 gilt. So erklärte es Samuel M. Wilson 1934 in einem Vortrag vor dem Filson Club in Louisville.[3] Die Missouri Encyclopedia nennt den 22. Oktober, Britannica "um den 2. November" 1734.[1, 2]

Die Eltern waren Quäker. Der Vater Squire Boone, Weber und Schmied, war nach HISTORY.com 1713 aus Bradninch in England nach Pennsylvania gekommen und hatte 1720 Sarah Morgan geheiratet; Daniel war das sechste ihrer elf Kinder.[15] Weil Squire Boone seinem Sohn Israel erlaubt hatte, eine Frau außerhalb der Quäker zu heiraten, schlossen ihn die Quäker im März 1748 aus. 1750 zog die Familie über Virginia nach North Carolina an die Gabelung des Yadkin River.[1] Lesen und schreiben brachte Daniel seine Schwägerin Sarah Day bei, mehr Schulbildung bekam er nicht. Mit 13 Jahren besaß er sein erstes Gewehr, und als Berufsjäger lebte er bald vom Verkauf von Hirschhäuten.[1]

1755 begleitete er als Fuhrmann die Armee von General Edward Braddock gegen das französische Fort Duquesne. Als Franzosen und ihre indigenen Verbündeten die Truppe am Monongahela überfielen, schnitt er sein Pferd aus dem Geschirr und floh.[1] Am 14. August 1756 heiratete er Rebecca Bryan; das Paar bekam zehn Kinder, als erstes James am 3. Mai 1757.[1]

Lange Jagden und der Weg nach Kentucky

1767 ging Boone nach der Missouri Encyclopedia zum ersten Mal auf eine lange Jagd über die Berge nach Kentucky; im Mai 1769 kam er durch den Cumberland Gap und kehrte erst im Frühjahr 1771 zurück.[1] Britannica schreibt, er sei 1767 nur ein kurzes Stück durch den Gap gegangen und 1769 bis 1771 mit Gefährten zum Jagen und Fallenstellen zurückgekehrt.[2] In Filsons Buch beginnt die Erzählung am 1. Mai 1769, an dem Boone mit John Finley und vier weiteren Männern vom Yadkin River aufbrach.[4] Durch den Pass war schon 1750 Thomas Walker gezogen, der vor Boone in die Gegend kam; nach dem Herzog von Cumberland benannte er das Gebirge (so der National Park Service) und den Fluss (so die Kentucky Historical Society).[10, 20]

Am 25. September 1773 brach Boone mit etwa 50 Männern, Frauen und Kindern auf, um sich in Kentucky niederzulassen.[1] Unterwegs griffen Indigene die Gruppe an. Britannica nennt die Angreifer Cherokee und schreibt, Boones Sohn James und ein weiterer Mann seien gefangen und getötet worden. Wilson spricht von Shawnee, die im Oktober 1773 im Powell's Valley einen Trupp der Gruppe überfielen und mehrere Männer töteten, darunter James.[2, 3] Die Überlebenden kehrten um, Boone blieb mit seiner Familie vorerst am Clinch River in Virginia.[2, 3]

Wilderness Road und Boonesborough 1775

Hinter dem nächsten Versuch stand Richard Henderson, ein Landspekulant aus North Carolina. Am 14. März 1775 traf er sich mit Vertretern der Cherokee an den Sycamore Shoals am Watauga River, nahe dem heutigen Elizabethton in Tennessee. Vier Tage später überließen die Cherokee seiner Transylvania Company im Vertrag von Sycamore Shoals ein Gebiet von 20 Millionen Acres (etwa 81.000 Quadratkilometer; Wilson nennt rund 18 Millionen) zwischen Cumberland River, Ohio River und den Cumberland Mountains, dazu einen schmalen Zugang bis zum Cumberland Gap. Dafür erhielten sie Handelswaren, die einige Forscher auf etwa 10.000 britische Pfund schätzen.[3, 7, 11] Henderson wollte dort eine 14. Kolonie gründen, obwohl der Kauf gegen die britische Proklamation von 1763 verstieß.[11] Im Dezember 1776 gliederte Virginia die Siedlungen ein und erklärte den Kauf bald darauf für nichtig, nach Wilson und HISTORY.com erst 1778. Henderson erhielt als Entschädigung nach der Tennessee Encyclopedia 200.000 Acres; Wilson nennt für die Gesellschaft 290.000.[3, 11, 15] Die 2.000 Acres, die Henderson Boone versprochen hatte, bekam Boone deshalb nie.[1]

