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Quentin Tarantino und der Western
Kurz erklärt Quentin Tarantino ist ein US-amerikanischer Regisseur und Drehbuchautor, geboren am 27. März 1963 in Knoxville in Tennessee. Als Regisseur drehte er laut Filmdienst zwei Western: Django Unchained (2012), für den er 2013 den Oscar für das Originaldrehbuch bekam, und The Hateful Eight (2015) mit Musik von Ennio Morricone. Vorbild war der Italowestern: Den Namen Django nahm er aus Sergio Corbuccis Film von 1966.

Wer ist Quentin Tarantino?
Quentin Tarantino ist ein US-amerikanischer Regisseur und Drehbuchautor. Er wurde am 27. März 1963 in Knoxville in Tennessee geboren.[1, 2, 4] Britannica nennt als Kennzeichen seiner Filme stilisierte Gewalt im Stil des Neo-Noir, scharfe Dialoge und eine Faszination für Film und Popkultur.[1] Bevor er zwei Drehbücher verkaufte, aus denen True Romance (1993) und Natural Born Killers (1994) wurden, arbeitete er in einer Videothek in Kalifornien.[1] Franz Everschor schreibt im Filmdienst, dort habe Tarantino eine Vorliebe für Western und andere Actionfilme entwickelt.[15]
Als Regisseur debütierte er 1992 mit Reservoir Dogs, einem Film über einen gescheiterten Überfall auf ein Juweliergeschäft.[1] Pulp Fiction gewann 1994 in Cannes die Goldene Palme. Bei der 67. Oscarverleihung am 27. März 1995 bekam Tarantino für Pulp Fiction den Oscar für das Originaldrehbuch; die Geschichten hatte er mit Roger Avary entwickelt.[1, 2, 3]
Welche Western drehte Quentin Tarantino?
Bei zwei Filmen, die der Filmdienst als Western führt, war Tarantino Regisseur und Drehbuchautor: Django Unchained und The Hateful Eight. Django Unchained steht dort zusätzlich unter Italowestern.[5, 8] Once Upon a Time in Hollywood handelt von einem Westerndarsteller, der Filmdienst führt ihn aber nicht als Western.[15] Auftritte hatte er in Desperado von Robert Rodriguez, den der Filmdienst auch als Western führt, und in Sukiyaki Western Django von Takashi Miike.[16, 17]
| Jahr | Titel | Tarantinos Anteil | Genre laut Filmdienst |
|---|---|---|---|
| 1995 | Desperado | Darsteller ("Der Abholer"), Regie Robert Rodriguez | Gangsterfilm, Western[16] |
| 2007 | Sukiyaki Western Django | Gastrolle als Piringo, Regie Takashi Miike | ohne Angabe; die Kurzkritik nennt den Film einen Re-Import von Kurosawas Yojimbo[17] |
| 2012 | Django Unchained | Regie, Drehbuch, Darsteller (Angestellter der Bergbaugesellschaft) | Western, Italowestern[5] |
| 2015 | The Hateful Eight (deutscher Titel The Hateful 8) | Regie, Drehbuch | Western[8] |
| 2019 | Once Upon a Time in Hollywood | Regie, Drehbuch, Produktion | Buddy-Movie, Drama, Historienfilm, Komödie[15] |
Sergio Leone und Zwei glorreiche Halunken
Laut BBC Culture hat kein Filmemacher seine Bewunderung für Sergio Leones Zwei glorreiche Halunken (1966) so offen gezeigt wie Tarantino. Er nenne den Film die größte Leistung der Filmgeschichte, und Anspielungen darauf fänden sich in den meisten seiner Filme.[12] Am deutlichsten ist das nach der BBC wohl am Schluss von Reservoir Dogs: Drei Männer halten sich gegenseitig mit Waffen in Schach, im Dreieck aufgestellt wie im Finale von Leones Film.[12]
2014 schloss eine restaurierte Fassung von Leones Für eine Handvoll Dollar das Festival von Cannes ab. Il Fatto Quotidiano kündigte an, Tarantino werde den Film vorstellen, und das Festival führt den Abend unter dem Titel "For a Fistful of Dollars, from Sergio Leone to Quentin Tarantino".[13, 14] Wie der Italowestern entstand, erzählt die Seite Italowestern.
