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Vera Cruz (1954)

Kurz erklärt Vera Cruz ist ein amerikanischer Western von Robert Aldrich aus dem Jahr 1954 mit Gary Cooper und Burt Lancaster als Söldnern, die für Kaiser Maximilian eine Kutsche mit Gold zur Hafenstadt Veracruz begleiten. Gedreht wurde ganz in Mexiko, unter anderem bei Cuernavaca. Historisch ist der Hintergrund: die französische Intervention in Mexiko, die 1867 mit Maximilians Hinrichtung endete.

Leere schwarze Pferdekutsche mit Messinglaternen auf einer staubigen Landstraße in einem grünen Hochtal, dahinter Vulkanberge im Dunst
Bild: KI-generiert

Worum geht es in Vera Cruz?

Der amerikanische Bürgerkrieg geht zu Ende, und in Mexiko beginnt ein Aufstand gegen Kaiser Maximilian, den Herrscher aus dem Ausland. Nordamerikanische Veteranen und Abenteurer ziehen über die Grenze, um sich einer der beiden Seiten anzubieten.[2] Das Lexikon des internationalen Films verlegt die Handlung in das Jahr 1866.[1] Ben Trane, im Krieg Major der Konföderierten, braucht ein neues Pferd und trifft dabei auf den Outlaw Joe Erin. Joe will ihm ein gestohlenes Pferd verkaufen, Ben überlistet ihn und reitet auf Joes eigenem Pferd davon.[2]

Joe überredet Ben, sich seiner kleinen Söldnertruppe anzuschließen. Der Marquis de Labordère, der für den Kaiser spricht, bietet ihnen gutes Geld. General Ramírez, ein Anführer der Juaristen, der Anhänger von Präsident Benito Juárez, verspricht keinen Lohn, nur eine ehrenvolle Sache.[2] Im Filmdienst heißt die Rolle von Morris Ankrum General Aguilar.[1] Die Söldner gehen mit dem Marquis nach Mexiko-Stadt, wo sie auf einem Ball im Schloss Chapultepec, der Residenz des Kaisers, die Gräfin Marie Duvarre kennenlernen.[2]

Maximilian zahlt den Männern 50.000 Dollar in Gold dafür, dass sie die Kutsche der Gräfin durch das Gebiet der Juaristen zur Hafenstadt Veracruz begleiten, von wo sie nach Frankreich reisen soll. Mit ihnen reiten der Marquis und eine Truppe Lanzenreiter unter Hauptmann Danette.[2] In einem Kloster entdeckt Joe unter dem Boden der Kutsche sechs Kisten mit Goldbarren. Nach den Worten der Gräfin sind es drei Millionen Dollar, mit denen in Europa neue Truppen für Maximilian angeworben werden sollen; sie schlägt vor, das Gold durch drei zu teilen.[2] Von da an hintergeht jeder jeden.[1] Die Juaristin Nina schleicht sich in die Gruppe ein, die Gräfin bezahlt einen Kapitän dafür, Ben und Joe zu töten, und Joe schmiedet mit ihr einen Plan gegen Ben.[2] Als die Kutsche in einen Hinterhalt gerät, sind die Kisten leer: Ben vermutet das Gold auf einem Versorgungswagen, der nach Veracruz unterwegs ist, und handelt mit Ramírez aus, dass die Söldner für ihre Hilfe 100.000 Dollar bekommen.[2]

Wie endet Vera Cruz?

Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.

Die Juaristen greifen die Festung von Veracruz an, gegen die Feuerkraft der Garnison haben sie mit ihren Macheten keine Aussicht. Ben und Joe helfen mit ihren Gewehren, erobern eine Gatling Gun und richten sie auf die Truppen, und die Juaristen gewinnen.[2] Ben will sein Wort gegenüber Ramírez halten, Joe will das Gold für sich allein. Die beiden treten zum Revolverkampf gegeneinander an, Ben erschießt Joe und schließt sich Nina und den Juaristen an.[2]

Wer spielt in Vera Cruz mit?