Unter den Cherokee stieß der Verkauf auf Widerstand: Dragging Canoe, Sohn des Unterhändlers Attakullakulla, erkannte ihn nach der Tennessee Encyclopedia nicht an.[21] Er sah mit Sorge, wie Siedler immer weiter auf Land der Cherokee vordrangen, und wollte sie vertreiben. 1776 griffen Cherokee mehrere Siedlungen an; Dragging Canoe kämpfte bei Island Flats und wurde verwundet. Nach der Niederlage gründete er mit Gleichgesinnten neue Orte am Chickamauga Creek und setzte den Kampf fort.[12]

Den Weg sollte Boone bahnen; Henderson hielt ihn nach der Kentucky Historical Society für den fähigsten Mann dafür.[7] Mit etwa 30 Männern brach er nach Wilson um den 10. März 1775 von Fort Watauga auf; Britannica spricht von 28 Begleitern.[2, 3] Die Tour "Explore Boone Trace" der Kentucky Historical Society lässt die Route auf Long Island im Holston River im heutigen Kingsport (Tennessee) beginnen.[10] Am 25. März überfielen Indigene das Lager. Nach Wilson starben dabei Captain Twetty und ein Schwarzer Mann aus der Gruppe, dessen Namen er nicht nennt, und Felix Walker wurde schwer verletzt.[3, 9] Am 1. April 1775 erreichte die Gruppe die Mündung des Otter Creek am Kentucky River; den verwundeten Walker trugen die Männer auf einer Trage zwischen zwei Pferden. Bei ihrer Ankunft flohen nach der Kentucky Historical Society etwa 200 Büffel über den Fluss.[8, 9]

Der Pfad, die Boone Trace, war nur ein Weg für Fußgänger und Packpferde und nicht breit genug für Wagen.[8, 10] Erst die spätere Wilderness Road war eine geplante Wagenstraße; sie führte nach Louisville.[8] Britannica nennt den ganzen Weg Wilderness Road und schreibt, er sei zur wichtigsten Route in den damaligen Westen geworden.[2] Bis in die frühen 1820er Jahre zogen nach Schätzung des National Park Service mehrere Hunderttausend Menschen auf diesem Weg durch den Cumberland Gap nach Westen.[6]

Breiter, ruhiger Fluss zwischen bewaldeten Kalksteinhängen, am flachen Ufer eine Gruppe großer Platanen mit heller, gefleckter Rinde, warmes Nachmittagslicht
Platanen am Kentucky River, wo Boones Gruppe im April 1775 ihr erstes Lager aufschlug Bild: KI-generiert

Als Henderson drei Wochen später ankam, verlegten die Siedler den Platz auf höheres Gelände und bauten dort das Fort.[8] Im Sommer 1775 bestand Boonesborough aus 26 einstöckigen Blockhütten, angeordnet als Rechteck von vielleicht 260 mal 180 Fuß, mit einem Blockhaus an jeder Ecke.[8] Am 20. Mai 1775 wählten die Bewohner Boone in eine Versammlung, die eine Regierung für die Siedlungen schaffen sollte; er brachte dort Anträge zum Schutz des Wildes und zur Pferdezucht ein.[1] Seine Familie holte er nach der Missouri Encyclopedia im September 1775 nach, nach Britannica im August.[1, 2]

Krieg um Kentucky: Entführung, Gefangenschaft, Belagerung

Im Unabhängigkeitskrieg drängten die Briten die Shawnee, die Siedlungen südlich des Ohio anzugreifen, und Boonesborough wurde ein Hauptziel.[1] Am 14. Juli 1776 wurden nach Filsons Buch Boones Tochter Jemima und zwei Töchter von Colonel Richard Callaway nahe dem Fort gefangen genommen, Betsey und Fanny; Boone verfolgte die Entführer mit acht Männern und befreite die Mädchen zwei Tage später.[4, 9] Die Kentucky Historical Society nennt die Entführer Shawnee. Nach Britannica machte gerade diese Rettung Boone noch bekannter.[2, 9] Im April 1777 wurde er bei einem Angriff der Shawnee auf Boonesborough verwundet.[1]

