WesternFilm
Open Range (2003)
Kurz erklärt Open Range, deutsch Open Range: Weites Land, ist ein Western von 2003, bei dem Kevin Costner Regie führte und neben Robert Duvall die zweite Hauptrolle spielt. Zwei Viehtreiber, die ihre Herde 1882 frei über das Land ziehen lassen, geraten mit dem Rancher Denton Baxter aneinander, der die Stadt Harmonville beherrscht. Vorlage ist ein Roman von Lauran Paine, gedreht wurde in Alberta in Kanada.

Worum geht es in Open Range?
Der Film spielt im Jahr 1882.[3, 4] Boss Spearman und Charley Waite treiben seit zehn Jahren gemeinsam Rinder über das Land. Sie ziehen als sogenannte Free Grazer mit ihrer Herde von einem Stück Land zum nächsten und lassen sie auf dem offenen Weideland grasen.[4, 5] Boss ist der Ältere und der Herr der Herde, Charley sein Freund und Angestellter.[1, 5] Im Bürgerkrieg war Charley Scharfschütze, danach arbeitete er als bezahlter Revolvermann.[1, 4, 5] Mit ihnen reiten der kräftige Mose und Button, ein junger Mexikaner, den die beiden Älteren bei sich aufgenommen haben.[4]
Vor der Kleinstadt Harmonville lagern sie. Mose reitet für eine Besorgung in den Ort und kommt nicht zurück, Boss und Charley finden ihn im Gefängnis und holen ihn heraus.[5] Harmonville gehorcht dem Rancher Denton Baxter. Er hat laut Variety alles Land ringsum an sich gebracht, hält Free Grazer für Abschaum und bezahlt eine Bande von Schlägern; auch Sheriff Poole steht in seinem Dienst.[4, 5, 6] Was folgt, beschreibt Variety als Krieg. Zu ihm gehören ein brutaler Überfall von Boss und Charley auf einige von Baxters Schlägern an einem Lagerfeuer, der Tod von Mose und die schwere Verletzung von Button.[4]
Weil Button einen Arzt braucht, müssen sie zurück in die Stadt. Beim Arzt treffen sie Sue Barlow, die sie für dessen Frau halten; erst später erfahren sie, dass sie seine Schwester ist.[4, 5] Zwischen ihr und Charley wächst eine zurückhaltende Zuneigung.[5] In einem schweren Unwetter erkunden die beiden Männer die Stimmung im Ort, finden ein paar Verbündete und bereiten sich auf den Kampf mit Baxter vor. Vorher gönnen sich Boss und Charley noch Schweizer Schokolade und Zigarren aus Havanna.[4, 5]
Wie endet Open Range?
Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.
Als die Schießerei näher rückt, verlassen die Bewohner den Ort und steigen zur Kirche auf dem Hügel. Boss, Charley und ihre wenigen Helfer, darunter Percy, gespielt von Michael Jeter, sind in der Unterzahl; Charley schildert Boss in einer Rede, wie sich Baxters Männer unter Beschuss voraussichtlich verhalten: wer erstarren, wer fliehen und wer zuerst schießen wird.[1, 5] Variety nennt die Schießerei abrupt, gewaltsam und einfallsreich inszeniert, der Filmdienst einen "blutigen, ganz unverklärten Showdown".[1, 4] Danach kehren die Bewohner zurück und kümmern sich um die Toten. Von Sue verabschiedet sich Charley zweimal, weil Boss ihn für einen richtigen Abschied noch einmal zurückschickt.[5] Variety findet, dass Costner den Schluss zu lange hinauszieht und alles zu glatt auflöst.[4]
Wer spielt in Open Range mit?
Robert Duvall steht als Boss Spearman an erster Stelle der Besetzung, Kevin Costner als Charley Waite an zweiter; Variety deutet das als Bescheidenheit Costners, der auch Regie führte.[1, 2, 4] Annette Bening spielt Sue Barlow, Michael Gambon den Rancher Denton Baxter, laut Variety mit irischem Akzent.[1, 4] Für Michael Jeter war Percy eine seiner letzten Rollen; die Kritik von Variety vom August 2003 nennt ihn bereits verstorben.[4]
| Darsteller | Rolle |
|---|---|
| Robert Duvall | Boss Spearman[1, 2] |
| Kevin Costner | Charley Waite[1, 2] |
| Annette Bening | Sue Barlow[1, 2] |
| Michael Gambon | Denton Baxter[1, 2] |
| Michael Jeter | Percy[1, 2] |
| Diego Luna | Button[1] |
| James Russo | Sheriff Poole[1] |
| Abraham Benrubi | Mose, bei Disney Mose Harrison[1, 3] |
| Dean McDermott | Doc Barlow[1] |
Wie entstand Open Range?
