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Tex Willer

Kurz erklärt Tex Willer ist der Held des italienischen Westerncomics Tex, erfunden von Gianluigi Bonelli und gezeichnet von Aurelio Galleppini (Galep). Heft 1 kam am 30. September 1948 an die Kioske. Im Comic ist Tex Ranger und unter dem Namen Aquila della Notte Anführer der Navajo.

Canyon aus rotem Sandstein mit Beifußsträuchern und einem Reitpfad unter einem warmen Himmel am späten Nachmittag
Bild: KI-generiert

Wer ist Tex Willer?

Tex Willer ist der Held des italienischen Westerncomics "Tex". Sein Verlag Sergio Bonelli Editore nennt ihn eine Legende: Er erscheine seit mehr als siebzig Jahren ohne Unterbrechung, sei die langlebigste Figur des italienischen Comics und neben Superman und Batman eine der beständigsten weltweit.[1] Im Comic reitet Tex mit seinen Gefährten, im Italienischen "pards": dem älteren, brummigen Kit Carson, dem Navajo Tiger Jack und seinem Sohn Kit.[1]

Seine Vorgeschichte erzählt der Verlag so: Tex war ein Gesetzloser, nach dem Verlag aber nur wegen seines anarchischen und freiheitlichen Temperaments. Er kämpfte als Texaner im Bürgerkrieg auf der Seite des Nordens, weil er die Sklaverei ablehnte, half seinem Freund Montales im Kampf für die Freiheit Mexikos und trat in das Korps der Ranger ein. Seine Gegner sind Gesetzlose, skrupellose Grundbesitzer, bestechliche Politiker, Voodoo-Zauberer und Geheimbünde, und mehrfach trifft er auf Übernatürliches. Zu den Schauplätzen gehören die Prärien des Mittleren Westens, die Wüsten des Südwestens, Kanada und Mexiko.[1]

Tex sei kein Spaghettiwestern (siehe Italowestern), schreibt der Verlag, obwohl er in Italien entstand; sein Westen sei der von John Ford und Howard Hawks.[1]

Wer hat Tex Willer erfunden?

Erfunden hat Tex der Autor Gianluigi Bonelli, die Figur gezeichnet hat zuerst Aurelio Galleppini, genannt Galep.[1, 2] Bonelli kam nach der französischen Nationalbibliothek (BnF) am 22. Dezember 1908 in Mailand zur Welt und starb am 12. Januar 2001 in Alessandria.[4] Galleppini wurde nach der BnF am 29. August 1917 geboren und starb am 10. März 1994.[5] Die deutsche Normdatei, wie sie der Verbundkatalog K10plus anzeigt, nennt als Todesjahr 1996.[6]

Für das Gesicht seines Helden nahm sich Galleppini nach einer Pressemitteilung des Mailänder Unternehmerverbands Assolombarda zuerst den Schauspieler Gary Cooper zum Vorbild, später sich selbst. Der Verlag hieß damals Edizioni Audace. Gianluigi Bonelli und seine Frau, die Unternehmerin Tea Bonelli, hatten ihn am 18. Januar 1941 in Mailand gegründet; später führte ihn Sergio Bonelli, laut der Pressemitteilung von 2019 danach Davide Bonelli.[2]

Wann erschien Tex Willer zum ersten Mal?

Heft 1 im Streifenformat (formato a striscia) kam am 30. September 1948 an die Kioske, mit dem Abenteuer "Il Totem misterioso" (deutsch etwa: Das geheimnisvolle Totem). 1958 wurde es im Album "La Mano Rossa" (Die rote Hand) nachgedruckt.[2] Dasselbe Datum nennt das Kunstmagazin Finestre sull'Arte.[3]

Im Juni 2019 stellte Assolombarda in Mailand vier Hefte aus, von Nummer 1 im Riesenformat (formato gigante) bis zur Sonderausgabe Nr. 700.[2] In Siena zeigte der Museumskomplex Santa Maria della Scala vom 23. November 2019 bis 26. Januar 2020 die Ausstellung "Tex. 70 anni di un mito", kuratiert von Gianni Bono mit der Redaktion von Sergio Bonelli Editore und Comicon.[3]