Im Januar 1778 nahm eine große Gruppe von Shawnee unter Blackfish Boone gefangen, als er mit anderen Männern an einer Salzquelle Salz siedete. So steht es in der Missouri Encyclopedia; in Filsons Buch zog die Gruppe am 1. Januar zum Salzsieden an die Blue Licks, und Boone geriet am 7. Februar auf der Jagd in Gefangenschaft.[1, 4] Boone überredete Blackfish, ihn und seine Männer in ihr Dorf zu bringen, statt Boonesborough anzugreifen.[1] Über Old Chillicothe am Little Miami River kam er im März 1778 nach Detroit zum britischen Gouverneur Henry Hamilton; nach Filson boten die Briten 100 Pfund Sterling für ihn, doch die Shawnee lehnten ab.[1, 4]

In Chillicothe nahmen die Shawnee ihn in eine Familie auf. In Filsons Fassung schildert Boone das selbst:

Ich wurde nach ihrem Brauch in eine Familie aufgenommen, in der ich ein Sohn wurde.

Daniel Boone in der Fassung von John Filson, The Adventures of Col. Daniel Boon, in: John Filson, The Discovery, Settlement and Present State of Kentucke, Wilmington 1784, S. 64 bis 65 Übersetzung der Redaktion[4]

Nach der National Portrait Gallery kam er in die Familie von Blackfish, der auch Cot-ta-wa-ma-go oder Mkah-day-way-may-qua genannt wird, erhielt den Namen Sheltowee, "Große Schildkröte", und lernte Sprache, Bräuche und spirituelle Gewohnheiten seiner neuen Familie kennen.[14] HISTORY.com schreibt, Blackfish habe ihn an die Stelle eines getöteten Sohnes gesetzt.[15]

Im Juni 1778 floh Boone und warnte Boonesborough vor dem geplanten Angriff der Shawnee und der Briten.[1] Am 9. September 1778 trafen sich nach der Kentucky Historical Society Blackfish und eine Abordnung aus dem Fort unter einer großen Ulme bei Sycamore Hollow. Die Shawnee verlangten, dass die Siedler abzogen, diese bestanden auf ihrem Recht zu bleiben; das Treffen endete im Kampf, die Abordnung rettete sich ins Fort.[9] Wie lange die Belagerung danach dauerte, geben die Quellen verschieden an: acht Tage nach der Kentucky Historical Society, neun nach HISTORY.com und nach Filson, elf nach Britannica; Wilson nennt den 7. bis 20. September.[2, 3, 4, 9, 15] Weil manche Siedler ihn wegen seiner Verhandlungen mit Blackfish und den Briten für einen Verräter hielten, stand Boone im Oktober 1778 vor einem Kriegsgericht; es sprach ihn schnell frei, und er wurde Major der Miliz von Kentucky.[1]

Ruhiger Fluss mit Kiesbank und einem Saum aus Platanen und Eichen im Herbstlaub im warmen Licht der späten Nachmittagssonne
Waldland am Kentucky River, in der Gegend von Boonesborough Bild: KI-generiert

Landvermesser, Abgeordneter und Schuldner

Ab 1779 lebte Boone in Boone's Station nahe dem heutigen Athens in Kentucky, betrieb Landwirtschaft und vermaß Land für Spekulanten.[1] Im April 1781 nahm er als Abgeordneter des Fayette County seinen Sitz in der Versammlung von Virginia ein; am 4. Juni 1781 nahmen ihn britische Truppen unter Cornwallis gefangen, ließen ihn aber bald frei.[1] In der Schlacht an den Blue Licks am 19. August 1782 fiel sein Sohn Israel.[3] Im November 1782 beteiligte sich Boone an einem Angriff über den Ohio auf die Shawnee; Wilson nennt ihn einen Vergeltungszug für die Niederlage an den Blue Licks.[1, 3]

