WesternSerie
Tausend Meilen Staub
Kurz erklärt Tausend Meilen Staub, im Original Rawhide, ist eine US-Westernserie von Charles Marquis Warren, die CBS ab 1959 zeigte; das Ende datiert Britannica auf 1965, das Fernsehlexikon auf 1966. Treckführer Gil Favor (Eric Fleming) und seine rechte Hand Rowdy Yates (Clint Eastwood) treiben 1866 Rinderherden durch den Westen. Die ARD sendete 1965 bis 1967 13 Folgen als Cowboys, ProSieben 1991 bis 1993 216 Folgen.

Worum geht es in Tausend Meilen Staub?
Die Serie beginnt laut Fernsehlexikon 1866, kurz nach dem Ende des Bürgerkriegs. Cowboys treiben riesige Rinderherden durch den Westen. Ihr Anführer ist der harte Gil Favor (Eric Fleming), seine rechte Hand der junge Draufgänger Rowdy Yates (Clint Eastwood).[1] Nach True West führt der Weg von San Antonio in Texas nach Sedalia.[4] Feste Nebenfiguren gibt es nur wenige, darunter den Koch Wishbone (Paul Brinegar), den Fährtensucher Pete Nolan (Sheb Wooley) und die Treiber Jim Quince (Steve Raines) und Joe Scarlett (Rocky Shahan).[1]
Das harte Leben der Viehtreiber wollte die Serie nach dem Fernsehlexikon so echt wie möglich zeigen. Damit war sie laut Fernsehlexikon eine Ausnahme in einem Genre, das sonst lieber von Siedlertrecks erzählte oder vom bequemen Leben der Rancher, für deren Gewinn sich die Treiber abrackerten. Oft waren die Geschichten sehr brutal, und der Schutz der Herde ging immer vor.[1] Jimmie L. Reeves zählt Rawhide in der Encyclopedia of Television zu den actionbetonten Western, hier über Cowboys auf dem Trail, im Unterschied zu den Familienwestern der 1960er Jahre wie Bonanza.[5]
Wie endet Tausend Meilen Staub?
Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.
Wie viele Staffeln hat Tausend Meilen Staub?
Wie lange die Serie lief, geben die Quellen verschieden an. Britannica nennt 1959 bis 1965, das Fernsehlexikon 1959 bis 1966. TCM spricht von sieben Jahren, True West von acht Staffeln zwischen 1959 und 1966.[1, 2, 3, 4] Das Fernsehlexikon nennt im Eintrag Tausend Meilen Staub 216 Folgen von je 45 Minuten, im Eintrag Cowboys 217 Folgen in den USA.[1, 10]
| Quelle | Laufzeit | Umfang |
|---|---|---|
| Britannica | 1959 bis 1965[2] | ohne Angabe |
| Fernsehlexikon | 1959 bis 1966[1] | 216 Folgen, im Eintrag Cowboys 217[1, 10] |
| TCM | ab 1959, sieben Jahre[3] | ohne Angabe |
| True West | 1959 bis 1966[4] | acht Staffeln[4] |
Wann lief Tausend Meilen Staub im deutschen Fernsehen?
Zuerst lief die Serie in der ARD. Von 1965 bis 1967 sendete sie 13 Folgen unter dem Titel Cowboys, sonntags in loser Folge.[1, 10] Als Tausend Meilen Staub zeigte ProSieben von 1991 bis 1993 dann 216 Folgen und ließ dafür auch die 13 Folgen der ARD neu synchronisieren. Laut Fernsehlexikon versteckte der Sender die Serie meist tief in der Nacht oder am frühen Vormittag.[1]
| Sender | Jahre | Titel | Folgen |
|---|---|---|---|
| ARD | 1965 bis 1967 | Cowboys | 13[1] |
| ProSieben | 1991 bis 1993 | Tausend Meilen Staub | 216[1] |
Wer spielt in Tausend Meilen Staub mit?
