WesternFilm
Legenden der Leidenschaft (1994)
Kurz erklärt Legenden der Leidenschaft, im Original Legends of the Fall, ist ein US-Film von Edward Zwick aus dem Jahr 1994 nach einer Novelle von Jim Harrison. Anthony Hopkins spielt einen früheren Colonel, der mit drei Söhnen auf einer Ranch in Montana lebt, Brad Pitt den mittleren Sohn Tristan; der Erste Weltkrieg und die Prohibition verändern die Familie. Eine wahre Begebenheit nennt keine Quelle als Vorlage; gedreht wurde in Alberta und Vancouver, und John Toll gewann den Oscar für die Kamera.

Worum geht es in Legenden der Leidenschaft?
Colonel William Ludlow hat die Kavallerie verlassen, weil ihn abstieß, wie die Armee mit den indigenen Völkern umging, und sich in Montana eine eigene Ranch aufgebaut.[1, 4] Seine Frau ist in den Osten gezogen, er zieht die drei Söhne allein groß: den ältesten und verantwortungsbewusstesten, Alfred, den mittleren, Tristan, und den jüngsten, Samuel.[4] Erzählt wird die Geschichte von One Stab, dem engsten Freund des Colonels. John Hartl von der Seattle Times nennt ihn einen Scout und Erzähler der Cree.[4, 5]
Samuel kommt aus dem Osten mit seiner Verlobten Susannah auf die Ranch zurück, und laut Filmdienst lieben alle drei Brüder dieselbe Frau.[1, 4] Susannah ist Samuel versprochen, fühlt sich laut Rita Kempley von der Washington Post aber zu Tristan hingezogen, und auch Alfred sehnt sich nach ihr.[15] Als der Erste Weltkrieg ausbricht, meldet sich Samuel in Kanada zum Militär, gegen den Willen des Vaters. Alfred und Tristan melden sich ebenfalls.[4] Samuel fällt im Krieg.[1]
Danach kämpfen die beiden älteren Brüder um Susannah. Alfred geht in die Politik, Tristan bleibt ein ruheloser Abenteurer und zieht für lange Zeit fort, laut Roger Ebert bis nach Neuguinea.[1, 4] Der Westen verändert sich: Die Städte wachsen, und ein Verbrechermilieu verdient an der Prohibition.[4] Laut Hartl machen der Volstead Act und der politisch ehrgeizige Alfred der Familie in den 1920er Jahren das Leben kompliziert.[5]
Wie endet Legenden der Leidenschaft?
Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.
Wer spielt in Legenden der Leidenschaft mit?
Brad Pitt spielt Tristan, Anthony Hopkins den Colonel, Aidan Quinn den ältesten Sohn Alfred, Henry Thomas den jüngsten, Samuel, und Julia Ormond Susannah.[1, 2] Ebert nannte den Film eine Bühne für die Schauspieler und schrieb, Hopkins stehle jede Szene. Die Rollen von Quinn und Pitt erinnerten ihn an Rock Hudson und James Dean in Giant; auch Hartl nannte Pitts Figur die James-Dean-Rolle.[4, 5]
| Darsteller | Rolle |
|---|---|
| Brad Pitt | Tristan[1] |
| Anthony Hopkins | Col. William Ludlow[1] |
| Aidan Quinn | Alfred[1] |
| Julia Ormond | Susannah[1] |
| Henry Thomas | Samuel[1] |
| Karina Lombard | Isabel II[1] |
| Gordon Tootoosis | One Stab[1] |
| Tantoo Cardinal | Pet[1] |
| Christina Pickles | Isabel[1] |
| Paul Desmond | Decker[1] |
| Robert Wisden | John T. O'Banion[1] |
Wie entstand Legenden der Leidenschaft?