1783 zog Boone nach Limestone am Ohio River, betrieb dort eine Taverne und ein Handelshaus und beanspruchte mit der Zeit mehr als 12.000 Acres Land.[1] Nach der Missouri Encyclopedia war er aber ein schlechter Geschäftsmann: Er verkaufte Land unter Wert, verlieh Geld an die Falschen und bürgte für fremde Schulden. Zwischen 1786 und 1789 verklagten ihn Gläubiger und Landbesitzer mindestens zehnmal, etwa wegen fehlerhafter Vermessungen.[1] 1792 umfasste sein steuerpflichtiger Besitz nur noch zwei Pferde, einen versklavten Menschen und 500 Acres, und er lebte in einer Hütte bei Charleston im heutigen West Virginia.[1]

Die letzten Jahre in Missouri

1799 folgte Boone mit seiner Familie seinem Sohn Daniel Morgan Boone nach Missouri, das damals zu Spanien gehörte.[1, 2] Der spanische Vizegouverneur Zenon Trudeau in St. Louis hatte ihm 1.000 Arpents Land angeboten, etwa 850 Acres, dazu 600 Arpents für jede Familie, die er mitbrachte.[1] Vizegouverneur Charles de Hault Delassus machte ihn zum Syndic, zum obersten Verwaltungsbeamten des Bezirks Femme Osage; amtlich wurde die Ernennung am 11. Juni 1800.[1] Nach dem Louisiana Purchase von 1803 erklärte eine Kommission 1809 seinen spanischen Landtitel für ungültig, weil er das Land nicht bewohnt, vermessen und bewirtschaftet hatte; 1814 bestätigte der Kongress ihn doch.[1] Nach HISTORY.com musste er das Land bald verkaufen, um Gläubiger aus Kentucky zu bezahlen, die von der Bestätigung gehört hatten.[15]

Wie starb Daniel Boone?

Rebecca Boone starb am 18. März 1813. Danach lebte Boone meist bei seiner Tochter Jemima und ihrem Mann Flanders Callaway, nahe dem Grab seiner Frau am Turque Creek.[1] Ende September 1820 erkrankte er schwer im Haus seines Sohnes Nathan nahe dem heutigen Defiance in Missouri. Woran, ist nach der Missouri Encyclopedia ungeklärt; er starb am 26. September 1820 und wurde zwei Tage später neben Rebecca begraben.[1] Nach HISTORY.com liegt dieser Friedhof bei Marthasville.[15]

25 Jahre nach seinem Tod, 1845, brachten Kentuckier die Gebeine von Daniel und Rebecca Boone auf den Friedhof von Frankfort in Kentucky, über dem Kentucky River, und errichteten dort ein Granitdenkmal.[7, 16] Nach HISTORY.com überredeten die Besitzer des damals neuen Friedhofs die Nachkommen, weil sie Aufmerksamkeit für ihren Friedhof suchten; zur Feier kam der Gouverneur von Kentucky.[15] Ob dabei das richtige Grab geöffnet wurde, ist umstritten. Die Friends of Daniel Boone's Burial Site in Marthasville sind sich nicht sicher. Manche sagen, Boone sei zu Füßen Rebeccas begraben worden und die Gebeine neben ihr seien nicht seine; einige Historiker in Missouri meinen, nur die größeren Knochen seien nach Kentucky gekommen.[16] 1983 untersuchte eine forensische Anthropologin einen Gipsabguss des angeblichen Schädels, der vor der Umbettung gemacht worden war, und hielt ihn möglicherweise für den eines afroamerikanischen Mannes; eine zweite Fachfrau fand den Abguss für eine Aussage zu schlecht erhalten.[15] Auch eine Untersuchung des Schädels aus dem Grab in Frankfort blieb nach KET ohne klares Ergebnis.[16]

