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Weites Land (1958)
Kurz erklärt Weites Land (The Big Country) ist ein Western von William Wyler aus dem Jahr 1958. Gregory Peck spielt einen früheren Kapitän aus dem Osten, der in einen Streit zweier Rancherfamilien um eine Wasserstelle gerät; Charlton Heston ist der Vormann, Burl Ives gewann den Oscar als bester Nebendarsteller. Die Geschichte ist erfunden, gedreht wurde in Kalifornien bei Stockton und im Red Rock Canyon.

Worum geht es in Weites Land?
James McKay, ein Reeder und früherer Kapitän aus Maryland, kommt in die kleine Stadt San Rafael im Westen, um Patricia Terrill zu heiraten.[2] Der Filmdienst nennt ihn einen Gentleman aus Baltimore.[1] Patricias Vater, Major Henry Terrill, ist ein großer Viehzüchter, sein Vormann Steve Leech macht sich über den Anzug des Mannes aus dem Osten lustig. Auf der Fahrt zur Ranch stellen Buck Hannassey und seine Leute aus dem Blanco Canyon das Paar, schießen McKay den Hut vom Kopf und ziehen ihn mit dem Lasso vom Wagen. McKay wehrt sich nicht, und Buck und seine Leute halten ihn für einen Feigling.[2]
Die Terrills und die Hannasseys leben wegen einer Wasserstelle und der Wasserrechte in Feindschaft.[1] Henry Terrill rächt sich mit einem Überfall auf die Hannasseys, und Bucks Vater Rufus Hannassey stört darauf das Fest, auf dem die Verlobung bekannt gegeben werden soll.[2] McKay reitet allein ins Land hinaus und kommt zur Big Muddy, der Ranch der Lehrerin Julie Maragon. Sie erzählt ihm, dass ihre Ranch die einzige Wasserquelle der Gegend ist und dass der König von Spanien das Land ihrem Großvater überschrieben hat. Wie ihr Großvater lässt sie beide Familien ihr Vieh dort tränken. McKay kauft ihr die Ranch ab und verspricht, es so zu halten.[2]
Leech nennt McKay einen Lügner, als der von seinem Ritt zurückkommt. McKay lässt sich vor Zeugen nicht herausfordern, weckt Leech aber vor Sonnenaufgang, und die beiden prügeln sich lange, weit weg vom Haus. Patricia und McKay stellen ihre Verlobung in Frage.[2] Die Terrill-Leute treiben das Vieh der Hannasseys vom Wasser weg, Tiere verdursten. Rufus lässt Julie in den Blanco Canyon holen, um Henry Terrill dorthin zu locken.[2]
Wie endet Weites Land?
Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.
McKay reitet allein in den Canyon, um Julie ohne Gewalt zu befreien. Rufus zwingt seinen Sohn Buck zu einem förmlichen Duell mit McKay. Buck schießt zu früh und streift McKay nur, McKay schießt in den Boden. Als Buck ihm in den Rücken schießen will, tötet Rufus den eigenen Sohn.[2] Henry Terrill führt seine Männer in einen Hinterhalt der Hannasseys. Am Ende treten Henry und Rufus allein gegeneinander an und töten sich gegenseitig. McKay, Julie und der langjährige Ranchhelfer Ramon reiten zusammen fort.[2]
Wer spielt in Weites Land mit?
Die Hauptrolle spielt Gregory Peck, der den Film mit William Wyler auch produziert hat.[1, 2] Laut TCM sagte Peck, er habe die Welt der Rancher gekannt: Er hatte damals selbst ein Viehgeschäft und pachtete Weideland in mehreren Gegenden Kaliforniens.[4] Charlton Heston spielt den Vormann Steve Leech, Burl Ives Bucks Vater Rufus Hannassey.[1, 2] Für Alfonso Bedoya, der den Ranchhelfer Ramon spielt, war es laut AFI der letzte Film; er starb einen Monat nach dem Ende der Hauptdreharbeiten.[2]
| Darsteller | Rolle |
|---|---|
| Gregory Peck | James McKay |
| Jean Simmons | Julie Maragon |
| Carroll Baker | Patricia Terrill |
| Charlton Heston | Steve Leech, Vormann der Terrills |
| Burl Ives | Rufus Hannassey |
| Charles Bickford | Major Henry Terrill |
| Chuck Connors | Buck Hannassey |
| Alfonso Bedoya | Ramon Gutierrez (AFI), Ramon (Filmdienst) |
Wie entstand Weites Land?