Vorlage ist die Novelle Legends of the Fall von Jim Harrison, erschienen 1979 in New York.[2] Britannica nennt das Buch eine Sammlung von drei Novellen und wohl Harrisons bekanntestes Werk. Harrison wurde 1937 in Grayling in Michigan geboren und starb 2016 in Patagonia in Arizona.[6] Die Nachrichtenagentur AP schrieb in ihrem Nachruf, die Novelle reiche von der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts und von San Francisco bis Singapur. Fertig schreiben konnte Harrison sie dank eines Darlehens von 15.000 Dollar von Jack Nicholson.[7]
Das Drehbuch schrieben Susan Shilliday und Bill Wittliff; nach dem AP-Nachruf arbeitete auch Harrison daran mit.[1, 2, 7] Regie führte Edward Zwick, der den Film mit Bill Wittliff und Marshall Herskovitz für TriStar Pictures produzierte.[1, 2] Die Kamera führte John Toll, die Musik schrieb James Horner, das Szenenbild stammt von Lilly Kilvert, den Schnitt besorgte Steven Rosenblum.[1, 2]
Wo wurde Legenden der Leidenschaft gedreht?
Der Film spielt in Montana, gedreht wurde in Kanada. Laut Travel Alberta stehen der Bow River, der Banff National Park und die Ghost River Wilderness Area für die Landschaft Montanas. Die kanadischen Rocky Mountains standen hier wie in Brokeback Mountain für die amerikanische Frontier.[8]
| Drehort | Provinz | steht im Film für |
|---|---|---|
| Bow River, Banff National Park, Ghost River Wilderness Area | Alberta | die Landschaft Montanas[8] |
| Alexander Street in Gastown, Vancouver | British Columbia | Helena in Montana zur Zeit der Prohibition[9] |
In Vancouver baute das Team laut dem Gewerbeverein des Viertels Gastown die Alexander Street in das Helena der Prohibitionszeit um: Ladenfronten, Banner und selbst die Straße bekamen Rot, Weiß und Blau und viel Schmutz.[9] Ein Foto aus dem Burnaby Village Museum zeigt den Requisitenmeister Hipman "Jimmy" Chow wohl 1993 am Drehort in Alberta. Hinter ihm reiten indigene Darsteller, die Native Americans in Montana spielen, in Kostümen, die das Museum selbst als stereotyp beschreibt.[10]

Wie viel Wahrheit steckt in Legenden der Leidenschaft?
Die wahre Geschichte dahinter
OrtRocky MountainsGebirgssystem im Westen Nordamerikas, von Kanada bis ins mittlere New Mexico (NPS); rund 4.800 km vom Norden Albertas und British Columbias bis New Mexico (Britannica), etwas mehr als 5.000 km bis zur Beringsee (USGS-Kapitel); höchster Gipfel Mount Elbert in Colorado, 14.433 Fuß
VolkCree
Filmdienst und AFI nennen als Vorlage Harrisons Novelle; eine wahre Begebenheit nennen sie nicht.[1, 2] Nach dem AP-Nachruf fand Harrison die Anregung in den Tagebüchern des Urgroßvaters seiner Frau, eines Bergbauingenieurs namens William Ludlow, die er bei seinen Schwiegereltern entdeckte.[7] Ob der Colonel diesem Mann nachgebildet ist, belegen die Quellen nicht: Im Film ist Ludlow ein früherer Kavallerieoffizier und Rancher, der Mann aus den Tagebüchern laut AP ein Bergbauingenieur.[4, 7]
Den historischen Rahmen geben der Erste Weltkrieg und die Prohibition. Präsident Woodrow Wilson erklärte bei Kriegsbeginn in Europa 1914 laut National Archives, die USA würden neutral bleiben. Am 2. April 1917 bat er den Kongress, Deutschland den Krieg zu erklären, und mit dessen Abstimmung traten die USA in den Ersten Weltkrieg ein.[13] Die Brüder im Film melden sich schon bei Kriegsbeginn, und zwar in Kanada.[4]
Montana war laut Montana Historical Society ein Vorreiter der Prohibition: Im November 1916 stimmten die Wähler für ein Alkoholverbot im ganzen Staat, das Ende 1918 in Kraft trat. Der Historiker Michael Malone nannte die Durchsetzung im freizügigen, lebenslustigen Montana (im Original "wide open and fun-loving") nahezu unmöglich; die Abgelegenheit und der viele Weizen begünstigten laut der Montana Historical Society den illegalen Alkoholhandel.[12] Im September 1922 klagte eine Grand Jury laut National Archives den Federal Prohibition Director von Montana, O. H. P. Shelley, wegen Bestechung an. Zu den Brauereien, die ihn bezahlt haben sollen, gehörte die Lewistown Brewing Company von Gus Hodel, der später zwischen Montana und Kanada pendelte.[14] Die Jury sprach Shelley frei.[14] Erst der 21. Verfassungszusatz, ratifiziert am 5. Dezember 1933, beendete die Prohibition im ganzen Land.[12] Mehr zum Trinken im Westen steht auf der Seite Alkohol im Wilden Westen.