Hügelland in Zentraltexas mit Eichen, Feigenkakteen und einem trockenen Bachbett aus hellem Kalkstein im späten Nachmittagslicht; Unterschrift: Hügelland in Texas, wo die Abenteuer der Serie spielen
Gebündelte Papierhefte mit leeren Umschlägen auf einem Holztisch Bild: KI-generiert

Im Comic wird Tex Oberhaupt (italienisch "capo") der Navajo und nimmt den Namen Aquila della Notte an, Adler der Nacht. Dazu heiratet er nach der Darstellung des Verlags Lilyth, die Tochter des Anführers Freccia Rossa (Roter Pfeil); ihr gemeinsamer Sohn ist Kit.[1] Lilyth, Freccia Rossa und Tiger Jack sind Figuren dieser Comicreihe aus Mailand.[1]

Die Navajo, Eigenbezeichnung Diné, sind eine indigene Nation im Südwesten der USA. Ihr angestammtes Land liegt nach dem National Museum of the American Indian zwischen vier heiligen Bergen in den heutigen Bundesstaaten Colorado, New Mexico und Arizona. In den 1860er Jahren vertrieb die US-Regierung sie aus diesem Land: Soldaten trieben Männer, Frauen und Kinder auf dem Langen Marsch zur Bosque Redondo Reservation bei Fort Sumner, die das Museum als Internierungslager beschreibt.[7]

Der Gefährte Kit Carson trägt im Comic den Namen eines realen Mannes. Der historische Christopher "Kit" Carson (24. Dezember 1809 bis 23. Mai 1868) war Trapper und wurde als Führer von John C. Frémont landesweit bekannt. 1863 erhielt er den Befehl, indigene Gruppen in New Mexico in entfernte Reservate umzusiedeln; er bot darauf seinen Rücktritt an, der nicht angenommen wurde. Bis zum Frühjahr 1864 zwang er nach dem National Park Service die Navajo zur Kapitulation.[8] Wie viele Menschen danach nach Fort Sumner gehen mussten, geben die Quellen verschieden an: Der National Park Service nennt 8.000, das National Museum of the American Indian mehr als 10.000 zwischen 1863 und 1866.[7, 8]

Was geschieht mit Lilyth?

Achtung, Schluss: Dieser Abschnitt verrät, wie die Geschichte ausgeht.

Lilyth wird nach der Darstellung des Verlags später von weißen Verbrechern getötet, und Tex rächt sie. Danach bindet er sich an keine andere Frau.[1]

Gibt es Tex Willer auf Deutsch?

Ja. Der Verbundkatalog K10plus verzeichnet ein Comic-Magazin mit dem Titel "Tex Willer", das 1971 monatlich im Bildschriften-Verlag in Aachen erschien; die Deutsche Nationalbibliothek besitzt die Nummern 3 bis 8. Autor und Zeichner nennt der Katalog dazu nicht.[6]

Deutsche Tex-Ausgaben im Verbundkatalog K10plus (Auswahl)
JahrTitelVerlagText und Zeichnung
2000 bis 2002Tex, Hefte 1 bis 20, Nachdruck der italienischen Originalausgabe von 1948Comic Club Hannover (CCH)keine Angabe im Katalog[6]
2002Tex: Der verlorene PuebloKult Editionen, WuppertalClaudio Nizzi, Giovanni Ticci[6]
2015Tex: Auf eigene FaustPanini, StuttgartClaudio Nizzi, Joe Kubert[6]
2016Tex: Der Held und die LegendePanini Comics, StuttgartPaolo Eleuteri Serpieri[6]
2017Tex: Der Mann aus AtlantaPanini Comics, StuttgartClaudio Nizzi, Jordi Bernet[6]
2018Tex: Die letzte GrenzePanini Comics, StuttgartClaudio Nizzi, Goran Parlov[6]

Die Bände von 2015, 2016 und 2018 hat nach dem Katalog Monja Reichert übersetzt.[6]

Blühende Wiese in Texas mit blauen Lupinen und einzelnen roten Wildblumen im goldenen Gras, im Hintergrund eine einzelne Eiche unter hellem Himmel
Blühende Prärie in Texas, dem Schauplatz vieler Hefte Bild: KI-generiert

Gibt es einen Film über Tex Willer?