Musik aus Italowestern übernahm Tarantino schon vor seinen eigenen Western. Nach dem BFI verwendete er Stücke von Ennio Morricone aus Navajo Joe (1966) und Death Rides a Horse (1967) in Kill Bill: Vol. 1 (2003).[10]

Sergio Corbucci, Django und Django Unchained
Die erste Szene von Django Unchained schrieb Tarantino nach dem AFI Catalog 2009 in Japan, wo er für Inglourious Basterds warb. Er arbeitete damals an einem Buch über Sergio Corbucci, einen italienischen Regisseur, der für Italowestern bekannt war. In einem japanischen Plattenladen fand er viele neu aufgelegte Soundtracks von Italowestern; das Buch und die Musik prägten das Drehbuch stark.[6] Laut AFI wollte er eine Geschichte über die Sklaverei im Stil eines Italowesterns erzählen.[6]
Den Namen seiner Hauptfigur nahm er vom Titelhelden aus Corbuccis Django von 1966, den das AFI einen wegweisenden Italowestern nennt. Dessen Hauptdarsteller Franco Nero hat in Django Unchained einen Kurzauftritt.[6] Unter den übernommenen Musikstücken führt das AFI Luis Bacalovs Django-Lied in einer englischen Fassung und Bacalovs Main Titles Theme Song (Lo Chiamavano King), dazu das Lied "Ancora Qui" von Morricone und Elisa Toffoli.[6] Die Musik zu Inglourious Basterds hatte Morricone nach dem BFI abgelehnt, für Django Unchained steuerte er "Ancora Qui" bei.[10]
Rüdiger Suchsland schreibt in seiner Kritik für den Filmdienst, Tarantino zitiere die Django-Filmreihe und mit ihr die Tradition des Italowesterns, das Kino der 1960er Jahre und den Blaxploitation-Film der frühen 1970er Jahre. Django Unchained sei politischer, als man es über manchen Django-Film und die Werke von Leone und Corbucci sagen könne, und zeige die Lage versklavter Schwarzer und den Rassismus in Nordamerika, wie es das Blockbuster-Kino bis dahin nicht getan habe.[5] Die Kurzkritik des Lexikons fasst zusammen, Tarantino greife auf den Western und besonders den Italowestern zurück und komponiere eine Ballade über den Kampf gegen Rassismus.[5]
Django Unchained (2012)
Laut Filmdienst wird in Django Unchained ein versklavter Mann von einem weißen Kopfgeldjäger freigekauft. Suchsland beschreibt die beiden als Männerbund von Kopfgeldjägern, der sich im Winter 1858/59 zusammenschließt.[5] Jamie Foxx spielt Django, Christoph Waltz den Kopfgeldjäger Dr. King Schultz und Leonardo DiCaprio den Plantagenbesitzer Calvin Candie. Tarantino selbst tritt als Angestellter der LeQuint Dickey Mining Co. auf.[5]
In den USA kam der Film am 25. Dezember 2012 ins Kino, in Deutschland am 17. Januar 2013.[5, 6] Bei der 85. Oscarverleihung am 24. Februar 2013 gewann Tarantino den Oscar für das Originaldrehbuch, Christoph Waltz den als bester Nebendarsteller. Nominiert war der Film außerdem als bester Film, für die Kamera von Robert Richardson und für den Tonschnitt.[7] Bei den Golden Globes 2013 gewann Tarantino für das Drehbuch und war für die Regie nominiert.[4] Was an der Geschichte historisch ist, behandelt die Seite zum Film.