Zeitleiste

Zeitleiste: Daniel Boone
  1. 02.11.1734Daniel Boone kommt bei Reading in Pennsylvania zur Welt, nach dem julianischen Kalender am 22. Oktober 1734.[3, 1]
  2. 1750Die Familie zieht nach North Carolina an den Yadkin River.[1]
  3. 14.08.1756Boone heiratet Rebecca Bryan.[1]
  4. Mai 1769Auf einer langen Jagd kommt Boone durch den Cumberland Gap nach Kentucky.[1]
  5. März 1775Im Vertrag von Sycamore Shoals überlassen Cherokee der Transylvania Company nach der Tennessee Encyclopedia 20 Millionen Acres zwischen Cumberland und Ohio (Wilson: rund 18 Millionen).[3, 11] Cherokee
  6. 01.04.1775Boones Gruppe erreicht nach dem Bahnen der Boone Trace den Kentucky River, wo Boonesborough entsteht.[8]
  7. 14.07.1776Jemima Boone und zwei Töchter von Richard Callaway werden bei Boonesborough entführt; Boone befreit sie zwei Tage später.[4, 9]
  8. Februar 1778Shawnee unter Blackfish nehmen Boone gefangen (nach Filson am 7. Februar, nach der Missouri Encyclopedia im Januar); in Chillicothe nehmen sie ihn in eine Familie auf und nennen ihn Sheltowee.[1, 4, 14]
  9. September 1778Shawnee belagern Boonesborough; nach den Quellen acht bis elf Tage lang (Wilson: 7. bis 20. September), ohne das Fort einzunehmen.[2, 3, 4, 9, 15]
  10. 19.08.1782In der Schlacht an den Blue Licks fällt Boones Sohn Israel.[3]
  11. 1799Boone zieht nach Missouri, das damals zu Spanien gehört.[1, 2] Louisiana Purchase
  12. 11.06.1800Seine Ernennung zum Syndic des Bezirks Femme Osage wird amtlich.[1]
  13. 26.09.1820Daniel Boone stirbt im Haus seines Sohnes Nathan in Missouri.[1]
  14. 1845Seine Gebeine und die seiner Frau werden nach Frankfort in Kentucky umgebettet; ob es die richtigen sind, ist umstritten.[15, 16]

Was ist Legende, was ist belegt?

Den Grund für die Legende legte 1784 John Filson, ein Schulmeister aus Pennsylvania, der im Herbst 1783 nach Kentucky kam. Nach John Walton (American Heritage, 1955) schrieb Filson Boones Erzählungen in einer Sprache auf, die er als Boones eigene Worte ausgab.[5] Das Buch "The Discovery, Settlement and Present State of Kentucke" erschien 1784 bei James Adams in Wilmington, Delaware; 33 seiner 118 Seiten handeln von Boone.[4, 5] Schon 1785 erschien es in Paris und in Frankfurt, in Deutschland in drei Auflagen.[5] Nach HISTORY.com machte es Boone vom örtlichen Helden zu einer international bekannten Gestalt.[15] Walton nennt die Sprache schwülstig und schreibt sie Filson zu, nicht Boone; so beginnt die Erzählung:[4, 5]

Die Neugier liegt in der Natur der menschlichen Seele, und fesselnde Dinge haben große Macht über unser Gemüt.

Daniel Boone in der Fassung von John Filson, The Adventures of Col. Daniel Boon, in: John Filson, The Discovery, Settlement and Present State of Kentucke, Wilmington 1784, S. 49 Übersetzung der Redaktion[4]

Nach Boones Tod wuchs die Legende weiter. 1823 widmete ihm Lord Byron sieben Strophen seines Versepos "Don Juan".[2] In Timothy Flints Biografie von 1833 wurde er nach HISTORY.com zum wilden Kämpfer gegen Indigene, der sich an Ranken schwingt, um seinen Verfolgern zu entkommen; tatsächlich habe Boone mit vielen Native Americans freundschaftlich verkehrt und von sich gesagt, nur wenige getötet zu haben.[15] Walton sieht in James Fenimore Coopers Figur Lederstrumpf "unverkennbare Ähnlichkeiten" mit Boone (mehr über Lederstrumpf).[5] Britannica nennt außerdem Romane, Biografien, Gemälde, Bühnenstücke und eine lange laufende Fernsehserie, die von 1964 bis 1970 gesendet wurde.[2]

1820 malte Chester Harding Boone. Nach der National Portrait Gallery entstand das Bild kurz vor dem Ende seines Lebens, als ausgeschmückte Berichte ihn schon zur nationalen Legende gemacht hatten.[14]