Mythos und Wahrheit
Mythos
Legenden der Leidenschaft erzählt die wahre Geschichte der Familie Ludlow aus Montana.
Was belegt ist
Vorlage ist eine Novelle von Jim Harrison aus dem Jahr 1979. Nach dem AP-Nachruf regten ihn Tagebücher eines Bergbauingenieurs namens William Ludlow an, des Urgroßvaters seiner Frau; dass sich die Handlung so zutrug, belegt keine Quelle. Historisch ist der Rahmen, etwa die Prohibition, die in Montana Ende 1918 begann.[1, 2, 7, 12]

Ist Legenden der Leidenschaft ein Western?
Das Lexikon des internationalen Films führt den Film als Drama, Liebesfilm und Literaturverfilmung, das AFI als Abenteuerfilm und Drama.[1, 2] Roger Ebert dagegen nannte ihn eine epische Western-Saga um eine Frau aus dem Osten und drei Söhne eines Ranchers in Montana, erzählt vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs, und eine gehobene Pferdeoper mit Betonung auf Oper.[4] Auch Rita Kempley von der Washington Post sprach von einer Western-Saga.[15] Hartl verglich ihn mit einer schlechten Kinofassung von Bonanza. Im Widerstand der Familie gegen die wachsende Macht von außen sah er aber dasselbe Potenzial für eine Tragödie der Frontier wie in McCabe & Mrs. Miller.[5]
Wie wurde Legenden der Leidenschaft aufgenommen?
In den USA lief der Film laut AFI am 25. Dezember 1994 in Los Angeles und New York an.[2] Bei den Golden Globes 1995 war er viermal nominiert, als bestes Drama, für die Regie von Edward Zwick, für Brad Pitt als Hauptdarsteller und für die Musik von James Horner, gewann aber keinen Preis.[11] Bei der 67. Oscarverleihung am 27. März 1995 gewann John Toll den Oscar für die beste Kamera. Nominiert waren außerdem das Szenenbild von Lilly Kilvert und Dorree Cooper sowie der Ton.[3]
Ebert fand den Film im Januar 1995 trotz aller Zufälle der Handlung sehr unterhaltsam, als Rückkehr zu den großen Hollywoodgeschichten, die sich für ihre Leidenschaft nicht entschuldigen.[4] Hartl nannte ihn dagegen ein pompöses Durcheinander (im Original "pompous mess"); James Horners Musik liege wie warmer Teer auf jeder großen Gefühlsszene, und der allwissende Erzähler One Stab wirke wie aus einem Epos von Oliver Stone übrig geblieben.[5] Das Lexikon des internationalen Films nennt ihn einen ambitionierten Film, der sich weitgehend im Trivialen verliere und gegen Ende ohne Erzählrhythmus auf den Schluss zuhaste.[1] Rita Kempley von der Washington Post nannte ihn im Januar 1995 ein "magnificent bore", eine großartige Langeweile, und eine prachtvolle Hymne auf einen amerikanischen Westen, den es nie gab.[15]
In Deutschland war die Erstaufführung am 30. März 1995. Freigegeben ist der Film ab 12 Jahren, die Filmbewertungsstelle gab ihm laut Filmdienst das Prädikat wertvoll.[1]
Häufige Fragen
Wo wurde Legenden der Leidenschaft gedreht?