1956 taten sich William Wyler und Gregory Peck laut TCM zusammen, um einen großen Western selbst zu produzieren. Wyler wollte damit mehr Kontrolle über seine Filme bekommen, als er sie bei Paramount und anderen Studios gehabt hatte.[4] Nach Britannica folgte Weites Land auf Wylers Film Friendly Persuasion von 1956.[3] Wyler beschrieb den Film als Geschichte eines Mannes, der sich weigert, nach den üblichen Regeln zu handeln; die Bräuche des alten Westens würden dabei "gewissermaßen entzaubert" (Übersetzung der Redaktion).[4]
Vorlage ist der Roman Ambush at Blanco Canyon von Donald Hamilton.[1, 2, 3] Laut AFI erschien er in Fortsetzungen in der Saturday Evening Post und nie als eigenes Buch; Hamilton schrieb zusätzlich einen Roman zum Film, der 1957 als The Big Country erschien.[2] Das Drehbuch schrieben James R. Webb, Sy Bartlett und Robert Wilder, an der Bearbeitung waren Jessamyn West und Robert Wyler beteiligt.[1, 2] Nach sieben Autoren seien er und Wyler mit dem Drehbuch noch immer nicht zufrieden gewesen, sagte Peck später, aber finanzielle Verpflichtungen hätten sie zum Weitermachen gezwungen.[2]
Gedreht wurde vom 30. Juli bis 18. November 1957, im Studio in den Samuel Goldwyn Studios. Dort stand laut einer Meldung des Hollywood Reporter eine der größten Kulissen, die auf dem Gelände je gebaut wurden: das Herrenhaus der Terrills, das zwei Studiohallen füllte. Mitte September 1957 lag der Film einige Tage still, weil Wyler mit einer schweren Kehlkopfentzündung im Krankenhaus lag.[2] Laut TCM gab es am Set viel Streit, besonders zwischen Wyler und Charles Bickford. Peck verließ einmal das Set, weil Wyler eine Szene auf dem Pferdewagen nicht wiederholen wollte; nach dem Film waren die beiden keine Freunde mehr und versöhnten sich erst 1960.[4] Kameramann war Franz Planer, gedreht wurde in Technicolor und im Breitwandformat Technirama.[1, 2]
Die Musik von Jerome Moross
Die Musik schrieb Jerome Moross.[1, 2] Der AFI Catalog nennt sie eines der bekanntesten Westernthemen aller Zeiten.[2] Bei der Oscarverleihung am 6. April 1959 war sie in der Sparte Filmmusik eines Dramas oder einer Komödie nominiert, den Preis bekam Dimitri Tiomkin für The Old Man and the Sea.[2, 5]
Wo wurde Weites Land gedreht?
Außenaufnahmen entstanden laut AFI bei Stockton auf der nahen Drais Ranch, im Red Rock Canyon, im Jawbone Canyon und in der Mojave-Wüste, alle in Kalifornien.[2] TCM nennt die Drais Ranch bei Stockton 3.000 Acres groß (gut 1.200 Hektar).[4]
| Drehort | Lage | Hinweis |
|---|---|---|
| Drais Ranch | bei Stockton, Kalifornien | 3.000 Acres groß laut TCM[4] |
| Red Rock Canyon | 25 Meilen (rund 40 Kilometer) nordöstlich von Mojave, Kalifornien | heute State Park[2, 6] |
| Jawbone Canyon | Kalifornien | Außenaufnahmen[2] |
| Mojave-Wüste | Kalifornien | Außenaufnahmen[2] |
| Samuel Goldwyn Studios | Kalifornien | Studioaufnahmen, Herrenhaus der Terrills[2] |
Der Red Rock Canyon liegt am Highway 14 und gehört heute zum Red Rock Canyon State Park. Laut der Parkverwaltung dienten die bunten Felsen in den frühen 1870er Jahren Frachtwagen mit Gespannen aus 20 Maultieren als Wegmarken, die dort Wasser fassten; später war der Canyon Schauplatz einer Reihe von Filmen. Gewerbliche, studentische, gemeinnützige, journalistische und dokumentarische Film- und Fotoprojekte brauchen heute eine Genehmigung.[6]

Wie viel Wahrheit steckt in Weites Land?
