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Ein Fressen für die Geier (1970)

Kurz erklärt Ein Fressen für die Geier (Two Mules for Sister Sara) ist ein amerikanischer Western von Don Siegel aus dem Jahr 1970, gedreht 1969 in Mexiko bei Cocoyoc und in Mexiko-Stadt. Clint Eastwood spielt den Söldner Hogan, Shirley MacLaine Schwester Sara, mit der er mexikanischen Aufständischen gegen die Franzosen hilft. Den historischen Rahmen bildet die französische Intervention in Mexiko zur Zeit von Kaiser Maximilian.

Zwei gesattelte Packmaultiere vor einer weiß gekalkten Lehmmauer in einem trockenen Tal, dahinter Vulkanberge im Dunst am späten Nachmittag
Bild: KI-generiert

Worum geht es in Ein Fressen für die Geier?

In der Wüste Mexikos fallen drei Männer über eine Frau her. Der Revolverheld Hogan kommt dazu und erschießt alle drei. Zu seiner Überraschung erfährt er, dass die Frau Nonne ist: Schwester Sara, die in der mexikanischen Bewegung gegen die Franzosen mitarbeitet.[2] Der Filmdienst nennt Hogan einen wortkargen amerikanischen Söldner.[1] Hogan willigt ein, Sara ins Lager der Aufständischen zu bringen, und verspricht, ihnen gegen genug Geld beim Angriff auf die französische Garnison in Chihuahua zu helfen.[2] Eine Programmvorschau des Filmdienst verlegt die Handlung in das Jahr 1865: Hogan hat sich von Benito Juárez anwerben lassen, dem Gegenspieler des von den Franzosen eingesetzten Kaisers Maximilian, und soll für die Hälfte der Beute helfen, die Garnison zu sprengen und den dort gelagerten Goldschatz zu holen.[8]

Unterwegs wundert sich Hogan, dass die Nonne eine Zigarre raucht und heimlich Whiskey trinkt. In der Nähe des Lagers der Aufständischen bei Santa María will er einen französischen Munitionszug sprengen und wird dabei vom Pfeil eines Yaqui an der Schulter getroffen. Sara verbindet die Wunde, klettert auf eine hohe Eisenbahnbrücke, bringt das Dynamit an und zündet es mit einem Gewehrschuss.[2]

Wie endet Ein Fressen für die Geier?

Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.

Im Lager erfährt Hogan, dass Sara in Wahrheit eine Prostituierte ist, die das französische Fort, das wichtigste Ziel der Aufständischen, gut kennt. Die beiden schmieden einen Plan: Hogan bringt Sara als Gefangene in das Fort, um das Vertrauen der Soldaten zu gewinnen, damit sich die Tore für die Mexikaner öffnen. Der Plan gelingt, nach einem blutigen Kampf ist das Fort erobert. Hogan und Sara nehmen ihren Anteil an der Beute und ziehen weiter.[2]

Wer spielt in Ein Fressen für die Geier mit?

Die Hauptrollen spielen Clint Eastwood als Hogan und Shirley MacLaine als Schwester Sara.[1, 2] Für den Regisseur Don Siegel war es laut TCM einer von mehreren Filmen mit Eastwood; dazu gehören auch Coogan's Bluff (1968), The Beguiled, Dirty Harry und Escape from Alcatraz.[3] Den französischen General LeClaire spielt Albert Morin, Colonel Beltran Manolo Fabregas.[1, 2]

Am Set gab es nach Angaben von TCM Spannungen zwischen Siegel und dem Produzenten Martin Rackin und zwischen Siegel und MacLaine. Einmal stritten Regisseur und Hauptdarstellerin darüber, auf welcher Seite man von einem Esel absteigt. Nach einem lauten Streit vor dem ganzen Team gingen beide vom Set, und die Arbeit ruhte vorübergehend; in einem Gespräch unter vier Augen legten sie den Streit bei.[3] In seinen Erinnerungen A Siegel Film erzählt Siegel, MacLaine habe sich in der Probe vor der Klapperschlange nicht gefürchtet. Als Eastwood der Schlange den Kopf abgeschnitten hatte und sie ihr in die Hand gab, sei sie grün im Gesicht geworden und habe gezittert.[3]