Die Hauptrollen spielen Gary Cooper als Benjamin Trane und Burt Lancaster als Joe Erin.[1, 2] Cooper kannte das Publikum laut TCM schon als Westernhelden aus The Virginian (1929) und Zwölf Uhr mittags (1952). Bei den Dreharbeiten wurde er von Splittern einer missglückten Sprengung schwer verletzt.[7] Sarita Montiel kündigte der Vorspann als neues Gesicht an, obwohl sie in Spanien und Mexiko schon Hauptrollen gespielt hatte.[2]

Darsteller und Rollen laut Lexikon des internationalen Films und AFI Catalog[1, 2]
DarstellerRolle
Gary CooperBenjamin Trane, früherer Major der Konföderierten
Burt LancasterJoe Erin, Outlaw
Denise DarcelGräfin Marie Duvarre
Cesar RomeroMarquis de Labordère
Sarita MontielNina
George MacreadyKaiser Maximilian
Ernest BorgnineDonnegan
Morris AnkrumGeneral Ramírez (AFI), General Aguilar (Filmdienst)
Henry BrandonHauptmann Danette
Charles BronsonPittsburgh
Jack ElamTex

Charles Bronson, im Vorspann noch als Charles Buchinsky, spielt den Söldner Pittsburgh, Jack Elam den Söldner Tex.[2] Beide drehten 1968 mit Sergio Leone Spiel mir das Lied vom Tod, Bronson als Harmonika, Elam als Snaky.[8]

Wie entstand Vera Cruz?

Produziert haben den Film laut TCM Burt Lancaster und sein Partner Harold Hecht.[7] Filmdienst und AFI Catalog führen James Hill als Produzenten, der AFI Catalog nennt als Firmen Hecht-Lancaster Productions und Flora Productions; den Verleih übernahm United Artists.[1, 2] Die Geschichte schrieb Borden Chase, das Drehbuch Roland Kibbee und James R. Webb.[1, 2] Nach Borden Chase, den Rolando Caputo wiedergibt, war der erste Entwurf auf Cooper und Lancaster zugeschnitten, die beide schon nach dem Exposé zugesagt hatten.[6] Aldrich erinnerte sich, das Drehbuch sei immer erst etwa fünf Minuten vor dem Drehen einer Szene fertig gewesen, und nannte den Film eine einzige Improvisation.[6, 7]

Für Robert Aldrich war Vera Cruz laut TCM der erste Film mit großem Budget, 3 Millionen Dollar.[7] Kameramann war Ernest Laszlo, die Musik schrieb Hugo Friedhofer.[1, 2] Der Film kam in Technicolor und als erster Film im Breitwandverfahren SuperScope heraus.[2]

Wo wurde Vera Cruz gedreht?

Ein Nachspann sagt, der Film sei ganz in Mexiko entstanden, und dankt Regierung, Bevölkerung und Filmtechnikern des Landes.[2] In der Hafenstadt Veracruz selbst wurde nicht gedreht, vermutlich wegen des unberechenbaren Wetters im Bundesstaat Veracruz.[2, 7] Die Dreharbeiten begannen Ende Februar 1954 in Cuernavaca.[2] Laut TCM bekamen dort viele aus dem Team einen Sonnenstich. Zur Truppe aus 100 Leuten vor und hinter der Kamera und 50 Pferden kamen 200 Statisten aus Mexiko.[7]

Drehorte laut AFI Catalog
DrehortLageWas dort entstand
Tal von CuernavacaBundesstaat MorelosHauptdrehort ab Ende Februar 1954[2]
Schloss ChapultepecMexiko-StadtAußenaufnahmen am früheren Sitz Kaiser Maximilians[2]
El Molino de las FloresTexcoco, Bundesstaat MéxicoHöhepunkt des Films[2]
Estudios ChurubuscoMexiko-Stadtweitere Aufnahmen im Studio[2]
Helles Steinschloss mit Terrassen und Balustraden auf einem bewaldeten Hügel über einem weiten Tal im Nachmittagslicht
Ein Schloss auf einem Hügel: Am Schloss Chapultepec in Mexiko-Stadt entstanden Außenaufnahmen Bild: KI-generiert

Wie viel Wahrheit steckt in Vera Cruz?

