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Die Cowboys (1972)
Kurz erklärt Die Cowboys (The Cowboys) ist ein US-Western von Mark Rydell nach dem Roman von William Dale Jennings und kam im Januar 1972 in die Kinos. John Wayne spielt den Rancher Wil Andersen, der Ende der 1870er Jahre mit elf Jungen eine Herde von Montana nach Belle Fourche in South Dakota treibt; Bruce Dern ist der Viehdieb Long Hair. Gedreht wurde in New Mexico und Colorado.

Worum geht es in Die Cowboys?
Ende der 1870er Jahre will der 60-jährige Rancher Wil Andersen in Montana zu seinem jährlichen Viehtrieb nach Belle Fourche in South Dakota aufbrechen, da kündigen seine Cowboys, um bei einem neuen Goldfund zu schürfen. Seine Gläubiger bis zum nächsten Jahr zu vertrösten, lehnt er ab. Widerstrebend folgt er dem Vorschlag des Ladenbesitzers Anse Peterson und denkt an die einzigen kräftigen Männer, die es in der Stadt noch gibt: die Jungen aus der Schule von Ellen Price.[2]
Wer mitwill, muss sich bis zehn auf einem nicht zugerittenen Pferd halten. Als Erster schafft das Charles "Slim" Honeycutt, mit 15 Jahren der Älteste, und der mexikanische Junge Cimarron zeigt, dass er längst reiten kann. Andersen verspricht jedem 50 Dollar bei der Ankunft in Belle Fourche, bringt den Jungen Lassowerfen, Brandmarken und Treiben bei und nimmt am Ende alle, auch den jüngsten, Hardy Fimps. Cimarron schickt er nach einer Schlägerei mit Slim fort, und alle Waffen schließt er bis zum Ende des Triebs im Küchenwagen (Chuckwagon) ein.[2]
Den Fremden Asa Watts, den die Jungen Long Hair nennen, und seine zwei Begleiter weist Andersen ab, weil Watts über einen früheren Arbeitgeber gelogen hat; Watts gibt zu, dass er im Gefängnis saß. Als Koch stellt Andersen Jebediah Nightlinger ein, einen schwarzen früheren Sklaven.[2] Unterwegs werden die Jungen zu brauchbaren Treibern, und Andersen wird milder. Bei einer Flussüberquerung rettet Cimarron Slim, der nicht schwimmen kann, und darf bleiben.[2]
Long Hair und seine Männer folgen dem Trieb heimlich. Long Hair stellt den jungen Dan, genannt Four Eyes, und droht ihm, damit er schweigt. In einer Nacht will Charlie Schwartz Dans Brille aus einer Schlucht holen und wird von der unruhigen Herde zu Tode getrampelt. Drei Tage vor Belle Fourche bemerkt Andersen die Verfolger, und Long Hair reitet mit seinen Leuten ins Lager, um die Herde zu übernehmen.[2]
Wie endet Die Cowboys?
Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.
Andersen fordert Long Hair zum Faustkampf und gewinnt. Als er sich abwendet, schießt Long Hair auf ihn, bis er zusammenbricht. Am nächsten Morgen ist die Herde fort, und Andersen stirbt. Die Jungen begraben ihn, holen die Waffen aus dem Küchenwagen und verfolgen die Diebe; Nightlinger, den sie erst fesseln, hilft ihnen dann mit einem Plan. Sie töten Long Hairs Männer, Long Hair selbst wird von seinem scheuenden Pferd fortgeschleift.[2] In Belle Fourche kaufen die Jungen einen Grabstein, finden Andersens Grab in der Prärie aber nicht wieder. Nightlinger meint, sie seien nah genug dran, und sie legen den Stein ab und reiten heim.[2]
Wer spielt in Die Cowboys mit?