In Kanada. Für die Landschaft Montanas stehen laut Travel Alberta der Bow River, der Banff National Park und die Ghost River Wilderness Area in Alberta. Die Stadt Helena entstand in Vancouver, wo das Team die Alexander Street im Viertel Gastown umbaute.
Wer spielt in Legenden der Leidenschaft mit?
Brad Pitt spielt Tristan, Anthony Hopkins den Colonel William Ludlow, Aidan Quinn Alfred, Henry Thomas Samuel und Julia Ormond Susannah. Gordon Tootoosis ist One Stab, der Erzähler, Karina Lombard spielt Isabel II.
Ist Legenden der Leidenschaft eine wahre Geschichte?
Keine Quelle nennt eine wahre Begebenheit als Vorlage. Vorlage ist die Novelle Legends of the Fall von Jim Harrison aus dem Jahr 1979. Die Anregung kam laut der Nachrichtenagentur AP aus Tagebüchern eines Bergbauingenieurs namens William Ludlow, des Urgroßvaters von Harrisons Frau. Historisch ist der Rahmen, etwa der Erste Weltkrieg und die Prohibition in Montana.
Welchen Oscar gewann Legenden der Leidenschaft?
Den Oscar für die beste Kamera, verliehen am 27. März 1995 an John Toll. Nominiert war der Film außerdem für das Szenenbild und den Ton.
Ist Legenden der Leidenschaft ein Western?
Das hängt von der Quelle ab. Das Lexikon des internationalen Films führt ihn als Drama, Liebesfilm und Literaturverfilmung, das AFI als Abenteuerfilm und Drama. Roger Ebert nannte ihn eine epische Western-Saga.
Wie lang ist Legenden der Leidenschaft?
Der Filmdienst nennt 132 Minuten, das AFI 133 Minuten. In Deutschland ist der Film ab 12 Jahren freigegeben.
Wer hat die Musik zu Legenden der Leidenschaft geschrieben?
James Horner. Seine Musik war 1995 für einen Golden Globe nominiert. John Hartl von der Seattle Times schrieb, sie sei womöglich das Element, das dem Film am meisten schadet.
Wann kam Legenden der Leidenschaft in die deutschen Kinos?
Die deutsche Erstaufführung war am 30. März 1995. In den USA lief der Film laut AFI am 25. Dezember 1994 in Los Angeles und New York an.
Quellen
- Filmdatenbank Legenden der Leidenschaft, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 22.03.2001. abgerufen am 27.10.2026
- Filmdatenbank Legends of the Fall (1994), AFI Catalog of Feature Films. American Film Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- The 67th Academy Awards, 1995. Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Legends of the Fall, Kritik von Roger Ebert. RogerEbert.com. Stand 13.01.1995. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Don't Fall For Legends, Kritik von John Hartl. The Seattle Times. Stand 13.01.1995. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Jim Harrison, Artikel der Britannica-Redaktion. Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Legends of the Fall author Jim Harrison dies, Nachruf der Associated Press. WCPO Cincinnati (Associated Press). Stand 27.03.2016. abgerufen am 27.10.2026
- Movies and TV Shows Filmed in Alberta. Travel Alberta. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Gastown on the Silver Screen. Gastown BIA. Stand 30.12.2014. abgerufen am 27.10.2026
- Archiv Jimmy Chow on set of Legends of the Fall, Fotografie, Signatur BV022.21.48. Burnaby Village Museum, Heritage Burnaby. Stand 1993. abgerufen am 27.10.2026
- Legends of the Fall, Awards Database. Golden Globes. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Museum Montana's Whiskey Women: Female Bootleggers during Prohibition. Montana Historical Society, Women's History Matters. Stand 16.01.2014. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Joint Address to Congress Leading to a Declaration of War Against Germany (1917), Milestone Documents. National Archives. Stand 04.04.2025. abgerufen am 27.10.2026
- Amtliche Stelle Run for the border: Beer Bootlegging during the Prohibition, Beitrag von Cody White. National Archives, The Text Message. Stand 18.09.2018. abgerufen am 27.10.2026
- Presse "Legends of the Fall" (R), Kritik von Rita Kempley. The Washington Post. Stand 13.01.1995. abgerufen am 27.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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