Der Rahmen des Films ist die französische Intervention in Mexiko. Als Präsident Benito Juárez die Zahlungen auf die Auslandsschulden für zwei Jahre aussetzte, verabredeten Spanien, Frankreich und Großbritannien am 31. Oktober 1861 in London ein gemeinsames Eingreifen. Am 8. Dezember landeten ihre Truppen in Veracruz.[4] Spanien und Großbritannien zogen sich zurück, als klar wurde, dass Napoleon III. mehr wollte: Französische Truppen nahmen Mexiko-Stadt ein, und 1863 bot Napoleon dem österreichischen Erzherzog Maximilian die Krone an.[3, 4] Am 10. Juni 1864 wurde Maximilian zum Kaiser gekrönt.[3]

Mit dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs im April 1865 forderten die USA den Abzug der französischen Truppen, weil sie gegen die Monroe-Doktrin verstießen.[3] Die Generäle Ulysses S. Grant und Philip Sheridan unterstützten Juárez laut dem Historischen Büro des US-Außenministeriums verdeckt an der Grenze zu Texas.[4] Am 31. Januar 1866 befahl Napoleon den Abzug, in drei Stufen von November 1866 bis November 1867.[4] Laut Britannica verließen die französischen Truppen Mexiko im März 1867.[3] Bei Querétaro musste Maximilian am 15. Mai 1867 kapitulieren, am 19. Juni 1867 wurde er auf einem Hügel vor der Stadt hingerichtet.[3]

Für die Söldner aus dem Norden gibt es ein historisches Gegenstück. Nach dem Bürgerkrieg gingen laut dem Handbook of Texas viele frühere Konföderierte nach Mexiko, weil sie weiterkämpfen wollten oder ihre Zukunft in den USA fürchteten.[5] General Jo Shelby zog mit einigen Hundert Mann bei Piedras Negras über den Rio Grande. In Mexiko trafen sie auf die Truppen von Juárez und verkauften ihnen bis auf Revolver und Karabiner alle Waffen. Mitte August 1865 erreichten sie Mexiko-Stadt und boten Maximilian ihre Dienste an.[5] Der Kaiser nahm sie nur als Siedler auf, nach einem Erlass vom 5. September 1865. Viele halfen beim Aufbau der Kolonie Carlota bei Córdoba, andere traten in die Armee ein. Die Siedlungen hielten nur etwa ein Jahr, die meisten Amerikaner waren Ende 1867 wieder in den USA.[5]

Offenes Bodenfach einer alten Holzkutsche mit mehreren eisenbeschlagenen Holzkisten, Staub im warmen Licht
Kisten im Boden einer Kutsche: Um ein solches Versteck voller Gold dreht sich die Handlung Bild: KI-generiert

Wie wurde Vera Cruz aufgenommen?

Die Welturaufführung war am 25. Dezember 1954 in New York.[2] Laut TCM wurde der Film ein großer Erfolg und spielte mehr als 11 Millionen Dollar ein.[7] In Deutschland lief er ab dem 13. Mai 1955 im Kino, die ARD zeigte ihn erstmals am 13. Dezember 1975. Die FSK gab ihn ab 12 Jahren frei.[1] Das Lexikon des internationalen Films lobt die Fotografie und die Darsteller: Der Film weiche oft von den gewohnten Regeln des Genres ab und werde so zu einer "stellenweise bitteren Studie über die menschliche Selbstsucht". Es empfiehlt ihn ab 16 Jahren.[1]

François Truffaut widmete seine Kritik von 1955 vor allem dem Drehbuch, das er mit dem Uhrwerk einer Schweizer Uhr verglich. Christopher Frayling zitiert ihn mit dem Satz, der Film habe "die Ironie in das Genre eingeführt" (Übersetzung der Redaktion).[6]

Der Autor Rolando Caputo nennt Vera Cruz in seinem Aufsatz einen Urtext des Italowesterns, besonders der Filme von Sergio Leone. Nach Christopher Frayling, auf den Caputo sich beruft, ist Für ein paar Dollar mehr deutlich nach seinem Muster gebaut.[6] Frayling berichtet in seiner Leone-Biografie auch, Leone habe 1961 noch einmal als Regisseur des zweiten Teams gearbeitet, um bei Sodom and Gomorrah mit Aldrich zusammenzuarbeiten, dem Regisseur von Vera Cruz.[6] Laut TCM kehrt das doppelte Doppelspiel der Partner, wie Kritiker es nannten, in Leones Zwei glorreiche Halunken (1966) und anderen Italowestern wieder.[7]

Zeitleiste: Vera Cruz
  1. Februar 1954Beginn der Dreharbeiten im Tal von Cuernavaca in Mexiko.[2]
  2. 25.12.1954Welturaufführung in New York.[2]
  3. 13.05.1955Deutsche Erstaufführung.[1]
  4. 13.12.1975Erste Ausstrahlung im deutschen Fernsehen in der ARD.[1]

Häufige Fragen

Wer spielt in Vera Cruz mit?