Darsteller und Rollen laut Lexikon des internationalen Films und AFI Catalog[1, 2]
DarstellerRolle
Clint EastwoodHogan
Shirley MacLaineSchwester Sara
Manolo FabregasColonel Beltran
Albert MorinGeneral LeClaire
Armando Silvestre, John Kelly, Enrique Lucero1. bis 3. Amerikaner[1, 2]
David EstuardoJuan
Ada CarrascoJuans Mutter
Pancho CórdovaJuans Vater
Xavier MarcAnführer der Yaqui (laut Filmdienst)

Wie entstand Ein Fressen für die Geier?

Die Geschichte stammt von Budd Boetticher, das Drehbuch von Albert Maltz.[1, 2] Für Maltz war es laut AFI das erste Kinodrehbuch unter seinem Namen seit The Naked City von 1948. Im November 1947 war er als einer der Hollywood Ten auf die schwarze Liste gekommen.[2]

Zuerst wollten der Schauspieler James Garner und der Produzent Aaron Rosenberg den Film im Herbst 1966 drehen, beide stiegen aber aus. Boetticher hatte seine Geschichte am 20. Oktober 1966 an Rosenberg und den Produzenten Carroll Case verkauft, mit der Abmachung, selbst Regie zu führen. Als Case sich nach Rosenbergs Rückzug mit dem Produzenten Martin Rackin und Universal Pictures zusammentat, bekam Don Siegel die Regie. Boetticher verklagte Case und machte den Vertrag rückgängig.[2]

Während der Dreharbeiten wurde der Film eine amerikanisch-mexikanische Produktion. Laut Variety vom April 1969 schloss Universal einen Vertrag mit der mexikanischen Firma Sanen Productions, die 500.000 Dollar zum Budget beisteuerte. Das Budget von 4,5 Millionen Dollar sollte nach dem AFI Catalog auf 5 Millionen steigen. Rackin nahm nur sechzehn ausgewählte Leute aus den USA mit nach Mexiko, darunter MacLaine und Eastwood, und arbeitete sonst mit Schauspielern und Technikern aus Mexiko, etwa dem Kameramann Gabriel Figueroa. Nach seinen Angaben waren 1.100 Mexikaner an dem Film beteiligt.[2] Als Produktionsfirmen nennt der AFI Catalog The Malpaso Company, Universal Pictures und Sanen Productions.[2]

Die Musik von Ennio Morricone

Die Musik schrieb Ennio Morricone.[1, 2] TCM nennt sie eindringlich und erinnert daran, dass Morricone die klassischen Italowestern vertont hat.[3]

Wo wurde Ein Fressen für die Geier gedreht?

Die Hauptdreharbeiten begannen am 3. Februar 1969 im mexikanischen Bundesstaat Morelos bei dem Ort Cocoyoc, dreißig Meilen (knapp 50 Kilometer) von Cuernavaca entfernt. Gedreht wurde in der Reihenfolge der Handlung.[2] In einem Bericht vom Set, den die Los Angeles Times am 6. April 1969 brachte, hatte das Team sechs Wochen hinter sich und vier noch vor sich, danach sollte es für drei Tage Innenaufnahmen nach Mexiko-Stadt gehen. MacLaine erkrankte an einer Lungenentzündung und flog zur Erholung nach Los Angeles, die Arbeit geriet einige Tage in Verzug. Mitte Mai 1969 war der Film abgedreht.[2]

Drehorte laut AFI Catalog
DrehortLageWas dort entstand
CocoyocBundesstaat Morelos, rund dreißig Meilen von CuernavacaHauptdrehort ab 3. Februar 1969[2]
Mexiko-StadtMexikogeplant: drei Tage Innenaufnahmen[2]
Hohe hölzerne Eisenbahnbrücke auf Gerüstpfeilern über einer trockenen, felsigen Schlucht, an den Hängen Büsche und Kakteen im warmen Nachmittagslicht
Eine hohe Eisenbahnbrücke über einer Schlucht: Auf eine solche Brücke klettert Sara mit dem Dynamit Bild: KI-generiert

Wie viel Wahrheit steckt in Ein Fressen für die Geier?