1985 entstand der Film "Tex e il signore degli abissi". Die Datenbank Lumière der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle (Europarat) nennt Duccio Tessari als Regisseur und führt unter den Titeln ohne Länderangabe auch "Tex und das Geheimnis der Todesgrotten". Zu Handlung und Vorlage macht der Eintrag keine Angaben.[9]

Mehr zu Western in Comic und Film

Häufige Fragen

Wer hat Tex Willer erfunden?

Der Mailänder Autor Gianluigi Bonelli (1908 bis 2001) hat Tex erfunden, gezeichnet hat ihn zuerst Aurelio Galleppini, genannt Galep. Der Verlag hieß damals Edizioni Audace, heute Sergio Bonelli Editore.

Wann erschien das erste Tex-Heft?

Am 30. September 1948. Heft 1 im Streifenformat brachte das Abenteuer Il Totem misterioso, 1958 wurde es im Album La Mano Rossa nachgedruckt.

Warum ist Tex Anführer der Navajo?

Im Comic heiratet er Lilyth, die Tochter des Anführers Freccia Rossa, und wird so Oberhaupt der Navajo mit dem Namen Aquila della Notte. Zur Geschichte der Navajo Nation (Diné) gehört die Vertreibung auf dem Langen Marsch in den 1860er Jahren.

Wer sind die Gefährten von Tex?

Nach dem Verlag reitet Tex mit dem älteren, brummigen Kit Carson, dem Navajo Tiger Jack und seinem Sohn Kit. Kit Carson trägt den Namen eines realen Trappers und Offiziers, der bis zum Frühjahr 1864 die Navajo zur Kapitulation zwang.

Gibt es Tex Willer auf Deutsch?

Ja. Bibliothekskataloge verzeichnen unter anderem Hefte des Comic Club Hannover von 2000 bis 2002 und großformatige Bände von Panini Comics aus den Jahren 2015 bis 2018, meist übersetzt von Monja Reichert.

Gibt es einen Film über Tex Willer?

1985 entstand unter der Regie von Duccio Tessari der Film Tex e il signore degli abissi. Die europäische Filmdatenbank Lumière führt dafür ohne Länderangabe auch den Titel Tex und das Geheimnis der Todesgrotten; zu Handlung und Vorlage macht sie keine Angaben.

Quellen

  1. Tex (Rubrik Il mio nome è Tex). Sergio Bonelli Editore. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  2. Presse Siena: 70 Jahre Tex Willer mit einer Ausstellung in Santa Maria della Scala gefeiert (Redaktion). Finestre sull'Arte. Stand 24.11.2019. abgerufen am 27.10.2026
  3. Archiv Bonelli, Gianluigi (1908-2001), Notice de personne. Bibliothèque nationale de France, Catalogue général. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  4. Archiv Galleppini, Aurelio (1917-1994), Notice de personne. Bibliothèque nationale de France, Catalogue général. Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026
  5. Museum The Long Walk (Lehreinheit The Navajo Treaties). Smithsonian, National Museum of the American Indian, Native Knowledge 360°. Stand 2019. abgerufen am 27.10.2026
  6. Amtliche Stelle Kit Carson. National Park Service. Stand 03.07.2023. abgerufen am 27.10.2026
  7. Filmdatenbank Tex e il signore degli abissi (1985). LUMIERE, Europäische Audiovisuelle Informationsstelle (Europarat). Stand ohne Datum. abgerufen am 27.10.2026

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