| Darsteller | Rolle |
|---|---|
| Eric Fleming | Gil Favor, Anführer des Trecks |
| Clint Eastwood | Rowdy Yates, seine rechte Hand |
| Paul Brinegar | Wishbone, der Koch |
| Sheb Wooley | Pete Nolan, der Fährtensucher |
| Jim Murdock | Harkness "Mushy" Mushgrove |
| Steve Raines | Jim Quince |
| Rocky Shahan | Joe Scarlett |
| Robert Cabal | Hey Soos Patines |
Für Clint Eastwood war Rawhide nach Britannica der große Durchbruch. Vorher hatte er kleine Filmrollen gespielt und war in mehreren Fernsehserien aufgetreten.[2] TCM schreibt, er habe die Rolle 1959 über ein Vorsprechen bei CBS bekommen; als Viehtreiber Rowdy Yates wurde er dem amerikanischen Fernsehpublikum bekannt.[3] Das Fernsehlexikon sieht den ganz großen Durchbruch noch nicht in der Serie. Eastwood habe dort aber Kontakte geknüpft und viel gelernt, was ihn auf spätere Kinorollen vorbereitete.[1]
1964 nutzte er laut TCM eine Drehpause von Rawhide für eine Reise nach Spanien. Ihn reizte ein Drehbuch, das Akira Kurosawas Yojimbo in den amerikanischen Westen verlegte, und daraus wurde Sergio Leones Für eine Handvoll Dollar (1964).[3] Leone hatte nach Dan Edwards in Senses of Cinema zuerst Henry Fonda, Charles Bronson und James Coburn gewollt. Eastwood, damals vor allem als Fernsehcowboy aus Rawhide bekannt, verpflichtete er widerwillig für 15.000 Dollar, nachdem er in Rom eine Folge der Serie gesehen hatte.[8] Bei Hängt ihn höher (1968), Eastwoods erstem Hollywood-Western nach den Filmen mit Leone, führte Ted Post Regie, der laut TCM schon bei Rawhide mit ihm gearbeitet hatte.[9]
Wie entstand Tausend Meilen Staub?
Erfinder und erster Produzent war laut Fernsehlexikon Charles Marquis Warren. Er hatte schon mit Rauchende Colts den "Adult Western" ins Fernsehen gebracht, den Western für ein erwachsenes Publikum.[1] Henry Cabot Beck nennt in True West Warrens Kinowestern Cattle Empire (1958) mit Joel McCrea das fehlende Glied zwischen Red River (1948) und Rawhide.[4] Gedreht wurde nach dem Fernsehlexikon häufig an Originalschauplätzen.[1]
Als Rawhide startete, war das amerikanische Fernsehen voller Western. In der Saison 1958/59 liefen nach Reeves 28 Western zur besten Sendezeit, sieben davon unter den zehn meistgesehenen Sendungen. Am 9. Mai 1961 griff Newton Minow, der neue Vorsitzende der Rundfunkbehörde FCC, die Gewalt in den Fernsehwestern scharf an. Auch deshalb und weil das Publikum der vielen Western müde wurde, setzten die Sender in den 1960er Jahren laut Reeves weniger auf Gewalt.[5]

Wie viel Wahrheit steckt in Tausend Meilen Staub?