Die wahre Geschichte dahinter

Vorlage ist laut AFI Catalog und Filmdienst eine Geschichte von Budd Boetticher.[1, 2] Den Hintergrund bildet der Kampf mexikanischer Aufständischer gegen die Franzosen, also die französische Intervention in Mexiko.[1, 2] Sie begann, als Spanien, Frankreich und Großbritannien nach dem Zahlungsstopp von Präsident Benito Juárez am 31. Oktober 1861 ein gemeinsames Eingreifen verabredeten und ihre Truppen am 8. Dezember in Veracruz landeten. 1863 bot Napoleon III. dem österreichischen Erzherzog Maximilian die Krone an, der am 10. Juni 1864 zum Kaiser gekrönt wurde.[4, 5] Den weiteren Ablauf beschreibt die Seite Vera Cruz (1954).

Bis April 1865 hatte die französische Armee Juárez laut Britannica nach Norden zurückgedrängt, fast bis nach Texas.[4] Mit einer langen Reihe von Rückzügen hielt er sich und seine Regierung am Leben; sie endeten erst in El Paso del Norte an der Grenze zu den USA, das später den Namen Juárez erhielt.[6] Im Film liegt die französische Garnison, die Hogan und die Aufständischen angreifen, in Chihuahua im Norden des Landes.[2, 8]

Mit dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs 1865 begannen auch die Erfolge der Truppen von Juárez.[5] Laut Britannica verließen die französischen Truppen Mexiko im März 1867, und Maximilian wurde am 19. Juni 1867 bei Querétaro hingerichtet.[4]

Im Film schießt ein Yaqui den Pfeil ab, der Hogan an der Schulter trifft.[2] Die Yaqui leben laut Britannica vor allem im Süden des Bundesstaats Sonora an der Westküste Mexikos. Im 19. Jahrhundert drangen Mexikaner auf ihr fruchtbares Land vor, und die Yaqui wehrten sich in mehreren Aufständen, die die mexikanische Armee laut Britannica 1887 mit Mühe niederschlug. Tausende Yaqui wurden deportiert.[7]

Massive verwitterte Steinmauern eines alten Forts mit einem schweren, geschlossenen Holztor, davor ein staubiger Platz, dahinter trockene Hügel im goldenen Abendlicht
Ein Fort aus Stein mit schwerem Tor: Um so eine Festung geht es im letzten Teil des Films Bild: KI-generiert

Wie wurde Ein Fressen für die Geier aufgenommen?

In der Bundesrepublik lief der Film laut Lexikon des internationalen Films schon ab dem 12. Februar 1970, das ZDF zeigte ihn erstmals am 28. April 1984. Die deutsche Kinofassung dauert 109 Minuten, die Originalfassung 114, und die FSK hat ihn ab 16 Jahren freigegeben. Das Lexikon lobt die Darsteller, sieht den Film von der komödiantischen Kaltschnäuzigkeit der Italowestern inspiriert und empfiehlt ihn ebenfalls ab 16 Jahren.[1]

In den USA startete der Film am 28. Mai 1970 in Dallas, in Los Angeles am 7. Juli 1970. Der AFI Catalog gibt 114 Minuten an, die Unterlagen des Copyright-Amts nennen 105 Minuten.[2] Jeff Stafford hebt 2003 bei TCM die Actionszenen, die Kamera von Gabriel Figueroa und das Zusammenspiel von Eastwood und MacLaine hervor, am besten in der Szene, in der die Pfeilwunde in Hogans Schulter ausgebrannt wird.[3]

Zeitleiste: Ein Fressen für die Geier
  1. Mai 1969Ende der Dreharbeiten (Mitte Mai).[2]
  2. 03.02.1969Beginn der Dreharbeiten bei Cocoyoc im mexikanischen Bundesstaat Morelos.[2]
  3. 12.02.1970Deutsche Erstaufführung.[1]
  4. 28.05.1970Start in Dallas, Texas.[2]
  5. 07.07.1970Start in Los Angeles.[2]
  6. 28.04.1984Erste Ausstrahlung im ZDF.[1]

Häufige Fragen

Wer spielt in Ein Fressen für die Geier mit?