The Hateful Eight (2015)
Britannica beschreibt The Hateful Eight als Western aus der Zeit nach dem Bürgerkrieg, in dem eine Gruppe Reisender während eines Schneesturms in einer Herberge festsitzt und sich Fausthiebe und Wortgefechte liefert.[1] Nach dem Filmdienst landen ein Kopfgeldjäger und seine Gefangene mit der Postkutsche in Wyoming, wo sie mit sechs undurchsichtigen Gestalten in einer Hütte festsitzen. Was als Schneewestern beginne, erinnere immer mehr an eine Verfilmung nach Agatha Christie.[8] Samuel L. Jackson spielt Major Marquis Warren, Kurt Russell den Kopfgeldjäger John Ruth und Jennifer Jason Leigh seine Gefangene Daisy Domergue. In Deutschland lief der Film am 28. Januar 2016 als The Hateful 8 an.[8]
Brad Weismann sieht in der Filmzeitschrift Senses of Cinema hier den Einfluss von Corbuccis Il grande silenzio, auf Deutsch Leichen pflastern seinen Weg (1968), einem Italowestern in verschneiten Bergen über Kopfgeldjäger.[11] Die Musik schrieb Morricone. Nach dem BFI hatte er geschworen, nicht wieder mit Tarantino zu arbeiten, weil dieser Musik ohne Zusammenhang in seine Filme setze. Für The Hateful Eight ließ er sich trotzdem überreden; es war seine erste eigene Westernmusik seit Buddy Goes West von 1981.[10] Bei der 88. Oscarverleihung am 28. Februar 2016 gewann Morricone damit den Oscar für die beste Filmmusik, nominiert waren außerdem Jennifer Jason Leigh als Nebendarstellerin und Robert Richardson für die Kamera. Tarantino selbst war nicht nominiert.[9] Bei den Golden Globes 2016 war er für das Drehbuch nominiert.[4]

Once Upon a Time in Hollywood: ein Westerndarsteller im Jahr 1969
In Once Upon a Time in Hollywood (2019) geht nach dem Filmdienst 1969 die Karriere eines amerikanischen Westerndarstellers zu Ende. Er und sein Stuntman, mit dem er befreundet ist, lassen sich für einen Italowestern verpflichten.[15] Leonardo DiCaprio spielt den Darsteller Rick Dalton, Brad Pitt den Stuntman Cliff Booth.[15] Everschor beschreibt Dalton als Hauptdarsteller von Westernserien in Schwarz-Weiß, dessen Ruhm verblasst, und den Film als Buddy-Movie, das auf dem männlichen Charisma der Westernhelden aufbaut.[15] 2021 veröffentlichte Tarantino laut Britannica einen Roman zum Film.[1] Bei den Golden Globes 2020 gewann er dafür den Preis für das Drehbuch.[4]

Was verbindet Tarantino mit dem Italowestern?
Ennio Morricone hatte sich laut BFI seinen Ruf mit der Musik zu den Italowestern von Sergio Leone und Sergio Corbucci erworben; für Tarantino schrieb er mit The Hateful Eight eine eigene Filmmusik.[10] Suchsland sieht Django Unchained in der Tradition des Italowesterns, schreibt aber auch, dass der Film sie von Anfang an überschreite.[5]
Weitere Regisseure des Genres stellt die Seite Die wichtigsten Western-Regisseure vor, Filmmusik die Seite Die besten Western-Soundtracks.
Zeitleiste
- 27.03.1963Quentin Tarantino kommt in Knoxville in Tennessee zur Welt.[1, 2]
- 1992Regiedebüt mit Reservoir Dogs.[1]
- 1995Auftritt in Desperado von Robert Rodriguez.[16]
- 27.03.1995Oscar für das Originaldrehbuch von Pulp Fiction.[3]
- 2009In Japan schreibt er die erste Szene von Django Unchained und arbeitet an einem Buch über Sergio Corbucci.[6]
- 25.12.2012Django Unchained kommt in den USA ins Kino.[6] Django Unchained (2012)
- 24.02.2013Oscar für das Originaldrehbuch von Django Unchained.[7] Django Unchained (2012)
- 2014Eine restaurierte Fassung von Für eine Handvoll Dollar schließt das Festival von Cannes ab, angekündigt mit Tarantino.[13, 14] Für eine Handvoll Dollar
- 28.01.2016The Hateful Eight läuft in Deutschland als The Hateful 8 an.[8] The Hateful Eight (2015)
- 28.02.2016Ennio Morricone gewinnt für die Musik zu The Hateful Eight den Oscar.[9] The Hateful Eight (2015)
- 2019Once Upon a Time in Hollywood über einen Westerndarsteller im Jahr 1969.[15]
- 2021Tarantino veröffentlicht einen Roman zu Once Upon a Time in Hollywood.[1]
Häufige Fragen
Welche Western hat Quentin Tarantino gedreht?
Als Regisseur und Drehbuchautor Django Unchained (2012) und The Hateful Eight (2015); beide führt der Filmdienst als Western. Once Upon a Time in Hollywood (2019) erzählt von einem Westerndarsteller am Ende seiner Karriere, der Filmdienst führt ihn aber nicht als Western.
Was hat Django Unchained mit Django von 1966 zu tun?