Als Grundlage der Drehbücher nennt das Fernsehlexikon alte Dokumente, vor allem das Tagebuch des Viehtreibers George C. Duffield.[1] Die Zeitschrift The Annals of Iowa druckte es 1924 unter dem Titel Driving Cattle From Texas to Iowa, 1866. Duffield lebte in Keosauqua in Iowa. Anfang 1866 tat er sich laut der Einleitung von W. W. Baldwin mit Harvey Ray aus Burlington zusammen, um im Süden von Texas 1.000 bis 2.000 Rinder zu kaufen und nach Norden zu treiben.[6]
Am 20. März 1866 schloss Duffield nach seinem Tagebuch einen Vertrag über 1.000 Rinder zu je 12 Dollar, in der Gegend des Colorado River westlich von Austin. Sechs Wochen dauerten Kauf und Brandzeichen, erst am 1. Mai brach der Treck auf. Schon für diesen Tag notierte Duffield eine große Stampede, eine Massenflucht der Herde, bei der 200 Rinder davonliefen.[6] Weil ein großer Teil des Weges durch das Indianer-Territorium führte, legten laut Baldwin mehrere Trupps aus Furcht vor Angriffen ihre Herden zusammen, zeitweise über 5.000 Rinder.[6]
Flüsse hielten den Treck immer wieder auf. Am Arkansas River heuerte Duffield 20 indigene Helfer an, um die Herde hinüberzubringen, und verlor dabei fünf Tiere. Dann versuchte er, Kansas westlich zu umgehen und so Iowa zu erreichen. Kurz nachdem er notiert hatte, im Land der Osage zu sein, musste er am Verdigris River Vieh für das Wegerecht abgeben. Anfang September stand die Herde wenige Meilen vor Nebraska City.[6] Am letzten Oktobertag endete der Trieb laut Baldwin in Ottumwa in Iowa, mit nur noch einigen Hundert Rindern. 100 davon kamen mit der Bahn auf die Farm von Ray bei Burlington, der Rest nach Chicago.[6]
Nach dem Handbook of Texas trieben Texaner 1866 mehr als 260.000 Rinder zu verschiedenen Märkten; die meisten Treiber zogen offenbar über den Shawnee Trail durch das Indianer-Territorium nach Kansas City oder Sedalia in Missouri, wo die Bahn die Tiere nach Osten brachte. Vor allem in Missouri stellten sich bewaffnete Farmer den Herden entgegen, weil sie das Texasfieber fürchteten, und mehrere Staaten, darunter Kansas und Missouri, verboten den Durchtrieb oder schränkten ihn stark ein.[7] Sedalia, das Ziel der Serie nach True West, war also ein echter Bahnhof der Viehtriebe von 1866; True West setzt den Ort allerdings nach Kansas, das Handbook of Texas nennt Missouri.[4, 7] Von 1867 bis 1873 war Abilene in Kansas der wichtigste Verladebahnhof, erreicht über den Chisholm Trail, einen der Wege der großen Viehtriebe.[7]
Für die Härte der Serie nennt das Fernsehlexikon ein Beispiel: Wollen Indigene zehn Rinder als Preis für den Weg durch ihr Land, gibt Favor sie her, holt sich die Tiere aber nachts zurück und erschießt die Indigenen.[1] Zum Wegerecht notierte Duffield in seinem Tagebuch dagegen nur, dass er dafür Vieh abgeben musste.[6] Um 1876 verlangten nach dem Handbook of Texas die Nationen im Indianer-Territorium von den Treibern zunehmend Weidegebühren für den Durchzug.[7]
Mythos und Wahrheit
Mythos
Tausend Meilen Staub erzählt einen echten Viehtrieb nach.

Wie wurde Tausend Meilen Staub aufgenommen?
Britannica nennt Rawhide einen beliebten Fernsehwestern.[2] Das Fernsehlexikon nennt Tausend Meilen Staub eine herausragende Serie und eine Ausnahme im Genre, weil sie die Arbeit der Viehtreiber ohne Verklärung zeigen wollte.[1]
In seiner Besprechung der ersten Staffel auf sieben DVDs schrieb Henry Cabot Beck am 2. Oktober 2006 in True West, Westernfans hätten lange darauf gewartet. Sehenswert sei vor allem Eric Fleming: Er trage die Serie mit Willenskraft und guten Absichten, so wie Gil Favor die schwerfällige Herde voranbringe.[4]
- 1959Rawhide startet bei CBS, Clint Eastwood spielt den Viehtreiber Rowdy Yates.[2, 3] Clint Eastwood
- 1964In einer Drehpause von Rawhide reist Eastwood nach Spanien; es entsteht Für eine Handvoll Dollar.[3] Für eine Handvoll Dollar
- 1965Die ARD zeigt bis 1967 13 Folgen unter dem Titel Cowboys.[1]
- 1965Ende der Serie laut Britannica; Fernsehlexikon und True West nennen 1966.[1, 2, 4]
- 1991ProSieben zeigt bis 1993 216 Folgen als Tausend Meilen Staub.[1]
Häufige Fragen
Wann lief Tausend Meilen Staub?