Clint Eastwood spielt den Söldner Hogan, Shirley MacLaine Schwester Sara. Manolo Fabregas ist Colonel Beltran, Albert Morin der französische General LeClaire. Für die übrigen Rollen und das Team setzte der Produzent Martin Rackin vor allem auf Schauspieler und Techniker aus Mexiko.

Wo wurde Ein Fressen für die Geier gedreht?

In Mexiko. Die Dreharbeiten begannen am 3. Februar 1969 bei Cocoyoc im Bundesstaat Morelos, etwa dreißig Meilen von Cuernavaca entfernt. Nach einem Bericht der Los Angeles Times vom 6. April 1969 sollte das Team für drei Tage Innenaufnahmen nach Mexiko-Stadt ziehen, Mitte Mai 1969 war der Film abgedreht.

Wer schrieb die Musik zu Ein Fressen für die Geier?

Ennio Morricone. TCM nennt seine Musik eindringlich und erinnert daran, dass er auch die klassischen Italowestern vertont hat.

Beruht Ein Fressen für die Geier auf einer wahren Geschichte?

Die Filmquellen nennen keine wahre Begebenheit, Vorlage ist eine Geschichte von Budd Boetticher. Historisch ist der Rahmen: Von Dezember 1861 bis März 1867 standen europäische und dann französische Truppen in Mexiko, Kaiser Maximilian wurde am 19. Juni 1867 bei Querétaro hingerichtet.

Wann spielt Ein Fressen für die Geier?

Zur Zeit der französischen Intervention in Mexiko. Eine Programmvorschau des Filmdienst nennt das Jahr 1865. Maximilian war am 10. Juni 1864 zum Kaiser von Mexiko gekrönt worden, die französischen Truppen zogen im März 1867 ab.

Wie lang ist Ein Fressen für die Geier?

Die deutsche Kinofassung dauert laut Filmdienst 109 Minuten, die Originalfassung 114 Minuten. Die Unterlagen des Copyright-Amts nennen 105 Minuten. Die FSK hat den Film ab 16 Jahren freigegeben.

Wann kam Ein Fressen für die Geier in die deutschen Kinos?

Laut Lexikon des internationalen Films war die deutsche Erstaufführung am 12. Februar 1970, mehr als drei Monate vor dem Start in den USA am 28. Mai 1970. Das ZDF zeigte den Film erstmals am 28. April 1984.

Quellen

  1. Filmdatenbank Ein Fressen für die Geier, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  2. Filmdatenbank Two Mules for Sister Sara (1970), AFI Catalog of Feature Films. American Film Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  3. Presse Two Mules For Sister Sarah, Artikel von Jeff Stafford. Turner Classic Movies (TCM). Stand 27. Oktober 2003. abgerufen am 26.10.2026
  4. Nachschlagewerk Maximilian, archduke of Austria and emperor of Mexico. Encyclopaedia Britannica. Stand 1998, aktualisiert 12. August 2026. abgerufen am 26.10.2026
  5. Amtliche Stelle French Intervention in Mexico and the American Civil War, 1862-1867 (Milestones in the History of U.S. Foreign Relations). Office of the Historian, U.S. Department of State. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  6. Nachschlagewerk Benito Juárez, Artikel von Walter V. Scholes. Encyclopaedia Britannica. Stand 1998. abgerufen am 26.10.2026
  7. Nachschlagewerk Yaqui. Encyclopaedia Britannica, Britannica Editors. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  8. Presse TV-Programm: Ein Fressen für die Geier mit Shirley MacLaine. Filmdienst. Stand 30. März 2026. abgerufen am 26.10.2026

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