Die Familien Terrill und Hannassey, die Big Muddy und die Stadt San Rafael sind erfunden; als Vorlage nennen AFI und Filmdienst nur Hamiltons Roman.[1, 2] Britannica fasst den Stoff so zusammen: Zwei verfeindete Familien wollen beide ein drittes Stück Land, weil es das Wasser hat, das ihre Ranches zum Überleben brauchen.[3]
Kämpfe um Gras und Wasser gab es auch im wirklichen Westen, sie heißen Weidekriege. In Texas machte die Dürre von 1883 es für Viehzüchter ohne eigenes Land noch schwerer, Gras und Wasser für ihre Herden zu finden. Aus mehr als der Hälfte der Countys von Texas wurden damals zerschnittene Zäune gemeldet; Rancher hatten ihr Land mit Stacheldraht eingezäunt. Mindestens drei Männer starben bei Zusammenstößen zwischen Zaunschneidern und Ranchern.[7] Im Film geht es um eine einzige Wasserstelle, von Zäunen ist in den Inhaltsangaben von AFI und Filmdienst keine Rede.[1, 2]
Landtitel der spanischen Krone, wie ihn Julie Maragons Großvater im Film bekam, gab es zum Beispiel in Texas. Dort vergab die Krone 1716 das erste Land für eine Mission und ein Presidio, bis Mitte des 18. Jahrhunderts folgten größere Landzuteilungen für die Viehzucht am San Antonio River. Nach dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg erkannte Texas laut dem Vertrag von Guadalupe Hidalgo die Landtitel aus spanischer und mexikanischer Zeit als gültig an.[8]

Wie wurde Weites Land aufgenommen?
In den USA kam der Film im August 1958 heraus, als Verleih trat United Artists auf.[1, 2] Bei der Oscarverleihung am 6. April 1959 im RKO Pantages Theatre gewann Burl Ives den Preis als bester Nebendarsteller.[5] Laut TCM bekam Ives im selben Jahr auch viel Lob für seine Rolle des Big Daddy in der Verfilmung von Tennessee Williams' Cat on a Hot Tin Roof.[4]
In Deutschland lief der Film ab dem 26. März 1959 im Kino, die ARD zeigte ihn erstmals am 19. Dezember 1975. Die FSK gab ihn ab 12 Jahren frei.[1] Das Lexikon des internationalen Films nennt ihn einen "mustergültigen Western-Klassiker" und lobt die Landschaftsaufnahmen und die Darsteller. Im Mittelpunkt stehe die Frage, ob sich ein Streit mit Verstand und Vertrauen besser lösen lässt als mit Gewalt, und trotz einiger Längen sei der Film auch innerlich spannend. Das Lexikon nennt ihn sehenswert ab 14 Jahren.[1]
Den deutschen Titel teilt der Film zum Teil mit Open Range: Weites Land von Kevin Costner aus dem Jahr 2003. Dessen Vorlage ist ein anderer Roman, The Open Range Men von Lauran Paine.[9]
- 30.07.1957Beginn der Dreharbeiten.[2]
- 18.11.1957Ende der Dreharbeiten.[2]
- August 1958Kinostart in den USA.[2]
- 26.03.1959Deutsche Erstaufführung.[1]
- 06.04.1959Burl Ives gewinnt den Oscar als bester Nebendarsteller, die Musik von Jerome Moross ist nominiert.[5]
- 19.12.1975Erste Ausstrahlung im deutschen Fernsehen in der ARD.[1]
Häufige Fragen
Wer spielt in Weites Land mit?