CBS zeigte die Serie ab 1959. Für das Ende nennt Britannica 1965, das Fernsehlexikon 1966; True West spricht von acht Staffeln zwischen 1959 und 1966, TCM von sieben Jahren Laufzeit.
Wer spielt in Tausend Meilen Staub mit?
Eric Fleming spielt den Treckführer Gil Favor, Clint Eastwood seine rechte Hand Rowdy Yates. Dazu kommen unter anderen Paul Brinegar als Koch Wishbone, Sheb Wooley als Fährtensucher Pete Nolan und Steve Raines als Jim Quince.
Ist Rawhide dieselbe Serie wie Tausend Meilen Staub?
Ja. Rawhide ist der Originaltitel. Die ARD zeigte 1965 bis 1967 einige Folgen als Cowboys, ProSieben sendete die Serie von 1991 bis 1993 als Tausend Meilen Staub.
Wann lief Tausend Meilen Staub im deutschen Fernsehen?
Die ARD sendete von 1965 bis 1967 13 Folgen unter dem Titel Cowboys. ProSieben zeigte von 1991 bis 1993 216 Folgen als Tausend Meilen Staub und ließ die Folgen der ARD neu synchronisieren.
Wie viele Folgen hat Tausend Meilen Staub?
Das Fernsehlexikon nennt im Eintrag Tausend Meilen Staub 216 Folgen von je 45 Minuten, im Eintrag Cowboys 217 Folgen in den USA. True West spricht von acht Staffeln.
Beruht Tausend Meilen Staub auf einer wahren Geschichte?
Als Grundlage der Drehbücher nennt das Fernsehlexikon alte Dokumente, vor allem das Tagebuch des Viehtreibers George C. Duffield. Duffield trieb 1866 Rinder aus Texas nach Iowa, die Serie dagegen nach True West nach Sedalia.
Wie kam Clint Eastwood von Rawhide zu Sergio Leone?
Laut TCM reiste Eastwood 1964 in einer Drehpause nach Spanien, weil ihn ein Drehbuch reizte; daraus wurde Für eine Handvoll Dollar. Nach Senses of Cinema verpflichtete Leone ihn für 15.000 Dollar, nachdem er in Rom eine Folge von Rawhide gesehen hatte.
Quellen
- Nachschlagewerk Tausend Meilen Staub, in: Michael Reufsteck, Stefan Niggemeier: Fernsehlexikon. fernsehlexikon.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Clint Eastwood, Artikel von Michael Barson. Encyclopaedia Britannica. Stand 26.09.2026. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Jay Steinberg: Clint Eastwood Profile. Turner Classic Movies (TCM). Stand 20.07.2010. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Jimmie L. Reeves: Westerns, Encyclopedia of Television. Museum of Broadcast Communications. Stand 1997. abgerufen am 27.10.2026
- Primärquelle Driving Cattle From Texas to Iowa, 1866. W. W. Baldwin über Harvey Ray und das Tagebuch von George C. Duffield, The Annals of Iowa 14, Heft 4, S. 243 bis 262. The Annals of Iowa, University of Iowa Libraries. Stand 1924. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Jimmy M. Skaggs: Cattle Trailing. Texas State Historical Association, Handbook of Texas. Stand 1976, überarbeitet 07.10.2020. abgerufen am 27.10.2026
- Fachaufsatz Dan Edwards: Leone, Sergio (Great Directors). Senses of Cinema, Ausgabe 22. Stand 2002. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Michael T. Toole: Hang 'Em High. Turner Classic Movies (TCM). Stand 23.08.2003. abgerufen am 27.10.2026
- Nachschlagewerk Cowboys, in: Michael Reufsteck, Stefan Niggemeier: Fernsehlexikon. fernsehlexikon.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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