John Wayne spielt Wil Andersen, Roscoe Lee Browne den Koch Jebediah Nightlinger, Bruce Dern den Viehdieb Asa Watts, genannt Long Hair, und Colleen Dewhurst Kate. Der Filmdienst schreibt Waynes Figur Will Anderson.[1, 2] Elf Jungen spielen die Cowboys, unter ihnen Robert Carradine als Slim Honeycutt, A Martinez als Cimarron und Clay O'Brien als Hardy Fimps.[2]
Ein kurzer Film über die Dreharbeiten, den der AFI Catalog anführt, erklärt die Besetzung: Sechs der Jungen waren erfahrene Reiter, viele davon aus dem Jugendrodeo, die übrigen fünf Kinder- oder Jugendschauspieler, die noch nie geritten waren. Viele Lasso- und Reitszenen übernahmen die erfahrenen Reiter. Für die meisten war es die erste Filmrolle; Robert Carradine, Sohn des Schauspielers John Carradine, und A Martinez standen danach noch lange vor der Kamera.[2]
| Darsteller | Rolle |
|---|---|
| John Wayne | Wil Andersen[2] |
| Roscoe Lee Browne | Jebediah Nightlinger[1, 2] |
| Bruce Dern | Long Hair (Asa Watts)[1, 2] |
| Colleen Dewhurst | Kate[1, 2] |
| Slim Pickens | Anse Peterson[2] |
| Sarah Cunningham | Annie Andersen[1, 2] |
| Allyn Ann McLerie | Ellen Price[1, 2] |
| Robert Carradine | Charles "Slim" Honeycutt[1, 2] |
| A Martinez | Cimarron[1, 2] |
| Nicolas Beauvy | Dan, genannt Four Eyes[1, 2] |
| Stephen Hudis | Charlie Schwartz[1, 2] |
| Clay O'Brien | Hardy Fimps[1, 2] |
Wie entstand Die Cowboys?
Vorlage ist der Roman The Cowboys von William Dale Jennings, erschienen 1971 in New York. Nach einer Meldung im Hollywood Reporter vom 10. Dezember 1970 hatte Mark Rydell die Rechte schon vor dem Erscheinen gekauft. Es blieb das einzige Werk von Jennings (1917 bis 2000), das verfilmt wurde.[2] Rydell führte Regie und produzierte, das Drehbuch schrieben Irving Ravetch, Harriet Frank Jr. und Jennings, Kameramann war Robert Surtees.[1, 2]
Rydells Firma Sanford Productions, die ihm mit dem Regisseur Sydney Pollack und dem früheren Agenten Robert M. Sherman gehörte, bekam das Geld für Produktion und Verleih von Warner Bros. Das Budget lag nach Meldungen der Zeit bei 6 Millionen Dollar.[2] Der Filmdienst führt 1971 als Produktionsjahr.[1]
Die Musik schrieb John Williams. In der Fassung, die der AFI Catalog beschreibt, läuft vor dem Vorspann zweieinhalb Minuten lang eine Ouvertüre, nach etwa 80 Minuten folgen eine Pause und Zwischenmusik, und nach dem Abspann kommt eine Ausgangsmusik. Die Tafeln mit diesen Bezeichnungen waren in den Kinokopien nicht zu sehen.[1, 2]
Wo wurde Die Cowboys gedreht?
Die Handlung führt nach South Dakota, gedreht wurde nach den Produktionslisten des Hollywood Reporter aber in und um Santa Fe in New Mexico. Nach Meldungen der Zeit dauerten die Aufnahmen auf der San Cristobal Ranch, 28 Meilen (rund 45 Kilometer) von Santa Fe entfernt, drei Wochen; dazu kamen die B-B Ranch und in Colorado Pagosa Springs und Canon City, laut AFI in der Nähe des Arkansas River. Gedreht wurde vom 6. April bis Mitte Juli 1971.[2]
Pagosa Springs liegt im Südwesten Colorados an heißen Quellen. Der Name kommt nach der Colorado Encyclopedia von einem Wort der Ute für "heilende Wasser".[8] Weitere Schauplätze von Western zeigt die Seite Western-Drehorte im Überblick.