Ein abgetragener brauner Hut aus Biberfilz mit breiter Krempe auf einem groben Holztisch, daneben ein Pulverhorn aus Kuhhorn und ein Lederbeutel, warmes Licht von der Seite
Stillleben mit Biberfilzhut und Pulverhorn, Ausrüstung eines Jägers der Grenzregion Bild: KI-generiert

Shawnee und Cherokee: Land, Widerstand und Gegenwart

Auf der Geschichtsseite der Cherokee Nation und auf der Startseite der Absentee Shawnee Tribe kommt Boone nicht vor.[13, 17] Über ihre Sicht auf Boone geben diese Seiten keine Auskunft. Belegt ist nur, was andere Quellen über ihr Land und ihren Widerstand sagen. Für die Cherokee Nation gehörte Kentucky zu ihrem Gebiet, und Dragging Canoe erkannte den Verkauf an Henderson nach der Tennessee Encyclopedia nicht an.[13, 21] Die Shawnee kämpften nach der National Portrait Gallery gegen das weitere Vordringen der Siedler in ihre Heimat.[14] HISTORY.com schreibt, sie hätten Boonesborough 1778 angegriffen, weil Siedler sich auf ihren Jagdgründen in Kentucky niedergelassen hatten.[15] Boone selbst kannte die Shawnee aus nächster Nähe: Er lebte fünf Monate in der Familie von Blackfish und lernte ihre Sprache.[14]

Heute erkennt das Bureau of Indian Affairs drei Shawnee-Nationen an, die Absentee-Shawnee Tribe of Indians of Oklahoma, die Eastern Shawnee Tribe of Oklahoma und die Shawnee Tribe, dazu drei Cherokee-Nationen: die Cherokee Nation, die Eastern Band of Cherokee Indians und die United Keetoowah Band of Cherokee Indians.[18] Die Absentee Shawnee Tribe hat nach eigener Angabe etwa 4.775 Mitglieder (Stand 30. Juni 2026), ihr Regierungssitz liegt in Shawnee, Oklahoma. Ihr Logo zeigt Tecumseh.[17]

Häufige Fragen

Wer war Daniel Boone?

Ein Jäger, Trapper, Landvermesser und Milizoffizier, der 1775 mit rund 30 Männern einen Weg durch den Cumberland Gap nach Kentucky bahnte und die Siedlung Boonesborough gründete. Später saß er in der Versammlung von Virginia und war im spanischen Missouri Syndic des Bezirks Femme Osage.

Wann wurde Daniel Boone geboren?

Am 22. Oktober 1734 nach dem julianischen Kalender, das ist der 2. November 1734 nach dem gregorianischen. Geboren wurde er bei Reading im heutigen Berks County in Pennsylvania.

Hat Daniel Boone Kentucky entdeckt?

Nein. Britannica schreibt, viele Native Americans und Euro-Amerikaner hätten Kentucky schon vor ihm durchquert. Thomas Walker zog schon 1750 durch den Cumberland Gap, und die Cherokee Nation zählt Kentucky zu dem Gebiet, das sie beim ersten Kontakt mit Europäern beherrschte.

Trug Daniel Boone eine Waschbärmütze?

Nach HISTORY.com nicht: Boone hielt solche Mützen für unmodisch und trug Hüte aus Biberfilz. Nach seinem Biografen John Mack Faragher kam die Fellmütze über einen Schauspieler in die Legende, der die Kleidung aus einem Stich nach einem Boone-Bild übernahm, aber keinen Biberhut fand.

Was bedeutet Sheltowee?

Sheltowee, "Große Schildkröte", war nach der National Portrait Gallery der Name, den Boone 1778 bei den Shawnee bekam. Sie hatten ihn gefangen genommen und in die Familie von Blackfish aufgenommen. Nach fünf Monaten floh er.

Wie starb Daniel Boone?

Er erkrankte Ende September 1820 im Haus seines Sohnes Nathan in Missouri und starb am 26. September. Die Ursache der Krankheit ist nach der Missouri Encyclopedia ungeklärt. Zwei Tage später wurde er neben seiner Frau Rebecca begraben.

Wo ist Daniel Boone begraben?