Vorlage ist laut AFI der Roman The Open Range Men von Lauran Paine, 1990 in New York erschienen. Das Drehbuch schrieb Craig Storper, nach Variety sein erstes.[2, 4] Produziert haben Kevin Costner, David Valdes und Jake Eberts, den der Filmdienst Jack Eberts schreibt.[1, 2] Als Produktionsfirmen nennt der Filmdienst Touchstone, Tig, Cobalt Media Group und Open Range.[1] Als Verleih nennen der AFI Catalog und Variety Buena Vista.[2, 4] Produktionsländer sind nach dem AFI die USA und Großbritannien, nach dem Filmdienst nur die USA.[1, 2] Das Budget lag laut Box Office Mojo bei 22 Millionen Dollar.[7]
Für Kevin Costner war es nach Variety die dritte Regiearbeit, nach Der mit dem Wolf tanzt, mit dem er 13 Jahre zuvor bei den Oscars erfolgreich war, und The Postman.[4] Als ersten Schritt Costners zur Wiederbelebung des Genres nennt der Filmdienst seine Rolle in Silverado.[1] Kameramann James Muro hatte als Kameraführer und Steadicam-Spezialist für Oliver Stone, James Cameron und Michael Mann gearbeitet; Open Range war laut Variety sein erster Film als Chefkameramann. Das Szenenbild von Gae Buckley zeigt laut Variety eine neue Stadt, die noch mitten im Aufbau steckt. Die Musik schrieb Michael Kamen.[1, 2, 4]
Variety zählt die Vorbilder auf, aus denen der Film große Stücke übernehme, darunter Mein großer Freund Shane, High Noon, Rio Bravo und Clint Eastwoods Unforgiven. Annette Benings Sue erinnert die Kritik an die Frau auf der Ranch, die Jean Arthur in Shane spielte.[4]
Wo wurde Open Range gedreht?
Gedreht wurde in Alberta in Kanada (weitere Drehorte des Genres stehen auf der Seite Western-Drehorte im Überblick). Disney nennt als Drehort die Stoney Indian Reservation und weitere Orte in der Provinz; Variety lobt die Landschaften Albertas, Sound & Vision spricht von den kanadischen Rocky Mountains.[3, 4, 6] Der Filmdienst beschreibt gleich die ersten Einstellungen als fast meditative Versenkung in die Landschaft der dunkelgrünen Ausläufer der Rocky Mountains, die die Kamera in aller Ruhe bestreicht; es regnet oft in Strömen.[1] Gefilmt wurde laut Disney im Breitwandformat CinemaScope.[3]
Zu den Stoney Nakoda First Nations gehören die Bearspaw, die Chiniki und die Goodstoney First Nation. Ihre Gemeinde rund 60 Kilometer westlich von Calgary heißt seit August 2024 offiziell wieder Mînî Thnî ("kaltes Wasser"); mehr als ein Jahrhundert lang hieß sie Morley, nach einem Freund des methodistischen Missionars John McDougall.[8]

Wie viel Wahrheit steckt in Open Range?
Die wahre Geschichte dahinter
EreignisWeidekriege
Die Handlung stammt aus einem Roman. Keine der Quellen nennt eine historische Vorlage für die Figuren, für Baxter oder für die Stadt Harmonville.[1, 2, 4] Die Zeitschrift Sound & Vision schreibt, die erfundene Geschichte beruhe auf wirklichen Verhältnissen: In den 1880er Jahren wehrten sich Farmer und Rancher im Westen zunehmend dagegen, dass frei ziehende Herden auf der Suche nach gutem Weideland über das offene Land streiften (zu den Kämpfen um Gras, Wasser und Zäune die Seiten Die Weidekriege und Stacheldraht und das Ende der offenen Weide).[6]
In seiner Kritik für den Filmdienst sieht Rüdiger Suchsland ein Aufeinanderprallen zweier Wirtschaftsweisen, der nomadischen Viehtreiber und der sesshaften Landbesitzer. Weil die Herden auch die Weiden anderer abfressen, seien Konflikte unvermeidlich. Costner deute die wirtschaftlichen Hintergründe aber nur an, denn Baxter und der korrupte Marshal Poole seien vor allem auf die Herde aus.[1] Eine Einzelheit hat Costner nach eigener Aussage alten Fotos entnommen: Nach der Schießerei versammeln sich die Bewohner um die Toten, statt dass die Leichen wie in vielen Western einfach verschwinden.[5]

Wie wurde Open Range aufgenommen?