Wie viel Wahrheit steckt in Die Cowboys?
Die wahre Geschichte dahinter
OrtSanta FeHauptstadt von New Mexico und Sitz des Santa Fe County, am Santa Fe River am Fuß der Sangre de Cristo Mountains, auf 6.996 Fuß (2.132 m) Höhe
Als Vorlage nennen Filmdienst und AFI Catalog nur den Roman von Jennings.[1, 2] Junge Treiber gab es wirklich. Nach dem Handbook of Texas bestand die Mannschaft eines Vertragstreibers, der eine Herde von bis zu 3.000 Rindern aus Texas zum Markt brachte, aus etwa elf Leuten. Rund zwei Drittel waren Weiße, meist Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren, die für die Saison als "waddies" anheuerten. Trail Boss und Vormann waren etwas älter, oft in den Zwanzigern.[5]
Die übrigen Treiber waren nach dem Handbook meist erwachsene Schwarze, Hispanoamerikaner oder Angehörige indigener Völker, die oft als Koch oder Pferdehüter arbeiteten; dazu kamen einige junge Frauen, häufig als Jungen verkleidet. Ein Treiber verdiente 25 bis 40 Dollar im Monat, ein Koch 75 Dollar. Die staubige Stelle am Ende der Herde, den drag, bekamen oft Neulinge oder wer bestraft werden sollte.[5] Andersen verspricht jedem Jungen im Film 50 Dollar für den ganzen Trieb.[2] Wie die großen Triebe aus Texas abliefen, beschreibt die Seite Viehtriebe und Cattle Trails, über schwarze Cowboys die Seite Schwarze Cowboys im Wilden Westen.
Mythos und Wahrheit
Mythos
Kinder auf dem Viehtrieb gibt es nur im Film.
Was belegt ist
Nach dem Handbook of Texas waren rund zwei Drittel der Treiber auf den Trails aus Texas Weiße, meist Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren. Trail Boss und Vormann waren oft in den Zwanzigern; die übrigen Treiber, meist erwachsene Schwarze, Hispanoamerikaner oder Angehörige indigener Völker, arbeiteten oft als Köche und Pferdehüter.[5]
Das Ziel des Triebs passt nicht ganz zur Zeit der Handlung. In der Gegend siedelten sich nach Britannica in den 1870er Jahren Farmer und Rancher an. Den Ort selbst legte man aber erst 1891 an, als Landbesitzer der Bahngesellschaft Fremont, Elkhorn and Missouri Valley Railroad freies Land für einen Verladebahnhof für Rinder anboten.[6] In den 1890er Jahren verlud Belle Fourche nach dem National Park Service jeden Monat 2.500 Waggons mit Rindern.[7] Der AFI Catalog nennt den Ort einen der größten Verladeplätze für Vieh in den USA in den 1880er und 1890er Jahren.[2]

Wie wurde Die Cowboys aufgenommen?
In New York lief der Film am 13. Januar 1972 an, in Los Angeles am 6. Februar 1972.[2] Die Kritiken lobten nach dem AFI Catalog John Wayne, Roscoe Lee Browne und die jungen Darsteller, bemängelten aber meist die Gewalt, besonders die der Jungen. Jay Cocks schrieb in Time, der Film lege nahe, man sei erst ein Mann, wenn man gemordet habe. Pauline Kael warf Warner Bros. und Rydell im New Yorker vor, Minderjährige zu verderben, weil die Schuljungen hier durch das Töten zu Männern würden. Kritisiert wurden auch die Szenen, in denen die Jungen sich betrinken und einer Gruppe von Prostituierten um Kate begegnen.[2]
Roger Ebert fand die Szenen, in denen die Jungen das Handwerk lernen, warmherzig und unterhaltsam und lobte Roscoe Lee Browne als Koch. Die letzten 30 Minuten hielt er für unwahrscheinlich, gewalttätig und völlig konstruiert.[3] Britannica nennt Die Cowboys einen bissigen Western.[4]
Es ist eigentlich das Ende, das Die Cowboys verdirbt.