Sein Grabdenkmal steht auf dem Friedhof von Frankfort in Kentucky, wohin 1845 seine Gebeine und die seiner Frau gebracht wurden. In Missouri bezweifeln manche, dass damals das richtige Grab geöffnet wurde; einige Historiker dort meinen, nur die größeren Knochen seien nach Kentucky gekommen.

Gab es eine Fernsehserie über Daniel Boone?

Ja. Britannica nennt eine Fernsehserie über ihn, die von 1964 bis 1970 lief. Schon zu Lebzeiten und danach entstanden außerdem Biografien, Romane, Gemälde und Bühnenstücke über ihn.

Quellen

  1. Nachschlagewerk R. Douglas Hurt: Boone, Daniel (Missouri Encyclopedia, zuerst im Dictionary of Missouri Biography 1999). State Historical Society of Missouri. Stand 21.12.2022. abgerufen am 25.10.2026
  2. Nachschlagewerk Daniel Boone. Encyclopaedia Britannica. Stand 10.03.2026. abgerufen am 25.10.2026
  3. Fachaufsatz Samuel M. Wilson: Daniel Boone, 1734 bis 1934 (The Filson Club History Quarterly, Bd. 8, Nr. 4). The Filson Historical Society, Louisville. Stand Oktober 1934. abgerufen am 25.10.2026
  4. Presse John Walton: Ghost Writer To Daniel Boone (Bd. 6, Heft 6). American Heritage. Stand Oktober 1955. abgerufen am 25.10.2026
  5. Amtliche Stelle Early American Frontier. National Park Service, Cumberland Gap National Historical Park. Stand 20.01.2024. abgerufen am 25.10.2026
  6. Nachschlagewerk Friends of Boone Trace: Daniel Boone's Trace (Historical Marker 1443). ExploreKYHistory, Kentucky Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  7. Nachschlagewerk Friends of Boone Trace: Fort Boonesborough (Historical Marker 1520). ExploreKYHistory, Kentucky Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  8. Nachschlagewerk Friends of Boone Trace: Sycamore Hollow (Historical Marker 1579). ExploreKYHistory, Kentucky Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  9. Nachschlagewerk Explore Boone Trace (Tour). ExploreKYHistory, Kentucky Historical Society. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  10. Nachschlagewerk Michael Toomey: Transylvania Purchase. Tennessee Encyclopedia, Tennessee Historical Society. Stand 08.10.2017, aktualisiert 01.03.2018. abgerufen am 25.10.2026
  11. Nachschlagewerk Patricia Bernard Ezzell: Dragging Canoe. Tennessee Encyclopedia, Tennessee Historical Society. Stand 08.10.2017, aktualisiert 01.03.2018. abgerufen am 25.10.2026
  12. Tribal Nation Cherokee Nation: History. Cherokee Nation. Stand 23.08.2026. abgerufen am 25.10.2026
  13. Museum Chester Harding: Daniel Boone, 1820 (Objekt NPG.2015.102, mit Ausstellungstext). National Portrait Gallery, Smithsonian Institution. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  14. Presse Elizabeth Nix: 8 Things You Might Not Know About Daniel Boone. HISTORY.com, A&E Television Networks. Stand 18.08.2015, aktualisiert 14.08.2023. abgerufen am 25.10.2026
  15. Presse Where is Daniel Boone Buried?. KET, Kentucky Educational Television. Stand 05.12.2014. abgerufen am 25.10.2026
  16. Tribal Nation Absentee Shawnee Tribe (Startseite). Absentee Shawnee Tribe of Indians of Oklahoma. Stand ohne Datum. abgerufen am 25.10.2026
  17. Amtliche Stelle Indian Entities Recognized by and Eligible To Receive Services From the United States Bureau of Indian Affairs, 91 FR 4102. Bureau of Indian Affairs, U.S. Department of the Interior (Federal Register). Stand 30.01.2026. abgerufen am 25.10.2026
  18. Amtliche Stelle Cumberland Gap. National Park Service, Cumberland Gap National Historical Park. Stand 04.12.2024. abgerufen am 25.10.2026
  19. Nachschlagewerk Fred S. Rolater: Treaties. Tennessee Encyclopedia, Tennessee Historical Society. Stand 08.10.2017, aktualisiert 01.03.2018. abgerufen am 25.10.2026

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