Gregory Peck spielt James McKay, Jean Simmons die Lehrerin Julie Maragon, Carroll Baker die Rancherstochter Patricia Terrill und Charlton Heston den Vormann Steve Leech. Burl Ives ist Rufus Hannassey, Charles Bickford Major Henry Terrill und Chuck Connors Buck Hannassey.
Wo wurde Weites Land gedreht?
Außenaufnahmen entstanden bei Stockton auf der Drais Ranch, im Red Rock Canyon, im Jawbone Canyon und in der Mojave-Wüste in Kalifornien. Im Studio drehte Wyler in den Samuel Goldwyn Studios; die Dreharbeiten dauerten vom 30. Juli bis 18. November 1957.
Auf welcher Vorlage beruht Weites Land?
Vorlage ist der Roman Ambush at Blanco Canyon von Donald Hamilton. Laut AFI erschien er in Fortsetzungen in der Saturday Evening Post, aber nie als eigenes Buch. Hamilton schrieb außerdem einen Roman zum Film, der 1957 unter dem Titel The Big Country herauskam.
Ist Weites Land dasselbe wie Open Range: Weites Land?
Nein. Open Range: Weites Land ist ein Western von Kevin Costner aus dem Jahr 2003 nach dem Roman The Open Range Men von Lauran Paine. Mit dem Film von William Wyler hat er nur einen Teil des deutschen Titels gemeinsam.
Wer schrieb die Musik zu Weites Land?
Jerome Moross. Seine Musik war 1959 für den Oscar nominiert, den Preis bekam Dimitri Tiomkin für The Old Man and the Sea.
Welche Oscars gewann Weites Land?
Einen: Burl Ives wurde am 6. April 1959 als bester Nebendarsteller für die Rolle des Rufus Hannassey ausgezeichnet. Die Musik von Jerome Moross war nominiert.
Wie lang ist Weites Land?
Der Film dauert laut Filmdienst und AFI 166 Minuten. Die FSK hat ihn ab 12 Jahren freigegeben, das Lexikon des internationalen Films nennt ihn sehenswert ab 14.
Beruht Weites Land auf einer wahren Geschichte?
Nein, die Familien Terrill und Hannassey und der Ort San Rafael sind erfunden. Streit um Wasser und Weide gab es im Westen aber wirklich, etwa beim Zaunschneiden in Texas nach der Dürre von 1883.
Quellen
- Filmdatenbank Weites Land, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank The Big Country (1958), AFI Catalog of Feature Films. American Film Institute. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk William Wyler, Abschnitt Films of the 1950s, Artikel von Michael Barson. Encyclopaedia Britannica. Stand 1998. abgerufen am 26.10.2026
- Presse The Big Country, Artikel von Jeff Stafford. Turner Classic Movies (TCM). Stand 23. April 2003. abgerufen am 26.10.2026
- The 31st Academy Awards, 1959. Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Amtliche Stelle Red Rock Canyon State Park. California Department of Parks and Recreation. Stand ohne Datum. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk Wayne Gard: Fence Cutting (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 16. Dezember 2024. abgerufen am 26.10.2026
- Nachschlagewerk Aldon S. Lang, Christopher Long: Land Grants (Handbook of Texas Online). Texas State Historical Association. Stand 1952, überarbeitet 23. Januar 2016. abgerufen am 26.10.2026
- Filmdatenbank Open Range: Weites Land, Lexikon des internationalen Films. filmdienst.de. Stand Aktualisiert am 22.08.2022. abgerufen am 26.10.2026
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Alexander Müller Gründer und Herausgeber von Wilder-Westen.org
Alexander Müller hat Wilder-Westen.org gegründet und gibt es heraus. Er lebt in Bertingen in Sachsen-Anhalt, führt dort SEO NW und verantwortet Redaktion, Technik und Gestaltung.
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