In Deutschland kam der Film am 27. Januar 1972 heraus. Das Lexikon des internationalen Films nennt ihn einen sorgfältig inszenierten und gut gespielten Western über den Wandel der Zeiten und den menschlichen Beharrungswillen. Die FSK gab ihn ab 16 Jahren frei.[1]
1974 zeigte der Sender ABC eine Fernsehserie The Cowboys, die die Geschichte der Jungen nach dem Ende des Films fortsetzte. Die Hauptrollen spielten Moses Gunn und Diana Douglas, A Martinez und Robert Carradine übernahmen wieder ihre Rollen aus dem Film.[2] Mehr über das Leben der echten Cowboys steht auf der Seite Cowboys: Leben, Arbeit und Mythos.
Häufige Fragen
Wer spielt in Die Cowboys mit?
John Wayne spielt den Rancher Wil Andersen, Roscoe Lee Browne den Koch Jebediah Nightlinger und Bruce Dern den Viehdieb Asa Watts, genannt Long Hair. Colleen Dewhurst ist Kate. Unter den elf Jungen sind Robert Carradine als Slim Honeycutt und A Martinez als Cimarron.
Wo wurde Die Cowboys gedreht?
In und um Santa Fe in New Mexico, darunter drei Wochen auf der San Cristobal Ranch, und in Colorado bei Pagosa Springs und Canon City, laut AFI Catalog in der Nähe des Arkansas River. Gedreht wurde laut AFI Catalog vom 6. April bis Mitte Juli 1971.
Beruht Die Cowboys auf einer wahren Geschichte?
Filmdienst und AFI Catalog nennen als Vorlage nur den Roman von William Dale Jennings. Junge Treiber gab es wirklich: Nach dem Handbook of Texas waren rund zwei Drittel der Treiber auf den Trails aus Texas Weiße, meist Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren.
Auf welchem Buch beruht Die Cowboys?
Auf dem Roman The Cowboys von William Dale Jennings, der 1971 in New York erschien. Mark Rydell hatte die Filmrechte schon vor dem Erscheinen gekauft.
Wer hat die Musik zu Die Cowboys geschrieben?
John Williams. In der von AFI beschriebenen Fassung laufen eine Ouvertüre vor dem Vorspann, eine Pausenmusik und eine Ausgangsmusik am Ende.
Wie lang ist Die Cowboys?
Der Filmdienst gibt 128 Minuten an, der AFI Catalog 126 oder 128 Minuten. Die FSK hat den Film ab 16 Jahren freigegeben.
Wann kam Die Cowboys in die deutschen Kinos?
Die deutsche Erstaufführung war am 27. Januar 1972. In New York lief der Film schon am 13. Januar 1972 an.
Gibt es eine Serie zu Die Cowboys?
Ja. 1974 zeigte der Sender ABC die Fernsehserie The Cowboys mit Moses Gunn und Diana Douglas. A Martinez und Robert Carradine spielten darin wieder ihre Rollen aus dem Film.
Quellen
- Filmdatenbank Die Cowboys, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank The Cowboys (1972), AFI Catalog of Feature Films. American Film Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk The Cowboys, film by Rydell (1972). Encyclopaedia Britannica. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk Jimmy M. Skaggs: Cattle Trailing. Texas State Historical Association, Handbook of Texas. Stand 1976, überarbeitet 07.10.2020. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk Belle Fourche (South Dakota, United States). Encyclopaedia Britannica. Stand 20.07.1998. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle South Dakota: Belle Fourche Dam. National Park Service. Stand 13.01.2017. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk Pagosa Springs (Encyclopedia Staff). Colorado Encyclopedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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