Gary Cooper spielt den früheren Südstaatenmajor Benjamin Trane, Burt Lancaster den Outlaw Joe Erin. Dazu kommen Denise Darcel als Gräfin Marie Duvarre, Cesar Romero als Marquis de Labordère, Sarita Montiel als Nina und George Macready als Kaiser Maximilian. In kleineren Rollen sind Ernest Borgnine, Charles Bronson und Jack Elam zu sehen.

Wo wurde Vera Cruz gedreht?

Ganz in Mexiko, aber nicht in der Hafenstadt Veracruz selbst, vermutlich wegen des unberechenbaren Wetters dort. Gedreht wurde ab Ende Februar 1954 im Tal von Cuernavaca, dazu am Schloss Chapultepec in Mexiko-Stadt, bei El Molino de las Flores in Texcoco und in den Estudios Churubusco.

Wann spielt Vera Cruz?

Der Film spielt zur Zeit des mexikanischen Kaiserreichs, am Ende des amerikanischen Bürgerkriegs laut AFI Catalog. Das Lexikon des internationalen Films nennt das Jahr 1866. Maximilian war von 1864 bis 1867 Kaiser von Mexiko.

Beruht Vera Cruz auf einer wahren Geschichte?

Der Film spielt vor einem historischen Hintergrund. Nach dem Bürgerkrieg gingen tatsächlich viele frühere Konföderierte nach Mexiko, und General Jo Shelby bot Maximilian 1865 seine Dienste an. Einen Goldtransport wie im Film nennen die Geschichtsquellen dieser Seite nicht, nur Rolando Caputo erwähnt ihn, gestützt auf ein Interview mit Borden Chase, der die Geschichte zum Film schrieb.

Welchen Einfluss hatte Vera Cruz auf den Italowestern?

Der Autor Rolando Caputo nennt Vera Cruz in einem Aufsatz einen Urtext des Italowesterns, besonders für die Filme von Sergio Leone. Nach Christopher Frayling, den Caputo zitiert, ist Für ein paar Dollar mehr deutlich nach dem Vorbild von Vera Cruz gebaut.

Wie lang ist Vera Cruz und ab wie viel Jahren ist er freigegeben?

Der Film dauert laut Filmdienst und AFI 94 Minuten. Die FSK hat ihn ab 12 Jahren freigegeben, das Lexikon des internationalen Films empfiehlt ihn ab 16.

Wann kam Vera Cruz in die deutschen Kinos?

Die deutsche Erstaufführung war am 13. Mai 1955. Die ARD zeigte den Film erstmals am 13. Dezember 1975. Die Welturaufführung hatte am 25. Dezember 1954 in New York stattgefunden.

Quellen

  1. Filmdatenbank Vera Cruz, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 17.11.2020. abgerufen am 26.10.2026
  2. Filmdatenbank Vera Cruz (1954), AFI Catalog of Feature Films. American Film Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  3. Nachschlagewerk Maximilian, archduke of Austria and emperor of Mexico. Encyclopaedia Britannica. Stand 1998, aktualisiert 12. August 2026. abgerufen am 26.10.2026
  4. Amtliche Stelle French Intervention in Mexico and the American Civil War, 1862-1867 (Milestones in the History of U.S. Foreign Relations). Office of the Historian, U.S. Department of State. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
  5. Nachschlagewerk Art Leatherwood: Shelby Expedition (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 8. September 2015. abgerufen am 26.10.2026
  6. Fachaufsatz Rolando Caputo: Aldrich, Leone and Vera Cruz: Style and Substance over the Border. Screening the Past, Ausgabe 10. Stand 30. Juni 2000. abgerufen am 26.10.2026
  7. Presse Vera Cruz, Artikel von Eleanor Quin. Turner Classic Movies (TCM). Stand 28. Juli 2003. abgerufen am 26.10.2026
  8. Filmdatenbank Spiel mir das Lied vom Tod, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 04.06.2020. abgerufen am 26.10.2026

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