In Los Angeles und New York lief der Film am 15. August 2003 an.[2, 3] Variety sah ihn als äußerst malerischen, erfrischend menschlichen Western, der sich traue, aufrichtig zu sein, und nannte Duvall großartig; nur die Musik von Michael Kamen störe.[4] Roger Ebert nannte ihn einen nicht perfekten, aber sehr fesselnden und schön gemachten Western. Den Höhepunkt sah er in der Schießerei, die Liebesgeschichte wirke dagegen aufgesetzt.[5] Die DVD-Kritik in Sound & Vision zählt die Schießerei am Ende zu den besten, vielleicht sogar zur besten, die je gedreht wurde.[6]
Laut Box Office Mojo spielte Open Range am ersten Wochenende auf dem Inlandsmarkt (Domestic) 14.047.781 Dollar ein, dort insgesamt 58.331.254 Dollar und weltweit 68.296.293 Dollar (Stand der Seite November 2025).[7] In Deutschland startete der Film am 29. Januar 2004 als Open Range: Weites Land, freigegeben ab 12 Jahren.[1] Das Lexikon des internationalen Films urteilt: "Atemberaubend fotografierter melancholischer Spätwestern", überzeugend inszeniert und gespielt. Es empfiehlt ihn als sehenswert ab 16.[1]
Häufige Fragen
Wo wurde Open Range gedreht?
In Alberta in Kanada. Disney nennt als Drehort die Stoney Indian Reservation und weitere Orte in Alberta. Variety lobt die Landschaften Albertas, der Filmdienst beschreibt die dunkelgrünen Ausläufer der Rocky Mountains.
Wer spielt in Open Range mit?
Robert Duvall spielt Boss Spearman, Kevin Costner Charley Waite, Annette Bening Sue Barlow und Michael Gambon den Rancher Denton Baxter. Dazu kommen Michael Jeter als Percy, Diego Luna als Button, James Russo als Sheriff Poole und Abraham Benrubi als Mose.
Beruht Open Range auf einer wahren Geschichte?
Keine der Quellen nennt eine historische Vorlage für Handlung, Figuren oder die Stadt Harmonville. Die Vorlage ist ein Roman. Die Zeitschrift Sound & Vision schreibt aber, die Geschichte beruhe auf wirklichen Verhältnissen: In den 1880er Jahren wehrten sich Farmer und Rancher zunehmend gegen frei ziehende Herden.
Auf welchem Buch beruht Open Range?
Auf dem Roman The Open Range Men von Lauran Paine, laut AFI 1990 in New York erschienen. Das Drehbuch schrieb Craig Storper.
Wie lang ist Open Range, und ab wie viel Jahren ist er freigegeben?
Filmdienst und AFI nennen 139 Minuten, Variety und Disney 138 Minuten. In Deutschland ist der Film ab 12 Jahren freigegeben, das Lexikon des internationalen Films empfiehlt ihn ab 16.
Wann kam Open Range in die deutschen Kinos?
Am 29. Januar 2004, unter dem Titel Open Range: Weites Land. In Los Angeles und New York lief er schon ab dem 15. August 2003.
Wie erfolgreich war Open Range?
Laut Box Office Mojo kostete der Film 22 Millionen Dollar und spielte auf dem Inlandsmarkt 58,3 Millionen Dollar ein, weltweit 68,3 Millionen Dollar.
Quellen
- Filmdatenbank Open Range: Weites Land, Lexikon des internationalen Films, mit Kritik von Rüdiger Suchsland. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 22.08.2022. abgerufen am 27.10.2026
- Filmdatenbank Open Range (2003), AFI Catalog of Feature Films. American Film Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Open Range (film), Disney A to Z. D23, The Official Disney Fan Club (Walt Disney Company). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Open Range, Kritik von Roger Ebert. RogerEbert.com, zuerst Chicago Sun-Times. Stand 15.08.2003. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Open Range, DVD-Kritik von Thomas J. Norton. Sound & Vision. Stand 30.05.2004. abgerufen am 27.10.2026
- Open Range (2003), Einspielergebnisse. Box Office Mojo, IMDbPro. Stand Stand der Seite 07.11.2025. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Andrew Jeffrey: Stoney Nakoda reclaim traditional Mînî Thnî name for community. CBC News. Stand 30.08.2024. abgerufen am 27.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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