Tarantino benannte seine Hauptfigur laut AFI Catalog nach dem Titelhelden von Sergio Corbuccis Italowestern Django. Dessen Darsteller Franco Nero hat in Django Unchained einen Kurzauftritt, und Luis Bacalovs Django-Lied ist in einer englischen Fassung zu hören.
Hat Quentin Tarantino einen Oscar für einen Western gewonnen?
Ja. Bei der 85. Oscarverleihung am 24. Februar 2013 bekam er den Oscar für das Originaldrehbuch von Django Unchained. Christoph Waltz gewann für denselben Film als bester Nebendarsteller.
Was sagt Quentin Tarantino über Zwei glorreiche Halunken?
Laut BBC Culture nennt Tarantino Sergio Leones Zwei glorreiche Halunken die größte Leistung der Filmgeschichte. Den Schluss von Reservoir Dogs mit drei Männern, die sich gegenseitig mit Waffen in Schach halten, sieht die BBC als Anlehnung an das Finale dieses Films.
Wer schrieb die Musik zu The Hateful Eight?
Ennio Morricone. Nach dem BFI war es seine erste eigene Westernmusik seit 1981, und sie brachte ihm am 28. Februar 2016 den Oscar für die beste Filmmusik.
Spielt Quentin Tarantino selbst in Western mit?
Ja. In Django Unchained spielt er einen Angestellten einer Bergbaugesellschaft. Der Filmdienst nennt ihn außerdem in Desperado (1995) von Robert Rodriguez, den er als Gangsterfilm und Western führt. In Sukiyaki Western Django (2007) von Takashi Miike, laut Filmdienst ein Re-Import von Kurosawas Yojimbo, hat er eine Gastrolle.
Ist Once Upon a Time in Hollywood ein Western?
Nach dem Filmdienst nicht: Er führt den Film als Buddy-Movie, Drama, Historienfilm und Komödie. Die Hauptfigur Rick Dalton ist aber ein Darsteller von Westernserien, der 1969 eine Rolle in einem Italowestern annimmt.
Quellen
- Nachschlagewerk Quentin Tarantino. Encyclopaedia Britannica. Stand 15.09.2026. abgerufen am 27.10.2026
- Filmdatenbank Filme mit Quentin Tarantino, Personenseite. filmdienst.de, Lexikon des internationalen Films. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- The 67th Academy Awards, 1995. Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Quentin Tarantino (Nominierungen und Auszeichnungen). Golden Globes. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Filmdatenbank Django Unchained, Lexikon des internationalen Films (mit Kritik von Rüdiger Suchsland). filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 18.02.2015. abgerufen am 27.10.2026
- Filmdatenbank Django Unchained (2012), AFI Catalog of Feature Films. American Film Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- The 85th Academy Awards, 2013. Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Filmdatenbank The Hateful 8, Lexikon des internationalen Films (mit Kritik von Sven von Reden). filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 20.07.2026. abgerufen am 27.10.2026
- The 88th Academy Awards, 2016. Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Ennio Morricone: an iconic career in 10 scores, von David Parkinson. British Film Institute. Stand 27. Juli 2021. abgerufen am 27.10.2026
- Fachaufsatz Brad Weismann: The Great Silence (Sergio Corbucci, 1968), CTEQ Annotations on Film. Senses of Cinema, Ausgabe 87. Stand Juni 2018. abgerufen am 27.10.2026
- Presse The lasting legacy of The Good, the Bad and the Ugly, von Luke Buckmaster. BBC Culture. Stand 10. Februar 2016. abgerufen am 27.10.2026
- Per un pugno di dollari (A Fistful of Dollars), Filmseite. Festival de Cannes. Stand 2014. abgerufen am 27.10.2026
- Presse Per un pugno di dollari, ecco come il film di Sergio Leone è diventato leggenda, von Giampiero Calapà. Il Fatto Quotidiano. Stand 18. Mai 2014. abgerufen am 27.10.2026
- Filmdatenbank Once Upon a Time in Hollywood, Lexikon des internationalen Films (mit Kritik von Franz Everschor). filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 09.01.2020. abgerufen am 27.10.2026
- Filmdatenbank Desperado (1995), Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 06.03.2001. abgerufen am 27.10.2026
- Filmdatenbank Sukiyaki Western Django, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 28.01.2010. abgerufen am 27.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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